14. H/C: Blinddarmentzündung - für mich
Jul. 12th, 2014 11:18 pmTeam: Thalia
Autor: Jenchan
Challenge: H/C - Blinddarmentzündung (für mich)
Titel: Regen, Regen, Tröpfchen
Fandom: Tatort Münster
Charaktere: Thiel, Boerne
Words: 948
Warnings: unbetaed, uncorrected
Continuation: Teil 1 | Teil 2
Kommentar: Diesmal ist es etwas kürzer geworden, aber ich bin auch so schrecklich müde und ich hab mir an dem Teil auch ziemlich schwer getan. Die beiden sind einfach schrecklich situationsbezogen.
Regen, Regen, Tröpfchen
"Und?"
"Was und?"
"Was hat Doktor Reuters gesagt?"
Thiel gefiel es ganz und gar nicht, wie überheblich Boerne schon wieder klang und es ärgerte ihn doch ein klein wenig, dass er schon wieder Recht hatte. Recht damit, ihn einfach ungebeten zum Arzt zu schleifen.
Natürlich hatte er der Situation dann nicht mehr entkommen können. Er hatte zwar gesagt, dass ihm nichts fehlen würde, aber Ärzte ließen ja sowieso nicht mit sich reden. Immer mussten die sich selbst von allem zu überzeugen.
"Na?"
Sich windend gab Thiel schließlich zu: "Blinddarmentzündung."
"Hab ichs doch gewusst! Was hätte es auch anderes sein können. Die Zeichen waren eindeutig. Mit Appendizitis ist nicht zu spaßen. Wussten Sie, dass der Appendix veriformis - oder für Sie vielleicht besser bekannt unter dem Namen Wurmfortsatz - tatsächlich eine Funktion hat? Wie wir mittlerweile wissen speichert dieser kleine Teil des Blindarms wichtige Bakterien der Darmflora und schützt sie mit Molekülen aus ihrem Immunsystem. Wenn Sie jetzt beispielsweise an Diarrhoe erkranken und all die winzigkleinen Mikroben mit dem ganzen zum Teil nur halbverdauten Resten Ihrer Mahlzeit hinausgeschwemmt werden..."
"Boerne... halten Sie an..."
"Was... wieso denn?"
"Halten Sie sofort an." Thiel hasste es, wenn der Rechtsmediziner mit seinen ganzen Details begann. Und jetzt war ihm ohnehin schon schlecht gewesen. Die Scheibenwischer und die Kurven hatten es nicht besser gemacht.
Kaum hatte der Wagen angehalten, war Thiel auch schon aus dem Auto gesprungen - naja, eigentlich mehr gestolpert und hatte dem Drang nachgegeben, zu würgen. Viel gab es da ja allerdings nicht zu würgen und er hatte sich auch recht bald wieder im Griff. Nass war er jetzt trotzdem.
"Sie hätten auch sagen können, dass Ihnen übel ist, Thiel", beugte sich über den Beifahrersitz, um sich mit ihm zu unterhalten. Thiel konnte manchmal gar nicht fassen, wie weltfremd oder gesellschaftsblind Boerne manchmal sein konnte. Jedem anderen normalen Menschen wär bei diesem Fahrstil, gekoppelt mit solchen Ausführungen schlecht geworden. Vor allem, wenn derjenige auch krank ist.
"Sie können schon fahren - ich werde mir ein Taxi rufen", sagte Frank darauf also einfach nur und sah sich um. Der Regen könnte auch endlich nachlassen, aber immerhin war nur einige Schritte entfernt eine Apotheke. Dort konnte er sich die Antibiothika holen, die ihm der Arzt verschrieben hatte und sich die Daumen drücken, dass es damit wirklich besser wurde.
"Thiel? Thiel, Sie können doch nicht einfach..." Der Hauptkommissar hielt es für besser, den anderen einfach zu igorieren und lief sein nächstes Ziel an. Das war zwar auch nicht besonders angenehm und er kam sich letztlich wie ein begossener Pudel vor, aber er bekam ja jetzt eh Medikamente. Insofern würde es schon nicht so schlimm werden.
Als Thiel kurze Zeit später aus der Apotheke herauskam, hatte er sein Handy bereits herausgeholt, um seinen Vater anzurufen. Da erst bemerkte er im leichter gewordenen Regen und - wenig überraschend - im absoluten Halteverbot Boerne parken. Genervt steckte er das Mobiltelefon wieder ein und eilte zu dem Professor.
