Fluff - Schluckauf (für's Team)
Jul. 26th, 2014 12:00 amTeam: Thalia
Challenge: Fluff - Schluckauf
Titel: Wie immer zu spät
Fandom: La Cage aux Folles (Musical)
Charaktere: Georges, Albin, Jacob
Warnungen: ungebetat.
Georges gibt sich die größte Mühe, nicht hysterisch zu werden, denn Hysterie – und das weiß er aus langer, schmerzlicher Erfahrung – verstärkt Albin in seinem Wahn bloß noch. Er versucht, nicht daran zu denken, wie viele Menschen da unten in seinem Club sitzen, wie gut sie sich gerade amüsieren (er hört das Johlen, das jede von Hannas Darbietungen unwillkürlich begleitet, bis in die Wohnung), und wie unangenehm es sein wird, wenn Albin wieder Stunde um Stunde auf sich warten lässt.
Er atmet einige Male tief ein und aus, und klopft dann zum gefühlten hundertsten Mal für diesen Abend an Albins Tür. Wie erwartet bekommt er keine Antwort, denn hinter der Tür kreischen Albin und Jacob vor Lachen. Wie schon den ganzen Abend. Manchmal wünscht Georges sich, ein bisschen erzkatholischer zu sein, um wenigstens ein Stoßgebet gen Himmel schicken zu können („Bitte, lieber Gott, mach, dass ich ihn heute Abend nicht erwürge“).
Stattdessen schließt er die Augen, zählt bis zehn, setzt sein gutmütigstes Lächeln auf und öffnet dann schwungvoll die Tür, sodass Albin und Jacob sich überrascht umdrehen, ihr Lachen aber von Georges‘ Ankunft nicht unterbrechen lassen.
Georges stellt derweil resigniert fest, dass Albin erst halb angezogen, aber immerhin schon fertig geschminkt ist. Kleine Wunder. Einerseits schätzt er Jacobs Anwesenheit in seinem Haushalt, denn immerhin sorgt er dafür, dass Albin allabendlich makellos auftritt, aber andererseits versteht Albin sich so gut mit ihm, dass sie sich auch allabendlich ‚verquatschen‘.
„Ich bin fast fertig, Georges“, trällert Albin und gestikuliert zu Jacob, damit er ihm die passende Perücke bringt.
Jacob hat aber scheinbar die Dringlichkeit der Situation nicht ganz verstanden – was Georges überhaupt nicht wundert, denn Albin versteht es auch nie, dass er sich ein bisschen beeilen muss – und setzt ihm stattdessen eine Perücke auf, die vollkommen abscheulich ist und ihn in Kombination mit dem grotesken Kleid, das er trägt, überdies aussehen lässt wie die Queen.
Albin und Jacob brechen in schallendes Gelächter aus, und selbst Georges muss trotz seiner Ungeduld schmunzeln, wird aber sofort wieder Ernst, als Albin vor lauter Lachen plötzlich Schluckauf bekommt, was Jacob wiederum so amüsiert, dass er fast umfällt vor Lachen. Albin, der sich von allgemeiner Fröhlichkeit sehr schnell anstecken lässt, lacht – und hickst – dadurch umso mehr.
Georges sieht entsetzt auf die Uhr. Albin sollte in fünf Minuten auf der Bühne sein; er ist noch nicht fertig angezogen und in diesem Zustand kann er unmöglich singen, auch, wenn das die Leute vermutlich unendlich amüsieren würde. Es geht trotzdem gegen Georges‘ Ästhetikempfinden. Fünf Minuten … das heißt, sie haben maximal noch eine halbe Stunde Zeit, bevor das Publikum ungeduldig wird und endlich seine Zaza verlangt. Das sollte genug Zeit sein, wenn Albin jetzt endlich wieder ein bisschen ernster wird.
Georges krempelt mental die Hemdsärmel hoch.
„Jacob“, sagt er mit betont strenger Befehlsstimme, „sofort raus hier! Albin muss gleich auf die Bühne und du hast nichts Besseres zu tun, als ihn abzulenken!“
Albin möchte protestieren, und Jacob erst recht, aber beide werden wieder von Lachanfällen heimgesucht, als Albin, statt ein Wort zu sagen, wieder nur hickst.
