[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Teen Wolf
Challenge: Hotelgeschichten (vom 2.11.2013)
Wörter: ~ 1.300
Personen: Scott, Stiles
Warnung/Genres: erwähnte Gewalt, angst, h/c
Anmerkung: Korrektur gelesen, aber ich fürchte, da sind noch immer Fehler drin. Es sollte eigentlich fluffig werden. Jetzt ist es ein regelrechtes Angst-Fest. Und der Korrektheit halber sollte ich erwähnen, dass es hier nicht um ein Hotel, sondern ein Motel geht ("Motel California" lässt grüßen), aber wer wird denn hier pingelig sein.
Für die liebe [livejournal.com profile] rei17, weil sie einen schlechten Tag hatte. Und weil sie mir Space für zusätzliche Icons geschenkt hat. *_* All the love <3


„Das nächste Mal, wenn wir Dämonen jagen gehen, verlegen wir das gefälligst aufs Wochenende.“
Stiles ist sich nicht ganz sicher, ob seine Beine nur noch aus einem unerklärlichen Reflex einen Schritt nach dem anderen tun, oder ob er tatsächlich noch Gewalt über seinen todesmüden Körper hat. Sein Kopf lehnt an Scotts Schulter, und Scott hat einen Arm um ihn gelegt, während er ihn durch die Morgendämmerung lotst. In seiner rechten Hand klimpert der Schlüssel des Motelzimmers.
„Ich mach ein Rundschreiben: 'An alle übernatürlichen Kreaturen rund um Beacon Hills: Weltübernahmeplanungen bitte an die Schulzeiten des hiesigen Rudels anpassen, sonst...'“ Für einen kurzen Augenblick wird alles schwarz und warm. Erst, als er sich fallen spürt und als Scotts Arm ihn mit einem sanften Ruck festhält, wacht er wieder aus dem Sekundenschlaf auf.
Es ist Mittwochnacht und sie sind gute fünfzig Meilen von zu Hause entfernt. An jedem anderen Tag hätten sie es höchstwahrscheinlich geschafft, noch vor dem Sonnenaufgang nach Hause zu kommen und wenigstens für eine Stunde so zu tun, als hätten sie die Nacht wie zwei ganz normale Teenager verbracht, nur um dann im Unterricht weiterzuschlafen wie jeder andere Schüler.
Wenn Stiles schlafen könnte. Wenn Scott nicht zwischendurch zwei Mal von Speeren durchbohrt worden wäre heute Nacht und ihn der Heilungsprozess nicht kostbare Energie gekostet hätte. Was zur Hölle hat sie nur geritten, ohne jegliche Verstärkung loszufahren? Das wird nie, nie wieder vorkommen. Stiles zwingt die Augen auf, als er spürt, dass sein bester Freund stehenbleibt.

Inmitten der kalifornischen Pampa zwischen zwei Wäldern tut sich vor ihnen eine einstöckige, rot getünchte Bungalowzeile auf. Das Rot sieht im Zwielicht braun aus und erinnert Stiles an getrocknetes Blut. Er hat schon schlimmere Motels gesehen. Aber auch deutlich bessere.
„Müssen wir das wirklich tun?“, murmelt er gegen Scotts Halsbeuge.
„Du weißt, Motels sind aus einem bestimmten Grund nicht mehr so meine Lieblingsorte.“
Er spürt, wie Scott schluckt.
„Tut mir leid“, murmelt er.
„Ernsthaft, ich verstehe nicht, wieso du kein Problem damit hast.“ Stiles drückt sich schwach von Scott weg, weil er wenigstens einmal für kurze Zeit auf eigenen Beinen stehen will.
„So von wegen böse Erinnerungen und so.“
Scott fummelt mit dem Schlüssel herum, und als die Tür zu ihrem Zimmer aufgeht, dringt ihnen feuchter, muffliger Geruch entgegen.
„Das ist es nicht“, gibt er zu.
„Aber du kannst nicht im Sitzen schlafen und ich bin zu müde, um bis nach Hause durchzufahren. Es ist eine vollkommen vernünftige Entscheidung, anzuhalten und unterwegs zu schlafen.“
Er klingt ein wenig, als müsste er sich selbst mehr überzeugen als Stiles, was nichts anderes heißt, als dass ihm diese ganze Motel-Geschichte genauso mulmig vorkommt.
„Alter“, nuschelt Stiles und stolpert in den Raum.
„Ich kann fabelhaft im Sitzen schlafen. Ich bin ein Meister darin, im Sitzen zu schlafen, hast du mich mal gesehen?“
Er dreht sich prüfend einmal um sich selbst. Sie haben ein Fenster, das gen Osten rausgeht, denn am Horizont kriecht erstes, hellblaues Licht hinter Baumwipfeln empor. Es gibt einen dunklen Teppich, einen runden Tisch mit einem Stuhl und ein Doppelbett mit schwarzen Bezügen. Zumindest sehen sie in der Dunkelheit schwarz aus. Links daneben gähnt düster wie ein Schlund die geöffnete Tür zum Badezimmer. Stiles tritt an sie heran. Seine Hand tastet im Dunkeln nach einem Lichtschalter, und legt ihn klackend um, als sie ihn findet. Eine sirrende Neonröhre taucht flackernd das Bad in ein gelbes Licht. Nichts Schreckliches zeigt sich ihm. Nur ein hässliches rotzgrünes Waschbecken, eine verkeimte Badewanne und braun-grüne Fliesen.
„Ich hoffe, du willst nicht duschen“, murmelt Stiles.
„Aber deine Blutreste solltest du dir abwaschen.“