"Was ist es eigentlich mit den Menschen, dass sie immer vor meinen Augen die Gesetze brechen müssen?" Sein Vater war ja genauso. "Naja... ist ja Ihr Führerschein." Er hatte seinen wieder und würde zusehen, dass er ihn auch behielt. Ohne weitere Verzögerung stieg er in Boernes Auto. "Als nächstes bleiben Sie bitte bei einem Supermarkt stehen", meinte er noch, während er schon versuchte den Gurt anzulegen.
Boerne lachte fassungslos. "Das kann jetzt aber nicht Ihr Ernst sein. Sie haben eine Appendizitis. Damit ist nicht zu spaßen. Abgesehen davon sind sie pitschnass. Sie gehören ins Bett und nicht in einen Supermarkt", mahnte ihn Boerne und Thiel hatte irgendwie wirklich nicht die Kraft, großartige Diskussionen zu führen. Er merkte ja selbst, dass er krank war und es schlimmer wurde. Aber Boerne redete weiter: "In Ihren Zustand, wenn... wenn Sie da noch durch einen Supermarkt hopsen, da kann es leicht zu einer Gastroentritis kommen."
"Gastro-was?" Thiel sah Boerne an, bevor er abwinkte: "Vergessen Sie's. Machen Sie einfach was Sie wollen." Das war mit weit weniger Problemen verbunden. Er selbst rollte sich auf dem Sitz ein wenig ein und versuchte, dass ihm wieder etwas wärmer wurde...
"Thiel... Herr Thiel."
Wer stupste ihn denn da ständig an? Leise brummte der Hauptkommissar. Ihm war gerade so kuschelig warm geworden.
"Mensch, Thiel, jetzt wachen Sie doch endlich auf. Sie können nicht hier im Auto übernachten. Abgesehen davon sollten Sie wirklich aus den nassen Klamotten raus. Sie holen sich so ja noch den Tod."
Thiel grinste im Schlaf. "Schneiden Sie mich dann auf?", fragte er nuschelnd und begann leise zu lachen.
"Das ist nicht witzig, Herr Thiel. Kommen Sie jetzt!"
Thiel war schlagartig wach, als er das Klicken des Gurtverschlusses hörte und kurz darauf ein Schatten über ihm war. "Was soll denn das jetzt? Gehen Sie runter von mir!", versuchte er zu Boerne etwas abstand zu gewinnen.
"Nach was sieht es denn aus? Ich helfe Ihnen beim Abschnallen."
"Das schaff ich noch sehr gut alleine. Man hat mir nicht meine Arme amputiert", beschwerte sich Thiel. "Wenn Sie jetzt die Güte hätten, sich zu entfernen.... danke." Das war manchmal wirklich ungeheuerlich, was sich der Mann herausnahm. Hatte noch niemand Boerne erklärt, dass er kein Gott war? Oder zumindest, dass nicht jeder seine Hilfe brauchte - oder gar wollte. "Sagen Sie, Boerne", unterbrach er den Professor wieder, der scheinbar ja auch gar nicht mit ihm gesprochen hatte, sondern irgendetwas vor sich her murmelte.
"Ja?"
"Haben Sie eigentlich etwas zu essen zu Hause?"
"Essen?", fragte Boerne irritiert, aber nickte gleich darauf: "Ja, ja. Sicher. Warum fragen Sie?"
Sie waren mittlerweile in ihrem Stock angekommen und er blieb vor Boernes Tür stehen. "Wir gehen zu Ihnen", lächelte Thiel. "Na los, sperren Sie schon auf. Oder wollen Sie ewig hier draußen stehen bleiben?"
Autor: Jenchan
Challenge: H/C - Blinddarmentzündung (für mich)
Titel: Regen, Regen, Tröpfchen
Fandom: Tatort Münster
Charaktere: Thiel, Boerne
Words: 948
Warnings: unbetaed, uncorrected
Continuation: Teil 1 | Teil 2
Kommentar: Diesmal ist es etwas kürzer geworden, aber ich bin auch so schrecklich müde und ich hab mir an dem Teil auch ziemlich schwer getan. Die beiden sind einfach schrecklich situationsbezogen.
Regen, Regen, Tröpfchen
"Und?"
"Was und?"
"Was hat Doktor Reuters gesagt?"
Thiel gefiel es ganz und gar nicht, wie überheblich Boerne schon wieder klang und es ärgerte ihn doch ein klein wenig, dass er schon wieder Recht hatte. Recht damit, ihn einfach ungebeten zum Arzt zu schleifen.
Natürlich hatte er der Situation dann nicht mehr entkommen können. Er hatte zwar gesagt, dass ihm nichts fehlen würde, aber Ärzte ließen ja sowieso nicht mit sich reden. Immer mussten die sich selbst von allem zu überzeugen.
"Na?"
Sich windend gab Thiel schließlich zu: "Blinddarmentzündung."