„Madame braucht meine Hilfe“, bringt Jacob schließlich unter Lachtränen heraus, und Albin nickt eifrig, während er verzweifelt versucht, die Luft anzuhalten und nicht weiter zu lachen, was ihm nicht recht gelingen will.
Georges verliert langsam die Nerven, möchte sich aber keinesfalls etwas davon anmerken lassen. Professionelle Integrität bewahren, sagt er sich mehrmals, unbedingt professionell bleiben, sonst wird das heute Abend nie mehr etwas.
„Geh koch irgendwas, oder was auch immer du sonst tust.“ Er gestikuliert zur Tür, und Jacob trottet widerwillig hinaus. Georges hat das blöde Gefühl, als würde Jacob ihm hinter seinem Rücken die Zunge rausstrecken (was verstärkt wird dadurch, dass Albin schon wieder lacht), aber er schließt energisch die Tür und gelobt feierlich, sich nächstes Mal einen anständigen Butler zu suchen.
„Wirklich, Georges“, sagt Albin unter nicht endendem Schluckauf und zieht sich die scheußliche Perücke vom Kopf, „du musst nicht immer so ungehalten umgehen mit Jacob.“
In Georges steigt der unbändige Wunsch, sich aus dem Fenster zu stürzen, um einer solchen Diskussion zu entgehen. Wenn er jetzt sagt, dass Jacob es nicht besser verdient hat, wird Albin ihn der Eifersucht bezichtigen und wohin das führt, möchte sich Georges wirklich an dieser Stelle nicht in Erinnerung rufen.
Er nimmt also die passende Perücke aus dem Schrank, reicht sie Albin und setzt sich auf den Hocker neben Albins Frisierkommode, während Albin weiter vor sich hin hickst.
„Das ist wirklich zu ulkig“, sagt er und zupft so lange an der Perücke, bis sie so perfekt sitzt, dass man sie fast für seine eigenen Haare halten würde, wenn sie nicht leuchtend gelb wäre. „Dass ich immerzu Schluckauf kriege, wenn ich lache, meine ich.“
„Ja, wirklich ulkig, mein Lieber“, antwortet Georges, um jeder Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen. „Aber so kann ich dich leider nicht auf die Bühne lassen.“
„Du musst mich erschrecken“, sagt Albin todernst, aber der Effekt wird durch den Schluckauf zerstört. „Es hilft ja offensichtlich nicht, wenn ich die Luft anhalte, abgesehen davon, dass ich womöglich gleich noch ersticke!“
„Weißt du, was Jacob heute kochen will?“, fragt Georges aus heiterem Himmel, weil ihm keine andere blöde Frage einfällt, mit der er Albin ablenken könnte.
Albin, der den Trick auch nach Jahrzehnten noch nicht durchschaut hat, sieht ihn ungehalten an. „Das ist jetzt wirklich nicht das entscheidende Problem, Georges.“
Georges zuckt mit den Schultern. „Es interessiert mich aber.“
„Nun gut“, sagt Albin ein wenig pikiert und beginnt, umständlich die Handschuhe anzuziehen. „Ich habe ihm gesagt, er soll etwas Leichtes machen, denn es ist selbst nach der Mitternachtsvorstellung noch sehr warm draußen und ich habe keine Lust, wieder eine heiße Hühnersuppe oder etwas Derartiges zu essen.“
Georges nickt zustimmend und hört Albin zu, wie er weiter über Jacobs Essensplanung redet, bis er fertig angezogen ist. Als er merkt, dass Albins Schluckauf wieder aufgehört hat, grinst er erleichtert.
Albin sieht ihn fragend an, bemerkt es dann auch, ruft erstaunt: „Es ist weg!“ und läuft schon aus dem Zimmer und die Treppe hinunter in den Club.
Wunderbar. Die große Zaza ist erst zwanzig Minuten zu spät.
Challenge: Fluff - Schluckauf
Titel: Wie immer zu spät
Fandom: La Cage aux Folles (Musical)
Charaktere: Georges, Albin, Jacob
Warnungen: ungebetat.
