Dicke Luft

Sep. 30th, 2013 02:57 pm
luinaldawen: (Default)
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Team: Sirius
Challenge: Stimmungen: Am Boden zerstört
Fandom: Original: Our Own World
Charaktere: Die ganze WG + Verena
Wörter: 1169



„Sag mal... findest du nicht auch, dass die Hose mal besser saß?“
Nathalie starrte Sabine an. Wie bitte? Waren sie nicht gerade noch bei der Abendplanung gewesen?
Aber so wie Sabine ihren Hintern in ihrem großen Spiegel begutachtete, gehörte das hier eindeutig zur Abendplanung. „Nicht wirklich. Sieht gut aus.“ Nathalie jedenfalls fand, dass Sabines Hintern in dieser Hose richtig sexy aussah. Sie saß schön eng aber nicht zu eng und... verdammt, es war ein schöner Hintern!
„Aber es fühlt sich so eng an!“
„Sieht aber toll aus. Vertrau mir, ich weiß, worauf man da achtet.“
Gerade in diesem Fall. Sie musterte Sabines ganze Erscheinung und stellte wieder einmal fest, dass es eine beschissene Idee gewesen war, für das Wochenende herzukommen. Aber sie hatte ihre Freunde einfach zu sehr vermisst um die Chance nicht zu nutzen.
Sie war so dämlich dämlich dämlich!
„Soll ich deine Haare hochstecken? Oder trägst du sie offen?“
„Ich glaub, ich lasse sie offen. Wenn sie dann stören, kann ich immer noch nen Zopf machen. Wenn ich sie hochstecke, hab ich immer Angst, dass alles bei einer falschen Bewegung auseinanderfällt.“ Sabine sah Nathalie durch den Spiegel an und ihr Grinsen zauberte winzige Fältchen um ihre Augen. Wenn sie einen schlechten Tag hatte, regte sie sich über die Falten auf, jammert, dass sie alt wurde. Ein Problem, dass Nathalie nicht nachvollziehen konnte. Sie fand die einzelnen grauen Haare, die sich zwischendurch herauswagten viel schlimmer. Wiederrum etwas, was Sabine nicht betraf, schließlich färbte sie sowieso.
„Noch nie ist etwas, was ich gestgepinnt habe, auseinandergefallen!“, beschwerte sie sich aber, bevor ihr Starren zu offensichtlich werden konnte. Gefühle hin oder her, das war ihre beste Freundin!
Sie hatte außerhalb von Büchern noch von keinem Fall gehört, wo eine Freundschaft so etwas wirklich überlebt hatte.
„Nein, dafür reißt du mir jedesmal die Haare aus.“
„Du hast ja auch genug.“
„Oh ja...“, Sabine fuhr sich mit den Fingern durch ihre langen Haare und seufzte. Dann ließ sie von ihnen ab und drehte sich ganz zu Nathalie um. „Also ich kann die Hose heute abend anziehen?“
Damit wäre auch geklärt, was die Hose mit der Abendplanung zu tun hatte. „Aber auf jeden Fall! Wir haben aber immer noch nicht geklärt, wo es hingehen soll.“
„Stimmt... ich dachte, wir gehen vielleicht erst ins Figaro und dann in den City Club?“
Gegen das Figaro hatte Nathalie keine Einwände. Aber der City Club... „Ich mag den CC doch nicht...“ Außer, sie hatten irgendwelche tollen Aktionen, aber wäre so etwas heute, hätte sie es bei Facebook mitbekommen. „Ich würde lieber ins Leprechan gehen.“ Wo man nicht tanzen konnte, weil es ein Irish Pub war. Mist.
„Die Musik ist wirklich besser geworden, seit zwei Wochen haben sie da nen neuen DJ. Melanie meinte, er wäre super. Und er legt heute auf.“
Nathalie sparte es sich, Sabine darauf hinzuweisen, was sie von Melanies Meinung hielt. Irgendwie fand sie es extrem scheiße, dass sie jetzt so übergangen werden sollte, obwohl sie nur dieses Wochenende hier war. Aber natürlich hielt sie die Klappe.
„Okay, ich geb dem Laden noch ne Chance...“ Aber wenn es scheiße war, würde sie schon jemanden der anderen davon überzeugen, ins Leprechan zu gehen. Oder sie ging alleine hin. Oder rief Simone an... Oder... das waren schon zu viele Oders für einen Abend, auf den sie sich so gefreut hatte.
