Angst: verpasste Gelegenheit (für's Team)
Jul. 20th, 2014 01:05 pmTeam: Kalliope
Challenge: Angst – Verpasste Gelegenheit
Fandom: X-Men Days of the future past
Charaktere: Erik Lehnsherr/Charles Xavier, Storm, Wolverine, Blink, Bishop
Wörter: ca. 2800
Titel: Letzte Worte
Anmerkung: Als Magneto den Raum verlässt, um den Unterschlupf der Mutanten zu verteidigen, weiß er, dass er vermutlich nicht zurückkommen wird. Trotzdem geht er und Charles weiß, dass er ihn nicht davon abhalten kann.
Old-Men-Angst, warning: character death
„Sie haben uns gefunden!“
Charles‘ Worte fuhren ihm in Mark und Bein. Sie hatten gewusst, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis man sie finden würde. Die Welt war nicht groß genug, als dass sie den Sentinels hätten entkommen können. Aber als Erik spürte, wie Charles neben ihm sich versteifte, wie viel Mühe es ihn kostete, seine Stimme ruhig zu halten, war Erik sich nicht sicher, ob „wissen“ auch wirklich mit „vorbereitet sein“ einherging.
Er straffte die Schultern und presste kaum merklich die Lippen zusammen. Er war immer von ihnen beiden der Kämpfer gewesen. Charles, ja Charles war der Mann der großen Worte, der plante und umplante und immer wieder einen Weg fand, alle, die er beschützen wollte, aus dem Dunkel zu führen. Zugegeben, auch er selbst hatte seine großen Momente, aber wenn es darauf ankam, zog er es vor, sicher zu stellen, dass er seine Ziele erreichte und scherte sich nicht allzu sehr darum, welches der beste Weg dazu war. Ihm ging Effizienz über die hehren Gesten. Und genau deshalb musste er auch jetzt handeln. Den Entschluss hatte er schon vor einer ganzen Weile gefällt.
Abrupt drehte Erik sich um. Er befand es nicht für nötig, irgendjemanden davon in Kenntnis zu setzen, schon allein, um nicht von dem abzulenken, was momentan wirklich wichtig war: Logan so lange wie möglich in der Vergangenheit zu halten. Der Plan war lachhaft, geradezu zum Scheitern verurteilt. Den Krieg verhindern, noch bevor er begann. Das klang so sehr nach Charles, dass es fast nicht zum Aushalten war. Vielleicht hatte er deshalb zugestimmt zu helfen.
Die Gespräche waren schon längst erstorben. Alle starrten nur gebannt auf Logan und Kitty, sodass Eriks Schritte seltsam laut in seinen eigenen Ohren wiederhallten, als er den langen Gang entlang zum Tor des Klosters schritt. Er war vielleicht alt und machte ganz bestimmt nicht mehr die beeindruckende Figur wie zu seiner Blütezeit, als die Menschen beim bloßen Klang des Namens Magneto noch gezittert hatten. Aber er war ein Stufe 4 Mutant und nichts auf der Welt konnte das ändern. Er würde diesen polymeren Monstrositäten ihre Arbeit für eine ganze Weile unmöglich machen und mit etwas Glück würden sie mehr nicht brauchen: eine Weile.
Erik konnte Charles‘ Blick auf seinem Rücken spüren, wie er ihm nach draußen folgte.
Die Nachtluft so weit oben in den Bergen war schneidend kalt und selbst im Vergleich zu ihrem nicht gerade heimelig anmutenden Versteck noch eisig.
Erik stieg langsam die ersten Stufen bis zum Vorhof hinab und ließ seinen Blick über die dunklen Mauern gleiten. An den vordersten Zinnen konnte er Bishop und Blink sehen und weiter vorne schwebte Storm den Rücken ihnen zugewandt und den Blick streng nach vorne gerichtet.
Als Erik sich ebenfalls in die Lüfte erhob, drehte die junge Frau ihren Kopf und warf ihm einen fragenden Blick zu. Er war sich nicht ganz sicher, wie ihre Kräfte genau funktionierten, aber vielleicht konnte auch sie das Magnetfeld der Erde spüren, jedenfalls schien sie bisher die einzige zu sein, die seine Ankunft bemerkt hatte.
