[identity profile] rolly-chan.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel: Radar
Team: Erato
Challenge: Suspense - Leichenhalle (für mich)
Fandom: Teen Wolf
Charaktere: Lydia (PoV) + Allison
Wörter: 950
Inhalt: Lydia kommt in einem Erdloch zu sich und findet Leichen.
A/N: Ich werde für immer AUs schreiben, in denen Allison lebt. Weil Allison toll ist und ich sie dabeihaben will. Nein, ich schäme mich nicht. Leichenhalle habe ich sehr sehr frei interpretiert *hust*


Als Lydia ihre Augen aufschlug dachte sie, es sei ein Alptraum Das erste, das sich ihr penetrant aufdrängte, war der widerliche, faule Gestank, der ihr so schlimm in die Nase stach, dass sie die Hand vor Mund und Nase schlug und gegen die Übelkeit ankämpfen musste, wegen derer sie kurz davor stand, sich zu übergeben.

Als nächstes bemerkte sie die relative Dunkelheit der modrigen Erdhöhle, in der sie zu sein schien. Sie konnte Konturen und Formen erkennen, jedoch nichts wirklich sehen.

Einige Herzschläge lang traute sie sich nicht, sich zu bewegen, doch ihre Vernunft drängte sie schließlich doch dazu, ihren freien Arm auszustrecken, um nirgendwo dagegen zu laufen, als sie schließlich doch einen Schritt nach dem anderen nach vorn machte. Ihre hochhackigen Schuhe schmatzten beim Gehen über den matschigen, teilweise klebrigen Boden und gaben ihr das Gefühl, ihren Gleichgewichtssinn halb verloren zu haben. Bis sie fast über etwas stolperte.

Ein kleiner, warmer Lichtstrahl fiel von irgendwo oben auf den Boden und offenbarte, direkt vor ihren Füßen, einen halb-verfaulten, von Maden zerfressenen menschlichen Kopf.

Lydia holte tief Luft trotz des Gestanks - und schrie. Sie hoffte inständig, dass sie jemand aus ihrem Rudel gehört hatte, wie sie es manchmal taten, doch sie hatte das leise Gefühl, dieses Mal keinen Banshee-Schrei ausgestoßen zu haben. Ihr Herz hämmerte wie wild gegen ihre Brust als sie versuchte, sich zu beruhigen. Es gelang ihr nach einigen Augenblicken tatsächlich nur, weil sie sich daran erinnerte, dass sie heute mit Allison verabredet war. Allison würde nach ihr suchen und Scott und Stiles informieren. Jemand würde sie finden.

Ein Knacken erklang hinter ihr und sie schrie erneut und sprang fast aus ihrer Haut heraus bei dem plötzlichen Schreck, den sie erlitt. Als sie sich umdrehte, schlich sich das eisig-unbehagliche Gefühl einer bösen Vorahnung in all ihre Körperzellen. Jetzt, wo ihre Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten, erkannte sie die Formen von Gestein, Wurzeln und Erde um sie herum. Sie musste irgendwie in eine Art Erdloch gelangt sein. In dem eine Leiche lag. Und sich etwas bewegt hatte.

Mit einem Herzschlag jenseits der hundertachtzig fasste sie den Mut und ging vorwärts, genau in die Richtung des Geräusches.

Die Leute äußern ständig den Spruch 'Aller guten Dinge sind drei'. Lydia hatte diesen Spruch in ihrem Leben schon so oft gehört und nie wirklich ernst genommen. Jetzt, wo sie vor sich eine weitere Leiche entdeckte - diese jedoch frisch, zwar vollkommen mit Blut verkrustet und zerfetzt, doch noch nicht modrig, stinkend und von Maden befallen - fühlte sie Horror und Segen zugleich als sie zum dritten Mal schrie. Dieses Mal war es der schrille, hohe, durchdringende Schrei einer Banshee.

Sie stolperte einige Schritte zurück und griff sich an die Brust, genau über dem Herzen. Das pricklige Gefühl der Angst intensivierte sich und sie bekam Gänsehaut als sich all ihre kleinen Härchen aufstellten.

Irgendetwas war hier. Irgendetwas, sie wusste nicht was, aber sie wusste es war hier. Und wenn sie diesem Etwas begegnete, würde es grausam für sie enden.

Sie hätte niemals gedacht, dass sie irgendwann am eigenen Leib erfahren würde, wir es war, kurz vor einem Panikanfall zu stehen wie Stiles. Es war furchtbar, es fühlte sich an als würde ihr Herz gleich explodieren und das Blut aus ihren Adern platzen, und sie nahm sich vor, alles zu tun, um Stiles weitere Panikanfälle zu ersparen, sollte sie das hier überleben.

Glücklicherweise bewegte sich, nach dem, was Lydia als postmortale, spontane reflektorische Bewegung vermutete, nichts mehr, und Lydia schaffte es, sich so weit unter Kontrolle zu bringen, dass sie nachdenken konnte.

Sie musste sich verstecken.

Sie sah sich hektisch um, versuchte etwas in dem Dunkel zu finden, das sich als Versteck eignete, doch bis auf einige dickere Wurzeln an einer der unebenen Wände sah sie nichts. Es war besser als gar nichts, also duckte sie sich mehr schlecht als recht dahinter und verharrte.

Sie schwor, es gab nichts Schlimmeres als das Warten auf eine Katastrophe, von der sie wusste, sie würde eintreten. Doch dann musste sie plötzlich nicht mehr warten und alles ging ganz schnell. Es gab seltsame schleifende Geräusche und etwas sprang von oben, von wo das spärliche Licht kam, auf den matschigen Boden, mit einem lauten, klatschenden Geräusch - sie konnte praktisch fühlen, wie der Schlamm herumspritzte.

Die Gestalt hatte einen seltsamen Umriss. Sie hatte vier Glieder wie die meisten Säugetiere, doch diese standen unförmig vom Körper ab, obwohl die Bewegungen fließend erschienen. Auch der Körper schien keine richtige Form zu haben, sondern sah aus, als würde er sich ständig neu formen. Der unnatürlich lange Kopf drehte sich, bis zwei grün leuchtende Augen direkt in Lydias starrten. Sie wollte den Mund öffnen und schreien, doch dann landete noch etwas auf dem Boden und im nächsten Moment hörte Lydia ein scharfes Zischen in der Luft und ein dünner Pfeil steckte im Kopf des Ungetüms. Es kippte zur Seite und blieb liegen.

Lydia wollte weinen vor Erleichterung. "Allison?"

Die zweite Gestalt, die noch am Boden hockte, richtete sich auf, ihre Konturen klar menschlich und Lydia konnte erkennen, dass sie ihre Haare in den für sie typischen Dutt gebunden hatte.

"Lydia, alles OK?" Allison schritt zielstrebig auf sie zu und zog Lydia, die sich ihr automatisch entgegenreckte, wortlos in eine Umarmung.

"Mir geht's gut", wisperte Lydia in Allisons Halsbeuge. "Wie hast du mich gefunden?"

Allison löste sich erst nach einer Weile von Lydia und Lydia schwor, sie könnte das Lächeln auf ihrem Gesicht sehen. "Ich habe doch einen Beste-Freundin-Radar, weißt du das denn nicht?"

Lydia lachte ihre unvergossenen Tränen der Erleichterung fort. "Natürlich."
Denn Lydia hatte ebenfalls einen Radar, der ihr sofort gemeldet hatte, dass die zweite Gestalt ihre beste Freundin war.

"Komm schon, holen wir dich hier raus, es stinkt!"


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