Winchester
Sep. 11th, 2013 09:52 pmTeam: Nutellasalat
Challenge: Personen - Held Wider Willen - für mich - Weltherrschaft *-*
Fandom: BBC Robin Hood (AU)
Pairing: Allan/Guy
Anmerkung: Mein Weg zur Arbeit is eindeutig zu kurz... Das zu schreiben hat ewig gedauert.
Vaiseys Wappen im Original ist der Rabe, daher hab ich seinen schwarzen Rittern mal offiziell "Bund der Raben" gegeben. Auch Winchester kommt von da.
Gegenstück zu Tsutsumis letztem Einrag, Anfang vom Showdown.
Wörter: Handy kann nich zählen, sorry
"Was sollte das dann?" Guy und Allan waren noch nicht mal auf der Treppe zum Wohnbereich der WG zu sehen, als Allans Gebrüll schon lautstark durch die ganze Wohnung donnerte.
Erschrocken schauten Will und Marian auf, Djaq und Much ließen fast die Wäsche fallen.
"Es war nichts! Wie oft soll ich dir das noch sagen?" Guys schwarzer Schopf war das erste, was sie richtig sahen, doch mit dem tiefen Grollen war er längst präsent, ohne anwesen zu sein.
"Du. Hast. Mich. Weggewedelt! Als wenn ich gar nicht zu dir gehören würde!" Allan stand lautstark zeternd am unteren Treppenrand. "Du hast mich komplett verleugnet, du Arsch! Ist das etwa nichts!? Was erzählst du mir für scheiß!?"
Guy stand auf dem mittleren Treppenabsatz und starrte ihn mit verschränkten Armen von oben herab.
"Ich kann nicht jedes mal Rücksicht auf dich nehmen, nur weil mir ein ehemaliger Bekannter begegnet! Das willst du doch auch nicht! - Das kannst du nicht wollen!" In einer offensichtlich hilflosen Geste stemmte Gisborne beide Arme in die Hüfte und hatte mehr denn je Ähnlichkeiten mit einem wütenden Waschweib.
Djaqs Augenbrauen zogen sich unweigerlich zusammen, als sie den lautstarken Streit vom Treppenende aus zusammen mit den anderen beobachtete.
"Was zur Hölle ist dein Problem!?"
Nicht nur seine Körperhaltung auch seine Stimme zeigten mehr als deutlich, dass Guy anscheinend eindeutig schuldig war - wenn das auch noch lange kein Grund für ihn war, kampflos unterzugehen.
"MEIN PROBLEM!?" Allan hatte so laut gequiekt, dass es offensichtlich war, wie kurz er davor war, richtig auszurasten. Mit drei gerannten Schritten stand er eine Treppenstufe über Guy und starrte ihn voller Zorn funkelnd an.
"Das ist mein Problem!" In einem brachialen Ruck riss er Guy am vorderen Kragen zu sich und zwang ihm einen so harten Kuss auf die Lippen, der selbst beim zuschauen wehtat. Djaq konnte die Verzweiflung darin sogar aus der Distanz sehen.
Dann ließ er ihn wieder fahren.
"Dass du scheiß Kerl mich nach all der Zeit immer noch nicht anerkannt hast! Dass du mich anlügst und mir nicht vertraust! DAS IST MEIN PROBLEM!"
"Al-" Guy griff hilflos nach ihm, doch Allan wich sofort rückwärts und zog die Arme hoch, weiter aus Guys nächster Reichweite.
"Vergiss es! Such dir einen anderen Idioten! Ich hab keine Lust mehr auf den Scheiß!"
Ohne Guys verzweifelten Versuch, ihn zurück zu halten, zu beachten, wirbelte Allan herum und rannte den Rest der Stufen hoch, bis er fast schon erschrocken vor der Gang stehen blieb, sie völlig irritiert ansah. Im gleichen Moment verfinsterte sich sein Gesicht noch mehr. "Habt ihr nichts besseres zu tun!?"
