der_jemand: (Default)
[personal profile] der_jemand posting in [community profile] 120_minuten
Team: Nutellasalat
Challenge: Situative Tropes – Am Ende der Kräfte (für mich)
Fandom: Star Wars
Charaktere: Obi-Wan Kenobi
Wörter: 790
Widmung: [livejournal.com profile] nessaniel, die mich offenbar nur zu den Fics inspiriert, die sie gar nicht will. ;)
A/N: Spielt direkt nach Episode III und es ist seltsam.


Mos Eisley war wahrscheinlich nur eine typische Hafenstadt auf einem armen Wüstenplaneten, aber Obi-Wan konnte sich des Gefühls nicht erwehren, dass man sich hier Mühe gab, besonders versifft und abgewrackt rüberzukommen. Glücklicherweise war das heute genau was er suchte.

Er ließ sich auf einen der dreibeinigen Hocker an der Bar fallen und nickte dem devaronianischen Barkeeper zu. Mit einem Grinsen, das viel zu viele Zähne entblößte, setzte der ihm ein Getränk vor die Nase, das beunruhigend nach Schmieröl roch.

Obi-Wan kippte den Inhalt des Glases in einem Zug runter. Seine Speiseröhre fühlte sich an, als ob sie verbrennen würde, was wahrscheinlich nicht weit von der Wahrheit entfernt war. „Noch einen“, verlangte er.

Der Devaronianer lachte gackernd.

„Willst du dich umbringen?“ Der junge Mensch, der neben ihm aufgetaucht war, strahlte nur tiefstes Mitgefühl aus. Obi-Wan wurde schlecht.

„Nicht unbedingt“, antwortete er trotzdem mit einem unverbindlichen Grinsen und der Mann nickte zufrieden.

„Zwei Gizer Ales“, bestellte er und der Barkeeper grinste von einem Ohr bis zum anderen.

„Angeblich soll das Zeug“, der Mann deutete auf Obi-Wans leeres Glas, „wirklich gut sein. Wenn man Verpine ist.“

Obi-Wan zuckte mit den Achsen. „Ehrlich gesagt, bezweifle ich das…“

Der Mann lachte. „Ich auch. Owen.“ Er streckte die Hand über die dreckige Theke aus und Obi-Wan konnte gar nicht anders, als sie zu ergreifen und sich ebenfalls vorzustellen.

„Ben.“

Irgendwie kam ihm der Mann mit dem dunklen Haar bekannt vor, aber er hatte keine Ahnung woher. Vielleicht hatte er sein Gesicht auf einem Steckbrief gesehen, oder so.

Es war ihm ziemlich egal.

Dieser Gedanke tat ihm beinahe körperlich weh, also nahm er einen großen Schluck Ale und wünschte sich die brennende Schmierflüssigkeit zurück.

Er konnte sich bestens vorstellen, wie Qui-Gon ihn ansehen würde, wenn er das wüsste. Er hatte noch nie etwas so vermisst, wie den enttäuschten Blick seines Meisters.

„Kann ich doch noch etwas von diesem Gift haben?“, erkundigte er sich bei dem Barkeeper, aber der verdrehte bloß die Augen.

„Ernsthaft, das würde dich wahrscheinlich umbringen.“

Obi-Wan zuckte mit den Achseln und gestattete sich nicht zu denken, dass ihm auch das herzlich egal war. Das war ohnehin irrelevant, er musste hier bleiben: Luke brauchte ihn. Und er schuldete es Padmé. Und Anakin. Und Qui-Gon.

Er dachte nicht darüber nach, dass er ein kleines, unschuldiges Baby hasste.

„Aber was stärkeres als Ale klingt nach einer guten Idee“, fuhr Owen fort. „Ich kann einfach nicht mehr. Kennst du das? Dass du weißt, was du tun musst, dass es das richtige ist, aber du einfach nicht mehr weiter kannst?“

Zum ersten Mal, seit Owen sich neben ihn gesetzt hatte, sah Obi-Wan ihn richtig an. Der Mann hatte ein Gesicht, das geradezu dazu gemacht war, breit zu grinsen, aber das schien er schon eine ganze Weile nicht mehr getan zu haben. Unter seinen Augen lagen tiefschwarze Ringe.

Obi-Wan schüttelte den Kopf und wandte sich an den Devaronianer. „Zwei corellianische Whiskey, bitte.“

„Seh ich aus, als hätte ich so was?“ Der Barkeeper breitete seine Arme aus, offensichtlich um auf den Zustand seiner Kneipe hinzuweisen.

