Challenge: Auf dünnem Eis/Glatteis
Fandom: Original
Charaktere: Malin und Talitha
Wörter: 807
Warnungen: sinnlos, pre-femslash, FLUFF
A/N: Ich wollte die beiden dringend in einem Space Opera-Setting, weil Space Opera-Setting! ...Ob das jetzt Sinn macht, sei dahin gestellt. Speziell, weil der ganze Space Opera-Teil noch nicht mal drin ist...
Die Hafenbar war tatsächlich noch schäbiger und zwielichtiger als die, in der sie sich das erste Mal getroffen hatten. Damals hatte Malin das für reine Show gehalten: Die gutaussehende, grimmig guckende, geworfenen Schnapsflaschen geübt ausweichende Weltraumpiratin schüchtert die kleine Gouverneurstochter angemessen ein, so wie es sich gehört.
Jetzt fragte Malin sich, ob Kapitän Talitha Rahim nicht einfach nur einen ausgesucht schlechten Geschmack hatte.
Rahim jedenfalls sah aus, als würde sie sich an dem dunklen Ecktisch tatsächlich wohl fühlen, so wie sie grinste, als sie einen aufdringlichen Betrunkenen mit vorgehaltener Waffe davon überzeugte, irgendjemand anders zu belästigen.
Malin schlug die Kapuze ihres Mantels nach hinten und schlängelte sich durch die laute, übel riechende Menge zu besagtem Tisch.
„Käpt'n“, grüßte sie und die angesprochene zog die Augenbraue hoch.
„Mylady. Ihr seid spät.“
Mit einem Schulterzucken ließ Malin sich auf den Stuhl ihr gegenüber gleiten. „Habt Ihr es denn eilig?“
Ein abgehacktes Nicken. Rahim war groß und schlaksig, aber jede ihrer Bewegungen war hochpräzise, was sie ein bisschen vogelartig wirken ließ. Aber die Alternative war vermutlich überdreht und tollpatschig. Keine gute Alternative in ihrer Branche. „Immer.“
Malin lachte. „Zeit ist Geld?“
„Da wir einen Festpreis ausgemacht hatten, eher nicht, Prinzessin.“ Sie fuhr sich durch die schwarzen Locken und stand auf. „Ich halte nur nicht viel davon, zu lange an einem Ort zu bleiben. Berufskrankheit.“
Mit einem Seufzen erhob sich Malin. „Stillstand bedeutet Scheitern?“
„Ihr seid eine unendliche Quelle sinnloser Sprichwörter, nicht wahr?“ Rahim klang genervt und irgendetwas daran, wie sie die Augen verdrehte oder wie sie ihren schmalen Mund verzog, veranlasste Malin, ausgelassen zu kichern.
„Und Ihr verderbt mir den ganzen Spaß an meinem Abenteuer.“
„Spaß?“ Eine Augenbraue schoss in die Höhe. „Ich entführe grade die Tochter des Gouverneurs dieses Planeten. Nicht unbedingt meine Definition von Spaß.“
Noch immer glucksend hakte Malin sich beim Kapitän ein und ignorierte die vorwurfsvolle Augenbraue. „Also habt Ihr eine Definition von Spaß? Ich hatte mir schon Sorgen gemacht.“
Rahim zog sie unwillig vor sich hin murmelnd aus der Bar. In einer beunruhigend dunklen Seitenstraße keine zweihundert Meter weiter stieß sie Malin plötzlich gegen die nächste Wand.
Der Beton war kalt in ihrem Rücken und für den Bruchteil einer Sekunde, nachdem Rahims Hand auf dem Griff ihrer Waffe gelandet war, fürchtete sie wirklich um ihr Leben. Vielleicht war schon die Anzahlung genug? Malin hatte keine Ahnung, was eine durchschnittliche Schmugglerin so verdiente, und kriminelle Subjekte, die sich dafür bezahlen ließen, gelangweilte Mädchen zu entführen, waren selten vertrauenswürdig, oder?
