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Team: Kalliope
Challenge: Crack - „Jetzt bloß nicht lachen!“

Titel: Aufbruch in neue Welten II – Teil 1
Fandom: Original, AU/Crossover (Star Trek/historische Personen)
Charaktere: James Cook/Joseph Banks

Wörter: 1920

Anmerkungen: Fortsetzung des James Cook-Star-Trek-AUs... Auch dieses Mal habe ich versuchte, reale historische Begebenheiten in dieses Setting einzubetten. Cpt. Cook bringt so schnell nichts aus der Fassung... außer vielleicht einige doch recht merkwürdige Bräuche einer außerirdischen Spezies...



Der Planet, den sie angesteuert hatten, war ein wahr gewordenes Paradies. Ausgedehnte, weiße Sandstrände grenzten an wunderschönes, blaugrünes Meer, auf dem das Licht zweier Sonnen glitzerte und exotische Pflanzen und Düfte begleiteten sie, als das kleine Erkundungsteam sich auf den Weg machte, den Planeten zu erforschen. Sie hatten das Schiff in einiger Entfernung zu den Einwohnern des Planeten abgestellt und mit einiger Mühe und Aufwand notdürftig getarnt. Der Umgang mit einer Prä-Warp-Zivilisation war meist schwierig, versuchte man doch möglichst, ihnen einen Kulturschock zu ersparen. Cook schritt voran, dicht gefolgt von Banks, welcher aus der Entzückung gar nicht mehr herauszukommen schien. Immer wieder lief er voraus, wenn er eine besonders faszinierende Pflanze gefunden hatte, nur, um dann das gesamte Erkundungsteam aufzuhalten, weil er genügend Zeit brauchte, um Proben mit an Bord zu nehmen. Schon jetzt hatten seine beiden Assistenten mehr zu schleppen, als sie eigentlich tragen konnten.

Sehen Sie doch! Wirklich außergewöhnlich! Einen solchen Pflanzenreichtum habe ich selten gesehen!“, schwärmte Banks, „Und auch die Fauna ist absolut beeindruckend. Ich glaube soeben einen Vogel mit vier Schwingen gesehen zu haben!“

Cook rollte mit den Augen, konnte sich aber ein Lächeln dann doch nicht verkneifen. Er und Banks waren wohl kaum die besten Freunde, aber man konnte nicht umhin, zu sehen, wie sehr jener Mann sich über seinen Fund freute. Und er gönnte Banks den Erfolg etwas, hatte er doch zugetragen bekommen, dass der junge Mann des Öfteren an Raumangst litt und ihm dieser Ausflug auf festem Boden sicherlich guttun würde. Bevor er etwas erwidern konnte, wurde seine Aufmerksamkeit jedoch auf das leise Piepsen seines Tricorders gelenkt. „Lebensformen, direkt vor uns!“, stellte er fest und seine Hand wanderte instinktiv zu seinem Phaser. „Stellen Sie sie auf betäuben!“ Schließlich konnte man nie wissen, ob man nicht vielleicht doch auf einem Planeten voller Kannibalen gelandet war und Vorsicht war bekanntermaßen besser als Nachsicht.

In diesem Fall war diese jedoch völlig überflüssig. Die Frauen, die auf sie zukamen, waren humanoid und dem Menschen in ihrer Optik sehr ähnlich. Sie waren hochgewachsen und von schöner, ansehnlicher Gestalt, ihre Haut war ein wenig dunkler und hatte eine goldene Farbe. Über ihre Stirn verlief eine Art Schädelkamm und auch an Armen und Beinen fanden sich ähnliche, kammartige Verwachsungen. Das Konzept von „Kleidung“ schien dieses Volk noch nicht recht verstanden zu haben, denn sie trugen helle Tücher um ihren Körper geschlungen, die die entscheidenden Stellen bisweilen kaum oder gar nicht verhüllten. Vor allem die jüngeren Offizieren konnten sich ein verlegenes Kichern nicht verkneifen und schienen etwas zu begeistert zu sein, für Cooks Geschmack, als die Frauen ihnen die Blumenketten, die sie um ihren Hals getragen hatten, umlegten und sie mit eindeutigen Gesten näher zogen.