Georges gibt sich die größte Mühe, nicht hysterisch zu werden, denn Hysterie – und das weiß er aus langer, schmerzlicher Erfahrung – verstärkt Albin in seinem Wahn bloß noch. Er versucht, nicht daran zu denken, wie viele Menschen da unten in seinem Club sitzen, wie gut sie sich gerade amüsieren (er hört das Johlen, das jede von Hannas Darbietungen unwillkürlich begleitet, bis in die Wohnung), und wie unangenehm es sein wird, wenn Albin wieder Stunde um Stunde auf sich warten lässt.
Er atmet einige Male tief ein und aus, und klopft dann zum gefühlten hundertsten Mal für diesen Abend an Albins Tür. Wie erwartet bekommt er keine Antwort, denn hinter der Tür kreischen Albin und Jacob vor Lachen. Wie schon den ganzen Abend. Manchmal wünscht Georges sich, ein bisschen erzkatholischer zu sein, um wenigstens ein Stoßgebet gen Himmel schicken zu können („Bitte, lieber Gott, mach, dass ich ihn heute Abend nicht erwürge“).
Stattdessen schließt er die Augen, zählt bis zehn, setzt sein gutmütigstes Lächeln auf und öffnet dann schwungvoll die Tür, sodass Albin und Jacob sich überrascht umdrehen, ihr Lachen aber von Georges‘ Ankunft nicht unterbrechen lassen.
Georges stellt derweil resigniert fest, dass Albin erst halb angezogen, aber immerhin schon fertig geschminkt ist. Kleine Wunder. Einerseits schätzt er Jacobs Anwesenheit in seinem Haushalt, denn immerhin sorgt er dafür, dass Albin allabendlich makellos auftritt, aber andererseits versteht Albin sich so gut mit ihm, dass sie sich auch allabendlich ‚verquatschen‘.
„Ich bin fast fertig, Georges“, trällert Albin und gestikuliert zu Jacob, damit er ihm die passende Perücke bringt.
Jacob hat aber scheinbar die Dringlichkeit der Situation nicht ganz verstanden – was Georges überhaupt nicht wundert, denn Albin versteht es auch nie, dass er sich ein bisschen beeilen muss – und setzt ihm stattdessen eine Perücke auf, die vollkommen abscheulich ist und ihn in Kombination mit dem grotesken Kleid, das er trägt, überdies aussehen lässt wie die Queen.
Albin und Jacob brechen in schallendes Gelächter aus, und selbst Georges muss trotz seiner Ungeduld schmunzeln, wird aber sofort wieder Ernst, als Albin vor lauter Lachen plötzlich Schluckauf bekommt, was Jacob wiederum so amüsiert, dass er fast umfällt vor Lachen. Albin, der sich von allgemeiner Fröhlichkeit sehr schnell anstecken lässt, lacht – und hickst – dadurch umso mehr.
Georges sieht entsetzt auf die Uhr. Albin sollte in fünf Minuten auf der Bühne sein; er ist noch nicht fertig angezogen und in diesem Zustand kann er unmöglich singen, auch, wenn das die Leute vermutlich unendlich amüsieren würde. Es geht trotzdem gegen Georges‘ Ästhetikempfinden. Fünf Minuten … das heißt, sie haben maximal noch eine halbe Stunde Zeit, bevor das Publikum ungeduldig wird und endlich seine Zaza verlangt. Das sollte genug Zeit sein, wenn Albin jetzt endlich wieder ein bisschen ernster wird.
Georges krempelt mental die Hemdsärmel hoch.
„Jacob“, sagt er mit betont strenger Befehlsstimme, „sofort raus hier! Albin muss gleich auf die Bühne und du hast nichts Besseres zu tun, als ihn abzulenken!“
Albin möchte protestieren, und Jacob erst recht, aber beide werden wieder von Lachanfällen heimgesucht, als Albin, statt ein Wort zu sagen, wieder nur hickst.
„Madame braucht meine Hilfe“, bringt Jacob schließlich unter Lachtränen heraus, und Albin nickt eifrig, während er verzweifelt versucht, die Luft anzuhalten und nicht weiter zu lachen, was ihm nicht recht gelingen will.