Er hielt ihrem Blick nur kurz stand, dann richtete er seine ganze Aufmerksamkeit wieder in die Ferne und endlich tat sie es ihm gleich. In solchen Augenblicken war Erik dankbar, dass keiner der X-Men es wagte, ihn infrage zu stellen, außer natürlich Charles und vielleicht noch Logan. Er wusste genau, was er hier tat. Diese großen Kinder waren ohne ihn doch vollkommen aufgeschmissen. Dass er sich bisher bei dieser Expedition kaum in die Schusslinie begeben hatte, lag einzig und alleine daran, dass es nicht nötig gewesen war, noch nicht. Aber nun machten ihre Feinde ernst und wie schon so häufig war es nun an ihm, seine Mutantenbrüder und –schwestern zu beschützen.
Vereinzelt wehten Erik Schneeflocken durch den Blick und ärgerlich fragte er sich, wozu sie eigentlich eine Mutantin in ihrem Team hatten, die das Wetter kontrollieren konnte, wenn sie es so unzureichend tat. Dann rief er sich zur Räson. Natürlich trug alles, was er und die anderen taten dazu bei, auch ihre Gegner zu verwirren. Offenbar war er selbst angespannter, als er gedacht hätte.
Langsam aber sicher kroch ihm die Kälte in die Knochen, doch Erik ignorierte das. Er spürte, wie der Wind ihm durch die grauen Haare fuhr und mit einem Mal wurde ihm bewusst, wie seltsam es war, sich ohne seinen Helm in den Kampf zu begeben. Er hatte ihn immer getragen, seit Kuba, wenn er in irgendein Gefecht zog, ganz gleich ob es gegen Charles ging oder nicht.
Das Metall, das sich so perfekt um seinen Kopf schmiegte, gab ihm Sicherheit. Es beschützte ihn längst nicht mehr nur vor Charles aufdringlichen Gedanken, sondern auch von aller Furcht, etwas könne ihm zu nahe kommen. Selbst auf dem Weg hierher hatte Erik den Helm noch getragen und erst bei der Landung hatte er schweren Herzens nachgegeben. Er wusste, wie sehr Charles den Helm verabscheute. Sie waren schon längst darüber übereingekommen, dass Charles nicht mehr gegen seinen Willen in seinen Geist eindrang. Das war eine unabänderliche Grundlage ihres Vertrauensverhältnisses geworden und Erik musste zugeben, dass Charles sich immer daran gehalten hatte. Aber trotzdem wünschte er sich für einen Augenblick, er hätte den Helm mitgenommen.
Was vollkommen sinnlos war, denn nun war es ohnehin zu spät. Und Charles vertraute ihm ebenso wie umgekehrt. Erik schloss kurz die Augen und versuchte, seinen Geist soweit zu öffnen, dass er sicher gehen konnte, ob Charles nicht vielleicht doch telepathische Finger nach ihm ausstreckte. Doch er spürte nichts. Offensichtlich hielt sein Freund sich auch jetzt an ihre Abmachung, ihn gerade in solch brenzligen Situationen nicht abzulenken. Gut so. Erik hätte an einem solchen Tag nur allzu ungern noch Streit mit Charles vom Zaun gebrochen.
Um ihn herum wurde es mit einem Mal hektisch. Alle schienen auf Angriffsposition zu gehen und tatsächlich konnten sie nun fern am Horizont die ersten Transporter sehen. Storm begann, nach den ersten Blitzen zu greifen und Erik schüttelte den Kopf. Vollkommen unnötig.
Ohne die anderen zu beachten ließ er seinen Geist wandern. Ganz gleich wie künstlich ihre Gegner waren, ihre Umgebung bot mehr als genug Metall. Es steckte im Boden, im Gebäude, tief in den Felsen und Magneto spürte, wie ihn die Verbindung dazu erdete, ihn ruhig werden ließ und fokussierter. Er atmete tief durch und streckte sich nach dem Blackbird aus. So viele unterschiedliche Metalle, alle leicht, die meisten davon hochleitend. Das würde Storm sicherlich zugutekommen.
Magneto spürte einen kurzen Stich der Nostalgie, als er ihr treues Gefährt auffasern ließ, doch rasch verwarf er den Gedanken. Er brauchte die Rohstoffe jetzt für dringenderes. Lautlos und schnell ließ er die Eisenblöcke durch die Luft gleiten. Die ersten der Transporter gingen schon dank Storms Eingriffen den Weg alles Irdischen, sodass es ihm leicht fiel, die noch kampffähigen mit seinem Geist und folglich dem Metall zu durchdringen. Auf jeden Schaltkreis, jede Verstrebung legte er einen silbrig glänzenden undurchdringlichen Mantel. Er atmete tief durch und ballte die Hände zu Fäusten.
