[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Tardis
Fandom: Robin Hood (AU)
Challenge: Situative Tropes: Die Underdogs verbünden sich - Für mich - Weltherrschaft, muharharharhar]
Wörter: ~ 1.900
Personen: Guy, Will, Allan and th others
Anmerkung: Wir gehen wieder ein Stück zurück in der Timeline. Guy hat sich längst mit seinem Boss überworfen und wurde gefeuert. Aber was wäre ein Gisborne ohne Rachegelüste? Dafür bleibt ihm nur übrig, sich mit einem Erzfeind zusammenzuschließen. Allan findet's toll. Alle anderen...weniger.

„Ich will ja nichts sagen, aber das alles hätte viel mehr Sinn gemacht, wenn Guy zu uns gestoßen wäre, bevor Sheriff ihn rausgeschmissen hätte.“

Robin sah Allan ärgerlich an.

„Leider sind wir nicht alle so praktisch veranlagt wie du“, sagte er dunkel. Guy hob eine Augenbraue.

Er hatte Alpträume von diesem Augenblick gehabt. Allein die Vorstellung, dass er zu Hood kroch und sich mit ihm verbündete – mit diesem anarchistischen, selbstgefälligen Schmalspurhelden – hatte ihm in den letzten Tagen allein beim Gedanken daran die Galle hochkommen lassen.

Natürlich, vom vernünftigen Standpunkt her war es die einzig richtige Entscheidung. Hood machte das hier schon seit gefühlten Ewigkeiten. Er und seine seltsame Bande verstanden sich darauf, Alarmanlagen kaltzustellen, sie kannten sämtliche schmutzige Tricks, irgendwo reinzukommen und möglichst ohne Spuren wieder rauszukommen. Er selbst kannte sich im Bürogebäude von Sheriff & Co. aus. Er wusste um Sheriffs Gewohnheiten und Mauscheleien mit John Prince, dem stellvertretenden Bürgermeister von Nottingham. Er wusste um die Geldwäsche und die geheimen Abkommen und den gesamten dreckigen Rest.
Es war nur logisch, dass sie zusammenarbeiteten.
Ausgerechnet Allan hatte das vorgeschlagen. Oder nein – gerade Allan.

Jetzt hier im Quartier dieser Aussätzigen zu stehen reichte allerdings schon aus um vor Ekel Magenschmerzen zu bekommen.

Die Decke hatte Löcher. Wenn es hier regnete, musste man doch garantiert irgendetwas unterstellen. Es war zugig und muffig. Nicht umsonst hatte Sheriff vor, all diese Häuser in den Siedlungen zu erneuern. Die Schnitte und das Ambiente waren hübsch, aber man hatte sich seit mehreren Jahrzehnten nicht darum gekümmert und so waren diese Häuser es schon fast nicht mehr wert, als solche bezeichnet zu werden.

„Mir gefällt nicht, dass er hier ist“, sagte der bärige, stämmige Mann – Little John? - und er sah aus, als würde er auf seinem Bart herumkauen.
„Wieso denn?“ Allan sah nervös aus und stemmte die Hände in die Hüften.
„Er tut doch keinem was.“
„Gisborne gehört jetzt zu uns.“
Hood warf einen bedeutenden Blick in die Runde.
„Mir gefällt es auch nicht, aber Allan hat Recht; es ist das Klügste, was wir alle tun können.“

Er schaute Guy unter gesenkten Augenbrauen an und Guy fühlte sich noch weniger willkommen als zuvor.

~

Sie mieden ihn alle.

Er konnte es verstehen, für sein Verständnis verhielten sie sich ihm gegenüber sogar recht zivilisiert.
Da war Allan, der stets an seiner Seite war, hellwach und ein wenig nervös. Da war Marian, auch wenn Guy noch immer das Gefühl hatte, den Schock darüber, dass sie mit Hood zusammen war, noch immer nicht so recht verwunden zu haben. Immerhin diese beiden.
Die anderen verhielten sich diplomatisch (Will, Djaq) beziehungsweise ignorierten ihn (Little John, Much). Und dann gab es Kate, die ihn jedesmal ansah, als wäre er den Dreck an ihren Schuhsohlen nicht wert.
Wie sollte er so einem Haufen vertrauen können?

