[identity profile] peterhforalpha.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Erato
Challenge: Angst - Trennungsangst (für mich)
Titel: Ich kann das nicht
Fandom: Teen Wolf
Charaktere: Lydia, Allison
Wörter: 892
Warnung: könnte Spoiler enthalten ;) (für 3. Staffel)
A/N: Ja, es tut mir selber leid, dass ich das geschrieben habe. Also Entschuldigung an alle, die das lesen werden

Lydia sah in den Spiegel und beobachtete Allison dabei, wie sie sich gemütlich aufs Bett fallen ließ und das Buch von der Kommode daneben nahm. Sie blätterte kurz darin herum, bevor sie es wieder weglegte.
„Das nimmst du als Nachtlektüre?“, wollte sie wissen und sah Lydia durch den Spiegel in die Augen.
Diese drehte sich bei der Frage um, ihre Hände immer noch am Ohr, da sie gerade ihre Ohrringe ausziehen wollte. Sie zuckte leicht mit den Schultern. „Nur ein wenig altes Griechisch, was ist verkehrt daran?“

Allison verdrehte die Augen und lächelte. Dieses Lachen, das Lydia über alles liebte und das sie nie vergessen wollte. Schnell legte Lydia ihren restlichen Schmuck ab und begab sich zu Allison aufs Bett. Es war schon spät am Abend, aber Lydia war froh, dass ihre Freundin heute hier war. Sie brauchte sie, so unheimlich, mehr, als sie es je für möglich gehalten hätte. Und besonders jetzt, besonders an diesem Abend, denn Lydia wollte nicht einmal daran denken, was am nächsten Morgen sein würde.
„Du wolltest reden?“, begann Allison das Gespräch, die anscheinend gemerkt hatte, dass Lydia nun so weit war.
Diese nickte schwach. „Ich kann das morgen nicht tun“, gab sie direkt zu und setzte sich im Schneidersitz hin, sodass sie Allison in die Augen sehen konnte. „Ich glaube nicht, dass ich dafür stark genug bin.“

Auch Allison setzte sich auf, genau gegenüber von Lydia. „Hey, du bist einer der stärksten Menschen, die ich je kennen gelernt habe. Du und Scott.“ Allison lächelte wieder und ergriff die Hand ihrer Freundin. „Du könntest jedes Mädchen an der Beacon Hills in allem schlagen, also schaffst du auch das.“
Lydia schüttelte mit dem Kopf und kämpfte mit ihren Tränen. Sie war sich immer noch nicht sicher, ob sie den morgigen Tag überleben würde. Alleine die Vorstellung daran, ließ sie schon zusammen brechen. Auch bei den Gedanken, dass ihre Freunde dabei sein würden, konnte sie keinen neuen Mut fassen. Dies war wohl einer der größten Herausforderungen, die sich Lydia Martin bisher hatte stellen müssen.

Der Kampf mit ihren eigenen Gefühlen. Die Angst davor, verlassen zu werden. Die Angst davor, jemanden zu verlieren und nicht stark genug zu sein, um je darüber hinweg zu kommen.
„Lydia!“ Allison legte eine Hand auf ihre Wange.
Schüchtern blickte Lydia auf. „Ich will nicht!“, sagte sie und schluchzte. „Ich will da morgen nicht hingehen.“
Allison lächelte verständnisvoll. Sie verstand sie immer, selbst ohne Worte hatten sie sich immer verstanden und deshalb tat es nur noch umso mehr weh. „Wieso nicht?“

„Weil es dann viel zu real wird. Weil ich es dann einsehen muss. Weil ich es dann nicht mehr einfach verleugnen kann. Weil ich nicht will, dass du gehst.“ Nun weinte Lydia und sie schämte sich kein bisschen dafür. Nicht bei Allison.

Sofort nahm diese auch ihre Freundin in den Arm. „Es tut mir leid“, flüsterte sie beruhigend und streichelte Lydia über den Rücken.
Lydia ließ diese Berührungen zu und krallte sich verzweifelt in das Shirt von Allison. Sie wollte sie nicht loslassen, in der Hoffnung, dass sie so vielleicht noch etwas länger bleiben könnte. Wenn es nötig wäre, würde sie sie die ganze Nacht als Geisel festhalten, aber Lydia wusste, dass es nichts ändern würde.

