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Team: Nutellasalat
Challenge: Sätze – Warum einfach wenn es umständlich geht – fürs Team
Fandom: Star Wars: The Clone Wars
Titel: Ein Glas voll Pheromone
Inhalt: Obi-Wan und die Sexpollen, Teil 1
Anmerkung: Ein völlig verunglückter Versuch, Humor zu schreiben.



Ein Glas voll Pheromone

Es hatte Nachteile, ein Jedi zu sein, fand Obi-Wan, denn obwohl die Ärztin vor ihm sich die größte Mühe gab, nicht zu grinsen, so konnte er doch ihre Heiterkeit und Schadenfreude durch die Macht hindurch spüren – es fühlte sich an, wie kleine Nadeln, die ihn in den Nacken piekten. Anakin, der hinter ihm stand, weil er sich partout nicht hatte davon abbringen lassen, ihn zu begleiten – „Falls Ihr noch einmal in Ohnmacht fallen solltet, Meister“ – hatte exakt die gleiche Aura.
Als ob es nicht so schon peinlich genug gewesen wäre, dass Anakin ihn in die Medistation tragen musste, weil er plötzlich mit der Stirn voran auf den Kommunikationstisch geknallt war.
„Es gibt gute und schlechte Neuigkeiten, Meister Kenobi“, begann die Neimoidianerin nun. „Die schlechte ist, dass Ihr definitiv die Pollen der kamasaatrischen Yulaminze eingeatmet habt.“
„Das war also der riesige Busch, in dem Ihr gelandet seid“, warf Anakin gut gelaunt ein und Obi-Wan seufzte resignierend.
„Anakin, bitte. Fahrt fohrt“, bat er die Ärztin und warf seinem ehemaligen Padawan einen indignierten Blick zu, den der natürlich völlig ignorierte.
„Die Pollen haben eine allergische Reaktion hervorgerufen, daher das Fieber, die Schweißausbrüche und die Ohnmacht.“
„Umgefallen wie ein angeschossenes Banta, ist er“, flüsterte Anakin laut genug, um die ganze Medistation des Raumkreuzers zu informieren und mit beinah übermenschlicher Anstrengung hielt sich Obi-Wan auch dieses Mal zurück.
„Sagt mir bitte, dass die gute Nachricht ist, dass der Spuk nun ein für allemal vorbei ist“, murmelte er stattdessen, doch als die Frau zu lachen begann, erfasste ihn plötzlich eine düstere Vorahnung.
„Wie kommt ihr denn darauf? Im Gegenteil, das war erst der Anfang.“
„Was?“
„Ja, die Yulaminze ist sehr hartnäckig. Sie hat die unangenehme Angewohnheit, sich in körpereigene Stoffe zu verwandeln und für herkömmliche medizinische Anwendungen praktisch unangreifbar zu werden. Auf Kamasaatria galt sie sogar einige Zeit lang als biologischer Kampfstoff.“
„Und was heißt das für mich?“
„Das Fieber wird wiederkommen, genauso wie die Ohnmachtsanfälle. Dazu kommen Wahnvorstellungen, unkontrollierbares Zittern, generelle Erschöpfungszustände und Sehstörungen.“
Obi-Wan schwieg und er musste zugeben, dass er mehr als überrascht war. Er fühlte zwar, dass sein Körper ihm nicht wie üblich gehorchte, doch wann immer er versuchte, sich mit der Macht zu verbinden, um dem Übel auf den Grund zu gehen, entzog sich das Gefühl seiner Reichweite und ließ ihn frustriert zurück.
„Ich brauche auf der Stelle ein Heilmittel“, sagte er schließlich. „In zwei Rotationen startet die Offensive auf Geonosis, dafür brauche ich einen klaren Kopf.“
„Den habt ihr doch sonst auch nicht, Meister.“
„Ich kann mich nicht erinnern, dich um deine Meinung gebeten zu haben, Anakin.“
