Stimmungen - Jähzornig - fürs Team
Sep. 16th, 2013 08:56 amTeam: Nutellasalat
Challenge: Stimmung - Jähzornig - fürs Team
Fandom: Erinnert sich noch jemand an das modern-Herr-der-Ringe!AU von letztem Jahr? Nein? Dooooooch! Hier!
Titel: Und er bleibt verloren
Inhalt: Eomer kommt nach langer Abwesenheit endlich wieder nach Edoras zurück, wo ihn ein mehr als frostiger Empfang erwartet. Zu Recht.
Und er bleibt verloren
Es war verdammt kalt und regnete, als Eomer sein Motorrad auf den Innenhof lenkte. Keine Menschenseele bemerkte seine Ankunft, nur die Stuten wandten unruhig die Köpfe, als er den Motor ausstellte und endlich den Helm abnehmen konnte.
„Das ist eine Scheißidee“, knurrte er, während er zu der riesigen Eingangstür eilte, doch er wusste, dass die Flucht nach vorn alles war, was ihm jetzt noch blieb. Eothain würde ihm den Kopf abreißen, wenn er unverrichteter Dinge wieder abzog – und niemand wusste besser als Eomer selbst, wie viel er seinem Freund schuldete.
Trotzdem musste er ein paar Mal tief durchatmen, ehe er die Klingel betätigte.
Ein schrilles Ringen tönte durch das ganze Haus und er zuckte zusammen. War die schon immer so laut gewesen?
Vielleicht hätte er anrufen sollen, dachte er sich, doch dann hätte man ihn zu leicht abwimmeln können, da waren sich Eothain und er ausnahmsweise mal einig gewesen.
Auf einmal hörte er, wie sich jemand der Eingangstür näherte. Ihm blieb gerade noch genug Zeit, einmal tief durchzuatmen, dann ging die Tür auf und seine Schwester stand vor ihm.
„Hallo“, sagte Eomer, und eine Stimme in ihm schimpfte lauthals drauf los, weil das wirklich alles war, was ihm in diesem Moment einfiel.
Eowyn starrte ihn an, als sei er ein Geist. Sie war größer geworden und schmaler, fast hager – verdammt, er war viel zu lange fort gewesen – und die Schatten unter ihren Augen machten ihm Angst.
„Eo“, sagte sie dann, mit leiser Stimme. Ihr Blick sog sich fest an seinem Gesicht, studierte ihn eingehend und ihm wurde unwohl. Eowyn hätte allen Grund ihn mit Geschrei vom Hof zu jagen, wie ihm plötzlich klar wurde.
Hastig räusperte er sich. „Ich habe gehört, dass Onkel krank ist“, begann er zu erklären, hilflos und ungeschickt.
Zu spät bemerkte er, dass Eowyns Lächeln gefror, bevor es überhaupt ihre Augen erreicht hatte. Sie richtete sich auf und sofort war da wieder dieser harte Zug um ihren Mund, der Eomer völlig fremd war.
„Komm rein“, sagte sie, ohne auf seinen Kommentar einzugehen.
Verdammt.
Er folgte ihr ins Haus hinein, ging die vertrauten Gänge entlang und war nicht überrascht, als Eowyn ihn in ihr eigenes Zimmer führte. Seins gab es wahrscheinlich nicht mehr.
Eowyn setzte sich aufs Bett, verschränkte die Hände im Schoß und sah ihn an. Ihr Gesicht schien verschlossen wie noch nie zuvor, sodass sich Eomer besonders viel Zeit ließ, seinen abgewetzten Rucksack abzustellen, den Helm darauf zu platzieren und seine tropfende Jacke auszuziehen. Doch seine Taktik ging nicht auf, Eowyn sagte kein einziges Wort und so blieb ihm nichts anderes übrig, als selbst die Initiative zu ergreifen.
„Bist du allein?“, fragte er, sah sich im Zimmer um. Es war nicht mehr viel übrig von der Person, die seine Schwester einst gewesen war. Statt Filmpostern und Weltkarten hingen nun Bilder vom Gestüt an ihren Zimmerwänden und statt der Abenteuerromane konnte er Lehrbücher über Buchführung und Steuererklärungen in den Regalen am Fenster entdecken.
„Allein?“, antwortete Eowyn und er zuckte ob des beißenden Tonfalls zusammen. „Hier ist man niemals allein. Grima ist da. Und Onkel natürlich.“
Als sei ihr plötzlich kalt schob Eowyn die Arme enger an den Körper und fixierte Eomer mit einem herausfordernden Blick, doch er konnte sich keinen Reim auf ihr Verhalten machen.
