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Team: Nutellasalat
Challenge: Situationen – Am Ende der Kräfte – fürs Team
Fandom: Star Wars Episode 1
Titel: Zum Scheitern verdammt
Inhalt: Obi-Wan erhält zwar die Erlaubnis, Anakin auszubilden, doch der Rat der Jedi wäre nicht der Rat der Jedi, wenn sie ihm das nicht höllisch schwer gemacht hätten.
Anmerkung: Ich wünschte, dieser Mann hätte das Drehbuch zu Star Wars geschrieben. Mein Headcanon als Video.


Zum Scheitern verdammt

“Du musst mir versprechen, den Jungen auszubilden, Obi-Wan.“
„Ja, Meister.“
„Er ist der Auserwählte. Er wird das Gleichgewicht zurückbringen. Bilde ihn aus.“
„Meister…Qui-Gon…“

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„Und wieso genau denkt Ihr, dass der Rat Euch die Ehre erweisen wird, Euch einen Padawan an die Seite zu stellen, obwohl kaum eine Rotation vergangen ist, seit Ihr Euren eigenen Zopf verloren habt, junger Meister Kenobi?“
Obi-Wan schluckte und versuchte mit aller Kraft dem Blick von Meister Windu standzuhalten, doch das war ein sinnloses Unterfangen. Die Macht um ihn herum begann vor Anspannung zu prickeln und es schien ihm, als bohrten sich die Augen aller Ratsmitglieder gleichzeitig in ihn. Er hatte noch nie allein vor dem Rat erscheinen müssen und normalerweise hatten Qui-Gons Eskapaden dafür gesorgt, dass man ihm als Padawan keine besondere Beachtung schenkte.
Qui-Gon…
Obi-Wan öffnete den Mund, um die Schmerzen in seiner Kehle zu lindern. In egal welche Richtung sich seine Gedanken auch drehten, ständig stieß er auf etwas, was ihn erneut vor Trauer und Verzweiflung aufschreien ließ, als würde er nackt über corellianisches Glas laufen.
„Ich habe Euch etwas gefragt, Kenobi“, schalt Meister Windu ihn plötzlich scharf und Obi-Wan zuckte zusammen.
„Ja, Meister“, würgte er hastig hervor, doch er konnte sich nicht mehr an die Frage erinnern. Er spürte, wie ihm der Schweiß ausbrach. Er musste ruhiger werden, das wusste er und wie von Ferne hörte er die Stimme seines Meisters, die ihn ermahnte, seine mentalen Schilde nicht zu vernachlässigen.
Wieso musste nur alles so schrecklich weh tun…
Seit er Qui-Gons leblosen Körper in den Tempel zurückgebracht hatte, hatte er nicht mehr geschlafen. Alpträume, wie er sie seit seiner Jugend nicht mehr erlebt hatte, hatten ihn von seinem Lager vertrieben. Dazu der verlorene, seelenlose Blick des jungen Anakin, der wie ein Ghoul durch ihre gemeinsame Kammer streifte, als habe man ihm das Herz rausgerissen…
Er hatte sich mit Meditation abzulenken versucht, all den Frust, die Angst und die böse Eifersucht auf den Jungen in die Macht entlassen wollen… doch sie kamen immer wieder, er konnte nur die Symptome behandeln, das tiefschwarze Geschwür pulsierte weiter in seinem Herzen…
„Obi-Wan. Auf die Frage antworten, Ihr müsst.“
Meister Yoda konnte wahrscheinlich mühelos sehen, wie ausgelaugt er wirklich war, schoss es Obi-Wan plötzlich durch den Kopf. Jäh straffte er die Schultern. Er war nicht schwach. Er durfte es nicht sein, er hatte es seinem Meister versprochen und wenn er ihn im Leben nie zufrieden stellen konnte, dann vielleicht im Tode.
„Ich habe Meister Qui-Gon mein Wort gegeben“, murmelte er schließlich, doch er schaffte es nicht, den Meistern in die Augen zu sehen.
„Qui-Gon Jin ist tot, Meister Kenobi, ich glaube kaum, dass seine Stimme in diesem Rat noch Gewicht hat.“
Wieso nur mussten sie es ständig erwähnen, fragte sich Obi-Wan und hielt seine geballten Fäuste in den weiten Ärmeln seiner Robe versteckt.
„Mein Wort hat Gewicht.“
„Hm? Sprecht lauter, Meister.“
„Ich sagte, mein Wort hat Gewicht in diesem Rat. Ich habe eine letzte Pflicht gegenüber meinem alten Meister zu erfüllen und ich beabsichtige nicht, mich davon abbringen zu lassen.“
Es hätte wahrscheinlich beeindruckender gewirkt, wenn er nicht gezittert hätte, doch auch so kehrte trügerische Stille ein. Selbst die Macht wich langsam vor Obi-Wan zurück, als sei er ein abstoßendes Insekt.
Meister Mundi beugte sich langsam nach vorn und der intensive Blick aus den gelben Augen des Mannes ließ Obi-Wan beinah einen Schritt nach hinten treten.
„Wir wollen Euch nicht dazu bringen, Euer Wort zu brechen, junger Meister Kenobi“, sagte er würdevoll. „Doch es gibt einige Ungereimtheiten in dieser… Angelegenheit, die einer genaueren Untersuchung bedürfen.“
„Was sind das für Ungereimtheiten?“, fragte Obi-Wan, als ob er das nicht längst wusste.
„Da wäre zum Einen Euer Alter… Ihr seid kaum dem Padawan-Dasein entwachsen und es scheint nicht ratsam, Euch mit einem Schüler zu belasten, der…“
„Er ist keine Belastung“, unterbrach Obi-Wan ihn augenblicklich und wenn ihm jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass er seine Karriere als Jedi-Meister mit einer Lüge gegenüber dem Rat beginnen würde, dann hätte er empört geschnaubt. Jetzt fühlte er sich eher, als würde er ersticken.
„Diese Bemerkung zeugt von Eurer Unerfahrenheit, Meister Kenobi. Ihr empfehlt Euch nicht gerade für diesen Posten.“
Ein kollektives Seufzen ging durch den Rat.
„Was ich sagen wollte“, fuhr Meister Mundi fort, deutlich kühler als vorher, „ist, dass der junge Anakin in vieler Hinsicht eine Herausforderung darstellt. Er ist jetzt schon so sehr von Angst und Sehnsucht geprägt, dass es schwierig wird, ihn auf den rechten Pfad zu lenken. Fühlt Ihr Euch dieser Verantwortung gewachsen?“
Natürlich nicht, dachte Obi-Wan, er hatte nicht die geringste Ahnung, wie man Padawane ausbildete, noch dazu solch ein stures und egoistisches Kind wie Anakin.
Er verneigte sich. „Ich werde mit ihr wachsen, davon bin ich überzeugt“, antwortete er diplomatisch, weil er nicht schon wieder lügen wollte. „Meister Qui-Gon hat das ähnlich gesehen.“
„Sehr um Euren alten Meister Ihr trauert, junger Jedi?“
Obi-Wan hielt den Kopf gesenkt und starrte auf seine staubigen Stiefelspitzen. Als er schließlich den Mund öffnete, schien ihm jede Silbe in die Lippen zu stechen. „Ich halte lediglich seine Worte in Ehren.“
„Und seine verdammte Sturheit, wie es scheint“, erklärte Meister Windu. „Hört zu, Kenobi. Es ehrt Euch, dass Ihr Qui-Gons letzten Wunsch erfüllen wollt – auch wenn Ihr sehr genau wisst, dass dieser im Gegensatz zur Entscheidung des Rates steht – aber wir befürchten, dass diese Verbindung zwischen Euch und Anakin von Anfang an zu stark werden wird. Ihr habt beide ein Problem mit Bindungen und das sollte nicht herausgefordert werden. Überlegt Euch gut, was Ihr nun sagen wollt, Kenobi“, fügte Windu in gebieterischem Ton hinzu, als Obi-Wan protestieren wollte, „oder ob Ihr im Stillen an dieser berechtigten Kritik arbeiten möchtet.“
Es konnte nicht wahr sein, es durfte nicht wahr sein. In Obi-Wan tobte ein Sturm, der ihn mitzureißen drohte. Er schirmte seine Gedanken ab, doch er wusste, dass die Meister die Veränderung in der Macht spürten und auch das würde gegen ihn sprechen.
„Im Stillen, Meister“, flüsterte er schließlich und biss sich so fest auf die Zunge, dass er Blut schmeckte.
„Weise diese Antwort ist, Meister Kenobi. Jetzt gehen du musst. Abwarten die Entscheidung des Rats du wirst.“
Eine weitere Verneigung, dann wandte er sich um und verließ den Raum so schnell er konnte.
Er kam bis in die untere Ebene, als ihm seine Beine den Dienst versagten. Er stolperte, fing sich an der Wand des düsteren Korridors ab und rutschte kraftlos daran zu Boden.
Sie würden ihm den Jungen niemals geben, er würde sein Versprechen nicht einhalten können und wenn er nicht bald seine Trauer und Angst in den Griff bekam, hätte er keine Zukunft mehr im Orden. Ein gequältes Stöhnen entrang sich seiner Kehle, ehe er die Hand auf den Mund pressen konnte. Er zog die Kapuze über den Kopf und vergrub sich in der Dunkelheit,