„Das hier ist kein Spaß.“ Das Licht eines vorbeifahrenden Lastgleiters ließ Rahims Wangenknochen noch schärfer hervorstechen. Vielleicht waren einige ihrer Vorfahren Geier gewesen? Und war es bedenklich, dass Malin dieses Gesicht wirklich attraktiv fand? „Ich habe keine Ahnung, warum du aus deinem Palast abhauen willst, und es ist mir auch wirklich, wirklich egal, aber ich gehe mal davon aus, dass du nicht so bald zurück willst. Und ich will nicht hingerichtet werden, es ist also in unser beider Interesse, dass du endlich die Klappe hältst.“
Malin schluckte schwer. „Aber...“
„Nichts aber.“ Kapitän Rahim beugte sich drohend noch ein Stück nach vorne, ihre Nase berührte beinahe Malins. Sie konnte ihren Atem spüren. Ruckartig warf Malin sich nach vorne und presste ihre Lippen aufeinander. Es war eine clevere Strategie, in der folgenden Verwirrung konnte sie unter dem Arm des Kapitäns hindurch tauchen und die Gasse entlang fliehen.
Rahims Hand schloss sich fest wie ein Schraubstock um ihr Handgelenk und hielt sie fest, bevor sie auch nur einen Meter weit gekommen war. Die Reflektion einer Neonwerbung ließ ihre Augen blitzen.
Jetzt hatte Malin wirklich Angst.
„Du bewegst dich hier auf ganz dünnem Eis. Soll ich dich im Vorgarten deines Vaters abliefern?“ Rahims Stimme war schneidend.
„Bitte...“ Malins Mund war plötzlich trocken, sie musste die Wörter praktisch hervorwürgen. „Bitte nicht?“
Talitha lachte. Kein höhnisches, verächtliches Lachen sondern ein fröhliches, glucksendes Geräusch. „Wo ist denn die Abenteuerlust hin, Prinzessin?“ Sie ließ Malins Handgelenk los. „Und wenn Eure Hoheit jetzt geruhen würden, die Flucht zum Hafen anzutreten?“
Für einen Augenblick starrte Malin ihr nur nach, wie sie mit hinter dem Rücken verschränkten Armen gemütlich die Gasse entlang spazierte, als wäre es ein schöner Sonntagnachmittag. Sie begann zu kichern und rannte ihr nach. „Das ist also deine Vorstellung von Spaß? Kleine Mädchen traumatisieren?“
„Das und die aktive Teilnahme an öffentlichen Hinrichtungen. Also los, wir haben es eilig.“
Malin hakte sich wieder bei ihr ein.
„Ganz, ganz dünnes Eis, Mädchen“, knurrte Rahim, aber Malin lachte bloß..
„Na ja, ich werde schließlich nicht hingerichtet...“
„Oh, dafür werde ich sorgen...“
Malin zuckte mit den Achseln. „Tja, ich würd mal sagen, wenn ich ohnehin auf dünnem Eis laufen muss, kann ich genauso gut tanzen.“
Der Kapitän verdrehte beinahe hörbar die Augen. Es war bezaubernd. „Beim nächsten dämlichen Sinnspruch landest du im Rhododendron deiner Mutter.“
„Meine Mutter hasst Rhododendron. – Schon gut, schon gut, kein Grund gewalttätig zu werden!“
Challenge: FemSlash-Comment Meme
Fandom: Teen Wolf
Charaktere: Lydia (mit einem winzigen bisschen Allison/Lydia)
Wörter: 1010
Warnungen: Future fic, sooooooo viel Angst und Sinnlosigkeit
A/N: Eigentlich war das hier für
luinaldawens "verloren"-Prompt, aber oh Gott, es ist so nicht das, was es werden sollte, sondern offenbar das Produkt meines Season 3b-Traumas... Und wenn man an der richtigen Stelle blinzelt, ist es nicht mal femslash, also hänge ich es hier an... Tut mir leid.^^"
Lydia hat sich noch immer nicht daran gewöhnt. Sie ist fünfundzwanzig, hat grade die erste ihrer beiden Dissertationsarbeiten eingereicht (es erscheint nur höflich mit der zweiten wenigstens noch ein paar Monate zu warten) und wird von den jüngeren ihrer ΡΗΨ-Mitschwestern verehrt wie eine besonders furchteinflößende Gottheit. Ihr Leben verläuft in etwa so, wie sie es mit dreizehn geplant hatte. In etwa.
