[identity profile] peterhforalpha.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Erato
Challenge: H/C - Blinddarmentzündung (für mich)
Titel: Dafür muss man sich nicht schämen
Fandom: Teen Wolf
Charaktere: Derek, Lydia
Wörter: 983
A/N: Ich wollte unbedingt zu den Beiden mal etwas schreiben und dann ist es ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit geworden :) Ich glaube, das wird auch nicht das Einzige zu den Beiden bei dieser Challenge bleiben ;)

Derek schlug den Kragen seiner Lederjacke nach oben, als er durch die Flure des Krankenhauses ging. Er wich den Doktoren, Schwestern und anderen Leuten aus, so elegant, als ob er gar nicht da wäre. Den Blick hatte er auf den Boden gerichtet, denn er konnte die Blicke der Leute nicht mehr ertragen. Jeder wusste, was passiert war und er wollte deren Mitleid nicht mehr sehen.
Fast war er draußen und dann würde ein neues Leben beginnen, weit weg von diesem Ort.
Er musste nur noch den Aufzug nach unten nehmen und durch die Haupthalle verschwinden. Ungeduldig wartete er auf das Gefährt, als er ein Schluchzen hörte. Erst nur leise und dann stetig lauter. Suchend schaute er sich um und bemerkte dabei, dass niemand Anderer reagierte. Er schien der Einzige zu sein, der es hörte.

Eine Sekunde zu spät fiel ihm ein, dass er anscheinend unwissentlich seine Werwolfsfähigkeiten benutzte. Ohne einen weiteren Gedanken zu verschwenden folgte er den Geräuschen und kam schließlich vor einem ganz normalen Zimmer an.

Er klopfte nicht, sondern öffnete nur leise und vorsichtig die Tür.
Ein kleines Mädchen saß ganz alleine auf ihrem Bett, das Gesicht in ihren Händen vergraben und weinte vor sich hin.
„Hey“, machte sich Derek bemerkbar und trat in das Zimmer. „Alles okay mit dir? Soll ich jemanden rufen?“

Das Mädchen schaute auf und sah ihn etwas verwirrt an, bevor sie den Kopf schüttelte. Ihre roten Haare sprangen dabei hin und her. Sie wischte sich mit der Hand übers Gesicht, um ihre Tränen zu beseitigen.
Derek schloss die Tür hinter sich und trat einen Schritt näher an das Bett heran. Das Mädchen war vielleicht 10 oder 11 Jahre alt. Etwa in dem Alter von Cora, wie Derek schmerzhaft auffiel. „Wieso weinst du?“, fragte er, um sich von seinen eigenen Gedanken abzulenken.
„Ich weine gar nicht.“ Die Kleine verschränkte die Arme vor der Brust und lehnte sich gegen den Kopf des Bettes.

Ein trauriges Lächeln umspielte seine Lippen als er daran dachte, wie vehement er jeden weis zu machen versuchte, dass es ihm gut ging, dass er nicht weinte und dass alles ok ist. Das wäre wohl auch seine erste Reaktion gewesen. Einfach abstreiten, dass etwas gewesen war. Abstreiten, dass es einem nicht gut ging.
„Es ist nichts Schlimmes dabei, zu weinen“, sprach er leise und setzte sich an das Fußende des Bettes. „Ich bin Derek.“
Das Mädchen schien erst sprachlos, bevor sie sich auch vorstellte: „Lydia.“

„Ein schöner Name.“ Das kleine Lächeln, dass über ihre Lippen huschte, freute Derek. „Also, wieso bist du hier?“
„Wieso bist du hier?“
Sie blickte ihn herausfordernd an und Derek konnte nicht anders, als ihre Art irgendwie interessant zu finden. Sie war wohl niemand, der sich einfach so geschlagen gab, oder sich direkt der ersten Person, die in ihr Zimmer trat, offenbarte. Und dabei war sie nur ein kleines Kind.

