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[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Kalliope
Challenge: Übernatürliches – Verwandlung (für mich)
Fandom: Original (Nocturne Whispers)
Charaktere: Faith, Peter, Aidan
Für: [livejournal.com profile] alea :D
Teil 1

Es war Lynn, die als erstes eine Entscheidung traf. Sie war immer die Mutigere der beiden Katzen gewesen und mit einem Schwanz, der sich gut als Staubwedel eignen würde, schlich sie näher. Die Wölfin roch ihre Anspannung und zuckte fiepend zurück, als eine Katzennase ihr Fell berührte. Das schickte Lynn mit einem Satz mindestens zwei Meter zurück, von wo aus sie einige Sekunden auf nervösem Beobachtungsposten blieb. Dann startete sie einen neuen Versuch, der Schwanz nun wieder auf normalem Umfang, aber nervös zuckend.
Faith riskierte einen neuen Blick zu Peter, der bei ihrer Bewegung aufgesprungen war und sie nun aus weit aufgerissenen Augen anstarrte, den Mund geöffnet, als wollte er irgendetwas sagen. Erst als Lee begann, sich an ihr zu reiben, murmelte er: „Das gibt’s doch nicht... Scheiße... das gibt’s doch nicht... Kneift mich wer?“
Kneifen konnte sie natürlich nicht. Das Monster in ihr schwankte zwischen Angriff und Flucht (Aidan! Sie musste zu ihrem Bruder, er würde wissen, was sie tun sollte!), die Frau hielt es aber zurück. Beides kam nicht in die Tüte. Beißen schon mal gar nicht! Unsicher hob sie eine Pfote und tappste damit auf Peters nacktem Fuß.
„O-okay... gut... so habe ich das nicht ganz gemeint... aber es... Faith?“
Sie winselte und roch deutlich, wie sich nun auch Lee näher traute und ganz ihrem Charakter folgend erstmal damit begann, auf ihr herumzuklettern, nachdem ihre Schwester sichergestellt hatte, dass sie ungefährlich war.
Er hatte Angst. Peter. Seine Angst brannte in ihrer Nase und brachte sie genug wieder zusammen um sich zurückzuverwandeln. Sie hatte zu sehr die Kontrolle verloren. Nicht gut. Gar nicht gut.
„Das war nicht gerade die beste Möglichkeit...“, murmelte sie, als sie wieder menschliche Gestalt hatte, das Monster sicher in seinem Käfig. „Wenn ich aufgewühlt bin, verliere ich schneller die Kontrolle. Das ist... gefährlich.“ Sie presste die Lippen zusammen.
Peter ließ sich auf seinen Sessel fallen. „Du bist also... ehrlich? Scheiße, sowas gibt’s doch nicht!“
„Für die nächste Demonstration bestellst du besser Aidan her, der hat das besser im Griff als ich.“ Aber er verwandelte sich extrem ungerne. Sie seufzte und kauerte sich auf dem Boden zusammen und streichelte Lee, die von ihr heruntergerutscht war, aber erleichtert schien, dass Frauchen wieder normal war. Nachts die Heizung auszudrehen war übrigens eine dämliche Idee, ihr war kalt!
„Normalerweise habe ich das alles gut unter Kontrolle. Also... so gut es für jemanden mit meinem Temperament eben geht. Nur der Vollmond erzwingt die Verwandlung und dann bin ich immer bei Aidan.“ Sie plapperte, aber das war ihr egal. Peter durfte keine Angst vor ihr haben, er durfte sie nicht verlassen!
„Eure Filmabende...“
„Ja.“
„Und er ist auch... so.“
„Ja?“
„Und darum war er so skeptisch, dass wir zusammenziehen. Und... du hast so lange gezögert.“
„Genau. Überhaupt sagt Aidan mir schon seit Ewigkeiten, dass wir dich einweihen müssen, aber ich hatte... Angst.“
„Wovor?“
Sie hasste es, wenn er sie zwang, Dinge beim Namen zu nennen. Das sollte er mit seinen Patienten machen, aber nicht mit seiner Freundin! „Dass du mich verlässt. Dass du Angst vor mir hast.“
„Muss ich Angst haben?“
Sie winselte. „Es wäre bestimmt schlauer... Aber ich will es nicht. Ich will dich nicht verlieren, weil ich ein Monster bin.“
Er atmente leise, aber für ihre sensiblen Ohren deutlich hörbar durch. „Ich gebe zu... ich muss mich erstmal... an den Gedanken gewöhnen. Aber antworte mir jetzt ehrlich: Muss ich Angst haben?“
„Nein. Ich bin ein Werwolf seit ich 16 bin, schon vergessen? Ich hab das im Griff. Manchmal kommen so merkwürdige... Anwandlungen...“
„Wie, als du diesen Typen in der U-Bahn angeknurrt hast?“
Fast hätte sie gelacht. „Zum Beispiel. Aber ich habe gelernt, damit umzugehen.“
Er war nicht ganz überzeugt, sie roch seine Nervosität. „Wenn es dir lieber ist, gehe ich erstmal zu Aidan und du... denkst nach... in Ruhe. Und glaub mir, nach so etwas braucht man keine nervöse Werwölfin in seiner Nähe.“
„Ja... vielleicht.“ Die Worte taten weh. Aber sie hatte es vorgeschlagen und es war nur vernünftig. Aidan würde es auf jeden Fall unterstützen.
