(no subject)
Sep. 2nd, 2007 11:17 pmFandom: SIMS2 (schon ehr "Original", aber egaaaal.)
Challenge: 23.17 Uhr und Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben...
Warnung: Death, Kitsch, mangelnde Qualität, HET!!!
Wörter: 555
Charaktere: Manuel Brinkmann.
A/N: Manuel? …Manuel ist einer meiner Sims. ...Ja. XD
Und eigentlich war was anderes geplant... aber so herzlos, wie ich meine Sims umbringe, musste dem Tribut gezollt werden.
Egal, für die Verspätung mache ich in Gänze Keksdiebin verantwortlich.^^
Er sah auf die Uhr. Es war kurz vor elf. ...Noch Zeit genug, beschloss er. Karin und die Zwillinge würden es schon aushalten, ein paar Minuten zu warten.
Manuel kam nicht gerne zu spät. Eigentlich hasste er nichts mehr, aber das hier war... etwas besonderes. Er hatte die letzten vier Jahre seines Lebens in dieses Projekt investiert. Er hatte vier Jahre lang Zellkulturen beobachtet, DNA extrahiert, die Fußballspiele von Sebastian verpasst und Verenas großen Auftritt als Prinz bei Dornröschen in Sicherheitsquarantäne verbracht.
Es handelte sich bestenfalls noch um Minuten. – Minuten, die es ihm hoffentlich ermöglichen würden, nächsten Samstag am Spielfeldrand zu stehen und zu jubeln. Wenn er das hier abschloss, dann hätte er endlich Zeit.
Als er durch das Mikroskop auf die blassvioletten Flecken starrte, fragte er sich am Rande, ob es irgendetwas hieran gab, dass es wert war, zwei wundervolle neunjährige Kinder zu haben und sich kaum daran erinnern zu können, wie sie aussahen. – Oder daran, wie es wahr, morgens neben Karin aufzuwachen und einfach noch eine Stunde länger liegen zu bleiben.
Aber im Grunde war das egal. Er hatte sich vor vier Jahren entschieden. Nicht, dass er gewusst hätte, was diese Entscheidung für ihn bedeuten würde, aber... Es war fast fertig. Vielleicht noch zehn Minuten...
Gott, er hasste es, zu spät zu kommen. Und er hatte Karin versprochen sie um zehn nach elf abzuholen. – Auch wenn das eigentlich schon viel zu spät für die Kinder war.
Er sah wieder auf die Uhr. Zwei vor elf. – Er konnte es noch schaffen.
„Julischka?“
Die Praktikantin sah von ihrem Computerbildschirm auf und blinzelte verstört. „Ja?“
„Übernimmst du hier? – Ich muss meine Familie abholen.“
„Aber, Doktor...“
„Ich weiß, dass du das kannst. – Und dafür bist du hier, oder?“
„Aber...“
Er war schon fast bei der Tür angekommen. „Ich war vielleicht nie da, aber wenigstens meine Versprechen habe ich gehalten. Und ich habe versprochen, heute pünktlich zu sein. – Ich kann’s mir echt nicht leisten, noch mehr Zeit, die den dreien gehört, irgendwelchen Reagenzgläsern zu opfern. – Hast du Familie?“
„Nein...“
„Aber wirst du irgendwann mal. Versteh das als Zusatzlektion: Sobald du nicht mehr weißt, was für eine Frisur deine Tochter hat, liegen deine Prioritäten falsch. – Du packst das!“
Und damit verließ er beinahe fluchtartig das Labor. 23:04 teilte ihm die Digitalanzeige seiner Uhr mit. – Schaffen konnte er es nicht mehr, aber...
Er fuhr zu schnell. – Eigentlich hasste er es auch, zu schnell zu fahren. Einer der Nachteile daran, wenn man genau wusste, welche Kräfte in der nächsten Kurve auf seinen Wagen wirken würden. ...Aber nachdem er grade geklungen hatte wie ein siebzigjähriger Moralapostel, musste sich ja in irgendetwas niederschlagen, dass er grade dreißig war.
Er sah auf die Uhr. Viertel nach elf. – Immerhin nicht viel zu spät.
Und dann tauchte die Schule vor ihm auf.
Die Straße war gesperrt. Blaulicht tanzte an den Hausfassaden entlang.
Irgendwo im Hintergrund heulte eine Sirene.
Manuel hatte plötzlich ein ganz mieses Gefühl.
Er sprang aus dem Wagen und rannte die letzten Meter.
Als erstes sah er Verenas rotbraunen Haarschopf. Dann sah er Sebastian, der mit den Fäusten auf den Boden einschlug. Dann sah er den Sanitäter, der versuchte, den Jungen zu beruhigen.
Und dann sah er das Auto, das halb auf dem Bordstein stand.
Und den grauen Plastiksarg.
Und ihm wurde kotzübel.
Schon beinahe aus Reflex sah er auf die Uhr. 23:17 Uhr.
P.S.: Eigentlich habe ich sie ertränkt. *pfeif*
Challenge: 23.17 Uhr und Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben...
Warnung: Death, Kitsch, mangelnde Qualität, HET!!!
Wörter: 555
Charaktere: Manuel Brinkmann.
A/N: Manuel? …Manuel ist einer meiner Sims. ...Ja. XD
Und eigentlich war was anderes geplant... aber so herzlos, wie ich meine Sims umbringe, musste dem Tribut gezollt werden.
