luinaldawen: (Default)
[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Kalliope
Challenge: h/c-„Tut es sehr weh?“
Fandom: Prince of Tennis
Charaktere: Diverse

Wörter: 1248

Teil 1, Teil 2, Teil 3



Erstmal blieb alles ruhig. Vielleicht lag das aber auch nur daran, dass sie sich zunehmend von dem Rest des Lagers abschotteten. Man hörte immer nur von den Übergriffen, die in den Erzählungen vielleicht schlimmer klangen, als sie wirklich waren. Keiner wollte es herausfinden. Vor allem die Jüngeren und die Mädchen blieben immer stärker unter sich und vor allem trieb sich niemand alleine herum. Ob es half... Fuji wusste es nicht.
Das schlimmste war aber, dass sie keine Ahnung hatten, was draußen vor sich ging. Sie hatten hier ihre strenge Routine, die teils vom Militär, das das Lager kontrollierte aufrechterhalten wurde, in ihrer kleinen Gruppe aber auch teils von Yukimura und Sanada.
Sie waren mehr geworden. Kamio hatte irgendwann Ann mitgebracht, vermutlich weil er sie lieber in seiner Nähe wusste als sonst irgendwo. Ann wirkte nicht wie ein Mädchen, auf das man aufpassen musste, aber sie schien auch nichts dagegen zu haben, sich ihnen anzuschließen. Und niemand war so dumm, dagegen zu protestieren. Mit Tachibana Ann legte man sich nicht an. Ende der Diskussion. Was aus ihrem Bruder geworden war, wusste sie nicht und auch wenn Fuji sich sicher war, dass die Situation ihr sehr zusetzte, zeigte sie es nicht. Eher hockte sie mit Atobe zusammen, der zwar seine Momente hatte, sich oft genug aber auch von allen zurückzog.
Was die beiden dann ausheckten, wusste keiner und Fuji konnte sehen, dass Kamio damit alles andere als einverstanden war. Das war nur ein weiteres Pulverfass unter vielen.
„Ich will mir ansehen, was nachts da draußen vor sich geht“, meinte er schließlich beim Abendessen. Sie saßen hier beinahe zwei Wochen fest und die Langeweile wurde langsam unerträglich.
„Du spinnst.“
Fuji sah Eiji an. „Wo ist denn dein Unternehmergeist?“ Normalerweise war Eiji bei jeder Aktion als erster mit dabei, aber seit ihre alte Welt in Scherben lag, war auch der alte Eiji verschwunden. Jeder hatte sich verändert. Nur bei Yukimura und Sanada hatte Fuji gewisse Zweifel, andererseits galten bei Rikkaidai sowieso andere Regeln als überall anders. Eine ganz andere Disziplin, die im Moment sicherlich ganz hilfreich war.
„Ich komme mit.“ Anns dunklen Augen sahen ihn fest an und natürlich sprang Kamio sofort auf. „Ich auch!“ Neben ihm seufzte Shinji tonnenschwer. „Als ob ich ihn alleine gehen lassen könnte. Wenn etwas passiert, sind Fuji und Ann-chan kaum eine Hilfe, also sollte ich wohl auch mitgehen. Aber eigentlich dürfen wir uns nachts nichts herumtreiben, was ist, wenn etwas passiert...“
„Dann bist du auch keine Hilfe“, schnappte Ann und packte Fujis Hand. „Wir gehen jedenfalls.“
Damit war es beschlossen.