Noch ehe einer reagieren konnte drängelte er sich vorbei, weiter die Treppe entlang, nach oben. Kurz darauf hörten sie die Tür zum Dach lautstark zuschlagen.
Alle sahen erst ihm überrumpelt hinterher, dann schaute Djaq zurück zu Guy, der wie erstarrt auf der Mitte der Treppe stand und vor sich hinstarrte.
Much machte ein empörtes Geräuch, ehe er selbst sich umdrehte und eingeschnappt mit der Wäsche davonstapfte, Marian und Will zogen sich nach kurzem Blickkontakt zueinander zurück. Nur Djaq blieb wo sie war und schaute Guy von oben herab direkt in die Augen.
Als er es endlich bemerkte schaute er schließlich auch hoch, versuchte offensichtlich etwas in ihrer unbewegten Miene zu lesen. Seine rechte Wange zeigte tiefrote Spuren einer kräftigen Ohrfeige.
Sie schaute ungeniert direkt zurück.
Schließlich wandte Guy sich ab. "Spar dir deine Beschützerrede! Die kann ich jetzt nicht gebrauchen." Doch er traute sich nicht, unter ihrem Blick einfach wegzugehen.
Djaq hatte sich derweil wortlos abgewand und war ohne eine Miene zu verziehen in der Küche verschwunden, aus der sie gerade mit einem Pack selbst eingefrohrenen Pflaumen wieder kam. Als Guy den gefrohrenen Klumpen sah, setzte er schon von Neuem an, doch noch bevor er ein Wort sagen konnte drückte sie ihm ungerührt den unförmigen Gefrierbeutel auf die rechte Gesichtshälfte.
-:-
Unsicher schritt Will die letzten Meter zu der Sonnenliege, auf der Allan mit dem Rücken zu ihm lag. Über ihnen hing der Himmel voll mit grauen Wolken, als wüsste man da bereits, was sich hier unten abspielte.
"Brauchst nich' so zu tun, als wenne zufällig hier wärst."
Etappt blieb Will stehen. Dann ging er weiter und setzte sich neben Allans Beine auf die Liege. Er traute sich nicht, ihm ins Gesicht zu gucken. Mit weinenden Kerlen konnte er noch nicht gut umgehen. Auch wenn er wusste, dass Allan Augen völlig trocken waren.
"Was ist passiert?" Er wusste genausogut wie Allan, dass es keinen Sinn hatte, den Elefanten zu übersehen.
Allan musste darauf gewartet haben, denn ohne ein weiteres Wort drehte er sich auf den Rücken und sah Will mit seinen großen blauen Murmelaugen von unten her an. Jetzt sah er auch die blutige Abschürfung an dessen rechten Hand. Er musste irgendwo gegengeschlagen haben.
"Er soll mich nach Feierabend abhol'n, weil wa hier her mussten wegen der Besprechung. Plötzlich taucht da so'n Typ in Anzug auf und der Idiot klebt plötzlich an dem, als wär' er King persönlich! Und dann wedelt der mich einfach weg - als wär ich 'n x-beliebiges Tellertaxi!" Will war sich sicher, hätte
er nicht der Länge nach gelegen, Allan wäre am liebsten augesprungen und wütend umhergestampft, so sehr warf er die Arme vor Empörung in die Luft.
"Ich mein - HALLO! - ich fick' den Kerl jetzt seit über 'nem Jahr und er winkt mich einfach weg!? 'Is noch was? Danke, wir brauchen SIE dann nich mehr.' Geht's noch?!"
Will war nicht wenig erstaunt, wie gut Allan den Tonfall seines Freundes nachmachen konnte, sagte aber nichts dazu. Stattdessen fragte er: "Hat er was gesagt, warum er das gemacht hat?"
