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Team: Thalia
Autor: Jenchan
Challenge: Angst - totgeglaubt (für mich)
Titel: Hoffnung stirbt zuletzt
Fandom: Original
Charaktere: Carsten
Words: 526
Warnings: unbetaed, uncorrected
Continuation: 1, 2, 3, 4, 5, 6

Kommentar: Jetzt fehlen nur noch die letzten beiden Teile. Ich freue mich wirklich, dass es in den letzten zwei Tagen wieder etwas besser funktioniert mit dem Schreiben. Ich drücke mir die Daumen, dass es so bleibt.

Hoffung stirbt zuletzt

Es war Carsten gar nicht Recht, dass es abends noch einmal an seiner Tür klingelte. Und noch weniger, als er den Leiter der laufenden Ermittlungen davor stehen fand. "Guten Abend", grüßte er reserviert. Er fühlte sich erschöpft und ausgemergelt und wahrscheinlich sah er im Moment unglaublich alt aus. Eigentlich wollte er seine Ruhe haben, seine Sachen machen und hoffen, dass sein Schwindel seine Frau retten konnte. Immerhin war er im Lügen oder eher Verschweigen unheimlich gut.
"Guten Abend, Herr Rosenstein. Darf ich reinkommen?"
Carsten mochte den musternden Blick des Polizeibeamten nicht, so beiläufig er auch schien. Er bekam grundlos ein schlechtes Gewissen, als würde er etwas Unrechtes getan haben. Er fragte sich, wie der Polizist sein Zögern wohl deuten würde, ließ ihn dann allerdings herein.
"Gibt es etwas Neues?", fragte er leise und führte den Polizisten in die Küche. Im Wohnzimmer herrschte gerade Chaos, weil er irgendwie ja zusehen musste, dass er morgen bei der Übergabe nicht mit leeren Händen dastand.
"Wir haben den Wagen Ihrer Frau gefunden", begann dann der Polizist viel zu vorsichtig, um etwas Gutes zu bedeuten. In Carstens Magengrube begannen sich Knoten zu bilden, aber der Mann sprach nicht weiter.
Carsten presste die Lippen zusammen und holte dann eine Tasse aus dem Schrank, die er sofort unter die Kaffeemaschine stellte. "Ja und? Haben Sie Anna gefunden?" Natürlich nicht!, schrie ihn sein Verstand an. Sonst wäre er ja kaum hier, sondern hätte dich angerufen, dass du ins Krankenhaus kommen sollst. Innerlich versuchte Carsten die Stimme abzuschütteln. Vor allem, als sich ein anderes leises Stimmchen einmischte, das ihm zuflüsterte: Es sei denn, du sollst sie in der Leichenhalle identifizieren.
Er drückte das Knöpfchen auf der Kaffeemaschine, die brummen, kraspelnd und rauschend zum Leben erwachte.
"Der Wagen stand bei einem Einfamilienhaus in der Einfahrt. Die Spurensicherung ist bereits Vorort."
"Sie haben Anna nicht gefunden."
Das Schweigen sagte alles. "Nein. Das Haus war leer, als ankamen. Es scheint einen Kampf gegeben zu haben."
"Ist sie tot?" Carsten warf dem Polizisten einen verzweifelten Blick zu. "Das wollen Sie doch damit andeuten oder? Das sie tot ist. Warum kommen Sie her nur um mir das zu sagen?"
"Herr Rosenstein, bitte beruhigen Sie sich. Im Augenblick können wir gar nicht sagen, ob Ihre Frau noch lebt oder nicht. Wir wissen nur..."
"FINDEN SIE ANNA!", entfuhr es Carsten schlug auf dabei auf die Anrichte. Er hielt das nicht mehr aus. Womit hatte seine Frau das verdient.
Als Ruhe einkehrte, flüsterte er rau: "Gehen Sie bitte."
"Herr Rosenstein..."
"Bitte gehen Sie", bekräftigte Carsten ohne den Ermittler anzusehen.
"Wenn ich etwas Neues weiß, kontaktiere ich Sie. Auf Wiedersehen, Herr Rosenstein." Carsten atmete tief durch, als er hörte, wie sich der Polizist entfernte und er kurz darauf die Haustüre hörte. Immer wieder musste er sich sagen, dass Anna noch lebte, dass er sich hier nicht alles umsonst antat. Morgen... morgen kam sie zu ihm zurück. Er würde den Koffer voll Geld hergeben, sich die Daumen drücken, dass dem Typen nicht auffiel, dass wesentlich weniger darin enthalten war, als er gefordert hatte und Anna im Gegenzug zurückerhalten. Genau so würde es laufen und da konnten die Stimmen in seinem Kopf sagen, was sie wollten.

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