„Ich ziehe mir eben was an und rufe Aidan an.“ Der holte sie wohl besser ab. Zum Glück wohnten sie nicht allzu weit auseinander.
Peter nickte nur und Faith ging ins Schlafzimmer, wo sie sich in bequeme Klamotten warf. Erst dann rief sie ihren großen Bruder an. Der legte offenbar wieder mal eine Nachtschicht ein, denn schon nach dem zweiten Klingeln ging er dran. „Was gibt’s? Der Vampir?“
„Nein. Ich habe es Peter gesagt. Und gezeigt. Und... ähm... ich habe dich auch auffliegen lassen.“
„Dein Timing lässt echt zu wünschen übrig. Ich hoffe, du hast gewisse Details ausgelassen? Wie die verfluchte Blutlinie?“
„Ähm... wir reden da später drüber okay? Kann ich erstmal zu dir kommen, Peter braucht... Abstand.“
„Du und deine überstürzten Aktionen... ich hole dich ab, so lasse ich dich nicht alleine rumlaufen.“
„Ich kann auf mich aufpassen!“
„Wer sagt, dass ich mir Sorgen um dich mache? Eher um alle anderen.“
„Idiot.“
„Immer gerne. Übrigens, ich habe gestern endlich mal Raifs kleine Freundin kennengelernt.“
„Und? Wie ist sie so?“ Etwas Klatsch war sicherlich nicht das schlechteste, um ein wenig runterzukommen. Was genau der Grund war, warum Aidan damit anfing.
„Ich habe sie mir anders vorgestellt. Als sie erfuhr, dass ich mit Raif befreundet bin, wurde sie ziemlich... neugierig. Bis Rick sie daran erinnerte, dass sie zum Arbeiten im Whispers ist. Jedenfalls... kein Wunder, dass sie ihn abschleppen konnte.“
„Hatte Rick irgendetwas Neues über...“
„Nein. Ich erzähls dir später. Wie ist Peter gerade drauf?“
„Gefasst... er ist nicht schreien weggelaufen.“
Aidan lachte. Dann wurde er schnell wieder ernst. „Er wird damit klarkommen. Bis gleich.“ Damit legte er auf und Faith begann damit, ein paar Klamotten aus dem Schrank zu nehmen, die sie mitnehmen würde. Das Ganze wurde skeptisch von Lynn beobachtet, die sich kurzerhand in die Reisetasche legte, kaum dass Faith sie unter dem Bett hervorgezogen hatte.
„Ist es normal, dass Katzen so auf... so reagieren?“
Sie drehte sich zu Peter um und schüttelte den Kopf. „Nur, wenn sie es gewöhnt sind. Das liegt aber nicht daran, dass ich sie an einen Hund erinnere. Sie riechen, dass wir anders sind. Gefährlich. Aber sind die Fronten einmal geklärt, ist das kein Problem. Katzen können sich ja auch an normale Hunde gewöhnen. Hauptsache, sie bleiben der Boss. Aber ehrlich gesagt, weiß ich wenig darüber, wie andere Werwölfe es handhaben. Aidan ist der, der gerne den Kontakt sucht. Es gibt ein Rudel hier in der Gegend, aber wir bleiben eher für uns. Und solange die Einzelgänger keinen Ärger machen, lässt man uns in Ruhe.“
„Verstehe... ihr habt also schon gewisse Regeln?“
„Natürlich. Ganz oben steht, dass wir und die Vampire uns nicht die Köpfe einschlagen.“ Blöd nur, dass ihrem speziellen Freund das niemand erklärt zu haben schien.
„Aha.“
„Es gab einen Krieg, ziemlich schlimm anscheinend. Vor ein paar Jahren wurde ein Waffenstillstand geschlossen. Eine sehr wackelige Angelegenheit, aber es ist klüger, sich daran zu halten. Vampire und Werwölfe... verstehen sich nicht besonders gut.“
„Und Vampire sind... tot...untot?“
„Im Großen und Ganzen entsprechen sie dem Klischee. Kein Sonnenlicht, Verwandelt wird man, indem man das Blut eines Vampirs trinkt... Pflöcke töten sie zwar nicht, lähmen sie aber. Knoblauch stinkt für und alle abartig. Werwölfe vertragen kein Silber, werden durch einen Biss verwandelt und dann ist da die Sache mit dem Vollmond. Immerhin haben wir den Vorteil eines Herzschlages und können relativ normal weiterleben. Vampire haben es da schon schwerer.“
„Klar... Sonnenlicht und so...“
Sie kannte Peter gut genug um zu merken, dass er sich die harten Fakten suchte, um sich daran festzuhalten. Normalerweise war das ein gutes Zeichen. Wenn er anfing, eine neue Situation derart durchzuanalysieren war das gut.
