6. Türchen

Dec. 6th, 2013 07:06 am
[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Teen Wolf
Challenges:
Lieblingsfeinde
Zimtsterne (und andere Sterne)
„Zieh dich aus“ (und alle drei verwendet! \0/)
Wörter: 1.380
Warnung: Erwähnung von Blut und Angst
Genre: schmoop, bisschen h/c
Kommentar: Angesiedelt irgendwann kurz nach S3a. Ich hoffe zumindest, dass da ein kurzes Zeitfenster ist für solcherlei. Schreibtechnisch ist es mein erster Ausflug ins TW-Fandom und ich bin mir fast sicher, dass ich dabei irgendwas vergessen habe in der Timeline des Plots.
Und achso: An alle Menschen, die das hier lesen und des Lateinischen mächtig sind: Es tut mir leid.
Außerdem möchte ich hier klarstellen, dass ich keineswegs vorhatte, mich über [livejournal.com profile] lumchengs Leiden lustig zu machen oder davon abzukupfern. Ich hatte den Grundgedanken seit einigen Tagen (haha, ja, wer glaubt mir das jetzt noch? XD) und wünsche ihr gute Besserung!


Nun, es war keine Qual, Scott ans Steuer seines Jeeps zu lassen, fand Stiles. In Scotts Fall zumindest. Jemanden an das Lenkrad seines Autos zu verfrachten hatte etwas ausgesprochen Intimes. Aber Scott machte das schon. Scott hatte was gutzumachen bei ihm.
„Du hättest ihn nicht provozieren sollen“, sagte Scott als Stiles behelfsmäßig Taschentücher aus seinem Handschuhfach zupfte und unter seinem ausgeleierten und nun durchlöcherten Pullover bis hoch an seinen Oberarm schob, um sie auf die frische und verdammt heftig blutende Wunde zu pressen. Die Jacke mit dem durchgebissenen Ärmel lag zu seinen Hüften auf dem Sitz.
„Entschuldige mal, aber was kann ich dafür, wenn der Köter nicht mit Menschenansammlungen klarkommt!“
„Du bist einen Schritt zu weit gegangen. Hast du nicht gesehen, wie er die Ohren angelegt hat?“
Stiles stöhnte entnervt.
„Entschuldigung, Mister Hundeflüsterer, du hättest ja auch mal dolmetschen können. Wozu hat man denn sonst bitte als besten Freund einen Werwolf?!“
Scott wand sich ein wenig und schaute wieder auf die Straße.
„Ich bin nicht-“, fing er ungelenk an,
„Ich kann nicht dolmetschen.“
„Habe ich gemerkt“, murrte Stiles.
„Scheinwerferaugen und schlechte Maniküre, aber was wirklich Nützliches bekommt ihr nicht hin.“

Er meinte es nicht so böse wie er es gesagt hatte. Aber der Schmerz, der sich von dem Hundebiss an seinem Bi- und Trizeps stumpf durch seinen gesamten Körper zog, war nur schwer zu ertragen.
Natürlich war der Hund total eingeschüchtert gewesen von all der Reizüberflutung auf diesem Wochenmarkt. Stiles vermutete, dass es diese komischen Zimtsterne gewesen waren, die hatte man schon drei Kilometer gegen den Wind gerochen. Die Zimtsterne und die vielen Stiefel, zwischen denen sich der Hund hatte durchquetschen müssen, und das laute Geplappere und die Lichterketten und Weihnachtstannen und das Last Christmas und all dieses Gedöns. Selbst – oder gerade – Scott hatte sich zwischendurch kurz die Ohren zugehalten, um nicht irgendeinen wölfischen Ausraster zu bekommen. Wahrscheinlich hatte er wieder an Allison gedacht. Oder an besinnliche Weihnachten mit seiner Familie. Hm, nein, okay, hatte er vermutlich nicht.
Weihnachten stellte sich bei ihm ja ähnlich dar wie bei Stiles. Man saß mit dem übrig gebliebenen Elternteil am Weihnachtsbaum, schaute irgendein belangloses Weihnachtsspecial und hoffte, dass besagter übrig gebliebener Elternteil sich dieses Jahr nicht allzu sehr betrank.
Weihnachten war so gesehen einer von Stiles' und Scotts natürlichen Feinden.
Es kam so festlich und besinnlich daher und verbarg darunter ja doch nur Erinnerungen, die ungefähr genauso wehtaten wie der Hundebiss an Stiles' Arm