„Braucht Ihr auch nicht, Meister, ich weiß auch so, wann Euch der Sinn danach steht.“
Wenn er nicht halbnackt in dieser Medikabine gesessen hätte, hätte er Anakin gern erläutert, wonach genau ihm der Sinn stand, doch die Anwesenheit der Ärztin sorgte dafür, dass er bloß tief seufzte. Sie lächelte ihm verschmitzt zu.
„Falls es Euch beruhigt, Meister Kenobi, es gibt ein recht einfaches Heilmittel.“
„Tatsächlich?“
„Geschlechtsverkehr.“
Einen winzigen Moment lang glaubte Obi-Wan, dass er sich verhört hatte, doch als Anakin erst hörbar nach Luft schnappte und dann in brüllendes Gelächter ausbrach, fand er es wieder mal bestätigt, dass das Universum keine Gnade kannte.
„Ist das Euer Ernst?“
„Mein voller Ernst, Meister Kenobi“, sagte die Ärztin, sichtlich verwirrt ob Anakins Heiterkeitsausbruch. „Das Gift der Yulaminze wird durch die freigesetzten Botenstoffe der sexuellen Ekstase aus dem Körper transportiert. Zumindest bei Menschen. Bei Neimoidianern reicht üblicherweise ein Glas starker Alkohol.“
Zum wahrscheinlich ersten Mal in seinem Leben wünschte sich Obi-Wan, ein Neimoidianer zu sein. Oder tot.
„Gibt es keine künstlichen Mittel, um diese… Ekstase zu erzeugen?“, fragte er und er bemerkte, dass er vor Scham zu glühen begann. Anakins Lachen klingelte in seinen Ohren und er hatte Mühe, seine Stimme ruhig zu halten.
„Meines Wissens nach nicht“, antwortete die Ärztin. „Da die Lösung so einfach und naheliegend ist, gibt es keinerlei Forschung in diese Richtung. Ich kann Euch ein paar Mittel verschreiben, um die Symptome zeitweilig zu unterdrücken, doch Ihr werdet über kurz oder lang diesem Verlangen nachgeben müssen, zumindest wenn Ihr vorhabt, in zwei Tagen auf dem Schlachtfeld zu stehen. Ansonsten könnt Ihr ein halbes Jahr Standardzeit abwarten, dann wird das Gift von allein zerfallen sein.“
Von allen verdammten Sträuchern in dieser Galaxie… Obi-Wan stöhnte und schlug die Hände vors Gesicht.
„Ich weiß gar nicht, warum Ihr so rot werdet, Meister“, sagte Anakin und legte eine Hand auf Obi-Wans Schulter. „Bis zur Offensive sind es noch zwei Tage und wir werden bald auf Coruscant landen. Es gibt also mit Sicherheit genügend Gelegenheiten, um Euch…Hilfe zu besorgen.“
„Ich habe nicht die geringste Ahnung, wovon du sprichst – und wir werden dieses Gespräch sofort beenden!“, erwiderte Obi-Wan hastig, als er das beinah manische Grinsen auf Anakins Gesicht sah. Die Ärztin wandte den Kopf zur Seite und biss sich auf die Lippen, doch ihre Schultern zuckten trotz allem sehr verräterisch.
„Diese Tabletten werden Euch helfen, die schlimmsten Auswirkungen zu mildern. Alles Weitere liegt bei Euch“, sagte sie in einem Atemzug, klatschte eine kleine Phiole voller Pillen auf den Tisch und floh praktisch aus dem Raum. Ihr Lachen hörte er trotzdem noch.
Seufzend griff Obi-Wan nach seinem Oberteil, als ihm auffiel, dass seine Finger leicht zuckten. Rasch ballte er die Fäuste, doch Anakin hatte es ebenfalls gesehen.
„Wir sollten uns beeilen, Meister“, sagte er. „Ich habe keine Lust, Euch den ganzen Weg zu tragen, nur weil Ihr wieder in Ohnmacht fallt.“
„Den ganzen Weg wohin?“, fragte Obi-Wan, während er mit seiner Tunika kämpfte. Plötzlich kam ihm ein schrecklicher Gedanke.