Guy war ihm ein bisschen suspekt - zwar deutlich weniger als dem Rest des Teams, aber wirklich durchschaut hatte er den großen, schwarzen Kerl, den Allan bei seiner Rückkehr zur Gang mehr oder minder mitgebracht hatte, nicht.
Und doch wusste er instinktiv, dass an der Story etwas nicht stimmte. Guy mochte vieles sein. Aber häuschlerisch war er auf keinen Fall - nicht zu Allan!
Das sagte er dem auch sofort. "Hast du ihn gefragt, was das sollte? Oder wer das war?"
"Natürlich!" Allan winkte so aggresiv ab, dass Will fast befürchtete, er würde gleich von der Liege fliegen. "Aber der Arsch behauptet, dass es nichts gewesen wär' und sagt, ich soll mich nich' in seine Angelegenheiten mischen!"
-:-
"Was hätte ich denn tun sollen?"
Djaq konnte ohne schlechtem Gewissen behaupten, dass sie Guy of Gisborne noch nie so klein gesehen hatte.
Zusammengesunken saß er neben ihr auf der Couch, drückte sich die gefrohrenen Pflaumen auf die inzwischen anschwollende Wange und zog ein Gesicht, das noch grauer als die dichte Wolkendecke draußen am Himmel war.
Will hatte sich verzogen - vermutlich zu Allan - während Marian an Gisbornes anderen Seite saß und ihn mitleidig ansah, während der dasaß wie ein Häufchen Elend und stockend erzählte, was geschehen war.
Djaq wusste selbst, dass Gisborne sich eigentlich nur Marian und nicht ihr anvertraute, - nach ihrem letzten Treffen ganz bestimmt nicht - anhand seiner Blicke wusste sie aber auch, dass auch sie es hören sollte. Ihre Meinung war ihm wichtig.
"Winchester stand so plötzlich vor mir, dass ich mir nicht anders zu helfen wusste! - Sonst hätte ich ihn doch regelrecht ausgeliefert...!" Djaq überhörte den seltsamen verzweifelt jammernden Tonfall aus Gisbornes Erzählung geflissentlich.
Und wie zufällig übersah sie auch die beruhigende Hand von Marian auf der Schulter des großen Mannes neben sich. Erstaunlich wie vertaut die beiden immer noch miteinander umgingen, obwohl alle Fronten geklärt waren.
Dann stutze Marian plötzlich: "Moment... Der Winchester?" Guy sah sie nicht an als er nickte.
"Der Baulöwe aus dem 'Bund der Raben' - genau der. Er ist wegen dem Bürgermeisterball nächste Woche angereist - Dachte wohl, dass ich trotzdem noch zum Bund gehöre. Offenbar plant Vaisey was bei der Wohltätigkeitsveranstaltung."
Marian zog geräuschvoll Luft durch die Nase, als die Erkenntnis einsickerte.
"Weiß Robin davon?" Ihre Stimme klang plötzlich so kieksig hoch, dass Djaq instinktiv aufsah. Die Stimmung neben ihr war auf einmal komplett abgerutscht und sie fing einen vielsagenden Blick zwischen Gisborne und Marian auf.
"Jetzt schon." Damit stand Gisborne direkt auf und drückte Djaq die Tiefkühlpflaumen in die Hand.
Die war so überrascht, dass sie das leise "Danke." in seinem Weggehen fast überhört hätte.
Völlig überrumpelt schaute sie ihm nach.
"Was hat das zu bedeuten?" Irritiert blickte sie zu Marian, die ihrerseit ernster als je zuvor neben ihr saß und vor sich hinzustarren schien.
Sie dachte schon, Robins Freundin wäre in Gedanken versunken, als die den Kopf hob und ihr direkt in die Augen sah. "Winchester ist einer von Vaiseys Verbündeten um Prince ins Amt zu putschen. Er war ehemals ein Freund meiner Eltern - Gott hab sie seelig - aber noch als ich bei Sheriff & Co beschäftigt war, hat er sich auf Vaises Seite geschlagen. Er... wollte sich damals an meinem Vater rächen indem er mich bedrängte..." Djaq verzog keine Miene, doch Marian wusste, dass sie davon zum ersten mal hörte, hatten Robin und sie den Vorfall doch privat gehalten.