Georges verliert langsam die Nerven, möchte sich aber keinesfalls etwas davon anmerken lassen. Professionelle Integrität bewahren, sagt er sich mehrmals, unbedingt professionell bleiben, sonst wird das heute Abend nie mehr etwas.
„Geh koch irgendwas, oder was auch immer du sonst tust.“ Er gestikuliert zur Tür, und Jacob trottet widerwillig hinaus. Georges hat das blöde Gefühl, als würde Jacob ihm hinter seinem Rücken die Zunge rausstrecken (was verstärkt wird dadurch, dass Albin schon wieder lacht), aber er schließt energisch die Tür und gelobt feierlich, sich nächstes Mal einen anständigen Butler zu suchen.
„Wirklich, Georges“, sagt Albin unter nicht endendem Schluckauf und zieht sich die scheußliche Perücke vom Kopf, „du musst nicht immer so ungehalten umgehen mit Jacob.“
In Georges steigt der unbändige Wunsch, sich aus dem Fenster zu stürzen, um einer solchen Diskussion zu entgehen. Wenn er jetzt sagt, dass Jacob es nicht besser verdient hat, wird Albin ihn der Eifersucht bezichtigen und wohin das führt, möchte sich Georges wirklich an dieser Stelle nicht in Erinnerung rufen.
Er nimmt also die passende Perücke aus dem Schrank, reicht sie Albin und setzt sich auf den Hocker neben Albins Frisierkommode, während Albin weiter vor sich hin hickst.
„Das ist wirklich zu ulkig“, sagt er und zupft so lange an der Perücke, bis sie so perfekt sitzt, dass man sie fast für seine eigenen Haare halten würde, wenn sie nicht leuchtend gelb wäre. „Dass ich immerzu Schluckauf kriege, wenn ich lache, meine ich.“
„Ja, wirklich ulkig, mein Lieber“, antwortet Georges, um jeder Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen. „Aber so kann ich dich leider nicht auf die Bühne lassen.“
„Du musst mich erschrecken“, sagt Albin todernst, aber der Effekt wird durch den Schluckauf zerstört. „Es hilft ja offensichtlich nicht, wenn ich die Luft anhalte, abgesehen davon, dass ich womöglich gleich noch ersticke!“
„Weißt du, was Jacob heute kochen will?“, fragt Georges aus heiterem Himmel, weil ihm keine andere blöde Frage einfällt, mit der er Albin ablenken könnte.
Albin, der den Trick auch nach Jahrzehnten noch nicht durchschaut hat, sieht ihn ungehalten an. „Das ist jetzt wirklich nicht das entscheidende Problem, Georges.“
Georges zuckt mit den Schultern. „Es interessiert mich aber.“
„Nun gut“, sagt Albin ein wenig pikiert und beginnt, umständlich die Handschuhe anzuziehen. „Ich habe ihm gesagt, er soll etwas Leichtes machen, denn es ist selbst nach der Mitternachtsvorstellung noch sehr warm draußen und ich habe keine Lust, wieder eine heiße Hühnersuppe oder etwas Derartiges zu essen.“
Georges nickt zustimmend und hört Albin zu, wie er weiter über Jacobs Essensplanung redet, bis er fertig angezogen ist. Als er merkt, dass Albins Schluckauf wieder aufgehört hat, grinst er erleichtert.
Albin sieht ihn fragend an, bemerkt es dann auch, ruft erstaunt: „Es ist weg!“ und läuft schon aus dem Zimmer und die Treppe hinunter in den Club.
Wunderbar. Die große Zaza ist erst zwanzig Minuten zu spät.
no subject
Date: 2014-07-26 04:03 am (UTC)Wunderbar. Die große Zaza ist erst zwanzig Minuten zu spät.
mission accomplished ;)
no subject
Date: 2014-07-27 06:52 pm (UTC)no subject
Date: 2014-07-27 08:28 pm (UTC)z.B. heißt Georges "Renato"
*facepalm*
Stimmt. Ist mir nicht mal aufgefallen. Aber Namen sind Schall und Rauch ;)