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Team: Nutellasalat
Autor: Jenchan
Challenge: Orte - Notaufnahme
Titel: Jedes Leben zählt
Fandom: Original (Lost without you)
Charaktere: indirekt Lee "Pei" Yeung
Words: ~641
Warnings: blood, crime | unbetaed, unkorrigiert

Kommentar: Nachdem ich mich schon am AU-Yeung vergriffen hab, mach ich's jetzt beim Original auch. Erneut: Mein Charakter aus einem RPG-Epos von [livejournal.com profile] luinaldawen und mir. Es ist einer der Höhepunkte, die passiert sind aus der Sicht einiger Arztkollegen.


Jedes Leben zählt

Mit Blaulicht und jede Menge Getöse rauschte der Krankenwangen auf das Krankenhaus zu. Darin kämpfte ein Notarzt und ein Sanitäter um das Überleben eines Mannes, den sie beide kannten. Doktor Lee Yeung war auch kein ungeschriebenes Blatt. Er arbeitete in einem Krankenhaus und war das Beispiel eines hart-arbeitenden Musterarztes. Er tauschte sich bereitwillig mit Kollegen aus, sprang ein, wenn es notwendig war und lebte Medizin.
Jeder, der Lee besser kannte, sah darüber hinweg, dass er der Typ fluchen und motzen könnte, wie kein anderer. Nicht einmal Rohrspatzen kamen dem Nahe, was Yeung an niederen Worten übrig hatte, wenn er mal gereizt oder unter Druck stand.
Jeder wusste, er meinte es nicht böse. Es war einfach sein Temperament.
Am liebsten hätte der Notarzt gerne selbst so geflucht, als er am Ort des geschehens aus dem Krankenwagen gesprungen war. Direkt neben ihnen war zeitgleich sein Kollege angekommen. Sie waren zum Hafen gerufen worden um zwei schwerverletzte Männer einzusammeln. Es waren Momente wie dieser, das verfluchte er seinen Job, als er gesehen hatte, wer eins der Opfer war.
"Wehe du kratzt hier ab, Lee", knurrte der Notarzt, während der Krankenwagen in rasantem Tempo um die Kurven schlitterte. Lee hatte viel Blut verloren und auch so pfiff der junge Arzt ganz eindeutig aus dem letzten Loch. Er konnte die Frakturen und offenen Wunden kaum zählen, die dieser hatte. Schwer verletzt war gar kein Ausdruck. Ein Blick reichte, dass der Notarzt gewusst hatte: Dieser Mensch hat unglaubliches durchlitten.
Aber er kannte auch die Sturheit dieses Koreaners. Und dass dieser noch lebte, mehr oder minder, war ein deutliches Zeichen dafür, dass er ein Kämpfer war. Es war das, worauf er zählte.
"Die sollen im Spital den Operationssaal freimachen. Wir brauchen jede Menge Blutkonserven. Die sollen sich auch gleich die Personalakte von Doktor Lee Yeung schicken lassen. Da finden die auch die Blutgruppe", gab er dem Sanitäter durch, der sich sofort ans Funkgerät klemmte. Dabei waren sie in sicher weniger als einer Minute beim Krankenhaus. Aber hier zählte jede Sekunde.
Mit quietschenden Reifen stoppte der Krankenwagen und unter ständiger Beatmung zogen sie Lee von der Ladefläche. Mit eiligen Schritten liefen sie in das Spital und sofort schlossen sich ihnen Schwestern und weitere Ärzte an. Die Nachricht war angekommen und ohne Verzögerung gab der Notarzt seinen Bericht, während sie in den Operationssaal liefen. Um die Aufnahmepapiere und Formalitäten konnten sich andere kümmern. Hier ging es um ein Menschenleben, das ihnen zu entgleiten drohte.
Die Hektik, die üblicherweise in der Notaufnahme herrschte, bekam jetzt mehr denn je etwas Tonnenschweres. Die Last einen Kollegen mitunter zu verlieren wog schwer und erhöhte den Druck. Es wurde durcheinander geschriehen, während mehr als zwei Hände versuchten, den Patienten wieder zusammenzuflicken. Der Anblick war in jeder Hinsicht grausam. Die Röntgenbilder ebenso wie die oberflächliche Anamnese. Es war ein Kollege. Jemand, der sich demselben Eid verpflichtet hatte, wie sie alle: Menschen zu helfen.
Und hier lag dieser Arzt und musste nun selbst um das Überleben kämpfen.
"Wehe, du hörst auf zu kämpfen. Reißen Sie sich zusammen, Herr Kollege", knurrte der Arzt, als sie hektisch die Reanimation durchführten. Er gab nicht auf. Er würde diesen Menschen noch weniger aufgeben, wie jede andere arme Seele, die hier schon eingeliefert wurde. "Ich lass dich nicht STERBEN! NOCHMAL!"
Erst das leise, schwache, aber stetige Piepen, ließ alle im Raum still die Luft anhalten und schließlich erleichtert entweichen lassen. Jetzt konnten sie die Arbeiten beenden und dann hieß es, sich die Daumen zu drücken. Aber Doktor Lee Yeung war ein Kämpfer. Das wusste hier jeder, auch wenn sein Leben auf der Kippe stand. Sie würden ihm schon helfen, am seidenen Faden wieder auf sichere Gefilde hochzuklettern.
"Bringt ihn auf die Intensiv. Er muss die nächsten 24 Stunden überwacht werden." Wenn Lee das ohne Komplikationen überlebte, dann standen die Chancen gut, dass sie ihn wirklich durchbrachten. Sie drückten sich alle die Daumen.

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