„Grima? Immer noch?“, fragte er also bloß.
„Was glaubst du denn?“, giftete Eowyn zurück, doch dann räusperte sie sich, als sei sie zu dem Entschluss gekommen, dass es sich nicht lohnte, ihre Energie an ihren Bruder zu verschwenden. „Er ist nun der persönliche Assistent von Onkel. Schon seit längerem.“
Eomer nickte, obwohl ihm eher nach Schreien zumute war. Wie um alles in der Welt hatte das passieren können? Sein Onkel hatte doch selbst gesagt, dass Grima zwar ein fähiger Mann im Vertrieb sei, doch er ihm niemals mehr Verantwortung übertragen wolle, da er nicht völlig von seiner Loyalität überzeugt sei. Wann hatte sich das geändert?
„Ach so“, antwortete er, vermutlich ein wenig zu spät. Er bemühte sich um einen neutralen Ton. „Und… wie läuft es sonst? Mit der Zucht?“
Das war zu viel gewesen. Eowyn fluchte, sprang vom Bett auf und war mit einem Satz bei ihm.
„Lass doch das Gerede, Bruder“, ätzte sie wutentbrannt, und stieß ihm die Hände gegen die Brust. Er stolperte überrascht nach hinten, doch Eowyn war noch lange nicht fertig. „Es interessiert dich nicht, das brauchst du nicht verheimlichen, dich hat noch nie etwas anderes interessiert außer dir selbst! Wenn ich ehrlich sein soll, dann weiß ich gar nicht, was du hier willst! Es gibt hier nichts zu tun für dich!“
Das saß. Eomer klappte der Mund auf, während sich Eowyn schweratmend wieder aufs Bett sinken ließ. Sie blinzelte ein paarmal schnell hintereinander, als müsse sie Tränen zurückdrängen und wich seinem Blick aus.
Das letzte Mal, dass er seine Schwester weinen gesehen hatte, war auf der Beerdigung ihrer Eltern gewesen, schoss es Eomer durch den Kopf, während er verzweifelt darüber nachdachte, wie er ihr versichern konnte, dass er es ernst meinte.
„Ich möchte helfen, Eowyn“, antwortete er schließlich, doch er merkte selbst, wie schrecklich einfältig seine Erklärung klang. „Diesmal…diesmal bleibe ich.“
„Das hast du schon so oft gesagt“, erwiderte sie eiskalt.
Darauf hatte er nichts zu erwidern und er hielt wohlweißlich den Mund. Natürlich hatte er sich keine Illusionen über die Reaktion seiner Schwester gemacht, doch sie jetzt so völlig abweisend vorzufinden, traf ihn härter als er erwartet hatte. Sie hatten sich nicht einmal die Hand gereicht.
Er wollte noch etwas sagen, irgendetwas, um Eowyn zu überzeugen, da flog die Zimmertür auf und Theodred stürmte hinein.
„Eowyn, hast du die Telefonnummer des Züchters von den Isenfurten? Ich kann sie nirgends finden und…“
Theodred unterbrach sich hastig, als er seinen Cousin sah und starrte ihn mit offenem Mund an.
„Hallo“, sagte Eomer verlegen und streckte die Hand aus, die immer noch in den Motorradhandschuhen steckte.
„Eomer!“ Theodred lächelte, ergriff die ausgestreckte Hand und schüttelte sie kräftig. „Es freut mich, dass du da bist. Es ist viel zu lange her, wie geht es dir?“
Trotz der herzlichen Begrüßung bemerkte Eomer, dass Theodred ihn abschätzend betrachtete. Er wirkte ähnlich erschöpft wie Eowyn und Eomer konnte sich lebhaft vorstellen, dass sein verloren geglaubter Cousin der Letzte war, den er hier erwartet hatte.
Er ließ sich nichts anmerken. „Danke, gut“, erwiderte er.
„Wie lange wirst du bleiben?“
„Eine Weile.“ Das ungläubige Schnauben, das Eowyn von sich gab, ignorierte er. „Ich habe gehört, dass Onkel krank ist.“
Theodreds Lächeln gefror. “Ja. Wir sind sehr besorgt. Warst du schon bei ihm?“
„Nein. Ich bin gerade erst angekommen und… ich wollte ihn nicht erschrecken.“
Theodred nickte und Eomer schämte sich, weil ihm die Lüge so leicht gefallen war. „Gut gemacht. Wir sollten ihn auf jeden Fall schonend darauf vorbereiten.“ Er runzelte die Stirn, als denke er über eine passende Möglichkeit nach, doch dann schüttelte er resolut den Kopf. „Nun, wie auch immer, ich schätze, du möchtest dich frisch machen.“
„Ich habe ein Hotelzimmer in der Stadt…“, begann Eomer, doch da hatte Theodred ihn bereits am Arm gepackt und aus dem Zimmer geführt.