Als ihr Handy mitten in der Nacht vibriert, greift sie mit der einen Hand nach dem Gerät und zieht mit der anderen den immer gepacken Rucksack unterm Bett hervor. An der Tür hängt eine Lederjacke mit leichten Protektoren, wie Allison sie bevorzugt, und in die Stiefeletten muss sie nur im Vorbeilaufen reinschlüpfen.
Sie hat Übung darin, denkt sie, als sie schon halb die Treppe runter ist und den Anruf von Scott annimmt. Übung, ja. Routine sogar. Aber das eiskalte Grauen, das ihr die Kehle zuschnürt, bis sie Scotts „Alle sind in Ordnung.“ an Stelle einer Begrüßung hört, daran hat sie sich immer noch nicht gewöhnt. Daran wird sie sich nie gewöhnten.
„Aber Chris hat Spuren des Wendigo entdeckt. Und zwei Camper sind verschwunden.“ Scott klingt angespannt und ein bisschen abgelenkt. Lydia kann vor ihrem inneren Auge sehen, wie er die Karte des Reservats glatt streicht und Isaac und Derek durch Gesten zu verstehen gibt, wo er sie positioniert wissen will. „Allison holt euch ab.“
Mit quietschenden Reifen hält Allisons Toyota vor ihr. Ein strahlendes Lächeln und eine dringende Handbewegung. Auf dem Rücksitz hibbelt Stiles bereits, den unvermeidlichen Baseballschläger fest umklammert. Danny sitzt neben ihm, mit tiefschwarzen Augenringen und einem angebrochenen Sixpack eines Energy Drinks. Sie gleitet auf den Beifahrersitz und fragt sich kurz, wann sie das letzte Mal mitten in der Nacht zu einer Party statt zum Jagen von Monstern abgeholt wurde. Oder wann das das letzte Mal erstrebenswert geklungen hatte.
Allison jagt den Toyota in halsbrecherischer Geschwindigkeit vom Campus-Gelände. Ihre rechte Hand rutscht auf Lydias Oberschenkel und bleibt dort liegen. Lydia lächelt.
Keiner von ihnen sagt ein Wort. Es ist auch nicht nötig. Lydia weiß, dass Danny bis grade noch im Serverraum gearbeitet haben muss. Stiles hat morgen eine wichtige Kriminologieprüfung und hat die letzte Vorlesung geschwänzt, um Rindertalg zu besorgen. Allison redet schon seit Jahren nicht mehr als wirklich unbedingt notwendig ist und wirklich unbedingt notwendig sind nur Befehle in einem Kampf.
Manchmal, wenn sie betrunken ist, fragt Lydia sich, warum sie vier sich eigentlich nicht Samstags zum Shoppen in der kleinen Mall von Beacon Hills treffen und Kaffee trinken und über Professor Cartwrights extrem kurze Röcke oder den attraktiven neuen TA an ihrem Lehrstuhl reden. Manchmal fragt sie sich dann auch, wie sie solche Unterhaltungen jemals ausgehalten hat.
Also fahren sie schweigend. Wie immer.
Sie treffen Scott am Eingang zum Reservat. Er umarmt Stiles und nimmt das Glas mit dem Talg an sich. „Denkt dran, wir wollen ihn lebend.“
Stiles hat eine alte Legende ausgegraben, der zur Folge man einen Wendigo durch heißen Talg zum Erbrechen seinen Eisherzens bringen kann. Dass es eine Heilung von dem Fluch gibt. Und dann hat er die Augen verdreht. „Ihn zu töten wäre aber wirklich viel, viel einfacher.“
Scott war das selbstredend egal. Lydia will nicht wissen, was sie ohne Scott tun würden, wer sie ohne Scott inzwischen wären. Manchmal hat sie so eine Ahnung, wenn sie nachts auf ihrem Bett sitzt und sorgfältig ihre Nägel macht, das Blut unter ihnen hervorkratzt, den aufgesprungenen Lack entfernt. Das sind die selben Nächte, in denen Danny und Stiles belanglosen, bedeutungslosen Sex in Kopierräumen und Computerlabors haben, in denen Allison auf ihrem Bett liegt, in Büchern über Monster blättert und es bereut, nie zum College gegangen zu sein und in denen Isaac und Derek sich gegenseitig an die Gurgel gehen.
