[identity profile] akira-san13.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Teen Wolf
Challenge: Blut, Schweiß und Tränen (leider ohne Tränen :( )
Pairing: Sterek angedeutet
Wörter: 1517
Warnung: etwas blutig
Anmerkung: Ich hab keine Ahnung, ob es zu kryptisch ist, oder ob man tatsächlich den ganzen Hintergrund versteht. Wenn nicht, gebt mir nen Hint.


Er lehnte bereits am Heck seines Jeeps, die Armbrust zu seinen Füßen gegen den Reifen gestellt, und sah seiner Zigarette beim Glühen zu, als der wohlbekannte Geländewagen seines Bosses endlich in die Parktasche hinter ihm einscherte. Die Nacht hing tief um ihn herum, alles war schwarz, selbst die Straße war dunkel. Jeder andere würde die unbeleuchteten Fahrzeuge tatsächlich erst beim zweiten mal hinsehen erkennen.
Unbeachtet schnippte Stiles seinen Glimmstängel in die nächste Pfütze, ehe er Chris, der mit einer gefalteten Karte und seiner Taschenlampe aus der Fahrerseite stieg, die wenigen Schritte entgegen ging.
„Wir haben sie jetzt soweit eingekesselt, dass sie nach Süden flieht.“ fing Argent auch gleich an, während er noch die Landkarte auf Stiles Motorhaube ausbreitete. „Stampfort und Morris sind an ihr dran, die Anderen verwischen ihre Spuren.“ Er zeigte im Schein der Taschenlampe auf das Gebiet, das ihre Kollegen gerade säuberten. Dann markierte er mit den Fingern grob die Waldgebiete vor Los Angeles. „Sie wird versuchen, beim nächsten Rudel Unterschlupf zu finden. Dort werden wir sie abfangen.“
Starr hielt Stiles seinen Blick auf die Karte gerichtet ehe er Chris nachschaute, der schon wieder am einsteigen war. „Bist du dir sicher?“
Sein Boss hielt kurz inne, den Rücken weiterhin zu Stiles gedreht. „Nein. Aber besser wir fahren dort hin, als die Anderen. Sag deinem Vater bescheid, dass wir kommen.“ Dann stieg er ein.

-:-

Beacon Hill hatte sich nicht sonderlich verändert seit Stiles vor knapp sechs Jahren das letzte mal dort gewesen war. Genaugenommen gar nicht.
Aufmerksam blickte er immer wieder links und rechts aus dem fahrenden Jeep, fast schon ängstlich besorgt, irgendeine Neuerung zu übersehen. Doch praktisch alles schien beim alten geblieben zu sein: Der Diner, seine High School, die Videothek mit der notdürftig reparierten Scheibe... Selbst der alte Blitze stand immer noch da, wo er früher immer gestanden hatte.
Er wollte gerade Chris im Wagen vor sich funken, dass er direkt zur Polizeistation abbiegen würde, um seinen Vater zu begrüßen, als sein Funkgerät zu knacken und zu rauschen anfing: „Wagen 2-1-4 an Zentrale – erbitte Verstärkung – Code 23. Ich wiederhole Wagen 2-1-4 – Code 23.“
Schlagartig kroch Stiles der kalte Schweiß den Rücken hinauf. 'Code 23'. Den hatte sein Vater noch damals eingeführt, als die ersten Werwölfe aufgetaucht waren und die Polizisten immer öfter blutüberströmte Opfer gefunden hatten. Beacon Hills war eine verschlafene Kleinstadt in der nicht viel passierte - jeder klinkte sich mal hier, mal da in den Polizeifunk ein, um sich etwas Aufregung ins Haus zu holen – oder einfach nur um die beste Möglichkeit zum Tempolimit überschreiten auszukundschaften. Da musste man erfinderisch werden, um nicht jedem sofort das Ausmaß eines Fundes auf die Nase zu binden.
Schnell lauschte er auf die Ortsangabe, ehe er neben Chris an der Ampel einscherte und sein Fenster runterkurbelte. Sei Boss ließ seinerseits die Beifahrerscheibe runter.
„Sie ist da.“ rief Stiles auch gleich rüber. Chris nickte.
„Fahr du dort hin, ich fange Stampfort und Morris ab und wir kreisen sie ein.“
„Geht klar!“ Im selben Moment sprang die Ampel auf grün und beide fuhren in entgegengesetzte Richtungen weiter.