Scott drückt ihn auf das Bett. Gute zweiundsiebzig Stunden ohne Schlaf. Die Farben des Sonnenaufgangs verschwimmen. Der Tisch auf der anderen Seite des Raumes sieht für einen Augenblick aus, als würde er sich bewegen. Blöde Dämonen. Blöde Alpträume. Blödes Motel. Stiles streift sich seine Turnschuhe ab und beschließt, dass er sich nicht mehr ausziehen wird, für den Fall, dass die Dämonen sie aufspüren. Oder Werwölfe, die nicht zu ihnen gehören. Oder falls Scott wieder auf komische Ideen kommt.
Er legt sich sich auf das Bett. Die Decke riecht nach Mottenkugeln. Im Badezimmer rauscht leise Wasser. Stiles lauscht, wie Scott sich Sweatshirt und T-Shirt abstreift – beides nun vollkommen zerlöchert und reif für den Mülleimer. Was schade ist. Stiles mochte dieses T-Shirt. Stiles mag jedes von Scotts T-Shirts. Zeigefinger und Daumen seiner rechten Hand wandern an seinen linken Unterarm und beginnen dort, einen winzigen Hautteil zu kneifen und zu quetschen, weil Schmerz wachhält. Stiles wird nicht eher einschlafen, bis er Scott wieder in seinem Gesichtsfeld hat. Es ist schwierig, weil seine Finger ständig abrutschen.

Vielleicht ist er nur ein unbedeutender Mensch. Okay, vielleicht kann er nicht viel bewirken. Er weiß genau, dass er in einem wacheren Moment so lange diskutiert hätte, bis Scott mit ihm zähneknirschend im Jeep geschlafen hätte. Zweiundsiebzig Stunden ohne Schlaf und er ist an einem Punkt angekommen, an dem die Erschöpfung seine Panik einhüllt wie ein Nebelschleier. Er hat heute einen Speer aus Scotts Brust gezogen und alles, was Scott getan hat, war, Schmerzensschreie zu unterdrücken.
Was zur Hölle passiert hier nur mit ihnen?

Scott klackt das Licht aus und tappt auf nackten Fußsohlen um das Bett herum. Die Matratze gibt unter ihm nach und der offensichtlich alte Lattenrost knarzt. Stiles lässt seinen gequälten Unterarm los und rollt sich auf die andere Seite, dem bekannten Geruch entgegen. Der muffige Gestank nach Mottenkugeln müsste Scott eigentlich wahnsinnig machen. Stiles hat keine Ahnung, wie er das aushält.
Für den Bruchteil einer Sekunde versteift Scott sich, als Stiles seine Arme und Beine um ihn wickelt und ihn ganz nahe zu sich heranzieht, den Kopf unter seinem Kinn, ein Ohr halb an der Brust, in der vor etwa drei Stunden noch ein Loch klaffte.
„Was ist los?“, flüstert Scott alarmiert.
„Nichts“, gibt Stiles zurück.
„Und ich werde höchstpersönlich dafür sorgen, dass das so bleibt.“
Es ist eine bescheuerte Strategie, aber die einzige, die seinem übermüdeten Gehirn noch einfällt.
Solange er Scott festhält, weiß er, dass es ihm gut geht, dass er nicht gerade versucht, sich anzuzünden. Oder von irgendwem durchbohrt, erschossen, verprügelt, erstochen, zerrissen oder was auch immer wird. Die Zeiten, in denen Stiles' einzige Sorge war, dass Scott seinen Inhalierer zu Hause vergessen haben könnte, und in denen die Lösung eine ganze einfache war – nämlich immer selbst einen dabei zu haben – sind so weit weg, dass sie wie Träume wirken.