~


„Okay, gehen wir's also nochmal durch.“
Hood beugte sich über den Tisch und rückte seine schwarze Kapuze zurecht.
„Will und Djaq sind die Vorhut. Wenn Will den Alarm überbrückt hat, schickt er uns eine Sms.“
Er fuhr mit dem Zeigefinger über den schmuddeligen Stadtplan von Nottingham.
„Marian und Allan beziehen an der Seitenstraße Stellung und behalten die Gegend im Auge. Sollte sich irgendwer nähern, egal ob Polizei oder Wachschutz, lenken sie ihn ab und warnen uns. Djaq und John bleiben dann am Einstieg und halten ihn gesichert. Will, Much und Gisborne kommen mit mir.“

„Nein.“

Alle Augen richteten sich auf Guy. Er staunte selbst ein wenig über sich, dass er das unangenehm fand.

„Wie 'nein'?“

„Ich gehe nicht mit euch da rein.“
Guy sah zur Seite und verschränkte langsam die Arme.
„Nicht alleine.“

„Du bist nicht alleine“, entgegnete Hood genervt.
„Ich hab doch gerade gesagt, Will und Much und ich sind-“
„Das hab ich sehr wohl gehört und ich widerspreche.“

Guy hob das Kinn und schaute betont auf den Plan.
„Das ist das städtische Rathaus, in das wir einbrechen wollen. Hier geht’s nicht darum, Zucker in Baggertanks zu werfen. Wer garantiert mir, dass ihr mich nicht einfach stehenlasst, wenn etwas Unerwartetes sein sollte?“

Much, der auf der anderen Seite stand und die Hände in die Hüften stemmte, rümpfte beleidigt die Nase;
„Und was ist mit dir? Wer garantiert uns, dass du nicht heimlich die Bullen rufst? Nur zur Info, ich trau dir auch nicht weiter als ich dich werfen kann!“

Guy sah ihn herablassend an;
„Ich, die Polizei rufen? Sehr sinnvoll.“

„Okay, Schluss jetzt!“ Hood hatte eine Hand erhoben. Das sollte vermutlich autoritär wirken oder so etwas in der Art.
„Streitet nicht. Wir sind jetzt ein Team. Eine Gang.“ Er schaute bedeutend in die Runde und Guy hätte ihm am liebsten eins übergebraten ob der melodramatischen Art.
„Das ist ein großes Ding. Wir müssen uns voll und ganz aufeinander verlassen können, hört ihr?“

„Das ist so leicht zu sagen“, murmelte Guy.
„Wenn die einzigen, denen ich wirklich über den Weg traue, in einer weit entfernten Straße postiert werden.“

„Alles andere ist nun mal nicht sinnvoll“, erwiderte Hood genervt.

„Du kennst dich im Rathaus besser aus als wir. Du weißt, wo Prince irgendwelche Dokumente aufbewahren könnte und es ist einfacher, dort einzusteigen als bei Sheriff & Co..“
Was daran lag, dass sie früher versucht hatten, eben dort einzubrechen und Sheriff aus dem Büro eine Festung gemacht hatte. Hood hatte sich das also selbst zuzuschreiben.

„Und Allan ist nun mal ein Naturtalent darin zu improvisieren und Leute irgendwie abzulenken. Genauso wie Marian.“
Hood sah ihn herausfordernd an.
„Außerdem haben wir die beiden auf die Weise so weit weg von uns wie möglich. Falls die Sache doch schiefgeht, können wenigstens sie abhauen und werden nicht festgenommen. Ich denke, das ist auch in deinem Sinne.“

Guy stieß einen langen, wütenden Atemzug aus. Für einen Augenblick blickte er zu Allan hinüber, der ihn mit einem besorgten Blick bedachte.