Egal, für die Verspätung mache ich in Gänze Keksdiebin verantwortlich.^^
Er sah auf die Uhr. Es war kurz vor elf. ...Noch Zeit genug, beschloss er. Karin und die Zwillinge würden es schon aushalten, ein paar Minuten zu warten.
Manuel kam nicht gerne zu spät. Eigentlich hasste er nichts mehr, aber das hier war... etwas besonderes. Er hatte die letzten vier Jahre seines Lebens in dieses Projekt investiert. Er hatte vier Jahre lang Zellkulturen beobachtet, DNA extrahiert, die Fußballspiele von Sebastian verpasst und Verenas großen Auftritt als Prinz bei Dornröschen in Sicherheitsquarantäne verbracht.
Es handelte sich bestenfalls noch um Minuten. – Minuten, die es ihm hoffentlich ermöglichen würden, nächsten Samstag am Spielfeldrand zu stehen und zu jubeln. Wenn er das hier abschloss, dann hätte er endlich Zeit.
Als er durch das Mikroskop auf die blassvioletten Flecken starrte, fragte er sich am Rande, ob es irgendetwas hieran gab, dass es wert war, zwei wundervolle neunjährige Kinder zu haben und sich kaum daran erinnern zu können, wie sie aussahen. – Oder daran, wie es wahr, morgens neben Karin aufzuwachen und einfach noch eine Stunde länger liegen zu bleiben.
Aber im Grunde war das egal. Er hatte sich vor vier Jahren entschieden. Nicht, dass er gewusst hätte, was diese Entscheidung für ihn bedeuten würde, aber... Es war fast fertig. Vielleicht noch zehn Minuten...
Gott, er hasste es, zu spät zu kommen. Und er hatte Karin versprochen sie um zehn nach elf abzuholen. – Auch wenn das eigentlich schon viel zu spät für die Kinder war.
Er sah wieder auf die Uhr. Zwei vor elf. – Er konnte es noch schaffen.
„Julischka?“
Die Praktikantin sah von ihrem Computerbildschirm auf und blinzelte verstört. „Ja?“
„Übernimmst du hier? – Ich muss meine Familie abholen.“
„Aber, Doktor...“
„Ich weiß, dass du das kannst. – Und dafür bist du hier, oder?“
„Aber...“
Er war schon fast bei der Tür angekommen. „Ich war vielleicht nie da, aber wenigstens meine Versprechen habe ich gehalten. Und ich habe versprochen, heute pünktlich zu sein. – Ich kann’s mir echt nicht leisten, noch mehr Zeit, die den dreien gehört, irgendwelchen Reagenzgläsern zu opfern. – Hast du Familie?“
„Nein...“
„Aber wirst du irgendwann mal. Versteh das als Zusatzlektion: Sobald du nicht mehr weißt, was für eine Frisur deine Tochter hat, liegen deine Prioritäten falsch. – Du packst das!“
Und damit verließ er beinahe fluchtartig das Labor. 23:04 teilte ihm die Digitalanzeige seiner Uhr mit. – Schaffen konnte er es nicht mehr, aber...
Er fuhr zu schnell. – Eigentlich hasste er es auch, zu schnell zu fahren. Einer der Nachteile daran, wenn man genau wusste, welche Kräfte in der nächsten Kurve auf seinen Wagen wirken würden. ...Aber nachdem er grade geklungen hatte wie ein siebzigjähriger Moralapostel, musste sich ja in irgendetwas niederschlagen, dass er grade dreißig war.
Er sah auf die Uhr. Viertel nach elf. – Immerhin nicht viel zu spät.
Und dann tauchte die Schule vor ihm auf.
Die Straße war gesperrt. Blaulicht tanzte an den Hausfassaden entlang.
Irgendwo im Hintergrund heulte eine Sirene.
Manuel hatte plötzlich ein ganz mieses Gefühl.
Er sprang aus dem Wagen und rannte die letzten Meter.
Als erstes sah er Verenas rotbraunen Haarschopf. Dann sah er Sebastian, der mit den Fäusten auf den Boden einschlug. Dann sah er den Sanitäter, der versuchte, den Jungen zu beruhigen.
Und dann sah er das Auto, das halb auf dem Bordstein stand.
Und den grauen Plastiksarg.
Und ihm wurde kotzübel.
Schon beinahe aus Reflex sah er auf die Uhr. 23:17 Uhr.
P.S.: Eigentlich habe ich sie ertränkt. *pfeif*
no subject
Date: 2007-09-02 09:33 pm (UTC)Wenn ich das Fandom nicht kenne würde, würde ich es nicht glauben o.o
Das Ende ist total tragisch und... hat mich getroffen weil ich heute schon zwei mal den Ausdruck: "Time of death..." gehört habe.
Diesen Satz fand ich toll:
„Aber wirst du irgendwann mal. Versteh das als Zusatzlektion: Sobald du nicht mehr weißt, was für eine Frisur deine Tochter hat, liegen deine Prioritäten falsch. – Du packst das!“
Und ich mag es total wie du dich indirekt für deine Aus-dem-weg-räumaktion entschuldigst ^^° Oder so...
no subject
Date: 2007-09-02 09:50 pm (UTC)no subject
Date: 2007-09-04 02:27 pm (UTC)Die Geschichte ist absolut bedrückend und, was das schlimmste ist, absolut realistisch, wie ich finde. Wenn es nicht SIMS wäre, wär das echt heftig.
Es gefällt mir sehr und jetzt habe ich mal wieder Lust, SiMS zu spielen (bzw. mir SIMS2 zu kaufen...).