Großartig. Genau das, was ich auf meinem Schiff gebraucht habe: Eine Crew voll hormongeschwängerter Teenager...“, seufzte Cook trocken und nun war es an Banks zu lachen. Er ließ sich gerade von einer besonders wohlproportionierten, außerirdischen Schönheit einen Kranz umlegen, und obgleich ihn die Pflanzen, welchen in ebendiesen eingewoben waren mehr zu interessieren schienen als die Damen, die ihm diese beschert hatte, so schien er mit ihrer Nacktheit keinerlei Probleme zu haben.

Ach, kommen Sie schon, Captain, gönnen Sie der Crew auch einmal etwas Spaß! Wir hatten alle schon lange keinen Landurlaub mehr.“ Banks konnte sein Amüsement nur schwer verbergen. Es war offensichtlich, dass ihr Captain nicht genau wusste, wohin er schauen sollte. Da kam es recht gelegen, das nun offenbar auch die Männer dieses Volkes ihren Frauen gefolgt waren. Ein junger Mann, der Federn und kleinere Knochen in sein langes, dunkles Haar eingeflochten hatte, kam auf den Captain zu und sprach in einer Sprache zu ihm, die Cook völlig unbekannt war. „Können Sie etwas davon verstehen?“ Lieutenant Solander schüttelte den Kopf. „Leider nicht, Captain, aber ihre Sprache scheint aus einer recht einfachen Syntax zu bestehen. Geben Sie mir ein bis zwei Tage und ich denke, dass wir in der Lage sein werden, mit ihnen zu kommunizieren...“

Großartig. Genau das, was ich mir erhofft hatte.

Tun Sie das“, sagte er stattdessen. „Und – sorgen Sie dafür, dass Sie auch wirklich an der Übersetzung arbeiten und sich nicht zu sehr... ablenken lassen...“ Er schob wie zum Beweis die Hand einer Dame von sich, welche sich gerade bewundernd über seine Rangabzeichen hatte hermachen wollen.

Schließlich gelang es ihnen doch mit Händen und Füßen, sich halbwegs zu verständigen, offensichtlich luden die Fremden sie in ihr Lager ein. Cook ermahnte seine Crew zur Vorsicht und vor allen zur Zurückhaltung – auch wenn er ahnte, dass jene Ansprache wohl kaum auf fruchtbaren Boden gefallen war – und folgte dem, wie es schien ranghöchsten Mann in die kleine Gemeinschaft inmitten der Wälder. „Faszinierend.“, kommentierte Banks. Das Volk schien in schlichten Lehmhütten zu wohnen, welche mit Palmen gedeckt waren, um Schutz gegen Wind und Regen zu bieten. Die Hütten waren so platziert, dass sie kein Dorf im eigentlichen Sinne bildeten, sondern dass jede für sie selbst stand; sie hatten keinerlei Wände, damit der Wind bei dem heißen Klima durch diese wehen und Kühlung verschaffen konnte. Der Mann, welchen Sie als Häuptling identifizieren konnten, reichte Cook einen grünen Zweig, was sie als eine Geste des Friedens deuteten. Nach einer Zeremonie, bei welcher zwei der Männer ein Stück ihrer Kleidung zerrissen und sie Cook und Banks überreichten, zerstreute sich das Erkundungsteam, um sich in der neuen Umgebung umzusehen. Begleitet wurden die jungen Offiziere von den Frauen, welche ihnen allerhand von Höflichkeiten zuteil werden ließen; da es jedoch keinerlei Rückzugsmöglichkeiten in den Hütten gab, gab es kaum eine Möglichkeit, auf jene Gesten entsprechend zu reagieren.1

Wenigstens den Anstand besitzen diese Kerle noch.

Im Gegensatz dazu schien diese Spezies kein Problem damit zu haben, sich in aller Öffentlichkeit auf die Palmenmatten fallen zu lassen und sich vor den Augen aller zu lieben. Freizügigkeit schien hier an der Tagesordnung zu sein, etwas, womit Cook nur sehr schwer umgehen konnte. Es war nicht so, dass der sonst so raue Kerl prüde war; er stammte jedoch aus einer recht religiösen Familie und auch, wenn er ihren Glauben schon lange abgelegt hatte, so hatte die Erziehung eines Quäkers doch Spuren hinterlassen und er fühlte sich in bestimmten Situationen einfach unwohl. Dies war eine davon.

