[identity profile] nessaniel.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Nutellasalat
Challenge: Orte – Joker (Inspiration von dieser Fic von [livejournal.com profile] kleine_aster und der Ort ist „billiges Diner“) – für mich
Fandom: The Expendables
Titel: Zigarettenpause
Inhalt: Billy arbeitet in einem Diner, Barney und Lee sind Polizisten mit Koffeinsucht
Anmerkung: für [livejournal.com profile] der_jemand, die eigentlich ein Coffeeshop-Au wollte, aber mein Gehirn hat das nicht fertig bekommen. Also nimm hin, dieses billige-Straßen-Diner!AU, mit Billy, der sich benimmt wie ein liebeskrankes Teenagermädchen in einer RomCom (Nicht, dass Barney besser wäre).


Zigarettenpause

„Kann ich euch sonst noch was bringen?“
Barney schüttelte den Kopf. „Nein, danke“.
Billy lächelte und verschwand hinter den silbernen Schwingtüren zur Küche.
„Der Kleine ist fantastisch“, murmelte Barney und beugte sich über den, wie er fand, besten Kaffee der Welt – schwarz, dampfend heiß und serviert nach einer schier endlos langen Nacht.
Lee schnaubte. „Was, weil er dir Kaffee bringt? Das ist sein Job, Trottel.“
„Du weißt genau was ich meine“, murrte Barney und Gottverdammt, es war zu früh für Lees Schwachsinn. „Er lacht ständig.“
„Klar tut er das. Deine absurden Trinkgelder bezahlen ihm wahrscheinlich das College.“
„Er geht auf‘s College?“
„Woher soll ich das wissen. Um den Rest seines Lebens in diesem Diner zu verbringen, ist er jedenfalls zu schade…. Was gibt’s denn da zu grinsen?“
„Du hast grad zugegeben, dass der Kleine gar nicht so schlecht ist.“
„Ach, ertrink doch in deiner Plörre!“

Kaum war er in der Küche verschwunden, erlaubte sich Billy das breiteste Grinsen seit… nun ja, seit vorgestern, als Barney und Lee das letzte Mal dagewesen waren.
Lacy, die soeben das restliche Besteck polierte, schaute kurz auf und bedachte ihn mit einem fast schon mitleidigen Blick.
„Oh nein, ist dein Polizistenfreund wieder da?“
„Er ist nicht mein Freund!“
„Das möge Gott auch davor sein, der Kerl ist immerhin anderthalbtausend Jahre älter als du!“
„Lacy…“ Billy wusste, dass er beinah weinerlich klang, doch sie führten dieses Gespräch schließlich jedes Mal, wenn Officer Ross und Officer Christmas von ihrer Nachtschicht kamen, sich in die düsterste Ecke des Diners verzogen und jeder zwei Kaffee tranken (schwarz für Ross, mit zwei Stück Zucker für Christmas).
Es war ja auch nicht so, dass Billy sich irgendetwas davon versprach, besonders nett zu den beiden zu sein. Sie waren einfach sehr umgängliche Typen, trotz Christmas‘ scharfer Zunge. Durfte man sich über so etwas nicht mehr freuen?
Wie immer stieß seine Verteidigung auf taube Ohren, doch Billy machte sich nichts draus. Er wusste, dass Lacy ihre Neckereien nicht ernst meinte – und außerdem war er sich ziemlich sicher, dass sie selbst auch schon den einen oder anderen Blick auf Christmas geworfen hatte. Er hütete sich jedoch, das auszusprechen. Immerhin hielt sie noch die Messer in der Hand.