"Guy und Robin sind damals für mich eingetreten. Guy hatte das ganze ziemlich aufgeregt... Er wird Angst haben, dass Winchester die Wahrheit rausfindet und dann das ganze wiederholt oder sowas..."
"Mit Allan." beendete Djaq den Satz. Marian nickte.
-:-
Will stand an der Tür zum Dach, die Hand schon am Türknauf, über den Arm eine alte Decke gelegt, bereit, wieder raus zu gehen, als plötzlich eine große Gestalt neben ihm auftauchte.
Verwundert schaute er rüber und staunte nicht schlecht, ausgerechnet Guy of Gisborne mit versteinerter Miene dort zu entdecken.
Noch ehe er reagieren konnte, nahm Guy ihm die Decke ab und schob sich an ihm vorbei durch die Tür. "Bemüh dich nicht." Und schon war er draußen.
Noch durch den kleinerwerdenden Spalt der zufallende Tür sah er, wie Allan Guy entdeckte. Sein gebrülltes "Verschwinde!" klingelte ihm in den Ohren und fast hätte er befürchtet, den mit voller Wucht geworfenen Dachkiesel selbst abzubekommen. Was Allan getroffen hatte, konnte Will nicht sagen, da er weder den Stein sah, noch Guy zusammen zuckte, aber eigentlich traf Allan immer.
Dann klappte die Tür zu.
Challenge: Personen - Held Wider Willen - für mich - Weltherrschaft *-*
Fandom: BBC Robin Hood (AU)
Pairing: Allan/Guy
Anmerkung: Mein Weg zur Arbeit is eindeutig zu kurz... Das zu schreiben hat ewig gedauert.
Vaiseys Wappen im Original ist der Rabe, daher hab ich seinen schwarzen Rittern mal offiziell "Bund der Raben" gegeben. Auch Winchester kommt von da.
Gegenstück zu Tsutsumis letztem Einrag, Anfang vom Showdown.
Wörter: Handy kann nich zählen, sorry
"Was sollte das dann?" Guy und Allan waren noch nicht mal auf der Treppe zum Wohnbereich der WG zu sehen, als Allans Gebrüll schon lautstark durch die ganze Wohnung donnerte.
Erschrocken schauten Will und Marian auf, Djaq und Much ließen fast die Wäsche fallen.
"Es war nichts! Wie oft soll ich dir das noch sagen?" Guys schwarzer Schopf war das erste, was sie richtig sahen, doch mit dem tiefen Grollen war er längst präsent, ohne anwesen zu sein.
"Du. Hast. Mich. Weggewedelt! Als wenn ich gar nicht zu dir gehören würde!" Allan stand lautstark zeternd am unteren Treppenrand. "Du hast mich komplett verleugnet, du Arsch! Ist das etwa nichts!? Was erzählst du mir für scheiß!?"
Guy stand auf dem mittleren Treppenabsatz und starrte ihn mit verschränkten Armen von oben herab.
"Ich kann nicht jedes mal Rücksicht auf dich nehmen, nur weil mir ein ehemaliger Bekannter begegnet! Das willst du doch auch nicht! - Das kannst du nicht wollen!" In einer offensichtlich hilflosen Geste stemmte Gisborne beide Arme in die Hüfte und hatte mehr denn je Ähnlichkeiten mit einem wütenden Waschweib.
Djaqs Augenbrauen zogen sich unweigerlich zusammen, als sie den lautstarken Streit vom Treppenende aus zusammen mit den anderen beobachtete.
"Was zur Hölle ist dein Problem!?"