Dagegen sind die Sklavenmädchen von Orion geradezu züchtig und tugendhaft!

Glücklicherweise konnte sich bald von der Gesellschaft der Damen befreien und sich seiner Arbeit zuwenden. Im Alleingang durchquerte er die Insel, bewaffnet mit Phaser, Tricoder und seinen Messgeräten, um die neue Welt so gut wie möglich zu erfassen und zu kartographieren. Er kam gut voran, weshalb er abends zufrieden in die Siedlung zurückkehrte. Lieutenant Solander erwartete ihn bereits. „Ich habe Fortschritte gemacht“, stellte er fest. Captain Cook runzelte die Stirn und sein Blick fiel auf das junge Mädchen, welches an Solanders Arm hing, ihre Haare waren zerzaust und das bisschen Kleidung, dass sie trug, aus der Form geraten.

Das glaube ich gerne.“

Solander überging den Kommentar und fuhr stattdessen fort: „Der Häuptling lädt uns, wenn ich ihn richtig verstanden habe, ein, eine Weile hier unser Lager aufzuschlagen. Ich halte das für eine gute Idee, allein deswegen, weil es als ein Affront verstanden werden könnte, jene Großzügigkeit auszuschlagen.“

Oh, ich kann mir gut verstellen, wie du vorhast, diese „Großzügigkeit“ zurückzuzahlen.

Nun schaltete sich auch Commander Green ein. „Ich halte es in der Tat für eine gute Idee, eine Weile hier zu bleiben. So können wir den Planeten und seiner Bewohner aus nächster Nähe erforschen.“ Cooks seufzte ergeben. Green war ein fähiger Mann und hatte sich auf ihrer Reise schon mehrmals als vertrauenswürdiger Berater herausgestellt. „Also gut. Aber weisen Sie die Männer an, sich mit dem gebührenden Anstand zu benehmen. Sie durchlaufen zurück an Bord alle die Dekontaminationskammer und Gnade Ihnen Gott wenn mir auch nur einer eine ansteckende Krankheit einschleppt...“

---


Banks hatte den ganzen Tag an seiner Forschung gearbeitet, hatte Proben von Pflanzen genommen, einige hatte er sogar gezeichnet – man konnte ja nie wissen, wann der Koch sich wieder einmal an seiner Arbeit bediente – und auch die Fauna hatte er einer genaueren Untersuchung unterzogen. Der Exobotaniker war beeindruckt vom Artenreichtum auf diesem Planeten, er hatte Pflanzen gefunden, die er noch nie zuvor gesehen hatte und die er keiner bekannten Spezies zuordnen konnte. Als Solander ihm mitgeteilt hatte, dass sie für eine Weile hierbleiben würden, konnte er sein Glück kaum fassen. Der einzig wirkliche Nachteil, welcher sich für ihn ergeben hatte, war, dass sie die Nacht wohl in einer der Hütten würden verbringen müssen. Banks vermisste den Komfort von einem richtigen Bett, aber die Aussicht, den Planeten am nächsten Tag weiter erforschen zu können, ließ ihn auch den harten Boden und das andauernde Zirpen eines Insekts, welches wohl seine irdische Verwandtschaft in der Zikade fand, in Kauf nehmen.

Er war gerade am wegdämmern, als sich Schritte seiner Hütte näherten. Für einen Moment lauschte er gebannt, sollte es etwas das junge Mädchen sein, welches ihm den halben Tag nachgelaufen war? Ihre dunklen Augen hatten ein Feuer enthalten, welches er schon lange bei keinem Menschen mehr gesehen hatte und er hatte ihr mit Freuden kleine Geschenke gemacht, um sich ihrer Gunst zu versichern, während eine andere Frau von weniger schöner Gestalt ihn mit einer weißen Milch fütterte, welche sie aus großen, orangefarbenen Früchten gewannen, die ganz mit Stacheln übersäht waren.

