10. Angst: Geständnis - für mich
Jul. 9th, 2014 05:28 pmTeam: Thalia
Autor: Jenchan
Challenge: Angst - Geständnis (für mich)
Titel: Beste Freunde
Fandom: Original
Charaktere: Anna, Melanie
Words: 749
Warnings: unbetaed, uncorrected
Continuation: 1,
Kommentar: Wow, im Moment fällt mir das Schreiben wirklich schwer und irgendwie hab ich mich noch nicht ganz entschieden, in welche Richtung, die Story nun gehen soll. Aber naja - ich habe ja noch ein paar Teile zu schreiben >.<
Beste Freunde
"Guten Morgen, Frau Rosenstein." Anna lächelte, als sie von der Nachbarin gegrüßt wurde, die gerade im Garten ihre Blumen pflegte. Sie hatte in der Nacht schlecht geschlafen. Schon seit Wochen quälten sie Zweifel. Zweifel an der Treue ihres Mannes. Carsten kam in letzter Zeit oft spät nach Hause. Öfter als sonst. Sie verstand durchaus, dass er als Selbstständiger sehen musste, wo er blieb und er als Chef seiner eigenen Firma nun einmal Überstunden machen musste.
Es hatte noch nie geklappt, dass er sie anrief, wenn es später wurde und sie hatte es aufgegeben, ihn immer wieder darauf hinzuweisen, dass sie sich Sorgen machte, wenn er sich nicht meldete.
Irgendwann hatte sie begonnen, sich schrecklich einsam zu fühlen. Eine Einsamkeit, die sie regelrecht betäubte. Schon seit ein paar Jahren hatte sie das Gefühl, einfach nur noch zu funktionieren. Sie lächelte und grüßte freundlich, war gegenüber der restlichen Menschheit höflich und hilfsbereit. Aber sie fühlte nichts.
Erst, als Carsten begonnen hat, sich seltsam zu benehmen. Sich noch mehr zurückzuziehen, als es ohnehin schon der Fall war. Sie lebten ja doch nur nebeneinander her.
Das hieß nicht, dass er nicht liebevoll mit ihr umging. Sie bekam ihre Küsschen, ihre Kosenamen und ließ sich im Bett auch umarmen. Vielleicht war sie auch einfach nur zu abgestumpft, um es noch wertschätzen zu können. Um zu spüren, was sie an ihm hatte - abgesehen von dem Geld, das er heimtrug.
"Guten Morgen, Frau Graslhuber", grüßte Anna zurück. "So früh schon so fleißig", merkte sie im Plauderton an.
"Es ist gutes Wetter. Und Sie wissen doch: Der frühe Vogel fängt den Wurm."
Anna lachte verhalten. "Ja, da haben Sie Recht. Ich wünsche Ihnen noch viel Erfolg", verabschiedete sich und stieg in ihr Auto. Sie war zum Mittagessen verabredet und wollte vorher noch sehen, ob sie einige Besorgungen machen konnte, wenn sie schon in der Stadt war.
Die ganze Zeit über wälzte sie dabei ihre Zweifel in ihrem Kopf herum. Anna hielt Carsten für einen korrekten Menschen. Sie traute ihrem Ehemann nicht zu, dass er ihr fremdging, aber dann wiederum sprachen sie in letzter Zeit nicht besonders viel miteinander. Früher, als sie noch frisch verliebt gewesen waren, war das anders gewesen. Sie hatten sich soviel zu erzählen gehabt, soviel über das sie hatten diskutieren können und reden können.
Irgendwann war es weniger geworden und jetzt sehnte sich Anna immer häufiger zurück in diese alten, glücklichen Tage. Sie hatte das Gefühl, Carsten nicht mehr zu kennen. Er verheimlichte etwas, da war sie sich ganz sicher. Und was gäbe es schon anderes so schreckliches zu verheimlichen, wenn es nicht Untreue war? Was gab es, das man seinem Ehepartner, dem Menschen mit dem man einen Bund fürs Leben eingegangen war, nicht sagen konnte?
Bisher hatte sie immer gedacht, dass ihre Partnerschaft alles überdauern konnte. Sie hatte sogar die Zweifel beider Elternseiten überstanden.
Sollte das jetzt alles zerbrechen?
"Anna! Hier bin ich", riss sie Melanies Stimme aus den Gedanken. Sofort erschien wieder ein Lächeln auf ihren Lippen und sie kam auf den Tisch zu, den ihre Freundin für sie beide reserviert hatte. Heute würde sie wahrscheinlich nicht um irgendwelche Fragen herumkommen, so akribisch wie Mel sie nun beobachtete.
"Hi, Meli. Wartest du schon lange?"