Eine Weile herrschte Schweigen zwischen ihnen. Faith sammelte Lynn aus ihrer Tasche und räumte ihre Klamotten ein, was die Katze nicht davon abhielt, sich direkt wieder reinzulegen, als sie fertig war.
Dann klingelte es und keine zwei Minuten stand ein ziemlich betretener Aidan im Wohnungsflur, skeptisch beäugt von Peter. „Du bist...“
„Ein Werwolf, genau. Aber erwarte keine Demonstration. Ich kann ja bei Vollmond mal vorbeistreunen.“
„Du bist so ziemlich der letzte, an den ich denke, wenn ich mir sowas vorstelle...“
Aidan blinzelte unschuldigt. „Bei Gelegenheit stelle ich dir mal jemanden vor, der dem Klischee vielleicht eher entspricht. Vorrausgesetzt, du nutzt Faiths Abwesenheit nicht, um Fersengeld zu geben.“
„Inzwischen kennst du mich wohl besser als das. Ich brauche nur... etwas Zeit.“
„Klar. Verständlich. Und wenn du irgendwelche Fragen hast... oder Sehnsucht nach Faith hast, du weißt ja, wo du uns findest.“
„Sicher.“ Ganz leicht berührte er Faiths Arm, eine Geste so so selbstverständlich wie tröstlich war. Alles würde gut werden.
„Eine Frage habe ich aber jetzt noch. Was für ein Vampir will Faith umbringen?“
„Ehrlich, Schwesterherz... erst denken. Dann reden“, murrte Aidan, fuhr aber fort, bevor sie etwas sagen konnte: „Da hatte jemand eine Rechnung mit dem Typen, der uns erschaffen hat, offen. Inzwischen ist er wieder aus der Stadt verschwunden und da die Zeitrechnung von Vampiren etwas... flexibler ist, werden wir den in den nächsten Jahren ganz sicher nicht mehr sehen. Es würde mich nicht wundern, wenn der erst wieder aufkreuzt, wenn wir alt und grau sind und dann lohnt es sich auch nicht mehr.“
„Flexibler.“
„Naja, sie sind tot. Haben also etwas mehr Zeit als unsereins. Der Typ hats schon verpasst, unseren Erschaffer umzubringen, der ist vorher an Lungenkrebs gestorben.“
„Okay...“
„Mach dir keine Gedanken darüber, der tut sich nur wichtig. Es war gefährlich, als er noch in New York war, aber er ist wieder weg.“
Das Geschick ihres Bruders, mit dem er Wahrheit mit Lügen und Halbwahrheiten verspann, war beeindruckend. Wie lange das Konstrukt halten würde, stand natürlich in den Sternen, aber Peter hatte genug, mit dem er sich gerade beschäftigen musste. Vermutlich war das der Grund, warum er es einfach hinnahm. Seine Hand strich in einer zärtlichen Geste über ihre Schulter. „Gut. Faith... ich rufe dich morgen an, okay? Sobald du Feierabend hast.“
„In Ordnung.“ Sie lächelte und ging ins Schlafzimmer, um noch einmal Lynn aus der Tasche zu pflücken und dann war es schon Zeit zu gehen. Kaum hatten sie das Haus verlassen murmelte Aidan: „Ich war ja immer dafür, dass du ihm die Wahrheit sagst, aber musste das unbedingt jetzt sein?“
„Das war ja nicht geplant.“
Er seufzte nur. „Ich weiß jetzt, wer Jonathans Kumpel ist. Ein Vampir namens Konstantin. Die beiden sind nicht ganz richtig im Kopf, sollten aber nicht unterschätzt werden. Auf den Vertrag geben sie jedenfalls nichts. Vielleicht ist es ganz gut, dass Peter jetzt erstmal aus der Schusslinie ist.“
Das Gefühl hatte sie allerdings auch.

Date: 2014-08-12 08:09 am (UTC)
aleamakota: (Default)
From: [personal profile] aleamakota
Scheiße, ist dein Timing gut. Ich hatte gestern Abend einen wirklich fiesen Downer und dann habe ich dieses Monster hier gefunden - wobei ich Monster als NW-Admin selbstverständlich immer positiv meine. xD
Ich hab mit vielen Ausgängen gerechnet, aber nicht mit diesem, obwohl er eigentlich nahe liegt. Irgendwie überraschend undramatisch, aber passend, genau wie der Titel, denn die Szene fühlt sich für mich an, als wären beide Hälften des Pärchens mächtig im Wandel. Wobei ich finde, dass Peter bewundernswert cool bleibt für das, was ihm da vorgesetzt wird. Wie er wohl die Vampire verarbeitet, wenn er sich von Faiths schockierender Verwandlung erholt hat...?
Langer Rede kurzer Sinn: DANKE! Ich hab mich gestern wirklich gefreut und ich tu es noch! *grien*

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