12. Angst: "Nie wieder" - für mich
Jul. 11th, 2014 08:39 amTeam: Thalia
Autor: Jenchan
Challenge: Angst - "Nie wieder" (für mich)
Titel: Der Brief
Fandom: Original
Charaktere: Carsten
Words: 683
Warnings: unbetaed, uncorrected
Continuation: 1, 2
Kommentar: Ich glaube, jetzt hab ich endlich den Plotstrang gefunden.
Der Brief
Schon eine ganze Weile starrte Carsten ins Leere. Vor im am Bildschirm blinkte unermüdlich der Cursor und eigentlich sollte er ja arbeiten. Aber sein Kopf war voll von Anna und das Geständnis, dass er ihr am Abend zuvor erneut nicht machen hatte können. Das lief alles aus dem Ruder und langsam kam er sich vor wie ein Versager. Unfähig, zu seiner Frau ehrlich zu sein, unfähig den Mut aufzubringen und von vorne anzufangen. Wahrscheinlich konnte er nichts dafür, aber das machte die Lage nicht besser oder einfacher. Er hatte schließlich auch seine Ausgaben und musste irgendwie den Lebensunterhalt bezahlen.
Er beschloss, früher nach Hause zu fahren. Mit Anna zu reden und reinen Tisch zu machen. Er hatte es einfach zu lange schleifen lassen und er musste nun endlich aus seinem Loch kriechen und zusehen, dass er noch retten konnte, was zu retten war. Bestimmt war ein Neustart möglich, aber er machte sich da nichts vor: Es kamen harte Zeiten auf sie zu.
Seine Firma lag nicht besonders weit weg von seinem Haus. Aber der Weg war lang genug, dass ihm Zweifel an seinem Entschluss kommen konnten. Ein Teil von ihm war erleichtert, als er sah, dass Annas PKW nicht in der Einfahrt parkte. Und nicht in der Garage.
Sie war also nicht zu Hause, was wohl kaum verwunderlich war. Eigentlich hätte es ihn nicht überraschen sollen, schließlich war er den ganzen Tag nicht da und er hätte ja vorher Anrufen können, dass er früher heimkam. Bestimmt hätte sie sich darüber gefreut. Anna stand auf solche Kontrollanrufe. Sie sagte immer wieder einmal, dass sie sich dann weniger Sorgen machte.
Carsten beschloss, dass er das ja jetzt noch nachholen konnte. Schließlich konnte er ja immer noch anrufen und ihr sagen, dass er bereits nach Hause gefahren war. Nachdem er also seinen Wagen abgestellt und ins Haus gegangen war, nahm er auch gleich das Telefon und wählte Annas Handynummer an. Geduldig wartete er, aber schließlich sprang die Mailbox an. "Hey Schatz. Ich wollte nur Bescheid sagen, dass ich heute früher Schluss gemacht habe und schon zu Hause bin. Wir sehen uns da, bye", sprach er ihr auf den Anrufbeantworter und striff dann etwas ziellos durch Haus. Er ließ seine Gedanken schweifen, ließ es zu, dass er sich an alte Zeiten erinnerte. Daran, wie sie frisch hier eingezogen waren, wie Anna Feuer und Flamme dafür gewesen war, alles einzurichten und er keine Bedenken gehabt hatte, sie würde vielleicht zuviel Geld ausgeben.
Aber die Vergangenheit war leider nicht die Realität. Heute machte er sich diese Sorgen, einfach weil er wusste, dass nicht annähernd soviel Geld da war, wie Anna vielleicht glaubte. Sie war nie besonders verschwenderisch mit den finanziellen Mitteln umgegangen, aber sie hatten auch nie bewusst auf den Preis geachtet. Es war auch einfach nicht notwendig gewesen.
Das klingeln an der Haustüre riss Carsten schließlich aus seinen Gedanken und skeptisch sah er auf die Uhr. Wen Anna wohl erwartete? Er selbst war ja um die Zeit nicht zu Hause. Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengrube ging er an die Türe. Aber niemand stand draußen. Vielleicht ein Scherz von ein paar Rabauken aus der Siedlung. Erst kurz bevor er die Tüte wieder schließen wollte, fand er den unscheinbaren Umschlag auf seiner Türschwelle liegen. Irritiert hob er ihn auf, aber er war nicht beschriftet.
Carsten schloss hinter sich die Türe und ging mit dem Brief in die Küche. Dort warf er ihn erst einmal auf den Tisch und machte sich einen Kaffee. Außerdem sah er in den Kühlschrank. Er beschloss sein Abendessen von gestern aufzuessen und erwärmte es sich in der Mikrowelle. Erst als er sich mit allem zu Tisch setzte, wanderte sein Blick wieder zu dem seltsamen Umschlag, den ihm jemand vor die Türe gelegt hatte.
Nach einigen Bissen gewann seine Neugier. Er schob den Teller Beiseite und öffnete das Kuvert.
Die Nachricht ließ ihn allerdings blass werde: "Wir haben deine Frau. Wenn du nicht bis morgen 120.000 Euro lieferst, siehst du sie nie wieder."
Carsten begann zu zittern. Das konnte nicht sein. Das musste ein dummer Scherz sein. Woher sollte er denn bitte soviel Geld hernehmen?