"Nein. Du bist pünktlich." Melanie lächelte auch, aber in ihren Augen standen endlose Fragen. Anna lenkte dennoch erst ab, als sie sich setzte, und nahm die Karte in die Hand.
Nachdem sie bestellte hatte, fragte sie ihre Freundin ein wenig nach Neuigkeiten aus und verstrickte die andere Frau in ein lockeres Gespräch. Sie kannten sie quasi schon ewig und Anna war froh, dass sich ihre Freundschaft nicht aufgelöst hatte, als ihre Leben in so unterschiedliche Bahnen gelaufen war. Heute konnten sie gar nicht unterschiedlicher sein, aber sie verstanden sich immer noch hervorragend.
"Und jetzt sagst du mir...", begann Melanie und Anna unterbrach sie mit einem Seufzen.
"Glaubst du, Carsten hat eine andere?"
Melanie bekam große Augen: "Carsten? Dein Carsten?" Sie schüttelte den Kopf. "Nein, bestimmt nicht."
Anna schwieg. Dann rückte sie mit der Sprache raus: "Ich frage mich, ob es nicht besser wäre, uns scheiden zu lassen." Das Geständnis war ihr schwer gefallen, aber wenn sie darüber nicht mit ihrer besten Freundin sprechen konnte, mit wem dann? Carsten? Sie war froh, wenn sie ihn überhaupt mal länger als zehn Minuten zu Gesicht bekam. Aber vor allen Dingen brauchte sie jemanden, der ihr den Rücken stärkte. Der ihr den Weg wies, den sie irgendwann aus den Augen verloren hatte. Sie hoffte, Melanie hatte einen guten Rat für sie.
Autor: Jenchan
Challenge: Angst - Geständnis (für mich)
Titel: Beste Freunde
Fandom: Original
Charaktere: Anna, Melanie
Words: 749
Warnings: unbetaed, uncorrected
Continuation: 1,
Kommentar: Wow, im Moment fällt mir das Schreiben wirklich schwer und irgendwie hab ich mich noch nicht ganz entschieden, in welche Richtung, die Story nun gehen soll. Aber naja - ich habe ja noch ein paar Teile zu schreiben >.<
Beste Freunde
"Guten Morgen, Frau Rosenstein." Anna lächelte, als sie von der Nachbarin gegrüßt wurde, die gerade im Garten ihre Blumen pflegte. Sie hatte in der Nacht schlecht geschlafen. Schon seit Wochen quälten sie Zweifel. Zweifel an der Treue ihres Mannes. Carsten kam in letzter Zeit oft spät nach Hause. Öfter als sonst. Sie verstand durchaus, dass er als Selbstständiger sehen musste, wo er blieb und er als Chef seiner eigenen Firma nun einmal Überstunden machen musste.
Es hatte noch nie geklappt, dass er sie anrief, wenn es später wurde und sie hatte es aufgegeben, ihn immer wieder darauf hinzuweisen, dass sie sich Sorgen machte, wenn er sich nicht meldete.
Irgendwann hatte sie begonnen, sich schrecklich einsam zu fühlen. Eine Einsamkeit, die sie regelrecht betäubte. Schon seit ein paar Jahren hatte sie das Gefühl, einfach nur noch zu funktionieren. Sie lächelte und grüßte freundlich, war gegenüber der restlichen Menschheit höflich und hilfsbereit. Aber sie fühlte nichts.
Erst, als Carsten begonnen hat, sich seltsam zu benehmen. Sich noch mehr zurückzuziehen, als es ohnehin schon der Fall war. Sie lebten ja doch nur nebeneinander her.
Das hieß nicht, dass er nicht liebevoll mit ihr umging. Sie bekam ihre Küsschen, ihre Kosenamen und ließ sich im Bett auch umarmen. Vielleicht war sie auch einfach nur zu abgestumpft, um es noch wertschätzen zu können. Um zu spüren, was sie an ihm hatte - abgesehen von dem Geld, das er heimtrug.
"Guten Morgen, Frau Graslhuber", grüßte Anna zurück. "So früh schon so fleißig", merkte sie im Plauderton an.
"Es ist gutes Wetter. Und Sie wissen doch: Der frühe Vogel fängt den Wurm."
Anna lachte verhalten. "Ja, da haben Sie Recht. Ich wünsche Ihnen noch viel Erfolg", verabschiedete sich und stieg in ihr Auto. Sie war zum Mittagessen verabredet und wollte vorher noch sehen, ob sie einige Besorgungen machen konnte, wenn sie schon in der Stadt war.
