der_jemand: (Default)
[personal profile] der_jemand posting in [community profile] 120_minuten
Team: Nutellasalat
Challenge: Personen Tropes – Abschreckendes Beispiel (fürs Team)
Fandom: Harry Potter
Charaktere: Charlie Weasley (+ Bonus Charlie/Oliver)
Wörter: 1122
A/N: Diese Fic entstand an den Flughäfen von Göteborg und Helsinki. Und ich werde weiterhin so tun als sei das eine Entschuldigung.


Charlie war dreizehn gewesen, als das Drängen seiner Mutter, doch endlich aufzuhören, Niffler im Wald zu suchen oder Mokes in ihren Küchenschränken zu züchten, langsam einem resignierten Kopfschütteln wich. Er feierte das als den Sieg, der es war, und entfernte trotzdem das frische Gelege aus dem Geschirrschrank, weil er vermutete, dass eine ruhigere Umgebung besser für die Entwicklung war.

Selbst die „Bring doch mal einen Freund in den Ferien mit“s und die „Komm, Charlie, wir besuchen die Diggorys“s wurden seltener. Er achtete nicht wirklich darauf, bis sich eines nachmittags in den Weihnachtsferien Percy hinter seinem Bett verschanzte. „Ich will doch nur lesen!“, schniefte er und deutete erklärend auf das furchtbar dicke Buch, das er schon die ganzen Ferien mit sich herum schleppte und dessen Titel Charlie nicht einmal annäherungsweise verstand. „Sie tut so, als würde mich das zu einem merkwürdigen Sonderling wie dich machen.“ Percy zog die Nase hoch und Charlie starrte ihn an.

„Merkwürdiger Sonderling?“, erkundigte er sich schließlich und Percy sah ihn über die Gläser seiner Brille an.

„Ja. …Also, das ist natürlich nicht meine Meinung, du bist cool, aber Mum macht sich echt Sorgen, weil du keine Freunde hast…“

„Aber ich hab doch…“ Charlie zuckte mit den Achseln. Na gut, vielleicht hatte er wirklich keine Freunde.
Keine richtigen, klebten unzertrennlich aneinander Freunde, wie Bill sie sammelte, aber das machte ihn doch wirklich nicht zu einem merkwürdigen Sonderling!

Percy grinste. „Keine Sorgen, ich glaub, Mum hat dich schon lange aufgegeben. Jetzt hackt sie nur auf mir rum, damit ich nicht so werde wie du. Kann ich mich hier verstecken?“

„Klar, ich wollt sowieso grad raus…“


Nachdem man ihn darauf aufmerksam gemacht hatte, bemerkte Charlie immer öfter das Seufzen und die Hinweise an seine Geschwister „Ja, Charlie darf das, aber du willst doch nicht…“ oder das entschuldigende „Charlie ist halt so. Er ist ein guter Junge“ für seine Tanten.

Er beschloss, dass ihm das egal war.

Aber vielleicht gab er sich ein bisschen mehr Mühe in seinen Briefen nach hause neben allerlei Getier und Anekdoten von Hagrid auch mal Tonks oder Reynolds zu erwähnen. Wenn es seiner Mutter denn so wichtig war…


„Oh Charlie, ich bin so stolz auf dich!“ Seine Mutter zog ihn in eine knochenzerbrechende Umarmung. Sie hatte sogar Tränen in den Augen! „Vertrauensschüler, wie wunderbar!“

„Und Quidditch-Kapitän!“, rief Bill über das ganze Gesicht grinsend. „Eine richtige Führungspersönlichkeit, unser Charlie.“ Charlie nahm sich vor, ihn zu töten, sobald er hier raus kam.

„Ach, damit hätt ich nie gerechnet.“ Mum wuschelte ihm durchs (natürlich wieder zu lange) Haar. „Dass du dich so machst...“

„Muuuum!“

„Lass mich, nach all den Sorgen, die du mir gemacht hast, hab ich jedes Recht stolz auf dich zu sein.“ Aber sie ließ ihn tatsächlich los, nicht ohne ihm noch einmal durchs Haar zu fahren. „Mein kleiner Charlie. – Und, wie geht es Katy?“

„Katy?“, Charlie zog eine Augenbraue hoch. Ihren Vertrauensschüler-Wahnsinn konnte er ja noch nachvollziehen, aber wer zur Hölle war Katy?

„Na, Katy, deine Freundin! Katherine Reynolds?“

Charlie brach in schallendes Gelächter aus und fing sich dafür einen Ellbogenstoß von Bill ein. „Lass sie doch...“, zischte er, aber Charlie schüttelte den Kopf. „Reynolds ist doch nicht meine Freundin. Wir sind bloß Freunde.“

„Aber du...“ Seine Mutter seufzte und schüttelte den Kopf. „Vertrauensschüler“, wiederholte sie mit einem Grinsen. „Warte, bis Tante Aggie das hört.“


Tante Aggie hörte die gute Nachricht natürlich beinahe sofort. Und eine lange Geschichte darüber, wie sehr Charlie doch in die gute Katy verliebt war, die aber schon einen Freund hatte, und das sei natürlich schade, aber was sollte man machen?