- Ende

Date: 2013-08-25 06:04 pm (UTC)
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;___;
Oh Gott, Obi-Wan... Warum muss mich das so fertig machen???
Aber ja. So und nicht anders. Verdammte Scheiße.


Und um mich selber von meinem blutenden Herzen abzulenken: Dieses "What if...?" ist so gut, nicht wahr? Himmel, ich hätte das lieben können. Und Darth Maul! Ach ja... XD

Date: 2013-08-25 08:15 pm (UTC)
der_jemand: (green)
From: [personal profile] der_jemand
und dass sie ihm Anakin dennoch mitgegeben haben, sollte wahrscheinlich eine Lektion für ihn sein, immerhin hat ja niemand gedacht, dass der kleine Sklavenjunge wirklich mal ein Jedi werden könnte.
Ha, das war auch immer meine Interpretation des Ganzen. Ich meine, wer "Gleichgewicht" mit "alles auf einer (unserer) Seite" verwechselt, der hat einen ernsthaften Gottkomplex, der ihn auch mit dem Feuer spielen lässt, um einem dummen Jungen, eine Lektion zu erteilen.
Gott... ich brauche Jedi-Rat-Deconstruction-Fic. Das ist alles shady as fuck, was die Jungs da bauen...

Oh, das von Episode 2 muss ich dann auch mal gucken! *_* (Zu Episode 3 habe ich eine sehr ambivalente Beziehung. Ich kam mit einem "Hey, das war ja gut!" aus dem Kino und als ich ihn dann noch mal gesehen habe, hat er einen extrem schlechten Beigeschmack hinterlassen... woraufhin ich beschlossen habe, seine Existenz sowie die von Ep. 2 zu leugnen. X'D)

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