[identity profile] nessaniel.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Nutellasalat
Challenge: Stimmungen – auf Wolke sieben – fürs Team
Fandom: Rivers of London/Whitechapel
Titel: Unglaublich
Inhalt: Die Tore zur Hölle sollen in Whitechapel zu finden sein – Grund genug für Thomas Nightingale und Peter Grant, sich dort einmal umzuhören.
Anmerkung: Rivers of London ist eine urban-fantasy-Reihe von Ben Aaronovitch, in der PC Peter Grant von seinem Mentor DCI Thomas Nightingale in Magie unterwiesen wird, um Mordfälle mit übernatürlicher Beteiligung zu lösen (aka: lasst alles stehen und liegen und kauft euch die Bücher!). Whitechapel ist eine Krimiserie des Senders ITV, in der gern Vampire, Hexen und Dämonen für alles Mögliche verantwortlich gemacht werden, im Endeffekt jedoch nur normale Menschen am Rad drehen.
Widmung: für [livejournal.com profile] failte_aoife weil Whitechapel mit Magie so viel mehr Sinn ergeben würde und weil Nightingale und Chandler in unseren Köpfen ganz wunderschön zusammen aussehen.



Unglaublich

„Boss“, tönte es von der Tür her. „Hier ist wer für Sie.“
Chandler hob unwillig den Kopf, als Mansell zwei Leute vor seinem Büro abstellte und sofort wieder zu seinem eigenen Schreibtisch watschelte. Was war denn das für eine Art, jemanden vorzustellen, verdammt noch mal, dachte er, doch er ließ sich nichts anmerken sondern zwang sich ein halbwegs authentisches Lächeln aufs Gesicht, während er sich erhob und die beiden Männer begrüßte.
Der größere von beiden war dunkelhäutig, etwa in Kents Alter und schaute sich mit offenstehendem Mund und tellergroßen Augen in ihrem Büro um.
„Die Macht ist stark in diesem Haus“, sagte er ehrfürchtig, was offensichtlich für den anderen, etwas älteren und altmodisch gekleideten Mann gedacht war, doch der schien genauso wenig wie Chandler zu begreifen, was das heißen sollte.
„Peter, bitte“, murmelte er, dann lächelte er Chandler zu und streckte ihm die Hand hin. „DI Chandler, es freut mich, Sie kennenzulernen. Ich bin DCI Thomas Nightingale und das ist Constable Peter Grant, mein… Assistent.“
Chandler war verwirrt. „Freut mich ebenfalls“, sagte er, während er Nightingales Hand schüttelte. „Sie… haben mich gesucht?“
„Eigentlich nicht“, erwiderte Grant grinsend. „Aber als wir beim Pförtner nach Abteilungen mit ungewöhnlichen Vorkommnissen gefragt haben, hat er uns an Sie verwiesen und irgendetwas von ‚Vampiren und anderen Spinnereien‘ gemurmelt.“
Chandler blinzelte, doch wenn er ehrlich war, überraschte ihn das nicht einmal mehr. Was nicht hieß, dass er sich das gefallen lassen würde
„Wir hatten ein paar … merkwürdige Fälle, das ist wahr“, sagte er ein wenig ärgerlich, „doch ich versichere Ihnen, dass wir bisher immer einen rationalen Grund für alles gefunden haben.“ Es reichte, wenn ihm Anderson schon immer damit in den Ohren lag, dass das Okkulte in seinem Bezirk langsam überhandnahm, da brauchte er nicht noch Kollegen aus fremden Abteilungen, die ihn damit aufzogen. Irgendein Witzbold hatte ihm sogar schon das Handy entwendet und den Klingelton auf die Erkennungsmelodie des Films ‚Ghostbusters‘ gesetzt, was er nur dank Rileys amüsierter Erklärung verstanden hatte. Wenn er den Typen fand, würde es Beschwerden hageln!
Grant schien völlig unbeeindruckt von seinen Worten zu sein, doch Nightingale war offensichtlich verlegen.
„Detective, wir sind nicht hier, um Ihre Arbeit in Frage zu stellen“, erklärte er. „Es geht uns lediglich darum… von unseren gegenseitigen Erfahrungen zu profitieren.“
„Ich habe nicht die geringste Ahnung, was Sie meinen.“
Nightingale seufzte. „Haben Sie schon einmal vom Folly gehört, Inspector?“
Der Name war ihm ein paar Mal untergekommen, überlegte Chandler, meistens, wenn sich Kollegen höhnisch über die Verschwendung von Steuergeldern ausließen, doch was genau das Folly tat, wusste er nicht.
„Nein“, antwortete er also.
Nightingales Gesicht wirkte plötzlich sehr gequält. „Nein, wahrscheinlich nicht“, murmelte er. „Die Zeiten sind vorbei.“
Selbst Grant sah aus, als habe er keine Ahnung, wovon Nightingale sprach, also geduldete sich Chandler, bis Nightingale fortfuhr.