Das sind die Nächte, in denen sie nicht wissen, wo Scott ist, ob er entkommen ist. Obwohl sie es natürlich alle wüssten, wenn sie ihn verloren hätten. Diese Nächte beunruhigen Lydia mehr als all die Dämonen und Leichen.
„Stiles, du kommst mit mir. Danny, der Sheriff ist unterwegs, warte hier auf ihn. Allison, Lydia, ihr nehmt den Joggerpfad.“
Sie nicken nicht einmal, schwärmen einfach aus. Das hier ist ihr Job. Doktortitel in Mathematik und Chemie sind mehr so ein Hobby. Das, was man halt tut, wenn man grade nicht Beacon Hills beschützt. Manchmal denkt Lydia, dass sich das anders anfühlen sollte.
Sie hat ihre Freunde von Dämonen besessen, von Krallen zerfetzt und in Schock erstarrt gesehen. Aber sie sind immer, immer zurück gekommen. Darin haben sie Übung. Inzwischen sollten sie sich ein bisschen unsterblich fühlen.
Stattdessen fühlen sie sich, als hätten sie den Kampf schon lange verloren, als wäre das, was sie noch am Leben hält, Spucke, Scotts eiserner Wille, Aspirin und Panzertape. Unsterblichkeit ist absolut überbewertet, findet Lydia.
Und wenn sie die anderen ansieht, weiß sie, dass jeder von ihnen (nicht Scott, natürlich nicht Scott) das selbe denkt.
Allison joggt vor ihr her, sie trägt einen Bogen auf dem Rücken und hat eine leichte Armbrust in der Hand. Lydia hat einmal versucht, sie zu spannen und es nicht geschafft. Wenn Allison es tut, sieht es aus wie ein Kinderspiel. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie lächelt dabei vergnügt, summt manchmal vor sich hin, so wie sie es vor Ewigkeiten in einem anderen Leben getan hat, wenn sie über einem Aufsatz brütete.
Lydia vermisst diese Allison.
Erschreckenderweise vermisst sie sonst eigentlich nichts. Nicht die Belanglosigkeit, nicht die Partys, nicht einmal den bedeutungslosen aber aufregenden Sex in Finstocks Büro. Nur diese Allison, die gelächelt und gesummt hat, ohne eine Waffe in der Hand zu halten, und mit ihr in der Mall Lederjacken gesucht hat ohne abzuschätzen, wie gut sie Werwolfkiefern standhalten würden, die grinsend ihr Physikbuch mitten in der Aufgabe zugeschlagen und Lydia geküsst hat.
Lydia hat diese Allison geliebt.
Und manchmal denkt sie, dass sie diese Allsion genauso verloren haben, wie den wild mit den Armen wedelnden Stiles oder den fröhlich lachenden Danny.
Aber manchmal ist sie sich nicht ganz sicher. Und solange sie nicht sicher ist, kann sie noch so tun als ob, nicht wahr?
Fandom: Original
Charaktere: Malin und Talitha
Wörter: 807
Warnungen: sinnlos, pre-femslash, FLUFF
A/N: Ich wollte die beiden dringend in einem Space Opera-Setting, weil Space Opera-Setting! ...Ob das jetzt Sinn macht, sei dahin gestellt. Speziell, weil der ganze Space Opera-Teil noch nicht mal drin ist...
Die Hafenbar war tatsächlich noch schäbiger und zwielichtiger als die, in der sie sich das erste Mal getroffen hatten. Damals hatte Malin das für reine Show gehalten: Die gutaussehende, grimmig guckende, geworfenen Schnapsflaschen geübt ausweichende Weltraumpiratin schüchtert die kleine Gouverneurstochter angemessen ein, so wie es sich gehört.