Autor: Jenchan
Challenge: Angst - "Nie wieder" (für mich)
Titel: Der Brief
Fandom: Original
Charaktere: Carsten
Words: 683
Warnings: unbetaed, uncorrected
Continuation: 1, 2
Kommentar: Ich glaube, jetzt hab ich endlich den Plotstrang gefunden.
Der Brief
Schon eine ganze Weile starrte Carsten ins Leere. Vor im am Bildschirm blinkte unermüdlich der Cursor und eigentlich sollte er ja arbeiten. Aber sein Kopf war voll von Anna und das Geständnis, dass er ihr am Abend zuvor erneut nicht machen hatte können. Das lief alles aus dem Ruder und langsam kam er sich vor wie ein Versager. Unfähig, zu seiner Frau ehrlich zu sein, unfähig den Mut aufzubringen und von vorne anzufangen. Wahrscheinlich konnte er nichts dafür, aber das machte die Lage nicht besser oder einfacher. Er hatte schließlich auch seine Ausgaben und musste irgendwie den Lebensunterhalt bezahlen.
Er beschloss, früher nach Hause zu fahren. Mit Anna zu reden und reinen Tisch zu machen. Er hatte es einfach zu lange schleifen lassen und er musste nun endlich aus seinem Loch kriechen und zusehen, dass er noch retten konnte, was zu retten war. Bestimmt war ein Neustart möglich, aber er machte sich da nichts vor: Es kamen harte Zeiten auf sie zu.
Seine Firma lag nicht besonders weit weg von seinem Haus. Aber der Weg war lang genug, dass ihm Zweifel an seinem Entschluss kommen konnten. Ein Teil von ihm war erleichtert, als er sah, dass Annas PKW nicht in der Einfahrt parkte. Und nicht in der Garage.
Sie war also nicht zu Hause, was wohl kaum verwunderlich war. Eigentlich hätte es ihn nicht überraschen sollen, schließlich war er den ganzen Tag nicht da und er hätte ja vorher Anrufen können, dass er früher heimkam. Bestimmt hätte sie sich darüber gefreut. Anna stand auf solche Kontrollanrufe. Sie sagte immer wieder einmal, dass sie sich dann weniger Sorgen machte.
Carsten beschloss, dass er das ja jetzt noch nachholen konnte. Schließlich konnte er ja immer noch anrufen und ihr sagen, dass er bereits nach Hause gefahren war. Nachdem er also seinen Wagen abgestellt und ins Haus gegangen war, nahm er auch gleich das Telefon und wählte Annas Handynummer an. Geduldig wartete er, aber schließlich sprang die Mailbox an. "Hey Schatz. Ich wollte nur Bescheid sagen, dass ich heute früher Schluss gemacht habe und schon zu Hause bin. Wir sehen uns da, bye", sprach er ihr auf den Anrufbeantworter und striff dann etwas ziellos durch Haus. Er ließ seine Gedanken schweifen, ließ es zu, dass er sich an alte Zeiten erinnerte. Daran, wie sie frisch hier eingezogen waren, wie Anna Feuer und Flamme dafür gewesen war, alles einzurichten und er keine Bedenken gehabt hatte, sie würde vielleicht zuviel Geld ausgeben.
Aber die Vergangenheit war leider nicht die Realität. Heute machte er sich diese Sorgen, einfach weil er wusste, dass nicht annähernd soviel Geld da war, wie Anna vielleicht glaubte. Sie war nie besonders verschwenderisch mit den finanziellen Mitteln umgegangen, aber sie hatten auch nie bewusst auf den Preis geachtet. Es war auch einfach nicht notwendig gewesen.
Das klingeln an der Haustüre riss Carsten schließlich aus seinen Gedanken und skeptisch sah er auf die Uhr. Wen Anna wohl erwartete? Er selbst war ja um die Zeit nicht zu Hause. Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengrube ging er an die Türe. Aber niemand stand draußen. Vielleicht ein Scherz von ein paar Rabauken aus der Siedlung. Erst kurz bevor er die Tüte wieder schließen wollte, fand er den unscheinbaren Umschlag auf seiner Türschwelle liegen. Irritiert hob er ihn auf, aber er war nicht beschriftet.
Carsten schloss hinter sich die Türe und ging mit dem Brief in die Küche. Dort warf er ihn erst einmal auf den Tisch und machte sich einen Kaffee. Außerdem sah er in den Kühlschrank. Er beschloss sein Abendessen von gestern aufzuessen und erwärmte es sich in der Mikrowelle. Erst als er sich mit allem zu Tisch setzte, wanderte sein Blick wieder zu dem seltsamen Umschlag, den ihm jemand vor die Türe gelegt hatte.
Nach einigen Bissen gewann seine Neugier. Er schob den Teller Beiseite und öffnete das Kuvert.
Die Nachricht ließ ihn allerdings blass werde: "Wir haben deine Frau. Wenn du nicht bis morgen 120.000 Euro lieferst, siehst du sie nie wieder."
Carsten begann zu zittern. Das konnte nicht sein. Das musste ein dummer Scherz sein. Woher sollte er denn bitte soviel Geld hernehmen?
no subject
Date: 2014-07-11 08:22 am (UTC)Super!
Mit der Wendung hatte ich nicht gerechnet - gefällt mir aber! Und "Angst" trifft es mehr und mehr ...