18. Angst: Blutspur - für mich
Jul. 20th, 2014 10:36 amTeam: Thalia
Autor: Jenchan
Challenge: Angst - Blutspur (für mich)
Titel: Befreiungsschlag
Fandom: Original
Charaktere: Anna
Words: 972
Warnings: unbetaed, uncorrected
Continuation: 1, 2, 3, 4, 5
Kommentar: Endlich gehts weiter. Aber ich befürchte, ich hab meine Blockade immer noch nicht ganz überwunden. Vielleicht liegt es auch an der Hitze.
Befreiungsschlag
Annas Tränen waren versiegt. Nachdem sie sich panisch ausgetobt, Rotz und Wasser geheult hatte und schließlich erschöpft in einen Dämmerzustand versunken hatte, klärten sich nun endlich ihre Gedanken. Es half ja doch nichts, dass sie sich hier so aufführte. Sie musste rational denken. Sich überlegen, wie sie hier rauskam.
Erst einmal musste sie herausfinden, was das überhaupt für ein Raum war. Er war auf jeden Fall gefliest. Eine Oberfläche, die leicht zu reinigen war. Was das für sie bedeuten konnte, wollte sie lieber nicht wissen. Stattdessen begann sie sich über den Boden zu tasten. Es gab hier offenbar keine Fenster. Konnte es trotzdem ein Badezimmer sein? Wäre das nicht eher seltsam?
Tapfer versuchte sie sich zu orientieren. Die Türe war zuvor aufgegangen und hatte sie geblendet. Sie hatte nichts erkennen können, aber zumindest die Richtung wusst sie noch und tatsächlich konnte Anna schließlich das Ende des Raumes ertasten. Sie spürte das kühle Holz der Türe unter ihren Händen. So mussten sich wohl sehbehinderte Menschen fühlen. Das war gar nicht so leicht. Sie erinnerte sich nur zu gut daran, dass sie schon als Kind nie "blinde Kuh" spielen hatte wollen. Jetzt blieb ihr keine andere Wahl. Sie konnte sich nicht ausgrenzen und sich an den Rand setzen. Sie konnte nicht klipp und klar sagen, dass sie das nicht wollte. Diesmal interessierte das keinen.
Immer noch hörte sie das gemeine Lachen ihres Entführers. Nein, hier bekam sie kein Mitleid. Sie war auf sich allein gestellt und sie ahnte irgendwie, dass ihr die Zeit davonlief. Da waren auch die Kopfschmerzen egal. Sie wollte nicht sterben und das würde sie wahrscheinlich, wenn sie keinen Weg hier raus fand.
In ihrem Kopf drehte sich alles, als sie sich endlich auf die Beine rappelte. Sie stützte sich mit ganzem Gewicht gegen die Türe und versuchte die Übelkeit zu vertreiben. Das war gar nicht so einfach. Ihr Schädel fühlte sich prall gefüllt an, als wäre er bereit jeden Augenblick zu platzen.
Es brauchte mehrere tiefe Atemzüge, bis sie sich sicher genug auf den Beinen fühlte, um etwas von der Türe abzurücken und sich weiter der Inspektion des Raumes zu widmen. Viel gab es hier wirklich nicht. Es wirkte mehr, als hätte man eine Abstellkammer gefließt. Der Raum war allerhöchstens eine bessere Besenkammer. Der einzige Weg nach draußen stellte die Türe dar.
Anna konzentrierte sich also darauf. Sie legte ihr Ohr an das Holz, konnte aber nichts hören, außer das Rauschen ihres eigenen Blutes. Sie war nervös, erschöpft und sie hatte Angst. Riesige Angst. Sie hatte in ihrem Leben noch nie so eine Furcht empfunden.
Dagegen waren Mäuse, Ratten und Spinnen regelrechte Kuscheltiere.
