Angst - Geständnis (für's Team)
Jul. 12th, 2014 09:09 pmTeam: Thalia
Challenge: Angst - Geständnis
Titel: -
Fandom: Tatort (Hamburg)
Charaktere: Uwe Kohnau, Cenk Batu
Warnungen: Schimpfwörter, ungebetat.
Anmerkungen: Das sollte eigentlich etwas anderes werden. Naja.
„Ich bin dein Chef, verdammte Scheiße!“, brüllt Uwe nicht zum ersten Mal für diesen Morgen. Er hat seine gesamte Engelsgeduld schon lange verloren. Im Grunde wundert es ihn, dass er Cenk nicht schon mehrmals seit Beendigung des Einsatzes vor lauter Frustration erwürgt hat, und Cenk scheint nach wie vor vollkommen unbeeindruckt. Er weicht keinen Millimeter vor ihm zurück, als zeuge es von Renitenz, sich anschreien zu lassen.
Für Uwe ist es eher kathartisch, Cenk wenigstens einen Teil seiner Emotionen entgegenbrüllen zu können. Ihm hat die ganze Nacht, während der gesamten Endphase des Einsatzes, das Wasser bis zum Hals gestanden. Es ist weiß Gott nicht einfach, diese Anspannung wieder abzuschütteln, als sei nichts gewesen, und er ist froh, dass Cenk seine zitternden Hände nicht sehen kann.
Natürlich hat Cenk allen Grund, wütend zu sein. Der Einsatz endete in einer kompletten Katastrophe, die ganze Planung war schiefgelaufen und obwohl Cenk sein Bestes gegeben hat, die Situation – entgegen einiger offizieller Anweisungen – zu lösen, kann Uwe ihm dafür nicht gratulieren, denn erstens ist trotzdem alles den Bach herunter gegangen, und zweitens hat Cenk schon wieder direkte Befehle missachtet. Drittens hat Uwe aus purer Angst um Cenks Sicherheit Blut und Wasser geschwitzt, aber das erfährt Cenk nicht.
Uwe findet, dass das auch für ihn selbst ganz gute Gründe sind, sich aufzuregen. Und wenn Cenk ihn dann nach einer derart nervenaufreibenden Nacht auch noch anschreit, wie so etwas passieren könne, ob sie auf dem Revier alle vollkommene Idioten wären, ob sie sich überhaupt vorstellen können, in welche Gefahr sie ihn bringen, und ob sie Flachwichser nicht auch mal Lust hätten, ihre eigenen hohlen Schädel hinzuhalten, vergeht auch Uwe alle Lust, noch sachlich und ruhig zu bleiben, denn Scheiße, ja, er weiß, in welche Gefahr er Cenk bringt, und es macht ihn krank.
Cenk grinst ihn humorlos an.
„Das hast du schon ein paar Mal erwähnt, Chef. Ändert aber gar nichts dran, dass wegen euch inkompetenten Sackratten in euren durchgesessenen Bürostühlen schon wieder ‘ne verfluchte Menge Scheiße passiert ist und ich langsam die Schnauze voll hab.“
Ihre Diskussion dreht sich seit Stunden im Kreis und Uwe weiß, dass er nicht gewinnen wird, weil er Cenks Ärger versteht, weil sein Herz immer noch viel zu schnell schlägt, weil seine Hände immer noch zittern und er sich nur deshalb nicht rumdreht und geht, weil Cenks Wut ihm wenigstens beweist, dass es noch da ist und dass sie es vorerst wieder überstanden haben.
Uwe möchte weiter schreien, er möchte Cenk packen und schütteln und ihm sagen, dass er eine scheiß Angst um ihn hatte, dass er lieber sich selbst ans Messer liefern würde, als Cenk noch ein einziges Mal einer solchen Situation auszusetzen. Aber Cenks abschätziger, geradezu kalter Blick nimmt ihm den Mut für derartige Geständnisse.
Stattdessen verschränkt er die Armen – es hilft gegen das Zittern – und begegnet trotzig Cenks Blick. Sie haben sich festmanövriert und Uwe weiß, dass keiner von ihnen nachgeben wird.
„Weißt du was?“, beginnt Uwe, und Cenk grinst wieder, denn ja, er weiß genau, was Uwe sagen wird. Natürlich weiß er es. Es ist die einzige Art, wie sie mit ihren eigenen Ängsten umgehen können. „Du kannst mich mal.“
Cenk schüttelt den Kopf, abschätzig, als sei er enttäuscht von Uwes Reaktion.
„Du mich auch, Arschloch“, sagt er, und geht.
Challenge: Angst - Geständnis
Titel: -
Fandom: Tatort (Hamburg)
Charaktere: Uwe Kohnau, Cenk Batu
Warnungen: Schimpfwörter, ungebetat.
Anmerkungen: Das sollte eigentlich etwas anderes werden. Naja.
„Ich bin dein Chef, verdammte Scheiße!“, brüllt Uwe nicht zum ersten Mal für diesen Morgen. Er hat seine gesamte Engelsgeduld schon lange verloren. Im Grunde wundert es ihn, dass er Cenk nicht schon mehrmals seit Beendigung des Einsatzes vor lauter Frustration erwürgt hat, und Cenk scheint nach wie vor vollkommen unbeeindruckt. Er weicht keinen Millimeter vor ihm zurück, als zeuge es von Renitenz, sich anschreien zu lassen.
Für Uwe ist es eher kathartisch, Cenk wenigstens einen Teil seiner Emotionen entgegenbrüllen zu können. Ihm hat die ganze Nacht, während der gesamten Endphase des Einsatzes, das Wasser bis zum Hals gestanden. Es ist weiß Gott nicht einfach, diese Anspannung wieder abzuschütteln, als sei nichts gewesen, und er ist froh, dass Cenk seine zitternden Hände nicht sehen kann.