Jetzt fragte Malin sich, ob Kapitän Talitha Rahim nicht einfach nur einen ausgesucht schlechten Geschmack hatte.
Rahim jedenfalls sah aus, als würde sie sich an dem dunklen Ecktisch tatsächlich wohl fühlen, so wie sie grinste, als sie einen aufdringlichen Betrunkenen mit vorgehaltener Waffe davon überzeugte, irgendjemand anders zu belästigen.
Malin schlug die Kapuze ihres Mantels nach hinten und schlängelte sich durch die laute, übel riechende Menge zu besagtem Tisch.
„Käpt'n“, grüßte sie und die angesprochene zog die Augenbraue hoch.
„Mylady. Ihr seid spät.“
Mit einem Schulterzucken ließ Malin sich auf den Stuhl ihr gegenüber gleiten. „Habt Ihr es denn eilig?“
Ein abgehacktes Nicken. Rahim war groß und schlaksig, aber jede ihrer Bewegungen war hochpräzise, was sie ein bisschen vogelartig wirken ließ. Aber die Alternative war vermutlich überdreht und tollpatschig. Keine gute Alternative in ihrer Branche. „Immer.“
Malin lachte. „Zeit ist Geld?“
„Da wir einen Festpreis ausgemacht hatten, eher nicht, Prinzessin.“ Sie fuhr sich durch die schwarzen Locken und stand auf. „Ich halte nur nicht viel davon, zu lange an einem Ort zu bleiben. Berufskrankheit.“
Mit einem Seufzen erhob sich Malin. „Stillstand bedeutet Scheitern?“
„Ihr seid eine unendliche Quelle sinnloser Sprichwörter, nicht wahr?“ Rahim klang genervt und irgendetwas daran, wie sie die Augen verdrehte oder wie sie ihren schmalen Mund verzog, veranlasste Malin, ausgelassen zu kichern.
„Und Ihr verderbt mir den ganzen Spaß an meinem Abenteuer.“
„Spaß?“ Eine Augenbraue schoss in die Höhe. „Ich entführe grade die Tochter des Gouverneurs dieses Planeten. Nicht unbedingt meine Definition von Spaß.“
Noch immer glucksend hakte Malin sich beim Kapitän ein und ignorierte die vorwurfsvolle Augenbraue. „Also habt Ihr eine Definition von Spaß? Ich hatte mir schon Sorgen gemacht.“
Rahim zog sie unwillig vor sich hin murmelnd aus der Bar. In einer beunruhigend dunklen Seitenstraße keine zweihundert Meter weiter stieß sie Malin plötzlich gegen die nächste Wand.
Der Beton war kalt in ihrem Rücken und für den Bruchteil einer Sekunde, nachdem Rahims Hand auf dem Griff ihrer Waffe gelandet war, fürchtete sie wirklich um ihr Leben. Vielleicht war schon die Anzahlung genug? Malin hatte keine Ahnung, was eine durchschnittliche Schmugglerin so verdiente, und kriminelle Subjekte, die sich dafür bezahlen ließen, gelangweilte Mädchen zu entführen, waren selten vertrauenswürdig, oder?
„Das hier ist kein Spaß.“ Das Licht eines vorbeifahrenden Lastgleiters ließ Rahims Wangenknochen noch schärfer hervorstechen. Vielleicht waren einige ihrer Vorfahren Geier gewesen? Und war es bedenklich, dass Malin dieses Gesicht wirklich attraktiv fand? „Ich habe keine Ahnung, warum du aus deinem Palast abhauen willst, und es ist mir auch wirklich, wirklich egal, aber ich gehe mal davon aus, dass du nicht so bald zurück willst. Und ich will nicht hingerichtet werden, es ist also in unser beider Interesse, dass du endlich die Klappe hältst.“
Malin schluckte schwer. „Aber...“
„Nichts aber.“ Kapitän Rahim beugte sich drohend noch ein Stück nach vorne, ihre Nase berührte beinahe Malins. Sie konnte ihren Atem spüren. Ruckartig warf Malin sich nach vorne und presste ihre Lippen aufeinander. Es war eine clevere Strategie, in der folgenden Verwirrung konnte sie unter dem Arm des Kapitäns hindurch tauchen und die Gasse entlang fliehen.