Nachdem sie herausgefunden hatte, dass die bescheuerte Türe nach innen aufging, wollte sie schon wieder der Mut verlassen. Immerhin würde die ja kaum offen sein, wenn diese Kidnapper sie hier festhielten. Ihr Herz raste als sie trotzdem mit zitternder Hand die Türklinke ergriff und sie hinunter drückte. Sie hatte wirklich keine Hoffnung, dass diese Tür sich öffnen ließ und merkte gar nicht, dass sie statt zu ziehen eher andrückte. Das klitzekleine Fünkchen Hoffnung zerstob quasi wie eine Stubwolke im Windkanal. Als sie den Türgriff wieder losließ, hörte sie allerdings ein leises Klicken, das sie ihr Herz regelrecht zum Rasen brachte. Sie traute sich kaum, danach zu tasten, ob wirklich passiert war, was sie glaubte, dass hier passierte, aber als sie nach dem Rand der Türe tastete, spürte sie den neuen Spalt, der zwischen Türrahmen und Tür entstanden war.
Es war offen!
Anna versuchte durch die neue Euphorie, die nun durch ihren Körper tobte, nicht zu übermütig zu werden. Noch war sie hier nicht raus. Sie musste weiter einen kühlen Kopf bewahren.
Neuen Mut fassend, wischte sie sich mit dem Arm den Nasenschleim unter der Nase weg und zog einmal auf. Dann atmete sie tief durch und öffnete so leise sie konnte die Türe.
Das grelle Licht blendete sie wieder und ließ bunte Punkte vor ihren Augen tanzen. Es tat auch ihrem Kopf nicht gut und sie hatte das Gefühl, dass sie sich viel zu langsam daran gewöhnte. Dennoch erkannte sie halb geblendet einen Flur. Der Weg in die Freiheit?
"Hey! Was glaubst du eigentlich, was du das tust, du kleine Schlampe?" Anna zuckte zusammen. Sie war schneller entdeckt worden, als sie gehofft hatte. Sie hatte erst wenige Meter von dem Flur überwunden. Panik ergriff sie und sie begann im Laufschritt der Treppe entgegen zu stürzen. "Bleib stehen!", hörte sie den Mann rufen und kurz bevor sie den Treppenansatz erreicht hatte, wurde sie zu Fall gebracht. Der Aufprall trieb ihr alle Luft aus den Lungen und einen Moment konnte sie nicht reagieren, während der Mann über ihr knurrte: "Stehenbleiben hab ich gesagt."
"Bitte...", begann Anna zu Wimmern, spürte das kräftige Gewicht des anderen auf sich. Sie hatte solche Angst. "Bitte lassen Sie mich gehen!"
Wieder dieses Lachen. Dieses unglaublich, gemeine, hoffnungsschreddernde Lachen.
"Glaubst wohl, du bist eine ganz Schlaue, was?", riss der Entführer ihren Kopf an den Haaren zurück und brauchte sie zum Aufquietschen. "Dir wär gar nichts passiert, wenn du dich einfach nur ruhig verhalten hättest."
Anna glaubte ihm kein Wort. In plötzlicher, irrationaler Wut, begann sie sich zu wehren. Sie kratzte, schubste, trat und biss um ihre Leben. Sie wurde geschlagen, er zog und zerrte grob an ihr, schimpfe und spuckte. Es war unmöglich für sie, dass alles bewusst wahrzunehmen. Sie war blind vor Wut, Zorn und Frust. Sie bemerkte nicht die Verletzungen, die sie sich zuzog noch, wie schwer sie ihren Peiniger verletzte. Sie wollte einfach nur raus!
Die Stufen überwand sie mehr auf allen Vieren. Immer wieder kreischte sie, als der Entführer sie wieder erwischte und sie mit der Wand oder dem Boden kollidierte. Aber sie gab nicht auf. Aufgeben bedeutete ihren Tod.
Eine Blutspur hinterlassend erreichten sie schließlich den Ausgang. Sie spürte schon den süßen Geschmack des Erfolges. Sie war so nah dran.
Autor: Jenchan
Challenge: Angst - Blutspur (für mich)
Titel: Befreiungsschlag
Fandom: Original
Charaktere: Anna
Words: 972
Warnings: unbetaed, uncorrected
Continuation: 1, 2, 3, 4, 5
Kommentar: Endlich gehts weiter. Aber ich befürchte, ich hab meine Blockade immer noch nicht ganz überwunden. Vielleicht liegt es auch an der Hitze.