Scott eskortierte Stiles in die Notaufnahme und bedeutete ihm, sich zu setzen. Das Wartezimmer war halbvoll mit einer jammernden Frau, die sich offenbar verhoben hatte, mehrehren unscheinbaren Gestalten, einem Baby, das abwechselnd weinte und elendig im Pseudokrupp-Husten röchelte und einem großen Kerl in Holzfällerhemd, der- ach du Scheiße, hatte der da etwa eine Gabel in der Hand stecken?
Stiles wurde kurzzeitig schwarz vor Augen und war froh, dass er schon saß. Schnell woanders hinsehen! Er reckte den Hals in Richtung Rezeption, wo sich Scott gerade auf Zehenspitzen stellte, um sich möglichst weit über den Tresen zu beugen und im flüsternden Tonfall mit Melissa reden zu können.
Er schloss die Augen und musste sich für einen kurzen Augenblick mit der Hand des guten Armes die Schläfe massieren.
Dieser Schäferhund hatte ihn angefallen und an ihm herumgekaut wie an einer ollen Schuhsohle, und es war das erste Mal seit Monaten gewesen, dass er Scott die Zähne hatte ausfahren sehen. Ja, Scott hatte seine gelben Scheinwerferaugen angeknippst und den Hund angeknurrt – zwar nur leise, aber für einen Hund zweifellos laut genug - und das Vieh war mit eingezogenem Schwanz zurückgewichen. Das hatte schon etwas Cooles gehabt.

„Zieh dich aus“, sagte eine Stimme neben ihm.

Stiles sprang vor Schreck sehr ungelenk aus dem Stuhl auf.
„Lydia“, entfuhr es ihm.
„Was machst du denn hier?“
Sie trug einen roten Mantel mit grünem Schal und dazu passenden grünen Handschuhe, die sie sich gerade abstreifte. Gott, sie sah aus wie ein Weihnachtsengel – ein Elf, nein, eine Elfe.
„Scott hat mir geschrieben.“
Stiles blinzelte verloren; „Wann?“
„Spielt das eine Rolle? Komm, setz dich hin und zieh dich aus.“

Er sank zögernd zurück auf den Sitz. Die anderen Wartenden schielten zu ihnen herüber wie Theaterpublikum.
„Äh“, machte er unbeholfen,
„In allen anderen Fällen und an allen anderen Tagen hätte ich mich über die Aufforderung echt gefreut, aber da gucken Leute und so.“
Lydia verdrehte die Augen und nickte, während sie genervt tief nach Atem schöpfte, auf den Boden.
Auf den Blut getropft war.
Oh. Okay.
Er wand sich wurmartig aus dem inzwischen auch sehr eingesauten Pullover und offenbarte vor Lydia, Frau seiner Träume, die Schmach eines gelben Spongebob-T-Shirts, das er sich heute früh nur schnell übergeworfen hatte.
Und vielleicht beschleunigte sich sein Puls dabei etwas und vielleicht war das gar nicht so gut wegen Blutdruck und allem, weil er gleich noch einmal auf den Boden tropfte.
Scott sprang herbei, Melissa im Schlepptau, die ihn mit stechendem Desinfektionsmittel betupfte und begann, einen Druckverband um seinen Arm zu wickeln. Es war eine peinliche Sauerei sondergleichen.
„Seht euch den an“, lachte der Typ mit der Gabel in der Hand, der offensichtlich mit Schmerzmitteln oder anderen Drogen vollgepumpt worden war,
„Unten rot und grün im Gesicht wie ein Weihnachtsbaum!“ Er hielt sich den Bauch vor Vergnügen. Niemand sonst lachte und als Lydia sich zu ihm umwandte und ihm einen zweifellos giftigen Blick zuwarf, verstummte er.

„Nein, ehrlich, wieso bist du hier?“ , fragte Stiles, als er, einbandagiert wie eine Mumie, endlich nicht mehr auf den Boden leckte.
„Ich hab dir das mitgebracht.“
Ein Becher wechselte den Besitzer und Stiles ertappte Scott dabei, wie er unwillkürlich interessiert nach dem Duft schnupperte.
„Glühpunsch.“ Sie strich ihren hübschen Mantel glatt und legte feinsäuberlich ihre Fäustline darauf ab.
„Rein zufällig war ich nämlich auch auf diesem Markt. Für Glühwein bist du leider noch zu jung.“ Sie lächelte süffisant.
„Du doch auch“, gab Stiles zurück. Das Zeug schmeckte elendig süß, aber es wärmte von innen, was toll war, wenn man bedachte, dass er nur im T-Shirt war.