Mit einem ohrenbetäubenden Lärm zerschmetterten die Transporter in der kalten Luft hunderte Meter über dem chinesischen Boden. Eine Welle des Triumphes durchströmte Magneto. Er würde sich nicht diesen verängstigten kleinen Widerlingen beugen. Homo sapiens glaubte vielleicht, die Mutanten besiegen zu können und er selbst hatte sich mittlerweile auf Charles‘ Pfad der friedlichen Koexistenz begeben, aber das bedeutete nicht, dass er nicht jede Bedrohung gnadenlos vernichten würde. Der Himmel war erfüllt von Metallsplittern und die Armada der Transporter fiel in hunderttausend Einzelteile auseinander.
Magneto sah, wie seine Iceman und Bishop in Deckung gingen. Für eine Sekunde fragte er sich, ob er ihnen zu Hilfe kommen sollte, aber er hatte momentan alle Hände voll zu tun, ihre Gegner in Schach zu halten und dankenswerterweise schienen sie die Situation halbwegs im Griff zu haben. Das war sicher nicht die letzte Welle von Angriffen gewesen und er würde-
Der Schmerz durchfuhr ihn so unerwartet, dass Erik kurz aufstöhnte. Sofort biss er die Zähne zusammen und schalt sich innerlich dafür, diese Schwäche gezeigt zu haben. Das Stechen in seiner Seite war dem nicht unähnlich, dass man empfand, wenn man zu lange zu schnell gelaufen war, aber er brauchte nicht an sich hinabzusehen, um zu wissen, dass es diesmal dauerhafter sein würde. Warum mussten diese verdammten Idioten ihre Schiffe auch unbedingt aus Plastik bauen?
Langsam ließ Magneto sich zu Boden gleiten. Von den Stufen aus würde er immer noch die gleiche gute Aussicht haben und er musste hier ja niemanden beeindrucken. Es kostete ihn ein wenig Überwindung, nicht zusammen zu zucken, als seine Füße die Steinplatten berührten. Momentan war es um ihn herum halbwegs ruhig, doch er traute dem Frieden nicht. Vielleicht sollte er sich eine Weile zurückziehen, um Kräfte für den nächsten Angriff zu sammeln, vielleicht…es fiel ihm schwer, klar zu denken. Er blinzelte und sah Blink vor sich stehen, die ihn mit einem Ausdruck des Entsetzens auf dem Gesicht anstarrte. Warum? Sie kannte doch seine Fähigkeiten und sie waren Verbündete. Außerdem war das hier nicht unbedingt seine eindrucksvollste Machtdemonstration gewesen, immerhin hatte er schon-
Ihre Augen waren nicht auf ihn gerichtet, das wurde ihm mit einem Mal klar, sondern auf seine Seite. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass er seine Hände dort abgestützt hatte. Irritiert nahm er sie weg und sah, dass sie rot von Blut waren. Ein unschöner Splitter ragte aus seinem Bauch hervor und Erik hatte genügend Schlachtverletzungen gesehen, um zu erkennen, dass es ernst war. Er biss die Zähne zusammen und riss sich das Trümmerstück aus dem Körper. So herum zu laufen war geradezu würdelos. Er ignorierte Blinks Protestschrei und wollte sie gerade anfahren, als sie von Storm abgelenkt wurden, die ihnen eine Warnung zurief.
Suchend blickten sich beide um und es dauerte nur einige Momente, bis sie beide die Sentinels ausmachen konnten, die die Felswand, die über dem Kloster hoch aufragte, hinabkletterten.
Charles! Der Gedanke löschte alle anderen in Erik Geist aus. Ganz gleich, was geschah, diese Dinger durften unter keinen Umständen die Verteidigung des Klosters durchbrechen. Er ließ den Splitter, den er noch immer in der Hand gehalten hatte, beiläufig fallen und streckte die Hände aus. Sein Geist griff nach allem Metall, das er erreichen konnte. Jede noch so kleine Schraube, jeder Span begann zu vibrieren und ohne auch nur eine Sekunde über diejenigen nachzudenken, die eventuell im Weg standen, ließ Erik seinen Kräften freien Lauf, um das Eingangstor zu verbarrikadieren. Mit Genugtuung sah er, wie dort, wo bis eben noch eine Tür gewesen war, nun ein undurchdringlicher Haufen Eisens sich aufstapelte. Das sollte auch die Sentinels eine Weile beschäftigen.