„Stiles...“, wispert Scott, aber er kommt nicht weiter. Offenbar, weil er nicht weiß, was genau er sagen soll. Und es ist okay. Mit dem Morgengrauen liegt nicht nur der Muff auf ihnen. Da ist auch eine staubig-schwere Wortlosigkeit in diesem Motelzimmer, und Stiles hat das Gefühl, sie nistet sich in seiner Brust ein, um zu bleiben.
Scott schluckt und legt einen Arm um ihn und drückt einen Kuss auf seinen Schopf. Er riecht nach Erde, Schweiß, nach Mischwald und Sonne, zum Glück nicht mehr nach Blut. Leben. Das ist es. Er riecht nach Leben. Die Werwölfe sollen sich ja nicht einbilden, dass sie die einzigen sind, die bestimmte Gerüche erkennen.
„Du bewegst dich keinen Zentimeter von der Stelle ohne mich, ist das klar?“, flüstert Stiles gegen Scotts Kehle.
„Okay“, erwidert Scott folgsam und seine Hand streichelt behutsam seinen Rücken.
„Und wenn ich aufs Klo muss?“
„Dann nimmst du mich gefälligst mit.“
„Okay.“ Scott atmet tief ein und aus und windet sich ein klein wenig mehr um Stiles herum bis sie ein einziges Knäuel aus verhakten Armen, Beinen und Gefühlen sind.
„Tut mir leid.“
„Weniger entschuldigen“, haucht Stiles.
„Mehr schlafen.“

Es ist das letzte, was er schafft zu sagen, bevor die überbordende Wärme von Scotts Alpha-Werwolf-Körper ihn umwickelt wie eine Kaschmirdecke. Endlich, nach zweiundsiebzig quälenden Stunden rutscht er ab in ein gnädiges Nichts. Und er hat seinen besten Freund dabei.

Date: 2014-01-22 07:53 am (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Awwwwwwwwwwwwwww~! ;___;
Ach Wino! Wino! Wino!
Die beiden brechen mir irgendwann nochmal das Herz.
All the feelings. Und wenn ich nicht so furchtbar inkohärent wäre, weil es so früh morgens ist und ich noch nicht genug Kaffee hätte, würde mir auch mal ein anderer Spruch einfallen. Aber so musst du dir einfach vorstellen wie ich hier sitze und mit den Armen wedele und wortlose Schnappatmung mit dem Mund mache, weil mir die Worte fehlen. ;__; *__* Ach ihr zwei süßen kleinen Puschel....

Ich liebe es, dass du Stiles' Motel California-Trauma aufgreifst und ich find es total nachvollziehbar, dass Scott deswegen langfristig tatsächlich weniger traumatisiert ist als Stiles - weil duh. Auf der anderen Seite ist es immer schlimmer. Und ich liebe die Vorstellung, dass sie nachts losziehen und Dämonen bekämpfen und das ungewöhnlichste daran, ist eigentlich nur die Tatsache, dass es eine Schulnacht ist, weil .... sucks.
Und sleepy!drowsy!neben sich stehender!Stiles ist einer meiner liebsten Stilese. Okay, jeder Stiles ist ein toller Stiles, aber in diesem Zustand will ich ihn eigentlich immer nur in eine Decke wickeln und ihm über die Haare streicheln und ihn knuddeln bis er eingeschlafen ist. Okay, eigentlich will ich das nicht selber tun, sondern zusehen wie Scott das tut -! *____*

Er hat heute einen Speer aus Scotts Brust gezogen und alles, was Scott getan hat, war, Schmerzensschreie zu unterdrücken.
Das ist so ein trister, tragischer, schmerzhafter Satz, der einen so ruckartig wieder daran erinnert, dass sie Kinder sind, die so etwas nicht normal finden sollten ... ;__; Mein Herz.

Für den Bruchteil einer Sekunde versteift Scott sich, als Stiles seine Arme und Beine um ihn wickelt und ihn ganz nahe zu sich heranzieht, den Kopf unter seinem Kinn, ein Ohr halb an der Brust, in der vor etwa drei Stunden noch ein Loch klaffte.
„Was ist los?“, flüstert Scott alarmiert.


OMG! OMG WINO! TEH cuteness. Nein, wirklich, immer wenn die Angst einen überwältigt stelle ich mir Stiles und Scott ineinanderverschlungen auf einem Bett vor (Puppy Pile!) und gah! *___* Dann wird die ganze Welt von einem zarten Schleier in Rosa überzogen und alles sieht gleich weniger dramatisch aus. ♥ ♥ ♥ ♥
Vielen lieben Dank fürs schreiben! *_________________*
(Und gern geschehen. XD @Icon Space)

Date: 2014-01-22 01:27 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Dein Icon!!! <333333 Liebe!

Date: 2014-01-22 01:58 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
PS: In 3 Folgen ist schon Midseason Finale!!!
Edited Date: 2014-01-22 01:58 pm (UTC)

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