Rahims Hand schloss sich fest wie ein Schraubstock um ihr Handgelenk und hielt sie fest, bevor sie auch nur einen Meter weit gekommen war. Die Reflektion einer Neonwerbung ließ ihre Augen blitzen.
Jetzt hatte Malin wirklich Angst.
„Du bewegst dich hier auf ganz dünnem Eis. Soll ich dich im Vorgarten deines Vaters abliefern?“ Rahims Stimme war schneidend.
„Bitte...“ Malins Mund war plötzlich trocken, sie musste die Wörter praktisch hervorwürgen. „Bitte nicht?“
Talitha lachte. Kein höhnisches, verächtliches Lachen sondern ein fröhliches, glucksendes Geräusch. „Wo ist denn die Abenteuerlust hin, Prinzessin?“ Sie ließ Malins Handgelenk los. „Und wenn Eure Hoheit jetzt geruhen würden, die Flucht zum Hafen anzutreten?“
Für einen Augenblick starrte Malin ihr nur nach, wie sie mit hinter dem Rücken verschränkten Armen gemütlich die Gasse entlang spazierte, als wäre es ein schöner Sonntagnachmittag. Sie begann zu kichern und rannte ihr nach. „Das ist also deine Vorstellung von Spaß? Kleine Mädchen traumatisieren?“
„Das und die aktive Teilnahme an öffentlichen Hinrichtungen. Also los, wir haben es eilig.“
Malin hakte sich wieder bei ihr ein.
„Ganz, ganz dünnes Eis, Mädchen“, knurrte Rahim, aber Malin lachte bloß..
„Na ja, ich werde schließlich nicht hingerichtet...“
„Oh, dafür werde ich sorgen...“
Malin zuckte mit den Achseln. „Tja, ich würd mal sagen, wenn ich ohnehin auf dünnem Eis laufen muss, kann ich genauso gut tanzen.“
Der Kapitän verdrehte beinahe hörbar die Augen. Es war bezaubernd. „Beim nächsten dämlichen Sinnspruch landest du im Rhododendron deiner Mutter.“
„Meine Mutter hasst Rhododendron. – Schon gut, schon gut, kein Grund gewalttätig zu werden!“
Challenge: FemSlash-Comment Meme
Fandom: Teen Wolf
Charaktere: Lydia (mit einem winzigen bisschen Allison/Lydia)
Wörter: 1010
Warnungen: Future fic, sooooooo viel Angst und Sinnlosigkeit
A/N: Eigentlich war das hier für
Lydia hat sich noch immer nicht daran gewöhnt. Sie ist fünfundzwanzig, hat grade die erste ihrer beiden Dissertationsarbeiten eingereicht (es erscheint nur höflich mit der zweiten wenigstens noch ein paar Monate zu warten) und wird von den jüngeren ihrer ΡΗΨ-Mitschwestern verehrt wie eine besonders furchteinflößende Gottheit. Ihr Leben verläuft in etwa so, wie sie es mit dreizehn geplant hatte. In etwa.
Als ihr Handy mitten in der Nacht vibriert, greift sie mit der einen Hand nach dem Gerät und zieht mit der anderen den immer gepacken Rucksack unterm Bett hervor. An der Tür hängt eine Lederjacke mit leichten Protektoren, wie Allison sie bevorzugt, und in die Stiefeletten muss sie nur im Vorbeilaufen reinschlüpfen.
Sie hat Übung darin, denkt sie, als sie schon halb die Treppe runter ist und den Anruf von Scott annimmt. Übung, ja. Routine sogar. Aber das eiskalte Grauen, das ihr die Kehle zuschnürt, bis sie Scotts „Alle sind in Ordnung.“ an Stelle einer Begrüßung hört, daran hat sie sich immer noch nicht gewöhnt. Daran wird sie sich nie gewöhnten.