"Hab ichs doch gewusst! Was hätte es auch anderes sein können. Die Zeichen waren eindeutig. Mit Appendizitis ist nicht zu spaßen. Wussten Sie, dass der Appendix veriformis - oder für Sie vielleicht besser bekannt unter dem Namen Wurmfortsatz - tatsächlich eine Funktion hat? Wie wir mittlerweile wissen speichert dieser kleine Teil des Blindarms wichtige Bakterien der Darmflora und schützt sie mit Molekülen aus ihrem Immunsystem. Wenn Sie jetzt beispielsweise an Diarrhoe erkranken und all die winzigkleinen Mikroben mit dem ganzen zum Teil nur halbverdauten Resten Ihrer Mahlzeit hinausgeschwemmt werden..."
"Boerne... halten Sie an..."
"Was... wieso denn?"
"Halten Sie sofort an." Thiel hasste es, wenn der Rechtsmediziner mit seinen ganzen Details begann. Und jetzt war ihm ohnehin schon schlecht gewesen. Die Scheibenwischer und die Kurven hatten es nicht besser gemacht.
Kaum hatte der Wagen angehalten, war Thiel auch schon aus dem Auto gesprungen - naja, eigentlich mehr gestolpert und hatte dem Drang nachgegeben, zu würgen. Viel gab es da ja allerdings nicht zu würgen und er hatte sich auch recht bald wieder im Griff. Nass war er jetzt trotzdem.
"Sie hätten auch sagen können, dass Ihnen übel ist, Thiel", beugte sich über den Beifahrersitz, um sich mit ihm zu unterhalten. Thiel konnte manchmal gar nicht fassen, wie weltfremd oder gesellschaftsblind Boerne manchmal sein konnte. Jedem anderen normalen Menschen wär bei diesem Fahrstil, gekoppelt mit solchen Ausführungen schlecht geworden. Vor allem, wenn derjenige auch krank ist.
"Sie können schon fahren - ich werde mir ein Taxi rufen", sagte Frank darauf also einfach nur und sah sich um. Der Regen könnte auch endlich nachlassen, aber immerhin war nur einige Schritte entfernt eine Apotheke. Dort konnte er sich die Antibiothika holen, die ihm der Arzt verschrieben hatte und sich die Daumen drücken, dass es damit wirklich besser wurde.
"Thiel? Thiel, Sie können doch nicht einfach..." Der Hauptkommissar hielt es für besser, den anderen einfach zu igorieren und lief sein nächstes Ziel an. Das war zwar auch nicht besonders angenehm und er kam sich letztlich wie ein begossener Pudel vor, aber er bekam ja jetzt eh Medikamente. Insofern würde es schon nicht so schlimm werden.
Als Thiel kurze Zeit später aus der Apotheke herauskam, hatte er sein Handy bereits herausgeholt, um seinen Vater anzurufen. Da erst bemerkte er im leichter gewordenen Regen und - wenig überraschend - im absoluten Halteverbot Boerne parken. Genervt steckte er das Mobiltelefon wieder ein und eilte zu dem Professor.
"Was ist es eigentlich mit den Menschen, dass sie immer vor meinen Augen die Gesetze brechen müssen?" Sein Vater war ja genauso. "Naja... ist ja Ihr Führerschein." Er hatte seinen wieder und würde zusehen, dass er ihn auch behielt. Ohne weitere Verzögerung stieg er in Boernes Auto. "Als nächstes bleiben Sie bitte bei einem Supermarkt stehen", meinte er noch, während er schon versuchte den Gurt anzulegen.
Boerne lachte fassungslos. "Das kann jetzt aber nicht Ihr Ernst sein. Sie haben eine Appendizitis. Damit ist nicht zu spaßen. Abgesehen davon sind sie pitschnass. Sie gehören ins Bett und nicht in einen Supermarkt", mahnte ihn Boerne und Thiel hatte irgendwie wirklich nicht die Kraft, großartige Diskussionen zu führen. Er merkte ja selbst, dass er krank war und es schlimmer wurde. Aber Boerne redete weiter: "In Ihren Zustand, wenn... wenn Sie da noch durch einen Supermarkt hopsen, da kann es leicht zu einer Gastroentritis kommen."
"Gastro-was?" Thiel sah Boerne an, bevor er abwinkte: "Vergessen Sie's. Machen Sie einfach was Sie wollen." Das war mit weit weniger Problemen verbunden. Er selbst rollte sich auf dem Sitz ein wenig ein und versuchte, dass ihm wieder etwas wärmer wurde...
"Thiel... Herr Thiel."
Wer stupste ihn denn da ständig an? Leise brummte der Hauptkommissar. Ihm war gerade so kuschelig warm geworden.