Charlie stand daneben und schaffte es nicht einmal, sich wirklich zu wundern.

Bill lachte ihn aus und meinte, er sei selber schuld. Dem hätte Charlie nicht einmal widersprechen können, wenn er das gewollt hätte. Und er wollte wirklich nicht, eigentlich war es ihm völlig egal.


„Und merkt euch unbedingt: Das hier ist ein Knochenjob. Ihr werdet jeden Tag alles geben und das noch vor dem Mittagessen. Wenn nicht, werdet ihr das Mittagessen.“ Ruben verschränkte die Arme hinter dem Rücken und ging ein paar dramatische Schritte auf und ab. Charlie grinste. Rubens Unterweisung der neuen Rekruten war immer wieder ein Schauspiel. Jetzt setzte er eine beinahe verständnisvolle Miene auf. „Lasst mich ehrlich sein: Die meisten von euch werden ihr erstes Jahr hier nicht überstehen. Und alle anderen werden es nur aushalten, wenn sie vollkommen wahnsinnig sind und jemanden zu hause haben, an dem sie sich festhalten können.“

Er warf einen langen Blick in die Runde. „Unterschätzt das niemals. Ihr werdet sehen, wie Freunde Arme und Beine verlieren oder geröstet werden, ihr werdet sehen, wie die größten, wunderbarsten Tiere an einer kleinen Infektion langsam zu Grunde gehen. Das übersteht man nicht alleine.“

Mit einem Lächeln wandte er sich zu Charlie um. „Na ja, das heißt, es sei denn ihr heißt Charles Weasley. Dann braucht ihr keine anderen Menschen mehr und könnt ein wunderlicher alter Mann werden, der besser mit Drachen als mit seinen Kollegen reden kann.“

Charlie streckte ihm die Zunge raus und Ruben lachte.

Charlie war gern ein wunderlicher alter Mann.


Bonus:
Oliver ließ sich schwer auf die unbequeme Couch fallen. „Ollie, Junge, du wirst auch nicht jünger, wir hätten doch so gern Enkel“, säuselte er und warf hilflos die Arme in die Luft. „Sie haben doch Enkel! Vier!“

Charlie lachte. „Regel Nummer 1: Man kann nie genug Enkel haben.“

Oliver verdrehte die Augen. „Du warst offensichtlich noch nie Weihnachten bei meiner Schwester zu Besuch. Es gibt eindeutig so was wie zu viele Kleinkinder auf einem Haufen.“

Das veranlasste Charlie zu schallendem Gelächter. Oliver verdrehte die Augen. „Okay, ja, ich will mir gar kein Weasley-Weihnachten vorstellen.“ Damit schob er sich die Schuhe von den Füßen und streckte sich auf dem Sofa aus. „Wann ist das Essen fertig?“

„Koch doch selber.“

„Nein, ich bin auf der Suche nach einer Frau, damit ich endlich glücklich werde.“

„Viel Erfolg.“

„Nein, ernsthaft, ich bin schon das abschreckende Beispiel in den Geschichten für meine Cousins geworden. Denk doch nochmal nach, Emily, so als Auror hast du viel Stress und keine Zeit für eine Familie, du willst doch nicht wie Ollie enden und nur deinen Job haben... - Ich mag meinen Job.“

Charlie rührte schwungvoll die Soße um. „Willkommen in meiner Welt.“

„Hmmm...“ Oliver schloss die Augen. „Ich glaub, ich mag deine Welt, zumindest, wenn sie so gut riecht...“

„Quatsch. Du magst bloß, dass jemand für dich kocht.“

„Tja, wer hätte gedacht, dass es so einfach ist, mich glücklich zu machen?“

Date: 2013-09-30 03:30 pm (UTC)
servena: (Parker)
From: [personal profile] servena
OH MEIN GOTT, du hast Charlie/Oliver geschrieben und ich sehe das erst jetzt! Warum sehe ich das erst jetzt?? (Und das ist Charlie/Oliver, tu nicht so, ich hab's genau gesehen!) Als Strafe müsste ich eigentlich die ganzen Tippfehler drinlassen, die ich gerade in meiner Hast mache, aber dann kann man das hier ja nicht mehr lesen.
*holt einmal tief Luft* Es ist absolut fantastisch und jetzt möchte ich young!Charlie mit Niffler. Oder Charlie/Oliver mit einem Niffler als Haustier. Du gibst mir merkwürdige Ideen. Meine persönlichen Highlights: Das Gelege im Geschirrschrank, Charlie als abschreckendes Beispiel, Katy die nicht-Freundin, jegliche Auftritte von Mrs. Weasley, Percy der sich hinter Charlies Bett versteckt.
Und ich liebe dich, das wusstest du, ja??
(Jetzt will ich einen Niffler.)

Profile

120_minuten: (Default)
Die Uhr läuft ... jetzt!

Most Popular Tags

January 2026

M T W T F S S
   1 234
567891011
12131415 161718
19202122232425
262728293031 

Style Credit

Powered by Dreamwidth Studios