„Oh nein, Anakin, vergiss es!“
„Hm?“
„Ich werde auf gar keinen Fall in ein Bordell gehen!“
Anakin starrte ihn verblüfft an und einen kurzen Moment lang dachte Obi-Wan, dass er ihn schwer beleidigt hatte, weil er eigentlich etwas ganz anderes vorschlagen wollte, doch dann öffnete Anakin den Mund und alles war wie immer.
„Und warum nicht? Es wird wohl kaum einen schnelleren Weg geben, Euch flachgelegt zu bekommen…“
„Anakin!“ Obi-Wan spürte, dass er feuerrot anlief.
„Meister, bitte.“ Anakin winkte ab und warf ihm einen Blick voller Mitleid zu. „Ich bin kein kleines Kind mehr und Ihr habt Wichtigeres zu tun, als Euch über meine Ausdrucksweise zu beschweren.“
Zu allem Unglück hatte er Recht, doch Obi-Wan würde sich eher vom höchsten Turm des Jedi-Tempels stürzen, als das zuzugeben. Er stand auf, strich ein paar imaginäre Falten glatt und verließ die Medikabine. Das Schiff befand sich im Landeanflug
Anakin folgte ihm auf dem Fuße und begann mit großem Eifer, die Vorzüge diverser Etablissements auf Coruscant zu beschreiben.
„Ich kenne ein paar Lokale, in denen man größte Diskretion walten lässt, Ihr braucht Euch keine Sorgen zu machen, Ihr werdet nur in die besten Hände geraten und…“
Er redete und redete, den ganzen Weg bis zu den Turboliften und Obi-Wan fragte sich, wann genau Anakin Zeit gehabt hatte, um all dieses Wissen anzuhäufen. Man könnte meinen, er habe die Jedi-Ausbildung bloß nebenbei absolviert, während sein eigentliches Hauptziel darin bestand, jede schäbige Bar auf ganz Coruscant zu inspizieren.
Schließlich hielt Obi-Wan es nicht mehr aus. „Ich werde kein Bordell besuchen!“, keifte er lauter als beabsichtigt, was zur Folge hatte, dass die beiden Klonkrieger, die neben ihnen aus dem Turbolift traten, erstaunt die Köpfe wandten.
Obi-Wan stöhnte entnervt und stapfte hastig an den Männern vorbei.
Er würde unter gar keinen Umständen seine Integrität und seinen Ruf aufs Spiel setzen, nur weil er eine lächerliche Pflanzenallergie hatte, beschloss er. Es gab sowieso schon viel zu viele Gerüchte und schlechte Presse, da würde es gerade noch fehlen, wenn irgendjemand sah, wie General Kenobi sich in… derartige Gefilde begab.
Er versuchte Anakin seine Gedankengänge klarzumachen und zu seinem allergrößten Erstaunen, zeigte sein Freund eine gewisse Einsicht.
„Verstehe. Nun gut, warum einfach, wenn es auch umständlich geht“, erwiderte er, während sie den Raumkreuzer verließen. „Aber irgendetwas müssen wir unternehmen.“
Obi-Wan seufzte. „Ich werde das Medikament einnehmen und meditieren, das sollte ausreichen. Und falls nicht…“
„Falls nicht, Obi-Wan, bin ich da und passe auf dich auf“, kam die Antwort, begleitet von einem treuherzigen Blick aus hellblauen Augen und einem breiten, liebevollen Lächeln und Obi-Wan glaubte ihm trotz der eindeutigen Schadenfreude aufs Wort.
Verdammter Bengel.
„Zur Not kannst du mich immer noch niederstrecken und einsperren, bis ich wieder ich selbst bin.“
„Genau das meinte ich damit.“
„War mir klar. Aber freu dich nicht zu früh, vielleicht wird es auch nur halb so schlimm…“

Es wurde natürlich noch viel schlimmer.

- Fortsetzung folgt


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