[identity profile] nessaniel.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Nutellasalat
Challenge: Orte – Notaufnahme – für mich
Fandom: Original (Kyle, Joe und Paul, Mitglieder einer draufgängerischen Jugendbande)
Titel: Kameradenschweine
Inhalt: Ein nächtlicher Ausflug eines Trios infernale endet in mehr Blut als üblich.
Anmerkung: Eine völlig zusammenhangslose Szene mit Figuren, die ich noch nie vorher gesehen habe. Wo auch immer die herkamen…



„Was hast du dir dabei gedacht?“
Joe schnaubte bis ihm erneut ein Schwall Blut aus der Nase trat. Paul stöhnte und griff ihm etwas fester in den Nacken, während er hastig nach weiteren Taschentüchern kramte. „Halt endlich still.“
Joe schenkte ihm ein Grinsen, obwohl ihm alle Zähne wehtaten.
„So dominant heute, Paul? Du hättest mich wenigstens einmal zum Essen ausführen können.“
Paul biss sich auf die Lippen, aber er konnte das Grinsen nicht völlig von seinem Gesicht bannen und schüttelte nur leicht den Kopf, während er weiterhin Blut, Speichel und Kies von Joes Stirn und Ohr wischte.
„Ich hab dich was gefragt“, knurrte Kyle vom Vordersitz, offensichtlich nicht in der Stimmung für Spielchen.
Was schade ist, dachte Joe, denn das war das Einzige, wofür er selbst immer in Stimmung war.
Er schaute in den Rückspiegel, gerade rechtzeitig, um einen wütenden Blick aus Kyles blauen Augen abzubekommen, der ihn wahrscheinlich in ein Häufchen Asche verwandelt hätte, wenn er nicht so vollständig zerschlagen gewesen wäre, dass ihm alles egal war.
„Kyle, bitte“, sagte er schließlich gedehnt. „Ich verblute hier gerade. Gönn mir wenigstens fünf Minuten, bevor du mir deine übliche Predigt hältst.“
Kyle holte tief Luft, wahrscheinlich, um genau das Gegenteil zu tun, doch plötzlich flackerten die blaugleißenden Lichter eines Polizeiwagens durch die Fenster und ihm blieb nichts anderes übrig, als rasch das Lenkrad herumzureißen und in eine Seitenstraße abzubiegen, während Paul Joes Kopf nach unten presste.
„Michelle wird uns umbringen“, murmelte er. „Das Blut bekommen wir nie wieder aus den Polstern.“
„Mach dir keine Sorgen“, erwiderte Joe, als er wieder auftauchte. „Wenn Kyle weiter so fährt, dann wandern wir sowieso alle in den Knast.“
„Halt den Mund, Joe.“
Joe lachte. „Oh, Schätzchen, so langsam solltest du wissen, dass du genau das nicht sagen solltest. Wie wärs übrigens mit einem Dankeschön? Wenn ich mich nicht zwischen dich und den Hund geworfen hätte, hättest du jetzt ein abgebissenes Ohr. Und wie hätten wir das deiner Mutter erklärt, hm? “
Er konnte sehen, dass Kyle den Mund öffnete, um etwas zu erwidern, doch sie wussten alle, dass Joe Recht hatte. Zwar waren sie mittlerweile alle wahre Meister darin, blaue Augen oder buntschillernde Blutergüsse an Hals und Armen zu überschminken, doch Joe war der Einzige, der alleine lebte und sich keine Ausreden einfallen lassen musste, um seine blutüberströmten Hemden zu erklären.
„Du weißt genau, dass ich das nicht meinte“, murmelte Kyle schließlich, doch er klang müde und Joe war überzeugt, dass er gewonnen hatte.
Bis sich Paul einmischte.
„Es ist völlig egal, was du meintest. Wir haben größere Probleme. Joe muss ins Krankenhaus.“
„Was?!“
Joe riss den Kopf herum und es sprach für Paul, dass er tatsächlich ein wenig verlegen war.
„Ausgerechnet du fällst mir in den Rücken? Das trifft mich. Wirklich.“
„Er fällt dir nicht in den Rücken, er versucht, dir das Leben zu retten!“
„So schlimm ist es wirklich…“