„Solch ein Unsinn. Du bleibst selbstverständlich hier. Dein altes Zimmer ist zwar… ich meine… ich zeige dir, wo du schlafen kannst.“
Ein wenig überrumpelt ließ sich Eomer mitziehen und schnappte sich rasch seinen Rucksack und den Helm.
„Ach, und Eowyn, denkst du an die Telefonnummer?“, rief Theodred über die Schulter hinweg und Eomer konnte sehen, wie seine Schwester mit einem verzweifelten Seufzen vom Bett aufstand.
„Natürlich. Was sonst“, antwortete sie, und sie klang plötzlich nicht mehr wütend sondern nur noch schrecklich erschöpft. Eomer schluckte, doch bevor er etwas sagen konnte, bogen sie um eine Ecke und Theodred verwickelte ihn ein sehr bemühtes Gespräch über den momentanen Zustand des Gestüts. Es schien, als sei er nicht der einzige, der vor der andernfalls herrschenden Stille zwischen ihnen Angst hatte.
-Ende
(Diese Geschichte passt vorne und hinten nicht in den Buch- und schon gar nicht in den Filmcanon (auch wenn man die Motorräder und Handys ignoriert), aber das hier ist nicht umsonst ein AU (lies: ich tue was ich will.) Mich hat es immer fasziniert, wie schrecklich einsam Eowyn gewesen sein muss – vom Bruder im Stich gelassen (der von Gandalf ordentlich den Kopf gewaschen bekommt, diesbezüglich), um mit der Trauer um einen geliebten Cousin und der Angst um einen Onkel fertig zu werden, während ein creepiger Spion des Feindes sie stalkt. Armes Mädchen.)
Challenge: Stimmung - Jähzornig - fürs Team
Fandom: Erinnert sich noch jemand an das modern-Herr-der-Ringe!AU von letztem Jahr? Nein? Dooooooch! Hier!
Titel: Und er bleibt verloren
Inhalt: Eomer kommt nach langer Abwesenheit endlich wieder nach Edoras zurück, wo ihn ein mehr als frostiger Empfang erwartet. Zu Recht.
Und er bleibt verloren
Es war verdammt kalt und regnete, als Eomer sein Motorrad auf den Innenhof lenkte. Keine Menschenseele bemerkte seine Ankunft, nur die Stuten wandten unruhig die Köpfe, als er den Motor ausstellte und endlich den Helm abnehmen konnte.
„Das ist eine Scheißidee“, knurrte er, während er zu der riesigen Eingangstür eilte, doch er wusste, dass die Flucht nach vorn alles war, was ihm jetzt noch blieb. Eothain würde ihm den Kopf abreißen, wenn er unverrichteter Dinge wieder abzog – und niemand wusste besser als Eomer selbst, wie viel er seinem Freund schuldete.
Trotzdem musste er ein paar Mal tief durchatmen, ehe er die Klingel betätigte.
Ein schrilles Ringen tönte durch das ganze Haus und er zuckte zusammen. War die schon immer so laut gewesen?
Vielleicht hätte er anrufen sollen, dachte er sich, doch dann hätte man ihn zu leicht abwimmeln können, da waren sich Eothain und er ausnahmsweise mal einig gewesen.
Auf einmal hörte er, wie sich jemand der Eingangstür näherte. Ihm blieb gerade noch genug Zeit, einmal tief durchzuatmen, dann ging die Tür auf und seine Schwester stand vor ihm.
„Hallo“, sagte Eomer, und eine Stimme in ihm schimpfte lauthals drauf los, weil das wirklich alles war, was ihm in diesem Moment einfiel.
Eowyn starrte ihn an, als sei er ein Geist. Sie war größer geworden und schmaler, fast hager – verdammt, er war viel zu lange fort gewesen – und die Schatten unter ihren Augen machten ihm Angst.
„Eo“, sagte sie dann, mit leiser Stimme. Ihr Blick sog sich fest an seinem Gesicht, studierte ihn eingehend und ihm wurde unwohl. Eowyn hätte allen Grund ihn mit Geschrei vom Hof zu jagen, wie ihm plötzlich klar wurde.
Hastig räusperte er sich. „Ich habe gehört, dass Onkel krank ist“, begann er zu erklären, hilflos und ungeschickt.
Zu spät bemerkte er, dass Eowyns Lächeln gefror, bevor es überhaupt ihre Augen erreicht hatte. Sie richtete sich auf und sofort war da wieder dieser harte Zug um ihren Mund, der Eomer völlig fremd war.