„Aber Chris hat Spuren des Wendigo entdeckt. Und zwei Camper sind verschwunden.“ Scott klingt angespannt und ein bisschen abgelenkt. Lydia kann vor ihrem inneren Auge sehen, wie er die Karte des Reservats glatt streicht und Isaac und Derek durch Gesten zu verstehen gibt, wo er sie positioniert wissen will. „Allison holt euch ab.“
Mit quietschenden Reifen hält Allisons Toyota vor ihr. Ein strahlendes Lächeln und eine dringende Handbewegung. Auf dem Rücksitz hibbelt Stiles bereits, den unvermeidlichen Baseballschläger fest umklammert. Danny sitzt neben ihm, mit tiefschwarzen Augenringen und einem angebrochenen Sixpack eines Energy Drinks. Sie gleitet auf den Beifahrersitz und fragt sich kurz, wann sie das letzte Mal mitten in der Nacht zu einer Party statt zum Jagen von Monstern abgeholt wurde. Oder wann das das letzte Mal erstrebenswert geklungen hatte.
Allison jagt den Toyota in halsbrecherischer Geschwindigkeit vom Campus-Gelände. Ihre rechte Hand rutscht auf Lydias Oberschenkel und bleibt dort liegen. Lydia lächelt.
Keiner von ihnen sagt ein Wort. Es ist auch nicht nötig. Lydia weiß, dass Danny bis grade noch im Serverraum gearbeitet haben muss. Stiles hat morgen eine wichtige Kriminologieprüfung und hat die letzte Vorlesung geschwänzt, um Rindertalg zu besorgen. Allison redet schon seit Jahren nicht mehr als wirklich unbedingt notwendig ist und wirklich unbedingt notwendig sind nur Befehle in einem Kampf.
Manchmal, wenn sie betrunken ist, fragt Lydia sich, warum sie vier sich eigentlich nicht Samstags zum Shoppen in der kleinen Mall von Beacon Hills treffen und Kaffee trinken und über Professor Cartwrights extrem kurze Röcke oder den attraktiven neuen TA an ihrem Lehrstuhl reden. Manchmal fragt sie sich dann auch, wie sie solche Unterhaltungen jemals ausgehalten hat.
Also fahren sie schweigend. Wie immer.
Sie treffen Scott am Eingang zum Reservat. Er umarmt Stiles und nimmt das Glas mit dem Talg an sich. „Denkt dran, wir wollen ihn lebend.“
Stiles hat eine alte Legende ausgegraben, der zur Folge man einen Wendigo durch heißen Talg zum Erbrechen seinen Eisherzens bringen kann. Dass es eine Heilung von dem Fluch gibt. Und dann hat er die Augen verdreht. „Ihn zu töten wäre aber wirklich viel, viel einfacher.“
Scott war das selbstredend egal. Lydia will nicht wissen, was sie ohne Scott tun würden, wer sie ohne Scott inzwischen wären. Manchmal hat sie so eine Ahnung, wenn sie nachts auf ihrem Bett sitzt und sorgfältig ihre Nägel macht, das Blut unter ihnen hervorkratzt, den aufgesprungenen Lack entfernt. Das sind die selben Nächte, in denen Danny und Stiles belanglosen, bedeutungslosen Sex in Kopierräumen und Computerlabors haben, in denen Allison auf ihrem Bett liegt, in Büchern über Monster blättert und es bereut, nie zum College gegangen zu sein und in denen Isaac und Derek sich gegenseitig an die Gurgel gehen.
Das sind die Nächte, in denen sie nicht wissen, wo Scott ist, ob er entkommen ist. Obwohl sie es natürlich alle wüssten, wenn sie ihn verloren hätten. Diese Nächte beunruhigen Lydia mehr als all die Dämonen und Leichen.
„Stiles, du kommst mit mir. Danny, der Sheriff ist unterwegs, warte hier auf ihn. Allison, Lydia, ihr nehmt den Joggerpfad.“
Sie nicken nicht einmal, schwärmen einfach aus. Das hier ist ihr Job. Doktortitel in Mathematik und Chemie sind mehr so ein Hobby. Das, was man halt tut, wenn man grade nicht Beacon Hills beschützt. Manchmal denkt Lydia, dass sich das anders anfühlen sollte.