„Doch. Ist es.“ Paul lächelte. „Du hast selbst gesagt, dass du verblutest.“
„Das war…“
„Übertrieben, schon klar. Wie normalerweise alles, was du sagst. Aber gerade heute ist dein Glückstag, Joe, denn ich habe beschlossen, genau jetzt auf dich zu hören.“
„Kyle, das ist…wirklich nicht…Paul, komm schon…“
„Schau mich nicht so an, ich fahre nicht “
„Ja. Schlechte Idee, so im Nachhinein.“
Joe wusste zwar, wann er eine Schlacht verloren hatte, aber das hieß nicht, dass er sich geschlagen geben würde.
„Ich kann nicht in die Notaufnahme. Wie sollen wir das denn erklären?“, sagte er. Vielleicht würden sie ja auf logische Argumente eingehen. Er blinzelte ein paar Mal, als er bemerkte, dass schwarze Punkte vor seinen Augen aufblitzten. Oh oh.
„Lass das meine Sorge sein“, erklärte Kyle im Brustton der Überzeugung.
„Na klar. Als wenn du lügen könntest, ohne dass deine Nase lang wird“, erwiderte Joe wütend.
„Wir werden einfach die Wahrheit sagen“, schlug Paul vor.
„Was?!“ Diesmal riss sogar Kyle kurz den Kopf herum.
„Was? Wir waren im Park joggen. Ganz offensichtlich.“ Er deutete auf Joes T-Shirt und seine eigenen dünnen Hosen, die man für Trainingssachen halten konnte. „Und dann wurde Joe von einem wilden Tier angefallen. Wir behaupten, es war ein Fuchs.“
„Wieso sollte Joe um drei Uhr nachts joggen gehen?“
„Wieso sollte ich überhaupt joggen gehen?“, maulte Joe, doch sie ignorierten ihn.
„Er hatte Liebeskummer. Wollte den Kopf freikriegen. Seine Freundin hat ihn verlassen.“
„Was zur Hölle hast du heute getrunken, Paul.“ Auch dieser Einwand wurde gnadenlos übergangen.
„Wir rufen Michelle an. Erklären ihr, was los ist. Sie soll in die Notaufnahme kommen, tränenüberströmt und eine Szene machen. Sich Joe an den Hals werfen…“
„Oh Gott, könnt ihr mich nicht einfach direkt umbringen…“
„Je mehr Theater wir machen, desto mehr Details werden verloren gehen und wenn wir Glück haben werden sich alle nur an Michelle und Joe erinnern und nicht an die seltsame Wunde.“
„Guter Plan“, sagte Kyle und Joe war kurz davor aus dem fahrenden Auto hinaus zu springen. Doch sein Arm und sein Nacken brannten immer noch wie Feuer und er hatte keine Lust wegen solch einer Lappalie wirklich den Löffel abzugeben. Er schloss die Augen und lehnte sich vorsichtig zurück, während Paul nach seinem Handy kramte.
„Ihr seid Kameradenschweine, nur dass ihr’s wisst“, murmelte er, als Kyle auf den Parkplatz des Krankenhauses abbog. Kaum, dass sie geparkt hatten, sprang Paul aus dem Wagen, das Handy am Ohr und panisch um Hilfe rufend.
Kyle und Joe blieben einen Moment lang schweigend sitzen.
„Ich will nicht“, sagte Joe erneut, doch nur, weil er die Stille nicht ertrug.
„Ich weiß“, antwortete Kyle. „Aber keine Sorge. Du bist nicht allein.“
Und dann lächelte er Joe so breit an, dass der Rückspiegel zu zerspringen drohte. Joe musste schlucken und wandte hastig den Blick ab.
„Du bist total kitschig, weißt du das?“
„Na klar.“
Und damit stieg Kyle aus und öffnete die Tür für Joe, während Paul mit einem Rollstuhl und zwei völlig übermüdeten Mitgliedern der Notaufnahme angerannt kam.
-Ende

Date: 2013-09-09 08:46 pm (UTC)
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Mir ist völlig egal, wo sie herkommen, aber bitte, bitte, sie müssen wieder kommen! *__*

Ich mag die Dialoge! Und Blut! Und Gewalt und Kriminalität und... wow, okay, das spricht gegen mich, aber es ist super. :D

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