[identity profile] exiles-diary.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Nutellasalat
Autor: Jenchan
Challenge: Orte - Klippenrand
Titel: Auf Messers Schneide
Fandom: Original
Charaktere: Er
Words: ~370
Warnings: dark themes | unbetaed, unkorrigiert

Kommentar: Trying to keep the creativity flowing...


Auf Messers Schneide

Seit Tagen schon saß er vor dem PC und spielte. Er sollte eigentlich Bewerbungen schreiben. Er sollte vielleicht auch mal die Wohnung aufräumen. Eigentlich sollte er so vieles tun. Aber ihm fehlte die Lust.
Wenn er morgens - oder eher mittags aufwachte - brachte er sich gerade so weit, dass er es vom Bett, auf die Toilette und zu seinem PC schaffte. Egal, wie sehr er sich auf dem Weg vornahm, nicht zu spielen und etwas sinnvolles stattdessen zu tun. Am Ende hatte er doch wieder irgendein Spiel gestartet.
Es langweilte ihn.
Das ganze Leben langweilte ihn.
Seit er seinen Job verloren hatte, war es so.
Alles grau und trist.
Lustlos knabberte er an den Honigweizen-Frühstücksflocken. Ohne Milch. Einfach so.
Etwas richtiges zu Essen machen... wozu? Dazu musste er aufstehen. Aufstehen war anstrengend. Und für ihn allein zu kochen, machte keinen Spaß.
Sein Freund war schon zeitig in der Früh zur Arbeit aufgebrochen. Wie immer. Er hatte das Gefühl, er arbeitete ständig. Tag ein, tag aus, von früh bis spät. Wann hatten sie das letzte Mal etwas unternommen? Er konnte sich nicht erinnern. Manchmal fuhren sie einkaufen, wenn es zeitlich denn passte.
Er konnte nicht mehr sagen, wann es angefangen hatte. Wann er begonnen hatte, sich so gehen zu lassen. Wann seine Motivation gestorben war. Seine Lust am Leben.
War es seinem Freund schon aufgefallen? Wahrscheinlich nicht. Der hatte zuviel um die Ohren und mit ihm darüber reden? Er wollte ihn nicht belasten und schon gar nicht mit ihm streiten. Nur welchen Sinn hatte die Beziehung dann noch? Sie waren sich doch von Anfang an über manche Dinge uneinig gewesen. Und sie taten sich beide schwer, von ihren Meinungen abzuweichen.
Ein schwermütiges Seufzen entwich ihm und er sah aus dem Fenster. Regen. Wind. Tristes, graues Wetter. Ein Spiegel seiner Seele. Plötzlich fühlte er sich einsam. Alleingelassen. Er rutschte etwas weiter an den Rand der Klippe. Dahinter war bodenlose Schwärze. Wenn er fallen würde, wann käme er dann an? Wo käme er an? Was verbarg sich in dem dunklen Schlund, der am Rande seines Bewusstseins lauerte. Wieviele Tage würde er diesen Alltag noch ertragen können? Wie lange... wie lange würde er dieses Leben, das so unlebenswert schien, noch leben können?

Date: 2013-09-30 08:11 am (UTC)
From: [identity profile] nessaniel.livejournal.com
Ohh, das mag ich *v*

Es ist düster, atmosphärisch und man kann sich sehr gut mit seiner Lustlosigkeit identifizieren, die ihm sozusagen die Lebensfreude wegfrisst. Es ist traurig, finster und ohh sooo verständlich. <3333

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