Nicht nur seine Körperhaltung auch seine Stimme zeigten mehr als deutlich, dass Guy anscheinend eindeutig schuldig war - wenn das auch noch lange kein Grund für ihn war, kampflos unterzugehen.
"MEIN PROBLEM!?" Allan hatte so laut gequiekt, dass es offensichtlich war, wie kurz er davor war, richtig auszurasten. Mit drei gerannten Schritten stand er eine Treppenstufe über Guy und starrte ihn voller Zorn funkelnd an.
"Das ist mein Problem!" In einem brachialen Ruck riss er Guy am vorderen Kragen zu sich und zwang ihm einen so harten Kuss auf die Lippen, der selbst beim zuschauen wehtat. Djaq konnte die Verzweiflung darin sogar aus der Distanz sehen.
Dann ließ er ihn wieder fahren.
"Dass du scheiß Kerl mich nach all der Zeit immer noch nicht anerkannt hast! Dass du mich anlügst und mir nicht vertraust! DAS IST MEIN PROBLEM!"
"Al-" Guy griff hilflos nach ihm, doch Allan wich sofort rückwärts und zog die Arme hoch, weiter aus Guys nächster Reichweite.
"Vergiss es! Such dir einen anderen Idioten! Ich hab keine Lust mehr auf den Scheiß!"
Ohne Guys verzweifelten Versuch, ihn zurück zu halten, zu beachten, wirbelte Allan herum und rannte den Rest der Stufen hoch, bis er fast schon erschrocken vor der Gang stehen blieb, sie völlig irritiert ansah. Im gleichen Moment verfinsterte sich sein Gesicht noch mehr. "Habt ihr nichts besseres zu tun!?"
Noch ehe einer reagieren konnte drängelte er sich vorbei, weiter die Treppe entlang, nach oben. Kurz darauf hörten sie die Tür zum Dach lautstark zuschlagen.
Alle sahen erst ihm überrumpelt hinterher, dann schaute Djaq zurück zu Guy, der wie erstarrt auf der Mitte der Treppe stand und vor sich hinstarrte.
Much machte ein empörtes Geräuch, ehe er selbst sich umdrehte und eingeschnappt mit der Wäsche davonstapfte, Marian und Will zogen sich nach kurzem Blickkontakt zueinander zurück. Nur Djaq blieb wo sie war und schaute Guy von oben herab direkt in die Augen.
Als er es endlich bemerkte schaute er schließlich auch hoch, versuchte offensichtlich etwas in ihrer unbewegten Miene zu lesen. Seine rechte Wange zeigte tiefrote Spuren einer kräftigen Ohrfeige.
Sie schaute ungeniert direkt zurück.
Schließlich wandte Guy sich ab. "Spar dir deine Beschützerrede! Die kann ich jetzt nicht gebrauchen." Doch er traute sich nicht, unter ihrem Blick einfach wegzugehen.
Djaq hatte sich derweil wortlos abgewand und war ohne eine Miene zu verziehen in der Küche verschwunden, aus der sie gerade mit einem Pack selbst eingefrohrenen Pflaumen wieder kam. Als Guy den gefrohrenen Klumpen sah, setzte er schon von Neuem an, doch noch bevor er ein Wort sagen konnte drückte sie ihm ungerührt den unförmigen Gefrierbeutel auf die rechte Gesichtshälfte.
-:-
Unsicher schritt Will die letzten Meter zu der Sonnenliege, auf der Allan mit dem Rücken zu ihm lag. Über ihnen hing der Himmel voll mit grauen Wolken, als wüsste man da bereits, was sich hier unten abspielte.
"Brauchst nich' so zu tun, als wenne zufällig hier wärst."
Etappt blieb Will stehen. Dann ging er weiter und setzte sich neben Allans Beine auf die Liege. Er traute sich nicht, ihm ins Gesicht zu gucken. Mit weinenden Kerlen konnte er noch nicht gut umgehen. Auch wenn er wusste, dass Allan Augen völlig trocken waren.
