Challenge: Siuative Tropes - Erzrivalen (für mich)
Fandom: Original
Wörter: 600
Es war einmal ein König, der hatte zwei Frauen und von jeder einen Sohn und beide diese Söhne waren auf die Sekunde genau im selben Augenblick zur Welt gekommen. Das hatte der König weder so geplant noch so gewünscht, und vielleicht hatte seine alte Mutter Recht wenn sie zahnlos schmatzend daher redete, das käme halt davon, wenn man sich nicht mit einer Frau begnügen möchte.
Der König jedenfalls seufzte viel und grübelte, und hörte seinen beiden Frauen zu, wenn die ihm sagten:
„Wir haben dich miteinander geteilt, und haben uns darum nicht weniger lieb gehabt – wieso sollten unsere Söhne nicht das selbe mit deinem Reich machen können?“
Aber da gab es immer noch die alte Königin-Mutter, die ihren Sohn am Kragen packte und schimpfte, dass er sich jünger fühlte als seine beiden Sprösslinge in ihren Windeln. Er könne sich ja gar nicht ausmalen, was das für Folgen hätte, wenn er seine heilige, seine gottgegeben Krone einfach so zweiteilen würde.
„Meinst du, wir haben nur zum Spaß feste Regeln für so was?“, schimpfte sie weiter und weiter und weiter und kam endlich zu dem Schluss, dass der König eben entscheiden müsste, welche seiner Königinnen die Richtige ist.
Drei Tage und drei Nächte dachte der König nach, aber jede seiner Ideen endete früher oder später in Ungerechtigkeit und Blutvergießen. Er konnte sich niemals und auf keinen Fall für eine seiner Königinnen entscheiden – er hatte sich ja doch in sie beide verliebt. Schließlich rief er beide Frauen zu sich.
„Ich weiß nicht was ich machen soll“, weinte er. Unmöglich könne er die Krone teilen. Aber wenn er nun einem Sohn sein Erbe verspricht und den anderen leer ausgehen lässt – obwohl es ihm doch ebenso zu stünde – wäre es nicht unvermeidlich, dass sich ein Hass zwischen den zwei Brüdern einschleicht?
„Du hast ganz Recht“, sagte ihm die eine Königin in sanftem Ton.
„Aber hör mal“, sagte die Andere.
„Wir haben uns auch Gedanken gemacht. Die ganze Sache ist ja doch auch ein bisschen unsere Schuld. Und wir haben überlegt -“
„Wenn du den beiden Prinzen eine Prüfung stellst-“
„Da hab ich ja auch schon dran gedacht!“, unterbrach sie der König.
„Aber wenn sie sich dann gegenseitig die Bäuche aufschneiden! Ich will doch nicht, dass meine Kinder...“
Beide Königinnen legten ihre Hände auf seine Schultern und strichen ihm über die königlichen Locken. Er solle sie zuende hören, sagten sie.
„Wir stellen den beiden eine Prüfung. Wenn sie – sagen wir, wenn sie sechzehn Jahre alt sind – und wir schicken sie getrennt von einander los, dass sie ein Wettrennen bestreiten sollen oder so.“
„Die Einzelheiten müssen wir noch ausarbeiten.“
„Auf jeden Fall wird deine Mutter ganz froh sein, denn so einen Wettkampf braucht es ja, um im zweifelsfall die Gottgegebenheit zu prüfen.“
Der König runzelte noch die Stirn. Aber eine seiner Königinnen legte einen Finger an seine Lippen, ehe er seine Zweifel weiter aussprechen konnte.
„Sie ziehen also los, und denken sie sind Rivalen.“
„Aber die Prüfung“, fuhr die Andere fort „wird so sein, dass es ihnen völlig unmöglich ist sie ohne die Hilfe des anderen zu bestehen.“
Jetzt, allmählich begann es dem König zu dämmern. Wenn sie die Prüfung erst zu zweit bestanden hätten, dann könnte keiner mehr sagen, dass es nicht gottbestimmt war, dass sie zu zweit regieren sollten.
Und wenn irgendwer es ihnen vorher in den Kopf gesetzt haben sollte, dass sie Rivalen sind – denn da könnten sie sich noch so viel Mühe geben, der restliche Hofstaat erwartet es doch von ihnen, und das hat mehr Macht als ein König jemals haben könnte – dann würde diese Prüfung sie eines besseren belehren.
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Date: 2013-08-18 06:06 am (UTC)