-:-

Von weitem schon konnte er das flackern der Sirenen sehen. Anstelle von Absperrband hatte man einfach die Polizeiwagen in großem Bogen um den Tatort herumgeparkt - unverfehlbar mittendrin, der Wagen seines Vaters.
Verstohlen zog er die Armbrust auf dem Beifahrersitz ein Stück in den Fußraum hineinen und warf dann schnell die Sitzdecke darüber. Nicht dass einer der Deputies auf dumme Gedanken kam.
Dann stieg er aus.
Unwillkürlich zog er seine Lederjacke gleich noch etwas fester um die Schultern, wie als wenn sie ihn vor dem Rest der Welt schützen können würde. Tatsächlich gab ihm ihr Geruch ein minimales Gefühl von Sicherheit. In der Jacke war ihm noch nie etwas passiert, richtig?
Ungesehen schlängelte er sich durch die wartenden Autos, vorbei an offenbar kopflos herumlaufenden Polizisten, dem einen Rücken entgegen, den er aus tausenden erkannt hätte. Lautlos trat er neben ihn und besah sich das Blutbad vor sich. Eine Frau in ihren mittdreissigern, verfangen im Gewirr der unteren Äste einer jungen Eiche. Die Kehle wurde komplett weggerissen, wodurch die ganze Vorderseite in Blut getränkt war. Ihre blauen Augen starrten schreckgeweitet und leer in den Wald hinein.
„Kein schöner Anblick.“ hörte er auch schon die Stimme des Sheriff sagen. Der Deputy neben ihm stemmte nur die Hände in die Hüften und nickte. Dann schaute Stilinski zu Stiles hinüber. „Wieder eins von euren Viechern?“ Er war eindeutig zu alt, um sich noch vor plötzlich auftauchenden Söhnen zu erschrecken.
Unter dem prüfenden Blick seines Vaters vergrub Stiles seine Hände noch ein Stückchen tiefer in die Taschen und zog die Schulter ein kleines Stück höher. Neben ihm wurde er immer wieder zu dem kleinen Jungen von vor 20 Jahren, der beim Kekse klauen in der Küche erwischt worden war.
„Eine wild gewordene Omega aus der Nähe von Port Angeles, Washington. Sie hat einen dort herrschenden Packt zwischen den territorial besitzenden Familien gebrochen und wurde ausgeschlossen. Seit Portland sind wir ihr auf den Fersen. Sie sucht ein neues Rudel zum unterkriechen.“
Der Deputy neben dem Sheriff kippte ein kleines Stück nach vorn und schaute Stiles mit großen Augen unter wilden Locken an. „Etwa aus Forks?“
Er brauchte nicht mal zu nicken. Isaac schien den Ursprung der Wölfin auch so zu kennen. „Ich muss eben telefonieren.“ entschuldigte sich Stiles ehemaliger Kumpel bei seinem Chief, ehe er noch im weggehen sein Handy rausfummelte.
Sheriff Stilinksi nickte nur abwesend.
Nach einem weiteren Blick auf die Leiche wendete er sich schließlich ab und zog auch seinen Sohn mit einer einkreisenden Armbewegung mit sich.
„Weiß Scott, dass du da bist?“ Manchmal war es echt erstaunlich, wie ungerührt sein Vater von einem katastrophalen Thema ins nächste übergehen konnte.
Trotzdem konnte Stiles sich das abfällige Geräusch nicht verkneifen.
„Scott ist ehrlich gesagt meine kleinste Sorge.“ Er wollte gar nicht wissen, was passieren würde, wenn er ihm begegnete...
Wieder nickte der Sheriff wissend.
Dann war es kurz still zwischen ihnen.
„Schläfst du heute Nacht zuhause?“
Schuldbewusst schüttelte Stiles den Kopf. „Ich will dir keinen Ärger machen.“
Nun war es am Sheriff abfällig zu schnaufen. „Das brächte mir wesentlich weniger Ärger als das, was dir offenbar noch bevorsteht.“ Er deutete vage in die Richtung in der sein Deputy zum telefonieren verschwunden war.
Stiles sagte dazu nichts.
Stilinski seufzte. „Na schön. - Ich muss aufs Revier. Wenn es irgendwas neues gibt, gib mir Bescheid.“