Sabine aber schien es gar nicht zu bemerken, sie fiel ihr um den Hals und mit einem Mal hatte Nathalie das Gefühl, dass sie hier etwas nicht mitbekommen hatte. Vorsichtshalber fragte sie: „Was ist eigentlich inzwischen mit dir und diesem Stefan?“
„Er kommt heute auch in den CC.“
Aha. Nathalie konnte sich nicht helfen, sie fühlte sich verarscht. Bevor Sabine sie anflehen konnte, ihr dabei zu helfen, ein Oberteil für den dämlichen Club zu finden stand Nathalie auf. Demonstrativ einen Blick auf ihr Handy werfend meinte sie: „Simone hat geschrieben... ich ruf sie eben zurück.“
Dabei war sie sich sehr wohl bewusst, dass sie sich gerade auch nicht gerade korrekt verhielt, aber das letzte was sie wollte war, weiter den Vorwand zu spielen.
Sie ging ins Wohnzimmer, wo zwar Liang und Verena vor irgendeinem Prügelspiel saßen aber ihr eigenes Zimmer kam noch weniger in Frage. Es fühlte sich nicht mehr nach ihrem Zimmer an. Das hier fühlte sich nicht mehr nach ihrer WG an.
Simone hatte natürlich nicht geschrieben, aber sie ging schon nach dem dritten Klingeln an ihr Telefon. „Nathalie! Wie geht’s dir?“
Eine ehrliche Antwort wäre sicher sehr befreiend, aber sie sagte nur: „Gut. Etwas platt, weil ich seit heute wieder in der Stadt bin. Also fürs Wochenende.“
Aus den Augenwinkeln sah sie, dass Liang zu ihr aufsah und grandios gegen seine Schwester verlor. Wirkte er besorgt? Sein Blick war forschend, aber Verena war diejenige, die skeptischer wirkte. Wenigstens zwei, die etwas rafften.
„Cool! Hast du heute abend Zeit? Oder... nein, du machst bestimmt schon was mit den anderen, oder?“
„Sabine will ins CC... in den City Club“, korrigierte sie sich, als ihr klar wurde, dass nicht jeder etwas mit der Abkürzung anfangen konnte.
„Wir nicht!“, rief Verena dazwischen. „Wir haben dich so ewig nicht mehr gesehen, irgendwohin wo wir quatschen können, bitteschön!“
„War das Verena?“, fragte Simone verwirrt. Nathalie jedenfalls fühlte sich gleich etwas besser. „Ich hatte an das Leprechan gedacht. Wenn die Freaks hier sich von der Playstation losreißen können.“
Liang warf ein Gummibärchen nach ihr und verfehlte. „Sag einfach an, wanns losgehen soll.“
„Ich glaube, Liang hat gerade Ja gesagt. Kommst du dazu?“
Eine spontane Frage. Sie hatte eigentlich eher einen Kaffee am nächsten Vormittag vorschlagen wollen.
„Ich kann nicht, ich muss arbeiten...“
„Dann morgen vormittag? Oder... mittag?“
„Ey, vergiss nicht, Rollenspiel!“ Das nächste Gummibärchen flog nach ihr.
„Dann komme ich eben später dazu, ihr seid nicht meine einzigen Freunde.“
„Außerdem hat sie sich eh dazugemogelt“, grinste Verena und Nathalie warf ihr Liangs Gummibärchen an den Kopf.
„Bei euch herrscht ja gut Stimmung“, lachte Simone am anderen Ende der Leitung und wieder einmal fragte Nathalie sich, warum sie sich nicht einfach in sie verlieben konnte. Sie war hübsch, wahnsinnig nett und vor allem: interessiert. Aber nein...
„Die beiden spinnen nur wieder rum. Also. Morgen. Wann fällst du aus dem Bett?“
„Ich kann um elf im Starbucks sein.“
„Ich fragte, wann du aus dem Bett fällst.“
„Du, das wäre irgendwann nachmittags. Und ich glaube, dann kommt Zorn Chinas über mich.“
„Ja, das glaube ich auch.“
Liang sah sie mit einem fragenden „Hm?“ an, war dann aber wieder damit beschäftigt, nicht nochmal von seiner Schwester blamiert zu werden.
Etwas zu enthusiastisch meinte Nathalie also: „Gut, dann morgen um elf. Ich freu mich.“
„Wenn du magst, könnt ihr ja heute abend mal reinschauen.“
„Ich werd schauen, wie es sich einrichten lässt.“
Warum nur? Warum wollte der Funke einfach nicht überspringen?

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