„Komm rein“, sagte sie, ohne auf seinen Kommentar einzugehen.
Verdammt.
Er folgte ihr ins Haus hinein, ging die vertrauten Gänge entlang und war nicht überrascht, als Eowyn ihn in ihr eigenes Zimmer führte. Seins gab es wahrscheinlich nicht mehr.
Eowyn setzte sich aufs Bett, verschränkte die Hände im Schoß und sah ihn an. Ihr Gesicht schien verschlossen wie noch nie zuvor, sodass sich Eomer besonders viel Zeit ließ, seinen abgewetzten Rucksack abzustellen, den Helm darauf zu platzieren und seine tropfende Jacke auszuziehen. Doch seine Taktik ging nicht auf, Eowyn sagte kein einziges Wort und so blieb ihm nichts anderes übrig, als selbst die Initiative zu ergreifen.
„Bist du allein?“, fragte er, sah sich im Zimmer um. Es war nicht mehr viel übrig von der Person, die seine Schwester einst gewesen war. Statt Filmpostern und Weltkarten hingen nun Bilder vom Gestüt an ihren Zimmerwänden und statt der Abenteuerromane konnte er Lehrbücher über Buchführung und Steuererklärungen in den Regalen am Fenster entdecken.
„Allein?“, antwortete Eowyn und er zuckte ob des beißenden Tonfalls zusammen. „Hier ist man niemals allein. Grima ist da. Und Onkel natürlich.“
Als sei ihr plötzlich kalt schob Eowyn die Arme enger an den Körper und fixierte Eomer mit einem herausfordernden Blick, doch er konnte sich keinen Reim auf ihr Verhalten machen.
„Grima? Immer noch?“, fragte er also bloß.
„Was glaubst du denn?“, giftete Eowyn zurück, doch dann räusperte sie sich, als sei sie zu dem Entschluss gekommen, dass es sich nicht lohnte, ihre Energie an ihren Bruder zu verschwenden. „Er ist nun der persönliche Assistent von Onkel. Schon seit längerem.“
Eomer nickte, obwohl ihm eher nach Schreien zumute war. Wie um alles in der Welt hatte das passieren können? Sein Onkel hatte doch selbst gesagt, dass Grima zwar ein fähiger Mann im Vertrieb sei, doch er ihm niemals mehr Verantwortung übertragen wolle, da er nicht völlig von seiner Loyalität überzeugt sei. Wann hatte sich das geändert?
„Ach so“, antwortete er, vermutlich ein wenig zu spät. Er bemühte sich um einen neutralen Ton. „Und… wie läuft es sonst? Mit der Zucht?“
Das war zu viel gewesen. Eowyn fluchte, sprang vom Bett auf und war mit einem Satz bei ihm.
„Lass doch das Gerede, Bruder“, ätzte sie wutentbrannt, und stieß ihm die Hände gegen die Brust. Er stolperte überrascht nach hinten, doch Eowyn war noch lange nicht fertig. „Es interessiert dich nicht, das brauchst du nicht verheimlichen, dich hat noch nie etwas anderes interessiert außer dir selbst! Wenn ich ehrlich sein soll, dann weiß ich gar nicht, was du hier willst! Es gibt hier nichts zu tun für dich!“
Das saß. Eomer klappte der Mund auf, während sich Eowyn schweratmend wieder aufs Bett sinken ließ. Sie blinzelte ein paarmal schnell hintereinander, als müsse sie Tränen zurückdrängen und wich seinem Blick aus.
Das letzte Mal, dass er seine Schwester weinen gesehen hatte, war auf der Beerdigung ihrer Eltern gewesen, schoss es Eomer durch den Kopf, während er verzweifelt darüber nachdachte, wie er ihr versichern konnte, dass er es ernst meinte.
„Ich möchte helfen, Eowyn“, antwortete er schließlich, doch er merkte selbst, wie schrecklich einfältig seine Erklärung klang. „Diesmal…diesmal bleibe ich.“
„Das hast du schon so oft gesagt“, erwiderte sie eiskalt.
Darauf hatte er nichts zu erwidern und er hielt wohlweißlich den Mund. Natürlich hatte er sich keine Illusionen über die Reaktion seiner Schwester gemacht, doch sie jetzt so völlig abweisend vorzufinden, traf ihn härter als er erwartet hatte. Sie hatten sich nicht einmal die Hand gereicht.
Er wollte noch etwas sagen, irgendetwas, um Eowyn zu überzeugen, da flog die Zimmertür auf und Theodred stürmte hinein.