Seine Knie schmerzten und erst jetzt merkte er, dass er offenbar zu Boden gesunken war. Das Atmen fiel ihm mit einem Mal schrecklich schwer. Hoffentlich würden seine Kräfte ausreichen, um Charles und die anderen wieder aus ihrer Zelle zu befreien.
Erik spürte eine Hand auf seiner Schulter und sah auf, um Blink zu erkennen. Ihre Augen glitzerten feucht und Erik fragte sich, ob es vielleicht ein Fehler gewesen war, ein so junges Mädchen mit in den Kampf zu nehmen.
Ein violettes Flackern verriet ihm, dass sie ein Portal geöffnet hatte. Er versuchte, den Zielort zu erkennen und sah Charles. Das hatte die Kleine sich verdient. Sie konnte hier ohnehin nicht viel ausrichten. Er und Storm und die anderen würden das schon regeln. Da konnte sich das Mädchen ruhig ein wenig zurückziehen.
Dann sah Erik sie plötzlich nicht mehr. Stattdessen war ihm mit einem Mal erstaunlich warm und die Kampfgeräusche drangen nur noch gedämpft zu ihm vor. Erschöpft sank er an der Wand neben Charles‘ Rollstuhl zusammen.
Ihm wurde schwarz vor Augen. Als er die Augen wieder öffnete, sah er im Hintergrund Logan und Kitty. Vor ihm saß Charles und beugte sich mit einem besorgten Blick zu ihm hinab. Erik setzte an, um seiner Wut Luft zu machen. Was erlaubte diese vorlaute Göre sich, für ihn zu entscheiden, wann er kämpfte und wann nicht? Aber als er Luft holte, spürte er erneut den stechenden Schmerz, stärker und allumfassender als zuvor, und überlegte es sich anders.
Es war unklug, Atem für solche Unwichtigkeiten zu vergeuden. Charles streckte seinen Geist nach ihm aus, aber Erik schüttelte den Kopf. Er teilte nie seine Angst und seine Furcht und er würde ganz bestimmt nicht jetzt damit anfangen, wenn es bedeutete, Charles noch mehr zu verunsichern als er es ohnehin schon war.
Beinahe hätte er den verletzten Ausdruck, der über Charles‘ Gesicht huschte, nicht bemerkt, weil er zu abgelenkt davon war, gleichmäßig zu atmen. Aber er kannte den Gedankenleser schon lange genug, um zu wissen, wann er ihn vor den Kopf gestoßen hatte. Mühsam begann er zu sprechen.
„All die Jahre, Charles, vergeudet im Kampf gegeneinander, all die verpassten Gelegenheiten“, er rang sich ein Lächeln ab und streckte Charles die Hand entgegen, „Wenn wir doch nur ein paar davon zurückhaben könnten!“
Sie beide trugen ob der Kälte im Gebirge Handschuhe und dennoch war es eine Wohltat, Charles‘ Hand in der seinen zu spüren. Erik sah, wie der andere schluckte und ahnte, wieviel Überwindung es ihn kosten musste, sein Lächeln zu erwidern. Gerade deswegen war er ihm unendlich dankbar.
Er setzte erneut an, etwas zu sagen, aber Charles‘ Gedanken unterbrachen ihn.
Nicht! Du darfst dich nicht so anstrengen.
Erik seufzte und gab auf. Wenn es Charles so viel bedeutete, konnten sie seinetwegen dieses Gespräch auch telepathisch führen.
Ich glaube nicht, dass das noch einen großartigen Unterschied macht, mein Lieber.
Charles lächelte gequält.
Sag so etwas nicht! Mit etwas Glück ist das hier alles bald gar nicht mehr geschehen.
Glaubst du das wirklich, Charles?
Charles schwieg und warf einen besorgten Blick Richtung Logan.
Ich weiß es nicht.
Das kommt für deine Verhältnisse ja schon einem Eingeständnis des eigenen Versagens gleich.
Charles wandte den Blick ab und Erik bereute seine ironischen Worte umgehend. Manchmal war Charles einfach nicht aus dem gleichen harten Holz geschnitzt wie er. Erik drückte die Hand des Anderen fester, bis der wieder zu ihm sah und lächelte ihn aufmunternd an.
Ist schon in Ordnung, Charles. Wir wussten doch alle, dass es irgendwann so enden würde. Immerhin stehen wir diesmal wenigstens auf der gleichen Seite.
Das haben wir in Wahrheit doch immer.