Befreiungsschlag
Annas Tränen waren versiegt. Nachdem sie sich panisch ausgetobt, Rotz und Wasser geheult hatte und schließlich erschöpft in einen Dämmerzustand versunken hatte, klärten sich nun endlich ihre Gedanken. Es half ja doch nichts, dass sie sich hier so aufführte. Sie musste rational denken. Sich überlegen, wie sie hier rauskam.
Erst einmal musste sie herausfinden, was das überhaupt für ein Raum war. Er war auf jeden Fall gefliest. Eine Oberfläche, die leicht zu reinigen war. Was das für sie bedeuten konnte, wollte sie lieber nicht wissen. Stattdessen begann sie sich über den Boden zu tasten. Es gab hier offenbar keine Fenster. Konnte es trotzdem ein Badezimmer sein? Wäre das nicht eher seltsam?
Tapfer versuchte sie sich zu orientieren. Die Türe war zuvor aufgegangen und hatte sie geblendet. Sie hatte nichts erkennen können, aber zumindest die Richtung wusst sie noch und tatsächlich konnte Anna schließlich das Ende des Raumes ertasten. Sie spürte das kühle Holz der Türe unter ihren Händen. So mussten sich wohl sehbehinderte Menschen fühlen. Das war gar nicht so leicht. Sie erinnerte sich nur zu gut daran, dass sie schon als Kind nie "blinde Kuh" spielen hatte wollen. Jetzt blieb ihr keine andere Wahl. Sie konnte sich nicht ausgrenzen und sich an den Rand setzen. Sie konnte nicht klipp und klar sagen, dass sie das nicht wollte. Diesmal interessierte das keinen.
Immer noch hörte sie das gemeine Lachen ihres Entführers. Nein, hier bekam sie kein Mitleid. Sie war auf sich allein gestellt und sie ahnte irgendwie, dass ihr die Zeit davonlief. Da waren auch die Kopfschmerzen egal. Sie wollte nicht sterben und das würde sie wahrscheinlich, wenn sie keinen Weg hier raus fand.
In ihrem Kopf drehte sich alles, als sie sich endlich auf die Beine rappelte. Sie stützte sich mit ganzem Gewicht gegen die Türe und versuchte die Übelkeit zu vertreiben. Das war gar nicht so einfach. Ihr Schädel fühlte sich prall gefüllt an, als wäre er bereit jeden Augenblick zu platzen.
Es brauchte mehrere tiefe Atemzüge, bis sie sich sicher genug auf den Beinen fühlte, um etwas von der Türe abzurücken und sich weiter der Inspektion des Raumes zu widmen. Viel gab es hier wirklich nicht. Es wirkte mehr, als hätte man eine Abstellkammer gefließt. Der Raum war allerhöchstens eine bessere Besenkammer. Der einzige Weg nach draußen stellte die Türe dar.
Anna konzentrierte sich also darauf. Sie legte ihr Ohr an das Holz, konnte aber nichts hören, außer das Rauschen ihres eigenen Blutes. Sie war nervös, erschöpft und sie hatte Angst. Riesige Angst. Sie hatte in ihrem Leben noch nie so eine Furcht empfunden.
Dagegen waren Mäuse, Ratten und Spinnen regelrechte Kuscheltiere.
Nachdem sie herausgefunden hatte, dass die bescheuerte Türe nach innen aufging, wollte sie schon wieder der Mut verlassen. Immerhin würde die ja kaum offen sein, wenn diese Kidnapper sie hier festhielten. Ihr Herz raste als sie trotzdem mit zitternder Hand die Türklinke ergriff und sie hinunter drückte. Sie hatte wirklich keine Hoffnung, dass diese Tür sich öffnen ließ und merkte gar nicht, dass sie statt zu ziehen eher andrückte. Das klitzekleine Fünkchen Hoffnung zerstob quasi wie eine Stubwolke im Windkanal. Als sie den Türgriff wieder losließ, hörte sie allerdings ein leises Klicken, das sie ihr Herz regelrecht zum Rasen brachte. Sie traute sich kaum, danach zu tasten, ob wirklich passiert war, was sie glaubte, dass hier passierte, aber als sie nach dem Rand der Türe tastete, spürte sie den neuen Spalt, der zwischen Türrahmen und Tür entstanden war.
Es war offen!