„Eowyn, hast du die Telefonnummer des Züchters von den Isenfurten? Ich kann sie nirgends finden und…“
Theodred unterbrach sich hastig, als er seinen Cousin sah und starrte ihn mit offenem Mund an.
„Hallo“, sagte Eomer verlegen und streckte die Hand aus, die immer noch in den Motorradhandschuhen steckte.
„Eomer!“ Theodred lächelte, ergriff die ausgestreckte Hand und schüttelte sie kräftig. „Es freut mich, dass du da bist. Es ist viel zu lange her, wie geht es dir?“
Trotz der herzlichen Begrüßung bemerkte Eomer, dass Theodred ihn abschätzend betrachtete. Er wirkte ähnlich erschöpft wie Eowyn und Eomer konnte sich lebhaft vorstellen, dass sein verloren geglaubter Cousin der Letzte war, den er hier erwartet hatte.
Er ließ sich nichts anmerken. „Danke, gut“, erwiderte er.
„Wie lange wirst du bleiben?“
„Eine Weile.“ Das ungläubige Schnauben, das Eowyn von sich gab, ignorierte er. „Ich habe gehört, dass Onkel krank ist.“
Theodreds Lächeln gefror. “Ja. Wir sind sehr besorgt. Warst du schon bei ihm?“
„Nein. Ich bin gerade erst angekommen und… ich wollte ihn nicht erschrecken.“
Theodred nickte und Eomer schämte sich, weil ihm die Lüge so leicht gefallen war. „Gut gemacht. Wir sollten ihn auf jeden Fall schonend darauf vorbereiten.“ Er runzelte die Stirn, als denke er über eine passende Möglichkeit nach, doch dann schüttelte er resolut den Kopf. „Nun, wie auch immer, ich schätze, du möchtest dich frisch machen.“
„Ich habe ein Hotelzimmer in der Stadt…“, begann Eomer, doch da hatte Theodred ihn bereits am Arm gepackt und aus dem Zimmer geführt.
„Solch ein Unsinn. Du bleibst selbstverständlich hier. Dein altes Zimmer ist zwar… ich meine… ich zeige dir, wo du schlafen kannst.“
Ein wenig überrumpelt ließ sich Eomer mitziehen und schnappte sich rasch seinen Rucksack und den Helm.
„Ach, und Eowyn, denkst du an die Telefonnummer?“, rief Theodred über die Schulter hinweg und Eomer konnte sehen, wie seine Schwester mit einem verzweifelten Seufzen vom Bett aufstand.
„Natürlich. Was sonst“, antwortete sie, und sie klang plötzlich nicht mehr wütend sondern nur noch schrecklich erschöpft. Eomer schluckte, doch bevor er etwas sagen konnte, bogen sie um eine Ecke und Theodred verwickelte ihn ein sehr bemühtes Gespräch über den momentanen Zustand des Gestüts. Es schien, als sei er nicht der einzige, der vor der andernfalls herrschenden Stille zwischen ihnen Angst hatte.
-Ende
(Diese Geschichte passt vorne und hinten nicht in den Buch- und schon gar nicht in den Filmcanon (auch wenn man die Motorräder und Handys ignoriert), aber das hier ist nicht umsonst ein AU (lies: ich tue was ich will.) Mich hat es immer fasziniert, wie schrecklich einsam Eowyn gewesen sein muss – vom Bruder im Stich gelassen (der von Gandalf ordentlich den Kopf gewaschen bekommt, diesbezüglich), um mit der Trauer um einen geliebten Cousin und der Angst um einen Onkel fertig zu werden, während ein creepiger Spion des Feindes sie stalkt. Armes Mädchen.)
no subject
Date: 2013-09-18 07:43 pm (UTC)Und oh Gott, Eowyn und ihre Situation brechen mir immer das Herz, aber das hier... ;_;
Wann kommt Faramir? *sniff*
no subject
Date: 2013-09-18 09:18 pm (UTC)Hmm, mal sehen...
nachdem Theodred kurz nach Eomers Rückkehr bei einem Reitunfall stirbt
nachdem Eomer deshalb in den Knast muss, weil Grima es so eingefädelt hat, dass es wie Mord/Totschlag aussah
nachdem Eomer also erneut sein Versprechen nicht halten kann
nachdem Gandalf und Aragorn vorbeikommen, um das Gestüt zu retten
nachdem Eowyn sich schmerzvoll in Aragorn verliebt
von ihm verlassen wird
sich allein gegen einen Mob aus Industriespionen stellt (und deren Anführer erledigt)
und sich einer äußerst schmerzhaften Reha unterziehen muss
DANN KOMMT FARAMIR. =DDD