Du bist und bleibst ein unverbesserlicher Idealist, Charles. Auch deshalb bin ich froh, dass nicht ich dir beim Sterben zusehen muss.
Erik spürte noch die Welle der Verzweiflung, die von Charles ausging, bevor dieser seinen Geist vor ihm verschloss. Das war vermutlich das erste Mal, dass das so herum geschah.
Ach, komm schon! Nur die besten sterben jung, das weißt du doch.
Er versuchte, seine Gedanken möglichst leicht klingen zu lassen, aber dennoch sah, wie sich in Charles‘ Augen Tränen sammelten. Er antwortete nicht, sondern wand kurz seine Hand aus Eriks und stützte sich auf der Lehne seines Rollstuhls ab. Mit einiger Anstrengung erhob Charles sich und drückte sich aus dem Stuhl. Erik wollte ihn davon abhalten, doch auch ihn kostete es mittlerweile alle Anstrengung sich aufrecht zu halten. Charles stöhnte angestrengt auf und ließ sich dann neben Erik an der Wand herab. Eng aneinander gelehnt saßen sie nun auf dem kalten Steinboden und verschränkten erneut ihre Hände in einander.
Sie hatten beide freien Blick auf Logan, der noch immer schweißgebadet und stöhnend auf dem Tisch lag. Eriks Mut sank. Wenn Wolverine sich nicht bald beeilte würden sie sich keine Gedanken mehr machen müssen, wer von ihnen beiden zuerst das zeitliche segnete.
Als die Sentinels schließlich die Wand durchbrachen wurde es schlagartig wärmer. Schützend legte Erik eine Hand um Charles, ganz gleich wie wenig er noch auszurichten vermochte. Es hatte keinen Sinn, zu versuchen, sich irgendwo zu verstecken. Sie würden beide furchtlos dem Ende entgegen blicken, so viel war sicher.
Erik ließ seine Gedanken wandern. Charles konnte doch nicht immer noch ernsthaft sauer auf ihn sein.
Verdammt, Charles, stell dich nicht so an! Wenn wir das schon beide aushalten müssen, dann doch bitte auch gemeinsam.
Der Gedanke war so nah an einem „Ich will nicht alleine sterben!“, dass Erik fast schlecht wurde, aber es war die Wahrheit. Ihr ganzes Leben hatten sie gemeinsam verbracht. Selbst wenn sie noch weit getrennt waren, alles, was er getan hatte, war immer auf Charles ausgelegt gewesen und jede von Charles‘ Entscheidungen hatte dem Versuch gegolten, ihn zurück zu holen. Es war nur richtig, dass sie es jetzt auch gemeinsam zu Ende brachten.
Der Sentinel richtete sich vor ihnen auf und öffnete sein hässliches leeres Gesicht. Erik blickte starr in die flammende Glut. Er würde nicht Blinzeln, er würde nicht wegsehen.
Ich liebe dich auch, Erik.
Verblüfft wandte Erik den Kopf zu Charles und sah in dessen helle blaue Augen. Er lächelte.
Alles um sie herum wurde schwarz.
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Date: 2014-07-20 11:31 am (UTC)Ich habe den Film gerade erst vor ein paar Wochen gesehen, und das paßt ganz hervorragend. Schöne Idee, den telepathischen Dialog, den es im Film garantiert auch gegeben hat, durch Eriks POV "hörbar" zu machen :)
„All die Jahre, Charles, vergeudet im Kampf gegeneinander, all die verpassten Gelegenheiten“
Und danach verändert sich die Zeitlinie, und die beiden führen ein glückliches gemeinsames Leben. Das ist quasi canon! Auf die Art kann ich auch mit CD leben ...
pssst ... du hast noch ein XYZ stehen lassen ;)
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Date: 2014-07-20 12:17 pm (UTC)Vielen Dank auch für den lieben comment. Ja, ich bin auch ganz schlimm, wenn es um CD geht, aber hey, wir wissen ja, dass die Zeitlinie später gar nicht mehr existiert hat *zieht roasrote Brille auf und träumt von old-men-fluff*
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Date: 2014-07-21 07:02 pm (UTC)old-men-fluff
*träumt mit*
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Date: 2014-07-20 03:53 pm (UTC)ICH HABE DAS GEFÜHL, NIE MEHR GLÜCKLICH ZU WERDEN.
(Und Manu gefällt die Geschichte auch sehr <3)
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Date: 2014-07-21 10:18 am (UTC)NICHT GLÜCKLICH!
Okay, vielleicht ein kleines bisschen