Die ganze Zeit über wälzte sie dabei ihre Zweifel in ihrem Kopf herum. Anna hielt Carsten für einen korrekten Menschen. Sie traute ihrem Ehemann nicht zu, dass er ihr fremdging, aber dann wiederum sprachen sie in letzter Zeit nicht besonders viel miteinander. Früher, als sie noch frisch verliebt gewesen waren, war das anders gewesen. Sie hatten sich soviel zu erzählen gehabt, soviel über das sie hatten diskutieren können und reden können.
Irgendwann war es weniger geworden und jetzt sehnte sich Anna immer häufiger zurück in diese alten, glücklichen Tage. Sie hatte das Gefühl, Carsten nicht mehr zu kennen. Er verheimlichte etwas, da war sie sich ganz sicher. Und was gäbe es schon anderes so schreckliches zu verheimlichen, wenn es nicht Untreue war? Was gab es, das man seinem Ehepartner, dem Menschen mit dem man einen Bund fürs Leben eingegangen war, nicht sagen konnte?
Bisher hatte sie immer gedacht, dass ihre Partnerschaft alles überdauern konnte. Sie hatte sogar die Zweifel beider Elternseiten überstanden.
Sollte das jetzt alles zerbrechen?
"Anna! Hier bin ich", riss sie Melanies Stimme aus den Gedanken. Sofort erschien wieder ein Lächeln auf ihren Lippen und sie kam auf den Tisch zu, den ihre Freundin für sie beide reserviert hatte. Heute würde sie wahrscheinlich nicht um irgendwelche Fragen herumkommen, so akribisch wie Mel sie nun beobachtete.
"Hi, Meli. Wartest du schon lange?"
"Nein. Du bist pünktlich." Melanie lächelte auch, aber in ihren Augen standen endlose Fragen. Anna lenkte dennoch erst ab, als sie sich setzte, und nahm die Karte in die Hand.
Nachdem sie bestellte hatte, fragte sie ihre Freundin ein wenig nach Neuigkeiten aus und verstrickte die andere Frau in ein lockeres Gespräch. Sie kannten sie quasi schon ewig und Anna war froh, dass sich ihre Freundschaft nicht aufgelöst hatte, als ihre Leben in so unterschiedliche Bahnen gelaufen war. Heute konnten sie gar nicht unterschiedlicher sein, aber sie verstanden sich immer noch hervorragend.
"Und jetzt sagst du mir...", begann Melanie und Anna unterbrach sie mit einem Seufzen.
"Glaubst du, Carsten hat eine andere?"
Melanie bekam große Augen: "Carsten? Dein Carsten?" Sie schüttelte den Kopf. "Nein, bestimmt nicht."
Anna schwieg. Dann rückte sie mit der Sprache raus: "Ich frage mich, ob es nicht besser wäre, uns scheiden zu lassen." Das Geständnis war ihr schwer gefallen, aber wenn sie darüber nicht mit ihrer besten Freundin sprechen konnte, mit wem dann? Carsten? Sie war froh, wenn sie ihn überhaupt mal länger als zehn Minuten zu Gesicht bekam. Aber vor allen Dingen brauchte sie jemanden, der ihr den Rücken stärkte. Der ihr den Weg wies, den sie irgendwann aus den Augen verloren hatte. Sie hoffte, Melanie hatte einen guten Rat für sie.
no subject
Date: 2014-07-09 07:12 pm (UTC)Die Geschichte liest sich gut - obwohl es ein Original ist, sind die beiden Hauptfiguren in den ersten beiden Kapiteln für mich schon sehr plastisch geworden. Ich bin gespannt, wie sich das weiterentwickelt! Obwohl die Tabelle (Angst) ja nix gutes verheißt, hoffe ich irgendwie doch auf einen guten Ausgang ...
no subject
Date: 2014-07-09 08:12 pm (UTC)Ich hab mir nur mal ne Reihenfolge festgelegt, aber noch keinen wirklichen Plot - und kämpfe wie schon erwähnt mit einer Schreibblockade, was ziemlich unschön ist. ^^***
Aber naja XD ich steh auf Happy Ends und "Angst" ist ja nicht zwangsweise mit Katastrophen zu verbinden. Es bedeutet einfach nur, dass sich jemand oder einige vor etwas fürchten/sich intensive Gedanken darum machen - egal ob berechtigt oder unberechtigt. ^.~
Danke fürs Lesen ^^
(Ich hab grad ne spontan dumme Idee... ob du nicht vielleicht interessiert daran wärst im Zuge der Sommerchallenge ne gemeinsame Thiel/Boerne-Story aufzuziehen... nichts langes und ich bin sicherlich unglaublich ungeeignet die beiden zu schreiben... aber naja... dumme Ideen halt ^^***)