Natürlich hat Cenk allen Grund, wütend zu sein. Der Einsatz endete in einer kompletten Katastrophe, die ganze Planung war schiefgelaufen und obwohl Cenk sein Bestes gegeben hat, die Situation – entgegen einiger offizieller Anweisungen – zu lösen, kann Uwe ihm dafür nicht gratulieren, denn erstens ist trotzdem alles den Bach herunter gegangen, und zweitens hat Cenk schon wieder direkte Befehle missachtet. Drittens hat Uwe aus purer Angst um Cenks Sicherheit Blut und Wasser geschwitzt, aber das erfährt Cenk nicht.
Uwe findet, dass das auch für ihn selbst ganz gute Gründe sind, sich aufzuregen. Und wenn Cenk ihn dann nach einer derart nervenaufreibenden Nacht auch noch anschreit, wie so etwas passieren könne, ob sie auf dem Revier alle vollkommene Idioten wären, ob sie sich überhaupt vorstellen können, in welche Gefahr sie ihn bringen, und ob sie Flachwichser nicht auch mal Lust hätten, ihre eigenen hohlen Schädel hinzuhalten, vergeht auch Uwe alle Lust, noch sachlich und ruhig zu bleiben, denn Scheiße, ja, er weiß, in welche Gefahr er Cenk bringt, und es macht ihn krank.
Cenk grinst ihn humorlos an.
„Das hast du schon ein paar Mal erwähnt, Chef. Ändert aber gar nichts dran, dass wegen euch inkompetenten Sackratten in euren durchgesessenen Bürostühlen schon wieder ‘ne verfluchte Menge Scheiße passiert ist und ich langsam die Schnauze voll hab.“
Ihre Diskussion dreht sich seit Stunden im Kreis und Uwe weiß, dass er nicht gewinnen wird, weil er Cenks Ärger versteht, weil sein Herz immer noch viel zu schnell schlägt, weil seine Hände immer noch zittern und er sich nur deshalb nicht rumdreht und geht, weil Cenks Wut ihm wenigstens beweist, dass es noch da ist und dass sie es vorerst wieder überstanden haben.
Uwe möchte weiter schreien, er möchte Cenk packen und schütteln und ihm sagen, dass er eine scheiß Angst um ihn hatte, dass er lieber sich selbst ans Messer liefern würde, als Cenk noch ein einziges Mal einer solchen Situation auszusetzen. Aber Cenks abschätziger, geradezu kalter Blick nimmt ihm den Mut für derartige Geständnisse.
Stattdessen verschränkt er die Armen – es hilft gegen das Zittern – und begegnet trotzig Cenks Blick. Sie haben sich festmanövriert und Uwe weiß, dass keiner von ihnen nachgeben wird.
„Weißt du was?“, beginnt Uwe, und Cenk grinst wieder, denn ja, er weiß genau, was Uwe sagen wird. Natürlich weiß er es. Es ist die einzige Art, wie sie mit ihren eigenen Ängsten umgehen können. „Du kannst mich mal.“
Cenk schüttelt den Kopf, abschätzig, als sei er enttäuscht von Uwes Reaktion.
„Du mich auch, Arschloch“, sagt er, und geht.
no subject
Date: 2014-07-13 02:24 pm (UTC)Aber Cenks abschätziger, geradezu kalter Blick nimmt ihm den Mut für derartige Geständnisse.
Ich hab mir noch nie so sehr eine Sonnenbrille auf der Nase von Cenk Batu gewünscht. ;^;
(Psst, magst du das noch mit inspiration taggen? Ich hab irgendwie Lust Cenks Perspektive zu schreiben, das könnte man dann für Joker benutzen. Wenn ich meine gierigen Griffel lieber raushalten soll, ist das kein Problem XD)
no subject
Date: 2014-07-13 02:33 pm (UTC)Ich würde ja sagen, er hat die Sonnenbrille schon aus Wut (for emphasis) abgenommen, aber nachts hat er die vermutlich gar nicht erst dabei gehabt. Effekt ruiniert.
(Ist getaggt, ich freue mich auf Cenks Perspektive!)
no subject
Date: 2014-07-19 10:18 am (UTC)no subject
Date: 2014-07-19 08:19 pm (UTC)Aber hast du auch
no subject
Date: 2014-10-08 07:46 am (UTC)Eigentlich ... passiert hier ja gar nichts. Aber es ist einfach großartig, wie Du Uwe eingefangen hast, diese unterdrückte Wut und darunter Anspannung und Angst. Während des Lesens habe ich die zwei vor mir gesehen, d.h. vor allem Uwe, weil es sein POV ist und weil er im Moment nicht in der Verfassung ist, noch viel von Cenk wahrzunehmen. So möchte ich ihn auch gerne treffen ...
Er hat seine gesamte Engelsgeduld schon lange verloren.
Da macht er sich aber schön was vor ;) Für mich wirkt Uwe in den kritischen Situationen, in die die beiden ja oft genug geraten, immer extrem angespannt. Wie ein Kessel, der unter Druck steht und kurz davor ist zu platzen.
Jedenfalls - irgendwie zieht es mich regelmäßig hierhin zurück und ich kann mich nicht entscheiden, ob ich an der Stelle gerne noch mehr lesen würde (eigentlich immer ja), oder ob es doch so perfekt ist (ebenso ja).
no subject
Date: 2014-10-15 07:22 pm (UTC)Es freut mich, dass es dir gefallen hat. Mehr wird es an dieser Stelle wohl nicht geben, deshalb ist es schön, dass es auf diese Weise auch perfekt ist :D