Team: Erato
Challenge: Hurt/Comfort- "Tut es sehr weh?" (für mich)
Fandom: Digimon 2/AU
Kommentar: Gehört dazu http://120-minuten.livejournal.com/949204.html
Im Aufwachraum war alles endlich wieder sehr viel entspannter. Ken war nur froh, einfach nur entsetzlich froh, die beruhigende Kurve auf dem EKG- Bildschirm zu sehen, seine Pulsfrequenz, alles was zeigte dass er wirklich lebte, und nach der ersten Erleichterung beruhigte sich alles im Warten auf das Ausklingen der Narkose.
Der Kleine schlief fest. Er hatte ein paar Mal Wasser gewollt, einen Schluck genommen und war wieder eingeschlafen. Eine Schwester hatte den Verband kontrolliert.
Ken konnte tief durchatmen. Es war wirklich alles wieder gut.
Zur Arbeit konnte er nicht mehr. Er hatte längst Bescheid gegeben, dass er aufgrund eines dringenden Zwischenfalls heute nichts mehr weiter tun konnte. Er würde einfach hier sitzen und darauf warten, dass Daisuke ihn vom Büro aus zurück rief.
Er saß längst mit locker überschlagenen Beinen und einer Zeitschrift auf seinem Stuhl, die auberginefarbenen Haare wieder in akkurater, glatter Bob- Frisur, sein weißer Mantel über der Stuhllehne, Weste, Hemd und Anzugshose wieder zurecht gestrichen.
Nichts erinnerte mehr an seinen Gefühlsausbruch vor nicht all zu langer Zeit, als Hiroshi leise stöhnte, sich bewegte, unruhiger wurde.
„Tut es... eigentlich sehr weh?“, waren seine ersten Worte zu Ken. Der blinzelte langsam.
„Was?“
„Tut es weh, wenn... sie und mein Vater... wir hatten in Biologie Sexualkunde, und-...“
Kens nervöse Augenbraue zuckte.
„Stell-... die Frage in acht Jahren nochmal“, knurrte er, „Sowas hat dich in deinem Alter nicht zu interessieren!“
„Aber, ich muss eben die ganze Zeit daran denken“, wimmernd schob er seine Hand aus dem Bett, suchte nach Nähe und Kontakt, griff nach Kens Fingern, „Sie sind ganz anders als ich dachte...“
Ken schloss sanft seine Hand um die kraftlose, kleine des Jungen.
„Was ist mit deinen Schmerzen?“, wollte er wissen, „Tut es sehr weh?“
„Nein... ein bisschen... ich weiß nicht. Kann ich nochmal was trinken?“
Ken gab ihm Wasser, er verzog das Gesicht.
„Das ist ekelhaft! Ich will Cola!“
„Hör auf zu jammern.“
„... Herr Ichijouji?“
Ken sah zu ihm herunter. Zum ersten Mal, nach einer Zeit die ihm schier endlos lang und absolut quälend vorgekommen war, fühlte er sich ruhig. Vollkommen ruhig und friedlich. Er hätte jetzt gern ein bisschen geschlafen.
„Was denn?“
Hiroshi sah zu ihm auf.
Tiefe, vertrauensvolle Augen. Ein inniger Blick. Zerzauste Brombeerzotteln, genau wie sein Vater.
„... Sie sind nett“, wisperte er.
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