"Mensch, Thiel, jetzt wachen Sie doch endlich auf. Sie können nicht hier im Auto übernachten. Abgesehen davon sollten Sie wirklich aus den nassen Klamotten raus. Sie holen sich so ja noch den Tod."
Thiel grinste im Schlaf. "Schneiden Sie mich dann auf?", fragte er nuschelnd und begann leise zu lachen.
"Das ist nicht witzig, Herr Thiel. Kommen Sie jetzt!"
Thiel war schlagartig wach, als er das Klicken des Gurtverschlusses hörte und kurz darauf ein Schatten über ihm war. "Was soll denn das jetzt? Gehen Sie runter von mir!", versuchte er zu Boerne etwas abstand zu gewinnen.
"Nach was sieht es denn aus? Ich helfe Ihnen beim Abschnallen."
"Das schaff ich noch sehr gut alleine. Man hat mir nicht meine Arme amputiert", beschwerte sich Thiel. "Wenn Sie jetzt die Güte hätten, sich zu entfernen.... danke." Das war manchmal wirklich ungeheuerlich, was sich der Mann herausnahm. Hatte noch niemand Boerne erklärt, dass er kein Gott war? Oder zumindest, dass nicht jeder seine Hilfe brauchte - oder gar wollte. "Sagen Sie, Boerne", unterbrach er den Professor wieder, der scheinbar ja auch gar nicht mit ihm gesprochen hatte, sondern irgendetwas vor sich her murmelte.
"Ja?"
"Haben Sie eigentlich etwas zu essen zu Hause?"
"Essen?", fragte Boerne irritiert, aber nickte gleich darauf: "Ja, ja. Sicher. Warum fragen Sie?"
Sie waren mittlerweile in ihrem Stock angekommen und er blieb vor Boernes Tür stehen. "Wir gehen zu Ihnen", lächelte Thiel. "Na los, sperren Sie schon auf. Oder wollen Sie ewig hier draußen stehen bleiben?"
no subject
Date: 2014-07-13 12:55 pm (UTC)Ich glaube, das zweite ist das Hauptproblem ;)
Er selbst rollte sich auf dem Sitz ein wenig ein und versuchte, dass ihm wieder etwas wärmer wurde...
Das ist eine sehr niedliche Vorstellung. Also, das Einrollen, wie eine Katze.
Hatte noch niemand Boerne erklärt, dass er kein Gott war?
Das Erklären ist nicht das Problem, das Zuhören schon ...
Eigentlich könnte Thiel ruhig ein bißchen dankbarer sein ;) Aber vielleicht geht ihm das ja auch noch irgendwann auf. Fürs erste freue ich mich auf die Fortsetzung!
no subject
Date: 2014-07-13 01:18 pm (UTC)Boerne hat mein Gehirn zu Mus verarbeitet, weil er ständig in meinem Kopf rumlamentiert. (Und Wiki ist neuerdings mein bester Freund XD)
Aber die beiden können auf Dauer ganz schön anstrengend sein XD
Im Moment sind Thiels Hauptproblem eher Schmerzen und ansteigendes Fieber.
Zur Sitzposition: Ja XD er rollt sich ja im Bett auch so ein (oder bei sich auf dem Sofa unter die St. Pauli Decke). Da dachte ich, dass das wahrscheinlich bei ihm irgendwie ne Gewohnheit ist und dann macht man das natürlich überall, wo man grad müde ist und sich ne Schlafgelegenheit bietet XD
Und ich glaube schon, dass Boerne zuhört. Er versteht es nur nicht XD Alles was Kritik an seiner Person ist, ist so als würde man eine fremde, ihm unverständliche Sprache sprechen. Oder auch: Alles, was er nicht hören will, geht beim einen Ohr rein und zum andren raus. XD
no subject
Date: 2014-07-13 02:06 pm (UTC)Ja, Du hast recht, Thiel rollt sich immer sehr lebensecht zusammen. Will sagen, wenn AP so eine "Bettszene" spielt, sieht das immer sehr überzeugend aus.
Alles was Kritik an seiner Person ist, ist so als würde man eine fremde, ihm unverständliche Sprache sprechen. Oder auch: Alles, was er nicht hören will, geht beim einen Ohr rein und zum andren raus.
Besser hätte ich das nicht formulieren können *grins*
no subject
Date: 2014-09-27 02:43 pm (UTC)hehe ... da hast Du aber auch sehr schön "Mord ist die beste Medizin" vorweggenommen ;) - "Sie haben sich doch nicht wirklich für Gott gehalten?"
Bin gerade auf der Suche nach einem "Stimmlos"-Plot, den Du noch mit Thiel & Boerne verwirklichen könntest. Ganz uneigennützig ...