„Aber ehrlich Leute, wieso der ganze Aufwand? Ich meine, es war ein sehr, sehr fieser Hund, aber es war nur ein Hund und...Alter, lass das sein, du machst mich irre!“

Scott hörte augenblicklich auf, vor ihm hin- und herzutigern und kratzte sich verlegen hinter dem rechten Ohr.
Stiles seufzte:
„Setz dich einfach hin. Mein Gott, ihr tut ja gerade, als wär ich aus Zucker. Hab ich irgendwas nicht mitbekommen? Bin ich todkrank und weiß es nur noch nicht? Falle ich durch irgendein Fach? Kommen wieder irgendwelche Alphas mit Mutantensuperkräften?“
Lydia zog eine halb beleidigte Schnute. Also nicht.
„Ehrlich, es wär schon cool gewesen, wenn mein bester Freund Homo Sapiens Lupus mir geholfen hätte, bevor mich ein offensichtlich sehr gestresster Hund gebissen hat, aber Gott, ernsthaft.“

Scott zuckte hilflos mit den Schultern.
„Es kam einfach so“, sagte er verzagt.
„Was genau?“
„Na alles. Die Nachricht an Lydia. Dich hierherzubringen. Eben alles.“
„Es könnte womöglich daran liegen, dass wir seit der nahen Vergangenheit mit einigen Notfällen eben sehr schnell und stark reagieren.“ Wie schön Lydia die Worte „Darach“, „Alphas“ und „Todverderbenhöllenfeuer“ umschifft hatte. Man konnte sie nur bewundern.
„Rein psychologisch ist das eine ganz normale Reaktion.“ Sie zupfte an ihren Haaren, womöglich um irgendeine Verlegenheit zu überspielen.

Natürlich. Sie hatten es doch alle irgendwie.
Die Nervosität, wenn jemand nachts, wenn man eigentlich schon schlief, Sms schickte oder gar anrief. Wenn jemand aus dem Freundeskreis zwei Tage nichts von sich hören ließ. Wenn jemand mit „Ich muss dir etwas sagen“ anfing. Diese stetige Furcht, die mit der Penetranz eines tropfenden Wasserhahns allgegenwärtig im Hinterkopf flüsterte: „Wann geht es wieder los? Wann geht es wieder los?“

Stiles guckte in seinen Glühpunschbecher und kaute auf seiner Unterlippe herum.
Hey. Es war kurz vor Weihnachten. Draußen schneite es idyllisch und gleich würde ihn jemand wieder zunähen und ihm nette Pillen geben. Aus irgendeinem Radio dudelten kitschige Weihnachtslieder. Es könnte durchaus schlimmer sein.
„Ihr habt ja Recht, Leute“, murmelte er.
„Danke.“
Er räusperte sich und lehnte sich zurück, zu seiner Linken Scott, zu seiner Rechten Lydia.
„Kommt jetzt der Part, wo wir uns gegenseitig Frohe Weihnachten wünschen und ein Coca Cola-Werbespot eingespielt wird?“

Lydia warf ihm ihre Handschuhe gegen den Kopf.

Date: 2013-12-06 08:36 am (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
EEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEPPPPPPPPPP!!!!!!!!!
*KREISCH*
*QUIEK*
*DELPHINGERÄUSCHE AUSTOß*
♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

OMG, I LOVE YOU!
Es hatte h/c (!!!), und superspecialawesome best friend!Scott! UND superspecialawesome to the rescue!Lydia! UND dorky!Stiles! *_* Und oben ohne!Stiles!! Und random Leute in der Notaufnahme! Und Bluuuut! (Wie wir wissen: Obligatorisch. *g*) <333
Herrlich und ganz und gar wunderbar! *__*
Und die zarte Angst im Nacken - GAWD. Ich liebe es, wie bei allem dorkigen und lustigen diese Angst durchschimmert, dass es bald wieder losgeht. Dass alle die man liebt in Gefahr sein könnten. ;__;
Und omg - Scotts Reflex Lydia anzurufen wenn die Kacke am Dampfen ist - I APPROVE!

Date: 2013-12-08 12:04 am (UTC)
From: [identity profile] lumcheng.livejournal.com
lol, du hast scott echt gut eingefangen XD
das rumtigern und schnuppern und so - musste die ganze zeit fett grinsen.

ich stelle fest: wir brauchen mehr TW hier in der community :D


PS: und danke für genesungswünsche ^^ mir gehts schon wieder besser, es heilt super ab :D

Date: 2013-12-10 07:42 pm (UTC)
der_jemand: (hurt)
From: [personal profile] der_jemand
Wie schön Lydia die Worte „Darach“, „Alphas“ und „Todverderbenhöllenfeuer“ umschifft hatte.
Und deshalb lieben wir alle Lydia Martin. Eeep, was ein schöner Satz! <3
Außerdem, die drei, alle so so so wie sie sein sollen, wunderbar. <3 (Und überhaupt die drei, ich brauche mehr TW mit nur den dreien, weil!!!)
Und dann die Angst umeinander, der Automatismus immer gleich das Schlimmste zu befürchten… und dann das Coca Cola-Weihnachtsspot-Ende. So viel Perfektion auf einmal, ich weiß gar nicht wohin mit meinem Grinsen und Fiepen. <3
(deleted comment)

Profile

120_minuten: (Default)
Die Uhr läuft ... jetzt!

Most Popular Tags

January 2026

M T W T F S S
   1 234
567891011
12131415 161718
19202122232425
262728293031 

Style Credit

Powered by Dreamwidth Studios