„Das Folly hilft bei der Aufklärung von Fällen, die die Grenzen des normalen Verbrechens übersteigen“, sagte er, was nicht gerade hilfreich war. „Man könnte sagen, dass wir für die übernatürlichen Vorkommnisse verantwortlich sind. Das ist mein völliger Ernst, Detective“, schob er rasch hinterher, wahrscheinlich weil Chandler entnervt aufstöhnte.
„Hab doch gesagt, dass er uns nicht glauben wird, Boss“, warf Grant ein, was Chandlers Laune nicht sonderlich hob. „Wir hätten warten sollen, bis wir gemeinsam über einer Leiche stehen, das schweißt zusammen.“
„Peter! Ein wenig mehr Pietät, bitte“, murmelte Nightingale stirnrunzelnd, dann wandte er sich mit einem beinah flehentlichen Blick an Chandler. „Bitte, Detective, ich weiß, wie das für Außenstehende klingt, doch ich meine es ernst. Magie existiert und sie kann für illegale Zwecke und Verbrechen eingesetzt werden.“
„Es gibt auch eine wissenschaftlichen Erklärung, falls Sie das beruhigt“, sagte Grant.
„Ich dachte, du seist über eine halbgare These bisher nicht hinausgekommen“, erwiderte Nightingale, woraufhin Grant mit den Schultern zuckte.
„Ich habe nicht gesagt, dass es eine gute Erklärung ist.“
Nightingale ließ ein leidendes Seufzen hören, doch bevor er sich weiterhin mit seinem Assistenten streiten konnte, mischte sich Chandler ein. Er hatte genug gehört.
„Sie wollen mir allen Ernstes sagen, dass es… übernatürliche Phänomene gibt, die mit den Verbrechen in Whitechapel in Verbindung stehen? Und das obwohl ich Ihnen gerade verdeutlicht habe, dass es bisher ausschließlich rationale Erklärungen gab?!“, fragte er und bemerkte erst, dass er geschrien hatte, als er Kents erschrockenes Gesicht durch die Scheibe sah. Er errötete, doch er hielt Grants verblüfftem Blick stand.
Nightingale hob die Hände, als wolle er sich entschuldigen. „Nur weil Sie eine rationale Erklärung gefunden haben, heißt das nicht, dass es die einzig Richtige ist.“
Es reichte.
Ruckartig stand Chandler auf und deutete auf die Tür. „Ich danke Ihnen für Ihren Besuch, meine Herren“, fauchte er mit kaum verhohlener Wut, „aber ich denke nicht, dass es irgendetwas gibt, bei dem wir … voneinander profitieren könnten, wie Sie sagten. Guten Tag!“
Nightingale betrachtete ihn ein paar Augenblicke an, dann erhob er sich ebenfalls. Doch anstatt zur Tür zu gehen und diesen Firlefanz zu beenden, trat er dich an Chandler heran.
„Bitte“, sagte er nur und dann erschien plötzlich eine Kugel aus gleißend weißem neonartigem Licht auf seiner Handfläche.
Chandler wich zurück.
„Das ist ein Trick“, stammelte er abwehrend, doch er konnte den Blick nicht von der schwebenden Masse abwenden. „Es muss ein Trick sein.“
„Wäre es wirklich so schlimm, wenn es keiner wäre?“, fragte Nightingale leise und auf einmal wanderte die Kugel von seinen Fingerspitzen weg durch die Luft und bis kurz vor Chandlers Gesicht.
Seine Finger zuckten unwillkürlich nach oben, er fühlte, wie sich ein Panikschub ankündigte. Er presste die Arme fest an den Körper und wandte hastig den Kopf ab.
Die Kugel verschwand und Nightingale nahm wieder Platz.
„Nette Taktik, Boss“, flüsterte Grant. „Muss ich mir merken.“
„Du wirst nichts dergleichen tun“, erwiderte Nightingale streng.
Chandler wusste nicht, was er tun sollte. Er warf einen Blick in das Großraumbüro doch keiner der anderen hatte das Spektakel mitbekommen. Wenigstens etwas.
Völlig erschöpft setzte sich Chandler wieder hin, strich sich fahrig durchs Gesicht und schaute Nightingale scheu an, doch statt des Mitleids, das er erwartet hatte, machte der einen völlig unbeteiligten Eindruck.
„Es war kein Trick?“, fragte er schließlich gequält und ballte die Fäuste unterm Schreibtisch, damit er nicht anfing, die Stifte vor ihm in die richtige Reihenfolge zu bringen.
„Ich gebe Ihnen mein Wort“, antwortete Nightingale würdevoll und obwohl er es nicht wollte, begann Chandler, ihm zu glauben. Er holte tief Luft.
„Warum sind Sie hier, Inspector?“
Jetzt lächelte Nightingale und er schien tatsächlich sehr erleichtert zu sein.
„Es geht um die Leiche, die in der St George’s Church gefunden wurde.“
„Der Gekreuzigte.“
„Exakt. Wussten Sie, dass es heißt, dass sich die Tore zur Hölle in Whitechapel befinden?“
„Wenn Sie mir nun sagen, dass der Teufel dafür verantwortlich ist…“
„Nein, nein, das nicht. Aber wir haben es mit einem protestantischen Poltergeist zu tun…“