„Ich habe meinen Onkel besucht. Er war in einen Unfall verwickelt und wird wohl etwas länger hierbleiben müssen.“ Laura meine, dass Peter dieses Krankenhaus wohl nie wieder verlassen würde. Selbst seine Werwolfkräfte konnten ihm nicht helfen, diese Verletzung zu bekämpfen. „Ich ziehe mit meiner Schwester um und wollte mich noch verabschieden.“
„Das tut mir leid.“ Lydias Blick hatte sich auf die Bettdecke fokussiert.
„Ist schon in Ordnung“, wimmelte Derek ab. Er hatte diese Worte schon oft genug gehört. „Also was ist mit dir?“

„Ich ... ich habe eine Blinddarmentzündung und werde morgen früh operiert“, gab sie schließlich zu. Derek konnte hören, wie ihr Herzschlag wieder zunahm und der tiefe Atemzug, den sie tat, verriet ihm, dass sie sich zusammenreißen musste, um nicht wieder zu weinen.
„Das ist doch wirklich nicht schlimm.“

„Ich habe aber trotzdem Angst.“ Sie zog ihre Beine an und schlang ihre Arme darum. Sie sah so mitleiderregend aus, dass Derek sie gerne in den Arm genommen hätte. Für einen kurzen Moment sah er sogar Cora vor sich. „Aber ich will es nicht. Ich will stark sein, besonders da es wirklich nicht schlimm ist. Ich habe alles darüber gelesen. Natürlich kann es Komplikationen geben wie bei allen anderen Sachen auch, aber das ist wirklich, wirklich selten. Und ich weiß, dass ich mich nicht fürchten muss...“

„Aber du tust es.“ Derek nickte. „Manchmal folgt es keiner bestimmten Logik, warum man sich fürchtet, Lydia. Und weißt du was?“ Er wartete bis sie aufblickte und lächelte sie dann freundlich an. „Es ist vollkommen okay. Man darf Angst haben und es ist überhaupt nicht Schlimmes dabei. Du musst dich nicht dafür schämen.“

Das Lächeln auf Lydias Lippen wurde breiter. Sie ließ ihre Beine wieder los und krabbelte an das Bettende. Ohne, dass Derek es kommen gesehen hatte, umarmte sie ihn. Erst war er etwas überrascht, aber schließlich legte er seine Hände auf ihren Rücken. „Danke“, flüsterte sie.
Derek sagte nichts, sondern nickte nur. Sie verharrten in dieser Position und Derek konnte wirklich nicht sagen, wie viel Zeit vergangen war, bevor sie sich wieder löste.
„Die Besuchszeit ist eigentlich schon längst um“, merkte sie an.

Derek nickte. „Du hast Recht, ich sollte gehen. Ich wünsche dir für morgen alles Gute. Du schaffst das schon.“
Lydia lächelte siegessicher. „Natürlich. Immerhin bin ich Lydia Martin.“
Derek stand auf und ging zur Tür. Am Griff stoppte er noch einmal, da Lydia seinen Namen nannte. Er drehte sich um.
„Auch dir viel Glück, wo immer du auch jetzt hingehst.“ Sie lächelte freundlich. „Und Derek, weißt du was?“ Sie machte eine kurze Pause, genau wie er zuvor. „Man darf auch traurig sein. Das ist nichts, wofür man sich schämen muss.“

Für einen kurzen Moment entgleisten Derek die Gesichtszüge. Er zeigte, wie er sich fühlte, die tiefe Traurigkeit, die ihn seit dem Feuer gefangen hielt, aber kurz darauf setzte er wieder seine Maske auf.
Er öffnete die Tür und verschwand aus diesem Zimmer.
Ein paar Schritte noch und er wäre für immer fort. Fort aus Beacon Hills, fort von dem Ort, der ihn an alles Schreckliche in seinem Leben erinnerte.

Date: 2014-07-16 09:47 am (UTC)
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From: [personal profile] luinaldawen
Awwww! Ist das putzig! <3 Die kleine Lydia ist einfach nur wahnsinnig niedlich und Derek... hach, der Arme ._. Man kann sich gut vorstellen, wie er einsam durch das Krankenhaus wandert... und das ein Mädchen im Alter in irgendwie berührt, trotz allem was ihm passiert ist... Sehr schön geschrieben!

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