„Schön“, presste er zwischen angespannten Kieferknochen heraus.

Es half nichts. Er konnte es nun einmal nicht alleine tun.

~

Es war so düster, dass er seine Hand kaum vor Augen sehen konnte.

Irgendwo vor ihm sah er den flackernden Schein der Taschenlampe, die Much in der Hand hielt. Atemlos hetzten sie nacheinander die Gänge entlang.

Was gab es zu sagen? Die Aktion war geplatzt. Ein schierer Supergau. Guy war überraschenderweise auf sich selbst am wütendsten. Er hätte wissen müssen, was für ein widerlicher Shizophrener John Prince war, dass er die Schubladen an seinem Schreibtisch mit einem gesonderten Alarm gesichert hatte, der beim Öffnen eben jener losging. Will hatte die verräterische rote LED-Leuchte gesehen und Guy hatte ihn selbst in der Finsternis bleich anlaufen sehen.

Sie hatten ihr Warnsystem von außen nach innen aufgebaut. Es brachte daher nicht viel, wenn zwei Teams draußen die Daumen auf den Ruftasten ihrer Handys hatten, wenn eben sie es waren, die gewarnt werden mussten.
Much wedelte so stark mit der Taschenlampe herum, dass Guy beim bloßen Zusehen schlecht wurde.

Much war der erste, der losgerast war, eine Hand auf den Mund gepresst. Will hatte panisch die Schubladen wieder zugeschoben und war ihm gefolgt. Hood hatte Guy an der Schulter gepackt und ihn aus dem Büro geschoben. Atemlos rannte er nun neben ihm und das fahle Licht seines Handydisplays flackerte gespenstische Schatten über sein Gesicht.
„Haut ab“, schrie er hektisch in sein Telefon.
„Alarm im Büro, seht zu, dass ihr Land gewinnt!“

Sie bogen um drei Ecken und Guy stolperte halb über eine Sitzgruppe von drei Metallstühlen, die er in der Finsternis nicht gesehen hatte. Diese bescheuerten Beamten, die überall ihre Kunden warten lassen mussten! Dem Schmerz in seinem Bein zufolge musste er sich irgendetwas aufgescheuert haben. Er hastete weiter, bog links ein und plötzlich stand er in einem Gang, an den er sich nicht erinnern konnte.

Von den anderen dreien keine Spur.
Er hatte keine Taschenlampe bei sich. Er hatte keinen Plan. Er wusste nicht, wo er war und er konnte niemanden hören über seinem rasselnden Atem. Das Adrenalin vernebelte seine Gedanken. Mit zitternden Fingern umfasste er sein Handy. Wen sollte er am besten anrufen? Allan? Nein, der würde ihm nicht weiterhelfen können. Guy fluchte. Hood? Aber wie sollte er ihm durchsagen, wo er war, wenn er es selbst nicht wusste?
Was, wenn ihn der Wachschutz hochnahm? Wer würde die Kaution bezahlen? Allan konnte sie sich nicht leisten. Isabella würde sie sich nicht leisten wollen.
Wie sollte er sich an Vaisey rächen, wenn er im Gefängnis saß? Wie sollte er-?

Eine Hand an seiner Schulter holte ihn zurück in die Gegenwart. Der Schreck spannte seine Muskeln, ehe er etwas dagegen tun konnte und so fuhr er herum und sandte seine Rechte in die Richtung, aus der die Hand gekommen war.
Die Gestalt tauchte blitzschnell darunter hinweg.
„Ich bin's doch!“

Guy blinzelte atemlos.

Will Scarlett hatte seine Kapuze vom Kopf gezogen. In der Dunkelheit verschwanden seine zerzausten Haare im Nichts.

Verdattert starrte Guy ihn an. Hatte der ihn etwa gesucht? War er ihm nachgelaufen? Er nickte ihm zu und sie rannten los. Ihre Schritte hallten knallend in den Gängen. Guy hatte das Gefühl, dass Wills Atem in seinen Ohren rauschte.