Als Peter und Nightingale das Gebäude verließen und in den Jaguar stiegen, war sich Peter immer noch nicht ganz sicher, was er da soeben gesehen hatte.
Nightingale fuhr, sodass er in aller Ruhe seine Gedanken sortierte, doch er kam zu keinem befriedigenden Ergebnis und höfliches Schweigen war noch nie seine Stärke gewesen.
„Was war das denn gerade, Boss?“, fragte er.
„Das nennt man die Vorfahrtsregeln beachten, Peter. Ein Konzept, dass du dir zu Herzen nehmen solltest.“
Peter verdrehte die Augen. „Ich meinte, vorhin. In Chandlers Büro. Normalerweise sind Sie nicht so versessen darauf, irgendwelchen Wildfremden ein Werlicht ins Gesicht zu halten.“
„Ich habe nicht die geringste Ahnung, was du meinst“, erwiderte Nightingale, und Peter war überrascht festzustellen, dass sein Mentor ein reichlich miserabler Lügner war, wenn er sich nicht konzentrierte.
„Kommen Sie, Boss. Wir hätten genauso gut sagen können, dass es um bewusstseinserweiternde Drogen geht oder irgendeine andere Geschichte, die wir uns sonst aus den Finger saugen. Stattdessen gehen Sie hin und zaubern vor Ungläubigen herum.“
Nightingale ließ sich Zeit mit der Antwort, während er den Wagen in den zähen Verkehr Richtung Norden lenkte. „Es ist von Vorteil, die örtlichen Kollegen mit einzubeziehen. Insbesondere Whitechapel und das Folly verbindet eine lange Tradition vertrauensvoller und ertragreicher Zusammenarbeit. Oder verband, sollte ich eher sagen.“
„Warum eigentlich?“
„Weil Whitechapel seit jeher eine Affinität zu übernatürlichen Phänomenen aufweist. Du hast doch selbst gespürt, wie stark das Vestigia allein in der Station war.“
„Wegen der Tore-zur-Hölle-Sache?“
„So dramatisch würde ich es nicht ausdrücken, aber ja.“
„Hm“, machte Peter und schaute aus dem Fenster. „Das erklärt trotzdem nicht, warum Sie Chandler gegenüber so überaus freundlich … oh!“
„Was ‚oh‘?“
Peter grinste. „Sie mögen ihn!“
„Was?!“
„Das muss es sein! Sie sind verknallt!“
„Peter, das ist völliger…“
„Ich kann nicht fassen, dass ich erst jetzt drauf gekommen bin, Lesley hätte es wahrscheinlich schon geahnt, als wir das Büro betreten haben! Sie sind verknallt und wollten ein bisschen angeben, nicht wahr? Deshalb das Werlicht!“
Nightingale machte ein verkniffenes Gesicht, doch er stritt es nicht weiter ab, was die ganze Sache nur noch großartiger machte.
„Ich hätte ja nie gedacht, dass Sie auf Jüngere stehen… aber Geschmack haben Sie. Nehme ich an. Keine Ahnung, ich bin schließlich nicht schw-“
Plötzlich spürte er eine karamellartige, klebrige Masse in seinem Mund auftauchen. Er fiepte und griff sich an die Lippen, doch es nützte nichts, er bekam die Zähne nicht mehr auseinander.
Anklagend grunzend wandte er sich an Nightingale, doch der tat so, als sei das völlig normal.
„Versuch dich zu befreien“, erklärte er. „Doch ich empfehle dir, keine der Feuerformeln zu benutzen.“
Peter fluchte, was natürlich niemand hörte und sank schmollend in seinen Sitz zurück.
Doch keine zwei Sekunden später grinste er vergnügt.
Rache war schließlich süß.
- Ende