"Was ist passiert?" Er wusste genausogut wie Allan, dass es keinen Sinn hatte, den Elefanten zu übersehen.
Allan musste darauf gewartet haben, denn ohne ein weiteres Wort drehte er sich auf den Rücken und sah Will mit seinen großen blauen Murmelaugen von unten her an. Jetzt sah er auch die blutige Abschürfung an dessen rechten Hand. Er musste irgendwo gegengeschlagen haben.
"Er soll mich nach Feierabend abhol'n, weil wa hier her mussten wegen der Besprechung. Plötzlich taucht da so'n Typ in Anzug auf und der Idiot klebt plötzlich an dem, als wär' er King persönlich! Und dann wedelt der mich einfach weg - als wär ich 'n x-beliebiges Tellertaxi!" Will war sich sicher, hätte
er nicht der Länge nach gelegen, Allan wäre am liebsten augesprungen und wütend umhergestampft, so sehr warf er die Arme vor Empörung in die Luft.
"Ich mein - HALLO! - ich fick' den Kerl jetzt seit über 'nem Jahr und er winkt mich einfach weg!? 'Is noch was? Danke, wir brauchen SIE dann nich mehr.' Geht's noch?!"
Will war nicht wenig erstaunt, wie gut Allan den Tonfall seines Freundes nachmachen konnte, sagte aber nichts dazu. Stattdessen fragte er: "Hat er was gesagt, warum er das gemacht hat?"
Guy war ihm ein bisschen suspekt - zwar deutlich weniger als dem Rest des Teams, aber wirklich durchschaut hatte er den großen, schwarzen Kerl, den Allan bei seiner Rückkehr zur Gang mehr oder minder mitgebracht hatte, nicht.
Und doch wusste er instinktiv, dass an der Story etwas nicht stimmte. Guy mochte vieles sein. Aber häuschlerisch war er auf keinen Fall - nicht zu Allan!
Das sagte er dem auch sofort. "Hast du ihn gefragt, was das sollte? Oder wer das war?"
"Natürlich!" Allan winkte so aggresiv ab, dass Will fast befürchtete, er würde gleich von der Liege fliegen. "Aber der Arsch behauptet, dass es nichts gewesen wär' und sagt, ich soll mich nich' in seine Angelegenheiten mischen!"
-:-
"Was hätte ich denn tun sollen?"
Djaq konnte ohne schlechtem Gewissen behaupten, dass sie Guy of Gisborne noch nie so klein gesehen hatte.
Zusammengesunken saß er neben ihr auf der Couch, drückte sich die gefrohrenen Pflaumen auf die inzwischen anschwollende Wange und zog ein Gesicht, das noch grauer als die dichte Wolkendecke draußen am Himmel war.
Will hatte sich verzogen - vermutlich zu Allan - während Marian an Gisbornes anderen Seite saß und ihn mitleidig ansah, während der dasaß wie ein Häufchen Elend und stockend erzählte, was geschehen war.
Djaq wusste selbst, dass Gisborne sich eigentlich nur Marian und nicht ihr anvertraute, - nach ihrem letzten Treffen ganz bestimmt nicht - anhand seiner Blicke wusste sie aber auch, dass auch sie es hören sollte. Ihre Meinung war ihm wichtig.
"Winchester stand so plötzlich vor mir, dass ich mir nicht anders zu helfen wusste! - Sonst hätte ich ihn doch regelrecht ausgeliefert...!" Djaq überhörte den seltsamen verzweifelt jammernden Tonfall aus Gisbornes Erzählung geflissentlich.
Und wie zufällig übersah sie auch die beruhigende Hand von Marian auf der Schulter des großen Mannes neben sich. Erstaunlich wie vertaut die beiden immer noch miteinander umgingen, obwohl alle Fronten geklärt waren.
Dann stutze Marian plötzlich: "Moment... Der Winchester?" Guy sah sie nicht an als er nickte.