„Lee! Jetzt komm endlich!“
Barney seufzte, als sein Partner nicht die geringsten Anstalten machte, sich von der Theke zu erheben, auf der er praktisch festgefroren war, um mit Lacy zu schwatzen. „Als wenn sie auch nur ansatzweise Interesse an dir hätte“, murmelte er verstimmt und überlegte kurz, ob er reingehen und Lee an seinen nicht vorhandenen Haaren aus dem Diner zerren sollte.
Doch er verwarf die Idee prompt, als er Billy im Hinterhof sah. Der Junge hatte ein Geschirrtuch über die linke Schulter geschlungen und kramte in seiner Hosentasche nach… ah, nach Zigaretten.
Barney warf einen letzten Blick auf die peinlichen Balzversuche Lees, dann schlenderte er zu Billy hinüber.
„Hey, Junge.“
Billy zuckte zusammen und ließ beinah sein Feuerzeug fallen.
„Oh, ähm… hallo, Officer. Ich, äh… ich bin über achtzehn!“, stammelte er und Barney brauchte tatsächlich einen Moment, um zu begreifen, dass er auf die Zigaretten anspielte.
Er lächelte.„Schon gut. Ich tu so, als hätte ich nichts gesehen.“
Billy grinste ein wenig verlegen, dann hielt er Barney die Packung entgegen. „Auch eine?“
„Nein, danke.“
„Schlecht für die Gesundheit?“
„Sowas ähnliches.“
Man konnte Billy ansehen, dass er nachfragen wollte, was Barney meinte, doch stattdessen zündete er endlich seine Zigarette an und nahm einen tiefen Zug. Er sah erschöpft aus, fand Barney, als habe er in letzter Zeit viel zu wenig geschlafen. Vielleicht lag es aber auch daran, dass er eine Acht-Stunden-Schicht in einem winzigen Diner hinter sich hatte. Es gab schließlich auch völlig undramatische Erklärungen für schwarze Ringe unter den Augen junger Burschen, egal, was seine berufsbedingte Paranoia sagte.
Er beobachtete, wie Billy sich langsam entspannte und sogar ein paar Zentimeter an der Wand hinab rutschte.
„Anstrengende Nacht gehabt?“, fragte er.
Billy zuckte die Schultern. „Ach was. Hier mal zwei Kaffee, da mal drei Mitternachtssnacks, dort mal einen Betrunkenen rausgeworfen…“
Barney horchte auf.
„Nichts Schlimmes“, ergänzte Billy hastig. „Außerdem… Sie erleben doch bestimmt viel schlimmere Dinge, oder nicht?“
Natürlich tat er das. Chicago bei Nacht war eine Katastrophe, doch das brauchte der Junge nicht zu wissen.
„Das Schlimmste ist Christmas‘ ständiges Meckern“, antwortete er also augenverdrehend und als Billy tatsächlich lachte, wurde Barney warm ums Herz. Ja, okay. Vielleicht hatte Lee gar nicht so Unrecht, wenn er sagte, dass er einen Narren an ihrem kleinen Kellner gefressen hatte.
„Schade“, sagte Billy. „Ich dachte, seine gemurmelten Flüche hätte er speziell für mich reserviert. “
„‘Gefärbtes Spülwasser‘ ist genau genommen das Netteste, was er jemals über einen Kaffee gesagt hat.“
„Ich bin gerührt.“
Barney lächelte wieder und die Art, wie Billy amüsiert grinste, ließ sein Herz ein wenig schneller schlagen. Gott, Lee würde ihn ein Leben lang auslachen und bis in alle Ewigkeit einen alten Perversen nennen, doch er konnte den Blick trotzdem nicht von Billy lösen.
Was peinlich wurde, als Billy sich plötzlich nervös auf die Lippen biss und zu Barney nach oben schielte.
„Ist was?“, fragte er.
Barney riss sich zusammen. „Nein, nein… ich hab mich nur gefragt, warum du hier arbeitest“, sagte er und das war tatsächlich nicht einmal gelogen.
„Ich stehe sehr auf Schlafmangel und knochenharte Arbeit“, kam prompt die Antwort, doch bevor Barney auch nur dran denken konnte, die Augen zu rollen, fuhr Billy fort. „Ich kann das Geld gut gebrauchen und hier ist es interessanter als im Supermarkt.“
„Und trotz Schule machst du die Nachtschicht?“
„Ich schlafe in Spanisch. Sehr erholsam, kann ich nur empfehlen.“
Barney schnaubte. „Du solltest das etwas ernster nehmen“, meinte er ernst.
„Ernsthaft?“ Das Augenrollen war beinah herzzerreißend.
„Ja. Sonst endest du noch so wie ich.“
Billy verzog das Gesicht, als er merkte, dass er Barney auf den Leim gegangen war, doch dann veränderte sich sein Blick, wurde weicher und fast scheu.