~


„Warum hast du das getan?“

Will schaute überrascht über seine Schulter.

Die anderen hingen in diesem muffigen Wohnzimmer der WG und schimpften, diskutierten und versuchten, ihr Scheitern zu analysieren. Natürlich war Hood dabei am lautesten. Will hatte sich zum Teekochen bereit erklärt.

Gegen das Wohnzimmer strahlte die Küche eine gewisse Ruhe aus. Sie war zwar alles andere als aufgeräumt oder sauber, aber Guy fühlte sich in ihr deutlich ruhiger als im Rest des Hauses.

„Warum hätte ich das nicht tun sollen?“, fragte er mit großen grünen Augen.

„Du standest ja auch nur zwei Ecken weiter.“

Guy zog verwirrt die Augenbrauen zusammen.
„Und wenn ich weiter weg gewesen wäre?“

Will zuckte die Schultern;
„Dann hätte ich dich gesucht.“

Guy blinzelte. Er betrachtete Will und legte den Kopf schief.
„Da ist doch ein Hintergedanke“, brummte er schließlich.

Will sah ihn kurz verwirrt an. Hinter ihm wurde der Wasserkocher langsam lauter. Dann schüttelte der junge Mann lachend den Kopf.
„Du bist wirklich argwöhnisch“, sagte er schließlich.
„Ich geb' dir mein Wort, mein einziger Hintergedanke war, dass niemand von uns heute Nacht in einer Gefängniszelle schlafen muss. Okay?“

„Ich will ja nichts sagen...“

Sie zuckten zusammen.

Allan lehnte im Türrahmen und grinste sie seltsam selbstzufrieden an.
„...aber Will ist der vertrauenswürdigste Mensch der ganzen Welt. Ganz ehrlich!“

Guy sah erst ihn, dann Will lange an.
Dann zog er einen Mundwinkel in die Höhe.
„Du meinst, im Gegensatz zu dir?“

„Haha, sehr witzig!“
Allan zog sein Das ist gar nicht komisch-Gesicht, doch letztlich sah er müde und vor allem erleichtert aus.

„Du hast meinen Kerl gerettet“, nuschelte er grinsend Will zu und tat so, als würde er ihm in den Arm boxen wollen. Guy verdrehte die Augen. Für diese seltsame Phase im Leben eines Paares war er wirklich noch nicht bereit. Für die würde er wahrscheinlich nie bereit sein.

Will schaute zwischen ihnen beiden hin und her und seine Mundwinkel zuckten zu einem Lächeln in die Höhe.

„Er gehört doch dazu“, war alles, was er sagte und dann wandte er ihnen den Rücken zu; zum einen, um das Teewasser aufzugießen, zum anderen, um ihnen einen Moment Privatsphäre zu gönnen, den Allan dazu nutzte, Guy einen erleichterten Kuss zu geben.

Date: 2013-08-29 11:55 pm (UTC)
From: [identity profile] akira-san13.livejournal.com
Ich finds ja immer noch seeeehr komisch, die beiden als "Paar" zu bezeichnen... Ja sie sind eins, aba irgendwie doch auch nur Partner, oder? :/

Hach Will! Will!!!! Liebe für Will! <3 *-*

In ihm und Allan hat Guy eigentlich schon eine Art Allianz gefunden. (um so besser funktioniert jetzt mein zweiter Part von Hund und Katz *-*)

sry, bin vom ende geflasht, kann grad nix koherentes von mir geben XD

Date: 2013-08-30 03:03 am (UTC)
From: [identity profile] akira-san13.livejournal.com
kurze frage: steht zu dem zeitpunkt denn schon fest, dass sie wieder fest sind?

Date: 2013-08-30 08:46 am (UTC)
From: [identity profile] akira-san13.livejournal.com
Dann fehlt uns nur noch das große paket der endgültigen Aussprache.

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