-:-

Noch während er seinem Vater beim wegfahren zusah, spürte er, wie sich Isaac wieder neben ihn stellte.
„Ich wusste gar nicht, dass die Polizei auch eine Abteilung für Übernatürliches hat.“ grinste Stiles auch gleich breit zu seinem ehemaligen Kumpel hinüber.
Der bedachte den Scherz nur mit einem traurigen lächeln. „Kommst du vorbei? Die anderen würden sich freuen...“ Er hatte noch nicht einmal ausgesprochen, da schüttelte Stiles schon vehement mit dem Kopf. „Sie würden mich nicht sehen wollen.“ entschied er bestimmt.
„Aber willst du sie denn nicht sehen?“ Isaac klang so verzweifelt wie Stiles sich innerlich fühlte, seit er Beacon Hills Stadtschild gesehen hatte.
„Und was würde das bringen? Sie haben mir wohl deutlich genug klar gemacht, dass ich nicht zum Rudel gehöre!“ „Aber Scott wollte dich doch nur-“ „Scott“ zischte Stiles ungehalten dazwischen, „hat es nicht einmal für nötig gehalten, mich zu seiner Hochzeit einzuladen, geschweige denn zu sagen, dass sie ein Baby erwarten. Er und Derek ziehen doch beide am selben Strang, wenn es darum geht, das Rudel von 'Störfaktoren' wie mir frei zu halten.“
Mit jedem Wort war Isaacs Gesicht immer trauriger geworden, Stiles selbst zerriss es innerlich fast das Herz, nur an die Erinnerung zu denken. Trotzdem gab er nicht nach.
Sie hatte ihm erklärt, dass er eine Gefahr für das Rudel war, mit seiner Hyperaktivität und seinen kopflosen Aktionen.
Sie hatten ihm zu verstehen gegeben, dass es für sie alle besser sei wenn er sich vom Rudel und allen damit in Verbindung stehenden Personen fern halten würde, richtig!?
Er hatte ihm erklärt, dass er in diesem Rudel nie den Platz haben würde, den er sich wünschte.
„Und trotzdem trägst du immer noch seine Jacke.“ Isaacs Stimme klang so hell in seinen plötzlich tauben Ohren, dass Stiles einen kurzen Moment brauchte um zu verstehen, was er da gerade gesagt hatte.
Abfällig stieß er wieder die Luft aus der Nase, schaute aber nicht auf. Natürlich.
Die Jacke.
So ein vermaledeites Biest hatte ihm in British Columbia den Anorak zerfetzt, kurz nachdem er sich Chris und seinen Huntern angeschlossen hatte. Dereks Jacke hatte noch in seinem Jeep gelegen.
Was hätte er machen sollen – es war verdammt kalt da oben!?
Seine warme Hand klopfte ihm wohlwollend auf die Schulter, ehe auch Isaac an ihm vorbei zu einem der wartenden Streifenwagen ging, während im Hintergrund der Leichenbestatter die arme Frau aus den Zweigen pflückte und einsackte und der gesamte Tatort langsam aber sicher aufgelöst wurde.
„Ihr wisst beide, dass ihr nicht ohneeinander könnt.“ hallte Isaacs Stimme in seinem Kopf nach.
„Er vermisst dich.“

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