Sie hat ihre Freunde von Dämonen besessen, von Krallen zerfetzt und in Schock erstarrt gesehen. Aber sie sind immer, immer zurück gekommen. Darin haben sie Übung. Inzwischen sollten sie sich ein bisschen unsterblich fühlen.
Stattdessen fühlen sie sich, als hätten sie den Kampf schon lange verloren, als wäre das, was sie noch am Leben hält, Spucke, Scotts eiserner Wille, Aspirin und Panzertape. Unsterblichkeit ist absolut überbewertet, findet Lydia.
Und wenn sie die anderen ansieht, weiß sie, dass jeder von ihnen (nicht Scott, natürlich nicht Scott) das selbe denkt.
Allison joggt vor ihr her, sie trägt einen Bogen auf dem Rücken und hat eine leichte Armbrust in der Hand. Lydia hat einmal versucht, sie zu spannen und es nicht geschafft. Wenn Allison es tut, sieht es aus wie ein Kinderspiel. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie lächelt dabei vergnügt, summt manchmal vor sich hin, so wie sie es vor Ewigkeiten in einem anderen Leben getan hat, wenn sie über einem Aufsatz brütete.
Lydia vermisst diese Allison.
Erschreckenderweise vermisst sie sonst eigentlich nichts. Nicht die Belanglosigkeit, nicht die Partys, nicht einmal den bedeutungslosen aber aufregenden Sex in Finstocks Büro. Nur diese Allison, die gelächelt und gesummt hat, ohne eine Waffe in der Hand zu halten, und mit ihr in der Mall Lederjacken gesucht hat ohne abzuschätzen, wie gut sie Werwolfkiefern standhalten würden, die grinsend ihr Physikbuch mitten in der Aufgabe zugeschlagen und Lydia geküsst hat.
Lydia hat diese Allison geliebt.
Und manchmal denkt sie, dass sie diese Allsion genauso verloren haben, wie den wild mit den Armen wedelnden Stiles oder den fröhlich lachenden Danny.
Aber manchmal ist sie sich nicht ganz sicher. Und solange sie nicht sicher ist, kann sie noch so tun als ob, nicht wahr?
no subject
Date: 2014-02-17 09:32 pm (UTC)Und ich weiß gar nicht, was Du willst - ich sehe da sehr viel Allison/Lydia, und das Prompt "verloren" finde ich auch klasse umgesetzt.
no subject
Date: 2014-02-18 08:24 pm (UTC)Freut mich, dass es dir so gut gefallen hat! Und dass es schön und melancholisch und nicht "wirr und prätentiös" ist, wie ich zwischendurch befürchtet habe. Vielen Dank! (Und noch mehr danke, dass du es trotz Teen Wolf-Unkenntnis gelesen hast! =D)
Uh, das beruhigt mich. Vielleicht war ich ein bisschen unsicher, weil es Welten von meiner ursprünglichen Idee entfernt war.^^"
no subject
Date: 2014-02-18 11:49 am (UTC)Nur diese Allison, die gelächelt und gesummt hat, ohne eine Waffe in der Hand zu halten, und mit ihr in der Mall Lederjacken gesucht hat ohne abzuschätzen, wie gut sie Werwolfkiefern standhalten würden, die grinsend ihr Physikbuch mitten in der Aufgabe zugeschlagen und Lydia geküsst hat.
Das ist so eine tolle Zustandsbeschreibung, wie viel da eigentlich kaputt und unrettbar verloren ist. Die armen Puschel. =/
Und keine Bange, das Pairing ist so wunderbar unterschwellig drin, ich bin total glücklich! *-* Eine ganz ganz tolle Umsetzung!
no subject
Date: 2014-02-18 08:25 pm (UTC)Und oh mein Gott, das Drama. Ich wollte eigentlich nur FutureFic schreiben um dem aus dem Weg zu gehen und es nicht ganz so schlimm zu machen, aber dann... öhm... hat offenbar nicht so recht funktioniert. *drop*