Es war überraschend einfach, sich aus den Zelten und zum Zaun zu schleichen. Zwischendurch sahen sie zwar einen der Soldaten, zumindest so taten, als ob sie ihrem Umgebung im Auge behielten, aber meistens war es ruhig. Bis auf die aufgebrachten Stimmen in einiger Entfernung. „Gleich müssten die Lieferungen kommen“, murmelte Shinji. „Dann wird es lauter.“
Sie konnten jetzt das Tor sehen, das wohl das massivste an diesem ganzen Lager war. Aber der Zaun selbst musste auch nicht viel aushalten, es hatte sich schnell herumgesprochen, dass man ihn unter Strom gesetzt hatte. Um die Leute draußen zu halten. Das war jedenfalls der eindeutigste Grund. Fuji wusste aber, er war nicht der Einzige, der sich eingesperrt fühlte.
Die Dunkelheit jenseits des Zauns war nur im ersten Moment undurchdringlich. Dann aber erkannte Fuji die Abstufungen. Die Schatten in der Nacht, denen er mit der Zeit konkreter die Stimmen zuordnen konnte.
„Es sind so viele“, flüsterte Ann und Fuji wusste nicht, was er darauf sagen sollte. Als er sich umsah, bemerkte er, dass Kamio ihre Hand ergriff und festhielt.
Dann näherten sich Lichter dem Lager und Fuji konnte die anderen Menschen genauer erkennen. Sie hielten Abstand, was auch an dem ziemlich unangenehm aussehenden Stacheldraht liegen konnte. Plötzlich war er froh, dass die Bereiche des Lagers, die er kannte, einen blickdichten Zaun hatten. Sie waren hier drin. In Sicherheit und sogar recht gut versorgt. Einfach weil sie in den richtigen Regionen Tokyos gewesen waren und minderjährig. Die Zukunft einer Welt, die momentan ihr bestes tat, unterzugehen. Er fühlte sich mies dabei, dass er erleichtert darüber war, zu den Glücklichen zu gehören, während so viele zum Sterben zurückgelassen worden waren.
Jemand begann zu rufen. Zu flehen. Fuji konnte keine Worte verstehen, aber das war auch nicht nötig. Die Botschaft war klar, als immer mehr einfielen. Sie wollten Hilfe. Schutz.
Beantwortet wurden die Rufe mit Schüssen. Es war nicht der peitschende Knall, den er erwartet hatte, aber vermutlich war der nur gedämpft worden. Das ganze Lager aufwecken und in Panik zu versetzen, war sicher alles andere als zielführend. Aber die Schreie waren nicht gedämpft.
„Wir sollten gehen.“ Kamios Stimme klang angespannt, was Fuji ihm nicht verdenken konnte. Er war sich sicher, keiner von ihnen sollte sehen, was dort passierte.
„Gute Idee.“ Langsam wichen sie zurück, gerade in dem Moment als sich das Tor öffnete und die Schreie draußen lauter und wütender wurden.
„Das ist nicht richtig“, flüsterte Ann. „Wieso tun sie das?“
„Die Soldaten oder die Leute draußen?“, fragte Fuji, obwohl er genau wusste, was Ann meinte.
„Sie haben nur Angst.“
„Und wir begrenzte Ressourcen.“ Inuis Stimme erklang so plötzlich hinter ihnen, dass der ohnehin schon übernervöse Kamio erschrocken aufschrie.
Sofort hörten sie eine scharfe, alarmierte Stimme: „Wer ist da?“
„Weg hier!“ Es hätte die Ansage nicht gebraucht, praktisch gleichzeitig stoben sie auseinander und plötzlich war nur noch Shinji an Fujis Seite. Ohne darauf zu achten, ob sie verfolgt wurden, rannten sie durch das schlafende Lager, nur hin und wieder blitzte irgendwo das Licht einer Taschenlampe auf. Die Rufe kamen ihnen nie besonders nahe, aber nahe genug.
Zu nahe für Fujis Geschmack.
Jemand griff nach seiner Hand und plötzlich stolperte Fuji kopfüber in eines der Zelte und dort hart auf den Boden. Eine Hand auf seinem Mund verhinderte, dass er einen Laut von sich geben konnte, aber das hatte er sowieso nicht vor, so dumm war er nicht.
Eine gefühlte Ewigkeit später wurde es draußen endlich wieder wirklich ruhig und neben ihm rappelte sich Shinji unter gemurmelten Verwünschen rücksichtsloser Mitmenschen auf. „Wir hätten uns etwas brechen können. Und so überfüllt wie hier alles ist, gibt es bestimmt keine vernünftige medizinische Versorgung. Und was, wenn es dann nicht richtig abgeheilt wäre...“
„Shinji geht es eindeutig gut.“ Die Stimme ist leise und hörbar erleichtert. Und sehr vertraut. Sie dringt problemlos zu Shinji durch, der verstummt. Dann: „Tachibana-san?“
Fuji versuchte, die Person zu erkennen, aber es war zu dunkel um mehr als noch etwas dunklere Umrisse zu erkennen. Die andere Gestalt hatte bis jetzt nichts gesagt, aber Fuji war sich sicher, dass er ihn ansah.
Nicht wagend, auch nur die geringste Hoffnung zuzulassen, versuchte er sich ebenfalls aufzusetzen, aber als er seinen Knöchel belastete. Was eine schlechte Idee war.
„Ich habe doch gesagt, dass wir uns hätten verletzen können. Was ist, wenn er sich wirklich etwas gebrochen hat? Dann müssten wir erklären, wie das passiert ist und was sollen wir dann sagen? Die Wahrheit ja wohl nicht, wir haben gegen die Ausgangssperre verstoßen...“
„Du hilfst gerade nicht. Fuji, tut es sehr weh?“
„Nein, es geht schon.“
„Wir können uns das jetzt nicht ansehen, wir müssen hier wieder weg.“
Diese Stimme hätte er unter allen anderen sofort wiedererkannt. Egal, wie lange er sie nicht mehr gehört hatte. „Merkwürdige Umstände, unter denen wir uns wiedersehen. Meinst du nicht auch, Tezuka?“

Date: 2014-07-26 10:57 pm (UTC)
From: [identity profile] youseichen.livejournal.com
Tezukaaaaaaaaaaaa!!! ^0^/)))
... War grad so die Reaktion, die ich hatte... Gleichzeitig hab ich nun mehr Angst als zuvor 8'D
Aber ui, nun sind also auch Tachibana und Mitsu-chan mit von der Partie - da bin ich gespannt, was daraus nun wird und vor allem woher sie kommen und so O_o
... Aaaaaangst! TT-TT

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