„Kann mir kaum was Besseres vorstellen“, sagte er leise und auch wenn Barney hundert Jahre alt war – selbst er verstand, wenn man mit ihm flirtete. Ihm wurde warm und ein absolut lächerliches Gefühl der Fröhlichkeit machte sich in seinem Körper breit. Hastig räusperte er sich und hoffte, dass er nicht rot wurde. Herrgott, er war doch keine fünfzehn mehr!
Es dauerte einen Moment, bis ihm auffiel, dass es völlig unangebracht war, nervös zu werden, weil ein achtzehnjähriger Bursche mit ihm flirtete. Er sollte das sofort unterbinden.
„Ahm… du… du willst also zur Polizei?“, stammelte er also und hätte sich im selben Moment ohrfeigen können. Wo war denn diese völlig absurde Frage hergekommen? Sein innerer Lee Christmas verdrehte die Augen und ausnahmsweise musste Barney ihm Recht geben. Doch wenigstens sorgte es dafür, dass Billys Lächeln ein wenig gequälter vor – was Barney einen gewaltigen Stich versetzte.
„Also… eigentlich wollte ich zur Army“, erklärte Billy und warf die Zigarette auf den Boden. Er achtete besonders darauf, sie ordentlich auszutreten, wahrscheinlich, damit er Barney nicht ansehen musste. Verübeln konnte er es ihm nicht. „Hab gehört, die zahlen besser.“
„Hm.“
Barney gehörte zu den besten Verhörspezialisten in diesem Stadtbezirk, doch jetzt stand er im zugigen Hinterhof eines schlecht beleuchteten Diners und tölpelte durch grundlegende menschliche Beziehungen. Verzweifelt kramte er in seinem Hirn nach irgendeiner höflichen Floskel, um das Ganze nicht völlig ins Unerträgliche abgleiten zu lassen, doch ihm fiel partout nichts ein. Es war, als hätten Billys breites Lächeln, die blitzenden Augen und der hellbraune Haarschopf sein Denken völlig lahm gelegt.
Kurz bevor er etwas richtig Kluges und Witziges nicht sagen konnte, ertönte plötzlich Lees ungeduldige Stimme.
„Ross! Wo steckst du, du alter Bastard?“
Barney atmete aus und warf Billy ein entschuldigendes Grinsen zu.
„Ich… ich sollte gehen. Er wird sonst nur noch unausstehlicher. Also… dann bis nächstes Mal?“
Billy nickte eilig. „Kl-klar. Bis nächstes Mal. Ich bin noch eine Weile hier.“
Barney nickte, wandte sich um und lief langsam in Richtung des Streifenwagens, wo Lee schon ungeduldig aufs Autodach trommelte.
Er hatte das ungute Gefühl, gerade ein schreckliches Verbrechen begangen zu haben, doch was hätte er sonst tun sollen? Billys offensichtliche Verknalltheit zu unterstützten würde nur in Enttäuschung enden, das konnte er nicht zulassen.
Er seufzte. Vielleicht sollten sie in Zukunft doch woanders hinfahren.
Gerade als er seine Taschen nach dem Autoschlüssel abklopfte, berührte ihn jemand an der Schulter.
„Officer?“
„Billy?“
Der Junge war hochrot im Gesicht, doch er trug ein breites Grinsen zur Schau und hielt Barney eine Papierserviette entgegen.
„Ähm… also… vielleicht überlege ich es mir noch mal. Das, mit der Polizei.“
„Aha?“
„Ja, und… also. Das hier ist meine Nummer. Wenn Sie mir eine Nachricht schicken würden, dann hätte ich Ihre und ich könnte Ihnen vielleicht ein paar Fragen stellen. Zur Polizei und so.“
Barney klappte der Mund auf, doch bevor er richtig wusste, was er tat, hatte er das weiche, weiße Papier entgegen genommen.
„Klar“, sagte er und mit einem Mal gingen all seine guten Vorsätze über Bord. „Frag, was du willst.“
„C-cool. Also. Danke. Und schönen Tag noch.“
Billy lächelte ein letztes Mal und verschwand hastig wieder im Diner.
Barney starrte ihm so lange nach, bis Lee ihn kopfschüttelnd einen alten Perversen nannte und ihm vors Schienbein trat.

Date: 2013-09-30 05:06 am (UTC)
From: [identity profile] tristraine.livejournal.com
Ich muss selber aufhören so bescheuert zu grinsen, aber deine Geschichte ist ein wunderbarer Start in den Tag. ♥_♥

Date: 2013-09-30 06:45 pm (UTC)
servena: (Black Cat)
From: [personal profile] servena
Ich KENNE die alle nicht mal (außer aus deinen Fanfictions) und finde es trotzdem herzerwärmend niedlich. <3

Date: 2013-10-10 01:29 pm (UTC)
der_jemand: (green)
From: [personal profile] der_jemand
WARUM HABE ICH DAS HIER NOCH NICHT KOMMENTIERT? Ich war mir so sicher, das getan zu haben...

Aber oh mein Gott, ich kann so gar nicht mit derartig großen Alters-DIfferenzen, WARUM IST DAS SO NIEDLICH? So, so niedlich! <3

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