„Ich bin nicht bereit dafür!“
„Das denkst du nur, weil es so schwer ist, aber es wird leichter“, versprach Allison mit sanfter Stimme. „Es wird leichter werden, glaube mir.“

„Wie kann es leichter werden, wenn meine beste Freundin nicht mehr da ist?“, schluchzte Lydia vor sich hin.
„Mit Zeit! Alles heilt mit der Zeit, selbst solche Wunden. Und es werden neue Leute kommen, die du Freunde nennen wirst und dann wird dein Herz nicht mehr so leer erscheinen. Es wird alles gut, Lydia.“
Doch sie schüttelte immer noch den Kopf. „Niemand wird dich ersetzen können, Allison. Niemand!“
„Das will ich auch gar nicht.“ Plötzlich war Allison selber nicht mehr so stark. Lydia hörte, wie sie schluchzte. „Du wirst mich nicht vergessen, oder, Lydia?“

Die Teenagerin löste sich von ihrer Freundin und sah ihr tief in die Augen. „Niemals! Nichts in der Welt könnte mich dich vergessen lassen. Du warst, bist und wirst immer meine beste Freundin sein, selbst wenn ich mich verabschieden muss, selbst wenn du gehst.“
Allison nickte. „Ich liebe dich!“

Unter den vielen Tränen bekam Lydia sogar ein Lächeln zustande bei den Worten. „Ich liebe dich auch“, erwiderte sie. Sie war immer noch nicht bereit für morgen, aber sie fühlte sich besser, etwas zuversichtlicher es vielleicht doch zu überstehen. „Du wirst morgen nicht da sein?“ Lydia kannte die Antwort, dennoch hatte sie fragen müssen.

Allison schüttelte den Kopf. „Scott wird da sein. Und Stiles! Alle werden da sein.“
„Aber du nicht.“
Allisons Hand legte sich auf Lydias Brustkorb. „Hier drin werde ich sein. Morgen und von da an für immer.“

Lydia lächelte und ergriff die Hand von Allison, gerade noch rechtzeitig, bevor sie wieder verschwunden war. Nun war Lydia wieder ganz alleine in ihrem Zimmer. Es tat immer noch weh, vielleicht sogar noch mehr als sonst, aber sie würde es irgendwie schaffen. Lydia schaute hinüber zu ihrem Stuhl, wo sie schon den schwarzen Rock und die schwarze Bluse für morgen zurecht gelegt hatte.
Es würde nicht leicht werden, aber sie würde sich von ihrer besten Freundin verabschieden, denn das hatte Allison verdient.
Eine Beerdigung mit all ihren Freunden, die zeigten, wie sehr sie sie geliebt hatten.

Date: 2014-07-08 01:39 pm (UTC)
From: [identity profile] tsutsumi.livejournal.com
Und du sagst, ich bringe dich zum Weinen? ;____; Immerhin haue ich nicht mit schmerzfhaftem Canon um mich ;__;
*schnaubt eine Rolle Klopapier voll*
Gott, das ist so traurig, so schmerzhaft, so liebevoll, so zärtlich.

Natürlich vergessen wir dich nicht, Allison, wie könnte denn das auch jemals einer tun? ;_; Gah.
Ich hab ja das kleine headcanon, dass zu Banshee-Kräften auch gehört, irgendwann die Verstorbenen zu sehen, deren Tod man vorhergesagt hat. Was in der Mythologie so überhaupt nicht angeschnitten wird, aber egaaal. In den meisten Fällen wäre das furchtbar, aber ich erfreue mich ein klein wenig daran, dass Lydia als einzige von allen vielleicht hin und wieder die Möglichkeit hat, Allison noch einmal wiederzusehen ;_; *-*

Date: 2014-07-17 05:40 pm (UTC)
der_jemand: (Default)
From: [personal profile] der_jemand
Entschuldige dich bitte nicht, das geschrieben zu haben! Mich macht es nämlich ein bisschen glücklicher, es gelesen zu haben (auf eine möglicherweise sehr masochistische Art und Weise?).
Das ist schön. Das tut weh, aber es tut das so liebevoll und mit einem ein klitzekleines bisschen hoffnungsvollen Ende, dass es... gut tut. Oder so. Jedenfalls, sehr schön.^^

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