Zu seiner Enttäuschung handelte es sich jedoch nicht um jenes Mädchen – ihm waren die Schritte doch gleich sehr plump vorgekommen – stattdessen betrat ihr Captain die kleine, enge Hütte. „Rutschen Sie rüber, Banks“, knurrte er. Der junge Mann blinzelte erstaunt in die Dunkelheit.

Captain?“

Sie haben mich schon richtig verstanden. Jetzt rutschen Sie schon.“

Banks wollte pikiert widersprechen, entschied sich dann aber dagegen, wer konnte schon die Grillen ihres Captains genau verstehen. „Was ist so falsch an der Hütte, die man Ihnen zur Verfügung gestellt hat?“ Cook zögerte.

Wehe, Sie lachen!“ - „Das fiele mir im Traum nicht ein!“

Der Ranghöhere ignorierte den Sarkasmus in Banks Stimme, als er antwortete: „Offenbar... enthält die Gastfreundschaft dieser Kultur auch das Privileg, die Nacht mit der Frau des Gastgebers zu verbringen.“ Er schüttelte sich leicht, als er daran dachte, wie die Hände jener Frau sich an den Bund seiner Hose begeben hatten und versuchten, eine Reaktion zu erzielen. Als sie bemerkte, dass ihre Bemühungen umsonst zu sein schienen und sie nicht bekommen würde, was sie wollte, hatte sie angefangen, ihn zu beschimpfen. (Er musste ihre Sprache nicht sprechen um zu verstehen, dass es keine Komplimente waren, die sie ihm an den Kopf warf.) Schließlich war sie vor Erschöpfung neben ihm eingeschlafen.

Banks starrte ihn für einen Moment schockiert an, bevor er sich die Hand über den Mund legte, um nicht lauthals loszulachen. Cook schnaubte. „Es war ein Fehler zu Ihnen zu kommen...“ Er wollte auf dem Absatz kehrtmachen, doch Banks hielt ihn am Handgelenk fest. „Schon okay“, prustete er und holte tief Luft um sich zu beherrschen – nur, um gleich darauf wieder in schallendes Gelächter auszubrechen.

Hätten Sie doch gleich etwas gesagt... ich hätte Ihnen gerne diese... harte Arbeit abgenommen“, stichelte er, noch immer leise vor sich hin lachend.

Ja, ja“, knurrte Cook und rollte sich auf dem Lager neben Banks zusammen, „Bedienen Sie sich, sie gehört ganz Ihnen.“ Bank schüttelte den Kopf und grinste schief. „Danke, ich verzichte. Die Arme hat schon genug durch gemacht. Für heute können sie gerne hier bleiben, doch sie sollten sich eine gute Ausrede einfallen lassen; wie ich gehört habe, soll der Häuptling nicht nur eine, sondern gleich drei Frauen haben...“

Das frustrierte Knurren Cooks ging in der Dunkelheit der Nacht unter...

1Originalzitat von Joseph Banks vom 14. April 1769

Date: 2014-07-04 12:37 pm (UTC)
From: [identity profile] mrsmoriarty.livejournal.com
Oh je, der arme Cook! Es ist aber auch nicht leicht, mit diesen freizügigen Aliens zurecht zu kommen. Ich freue mich grade ein bisschen zu sehr über die historische Abwandlung. Und es ist so wunderbar awkward<3

Date: 2014-07-07 07:34 pm (UTC)
From: [identity profile] nadjeschda.livejournal.com
Hahahahahaha :'D Wie herrlich! ♥
Du hattest ja schon davon erzählt, aber das zu lesen, war noch besser. Es ist einfach toll, wie sehr Cooks Frustration und Ungläubigkeit (sowie die Tatsache, dass es ihm wirklich unangenehm zu sein scheint) aus jedem Wort spricht xD Wird es noch mehr geben? :3

Date: 2014-07-30 08:28 pm (UTC)
From: [identity profile] cricri-72.livejournal.com
Schließlich konnte man nie wissen, ob man nicht vielleicht doch auf einem Planeten voller Kannibalen gelandet war und Vorsicht war bekanntermaßen besser als Nachsicht.
Da mußte ich doch lachen - auch wenn es ein wenig makaber ist ;)

Schöne Idee, Cook durch den Weltraum reisen zu lassen!

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