Anna versuchte durch die neue Euphorie, die nun durch ihren Körper tobte, nicht zu übermütig zu werden. Noch war sie hier nicht raus. Sie musste weiter einen kühlen Kopf bewahren.
Neuen Mut fassend, wischte sie sich mit dem Arm den Nasenschleim unter der Nase weg und zog einmal auf. Dann atmete sie tief durch und öffnete so leise sie konnte die Türe.
Das grelle Licht blendete sie wieder und ließ bunte Punkte vor ihren Augen tanzen. Es tat auch ihrem Kopf nicht gut und sie hatte das Gefühl, dass sie sich viel zu langsam daran gewöhnte. Dennoch erkannte sie halb geblendet einen Flur. Der Weg in die Freiheit?
"Hey! Was glaubst du eigentlich, was du das tust, du kleine Schlampe?" Anna zuckte zusammen. Sie war schneller entdeckt worden, als sie gehofft hatte. Sie hatte erst wenige Meter von dem Flur überwunden. Panik ergriff sie und sie begann im Laufschritt der Treppe entgegen zu stürzen. "Bleib stehen!", hörte sie den Mann rufen und kurz bevor sie den Treppenansatz erreicht hatte, wurde sie zu Fall gebracht. Der Aufprall trieb ihr alle Luft aus den Lungen und einen Moment konnte sie nicht reagieren, während der Mann über ihr knurrte: "Stehenbleiben hab ich gesagt."
"Bitte...", begann Anna zu Wimmern, spürte das kräftige Gewicht des anderen auf sich. Sie hatte solche Angst. "Bitte lassen Sie mich gehen!"
Wieder dieses Lachen. Dieses unglaublich, gemeine, hoffnungsschreddernde Lachen.
"Glaubst wohl, du bist eine ganz Schlaue, was?", riss der Entführer ihren Kopf an den Haaren zurück und brauchte sie zum Aufquietschen. "Dir wär gar nichts passiert, wenn du dich einfach nur ruhig verhalten hättest."
Anna glaubte ihm kein Wort. In plötzlicher, irrationaler Wut, begann sie sich zu wehren. Sie kratzte, schubste, trat und biss um ihre Leben. Sie wurde geschlagen, er zog und zerrte grob an ihr, schimpfe und spuckte. Es war unmöglich für sie, dass alles bewusst wahrzunehmen. Sie war blind vor Wut, Zorn und Frust. Sie bemerkte nicht die Verletzungen, die sie sich zuzog noch, wie schwer sie ihren Peiniger verletzte. Sie wollte einfach nur raus!
Die Stufen überwand sie mehr auf allen Vieren. Immer wieder kreischte sie, als der Entführer sie wieder erwischte und sie mit der Wand oder dem Boden kollidierte. Aber sie gab nicht auf. Aufgeben bedeutete ihren Tod.
Eine Blutspur hinterlassend erreichten sie schließlich den Ausgang. Sie spürte schon den süßen Geschmack des Erfolges. Sie war so nah dran.
no subject
Date: 2014-07-20 09:01 am (UTC)Es bleibt spannend. Und der Schußsatz verheißt leider nichts gutes ... wobei, wenn ich eine Wunsch äußern dürfte, würde sie es schaffen. (Vielleicht beim zweiten Anlauf?) Ich finde es immer so deprimierend, daß fast alle Krimis den Eindruck verstärken, daß es für eine Frau sowieso keinen Sinn hat sich zu wehren. Aber der Kommentar hilft Dir jetzt natürlich nix, wenn Du schon eine andere Entwicklung geplant hast ;) Was mir hier auf jeden Fall sehr gut gefällt, ist, daß sich Anna nach anfänglicher Panik zusammenreißt und aktiv wird. Das sieht man nämlich auch viel zu selten :)
no subject
Date: 2014-07-20 10:11 am (UTC)Aber zumindest steht die Geschichte im Kopf.
Ja, Anna ist schon eine super Frau und beim Schreiben tat es mir ein bisschen Leid um den recht stümperhaften Entführer XD (ich mein, wie kann man nur so dämlich sein, die Türe nicht abzuschließen? ^^*** Da ist er selbst schuld, wenn sowas passiert.)