"Der Baulöwe aus dem 'Bund der Raben' - genau der. Er ist wegen dem Bürgermeisterball nächste Woche angereist - Dachte wohl, dass ich trotzdem noch zum Bund gehöre. Offenbar plant Vaisey was bei der Wohltätigkeitsveranstaltung."
Marian zog geräuschvoll Luft durch die Nase, als die Erkenntnis einsickerte.
"Weiß Robin davon?" Ihre Stimme klang plötzlich so kieksig hoch, dass Djaq instinktiv aufsah. Die Stimmung neben ihr war auf einmal komplett abgerutscht und sie fing einen vielsagenden Blick zwischen Gisborne und Marian auf.
"Jetzt schon." Damit stand Gisborne direkt auf und drückte Djaq die Tiefkühlpflaumen in die Hand.
Die war so überrascht, dass sie das leise "Danke." in seinem Weggehen fast überhört hätte.
Völlig überrumpelt schaute sie ihm nach.
"Was hat das zu bedeuten?" Irritiert blickte sie zu Marian, die ihrerseit ernster als je zuvor neben ihr saß und vor sich hinzustarren schien.
Sie dachte schon, Robins Freundin wäre in Gedanken versunken, als die den Kopf hob und ihr direkt in die Augen sah. "Winchester ist einer von Vaiseys Verbündeten um Prince ins Amt zu putschen. Er war ehemals ein Freund meiner Eltern - Gott hab sie seelig - aber noch als ich bei Sheriff & Co beschäftigt war, hat er sich auf Vaises Seite geschlagen. Er... wollte sich damals an meinem Vater rächen indem er mich bedrängte..." Djaq verzog keine Miene, doch Marian wusste, dass sie davon zum ersten mal hörte, hatten Robin und sie den Vorfall doch privat gehalten.
"Guy und Robin sind damals für mich eingetreten. Guy hatte das ganze ziemlich aufgeregt... Er wird Angst haben, dass Winchester die Wahrheit rausfindet und dann das ganze wiederholt oder sowas..."
"Mit Allan." beendete Djaq den Satz. Marian nickte.
-:-
Will stand an der Tür zum Dach, die Hand schon am Türknauf, über den Arm eine alte Decke gelegt, bereit, wieder raus zu gehen, als plötzlich eine große Gestalt neben ihm auftauchte.
Verwundert schaute er rüber und staunte nicht schlecht, ausgerechnet Guy of Gisborne mit versteinerter Miene dort zu entdecken.
Noch ehe er reagieren konnte, nahm Guy ihm die Decke ab und schob sich an ihm vorbei durch die Tür. "Bemüh dich nicht." Und schon war er draußen.
Noch durch den kleinerwerdenden Spalt der zufallende Tür sah er, wie Allan Guy entdeckte. Sein gebrülltes "Verschwinde!" klingelte ihm in den Ohren und fast hätte er befürchtet, den mit voller Wucht geworfenen Dachkiesel selbst abzubekommen. Was Allan getroffen hatte, konnte Will nicht sagen, da er weder den Stein sah, noch Guy zusammen zuckte, aber eigentlich traf Allan immer.
Dann klappte die Tür zu.
no subject
Date: 2013-09-12 05:53 pm (UTC)Es ist ganz herzig und nett, dass Guy ihn beschützen möchte, aber er ist so arschig, wenn er selbst gegen das Gebot, das er und Allan sich gegenseitig gestellt haben, als sie wieder zusammen kamen, verstößt. Ach Guy, manchmal bist du so socially unskilled. Auf Dauer hält das nur jemand wie Allan mit ihm aus.
Irgendwas wollte ich noch....achja, "Bund der Raben"? Weihst du mich ein?
no subject
Date: 2013-09-12 08:04 pm (UTC)@guy: Er erklärts ihm am ende ja doch. Er wollts halt machomäßig die bürde auf sich nehmen. ;)