Liebe Mods, könnte ich ein Whitechapel und Rivers of London tag bekommen?
Danke! =D

Date: 2013-09-16 01:28 pm (UTC)
From: [identity profile] failte-aoife.livejournal.com
♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
„Die Macht ist stark in diesem Haus“
OH PETER XD Du kannst es einfach nicht lassen *g* und natürlich ist Chandler genauso planlos wie Nightingale (hey...der könnte genauso aus dem 19. Jahrhundert in unsere Zeit gefallen sein ^^) und Ghostbusters kennt er natürlich auch nicht (na wenigstens hat es ihm Riley erklärt...Miles hätte wahrscheinlich mit 'Ja das ist ein Film...sowas läuft im Fernseher...das ist so ein großes eckiges Ding, weiß nicht ob sie das schonmal gesehen haben' angefangen ^^)

Nightingale war offensichtlich verlegen.
*Nightingale knuddel*

und ballte die Fäuste unterm Schreibtisch, damit er nicht anfing, die Stifte vor ihm in die richtige Reihenfolge zu bringen.
*chandler auch knuddel*

Und ja protestantische Poltergeister passen prima nach Whitechapel und zu Rivers XD

„Das nennt man die Vorfahrtsregeln beachten, Peter. Ein Konzept, dass du dir zu Herzen nehmen solltest.“
♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Und das Ende :D Das ist auch so typisch die beiden :D
(Und dann verschwört er sich mit Miles und die beiden spielen Amor...oh das würde episch werden)

*verpackt Erstgeborenes* ich schick dir das dann

Date: 2013-09-16 04:20 pm (UTC)
From: [identity profile] jolly-rotten.livejournal.com
Let me looooooooooooooooooooooooove you!
Das ist einfach nur ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥!
Ich kann meine Gefühle gerade nicht in Worte fassen darum, here have some more ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

You go Team Nutellasalat! :D

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