Obi-Wan lächelte. „Ja.“

Für einen Augenblick starrte der Barkeeper ihn an, als wollte er ihm beide Arme ausreißen. Dann brach er in gackerndes Gelächter aus. „Kommt sofort, mein Freund.“

Owen lachte. „Das hat auch noch keiner geschafft“, kommentierte er, als der Devaronianer unter der Theke abtauchte um seine persönlichen Schätze zu plündern. „Danke.“

„Du scheinst es nötig zu haben.“

„Ich übertreibe maßlos.“ Owen schüttelte den Kopf. „Ich meine, klar, die letzten Jahre auf der Farm liefen wirklich, wirklich schlecht, vorletzte Saison hatten wir praktisch gar keine Erträge wegen dieser verdammten Dürre, aber…“ Er unterbrach sich, als die beiden Gläser vor ihnen abgestellt wurden. „Na ja, das ist nicht das Problem.“

Obi-Wan schüttelte den Kopf. „Also, was ist das eigentliche Problem?“

„Es ist lächerlich. Es ist der Junge. Versteh mich nicht falsch, irgendwann hätte ich vielleicht auch mal Kinder haben wollen und ich kümmer mich gerne um meinen Neffen, aber…“ Er ließ den Kopf auf die Tischplatte sinken. „Er schreit. Er schreit ständig. Ich hab seit Tagen nicht mehr geschlafen…“

Obi-Wan starrte ihn an. Owen. Natürlich. Als er Luke an Beru Lars übergeben hatte, war ihr Mann unterwegs gewesen, aber Obi-Wan hatte wirklich nicht noch auf einen H'kak-Tee mit reinkommen und warten wollen. Deshalb kam er ihm also so bekannt vor...

Er brach in schallendes Gelächter aus.

Owen grinste schief. „Auf der anderen Seite... Ich mein, klar möchte ich ihn gerne den Jawas verkaufen, aber weißt du, wenn er mal aufhört zu schreien und einen anguckt und lächelt? Das ist alles wert.“

Obi-Wan hob sein Glas. „Darauf trinken wir.“

Date: 2013-08-12 06:14 am (UTC)
ext_184151: (not perfect)
From: [identity profile] nyx-chan.livejournal.com
In der Tat, es hat was merkwürdiges, wie es mit einem 'daww poor baby! Q____Q' und Elend beginnt und man am Ende die beiden nur breit grinsend ans Herz drücken möchte.
... DAWWWWWWW!!!!

Date: 2013-08-12 08:43 am (UTC)
From: [identity profile] nessaniel.livejournal.com
Haaaaaaaaaaaaaach Q__Q Dieser ganze blöde Herzschmerz, den diese verdammte Weltraumoper einem beschert. *schluchz*

Zur Erheiterung (http://www.youtube.com/watch?v=dh2bG29YynE)

Ach, Obi-Wan. An dem armen Kerl bleibt aber auch alles hängen: die Erziehung eines ... äußerst speziellen Padawans, fünf Minuten, nachdem sein eigenes Zöpfchen abgeschnitten wurde (ich hab irgendwo gelesen, dass Obi sowas wie die teenage mum unter den Jedi-Eltern ist xDD), das ständige Gefühl, seinen Meister enttäuscht zu haben, der zum Scheitern verurteilte Balanceakt zwischen seiner Loyalität gegenüber Anakin und dem Rat der Jedi, sein Friedhof voller toter Loveinterests, die Schande, seinen Waffenbruder ermordet zu haben (UND DAS NICHT MAL RICHTIG!!!!!), die Tatsache, dass er zwei Babies beschützen muss, die ihn beide an den schrecklichsten Fehler seines Lebens erinnern... OMG I CAN'T! *wirft sich in den Staub und weint*

Ich mag Owen so sehr. Er erklärt nicht, dass er ein kleines Baby als Ziehsohn erhielt sondern redet sofort davon, dass er komplett übernächtigt ist XD Absolut wundervoll. Es ist außerdem ziemlich super, dass Obi-Wan so... posh ist, dass er Mos Eisley überhaupt nicht mag: der Mann hat wochenlang in schlierigem Sumpfschlamm gelegen, aber eine schmuddelige Bar ist einfach zu viel. XDD
Ich frage mich, wie Owen reagiert, wenn er checkt, dass sein Saufkumpane der creepige Alte ist, der später um seinen Neffen rumschleicht, und dem verrückte, anti-imperialistische Flöhe ins Ohr setzt, wenn er nicht gerade mit der Luft redet ("Meister Jinn, wenn Ihr nicht sofort aufhört, dann rede ich kein Wort mehr mit euch...mir doch egal, dann schlaf ich halt nicht mehr, dann könnt Ihr sehen, wie Ihr in meinen Träumen erscheint... nein, ich weiß NICHT, wo Luke abgeblieben ist, wenn Ihr einmal fünf Minuten lang die Klappe halten würdet, dann könnte ich vielleicht nach ihm sehen...).

WAS ICH EIGENTLICH SAGEN WOLLTE: ich liebe diese Fanfic, ich liebe Obi-Wans Verzweiflung vor der Gleichgültigkeit und ich liebe Owen.
Und jetzt möchte ich bitte ein bisschen Obi-Wan&Anakin-Geplänkel während der Klonkriege, kthxbye. =DDDDD

Date: 2013-08-12 09:19 pm (UTC)
From: [identity profile] nessaniel.livejournal.com
sieht mehr nach Expendables-Fluff aus.
WHY IS THIS NOT IN MY EYES RIGHT NOW?!?!??!?! LOS, SCHREIB. SCHREIBST DU SCHON??? ICH KANN REI VON SCHOTTLAND AUS BRÜLLEN HÖREN, DASS DU SCHREIBEN SOLLST.

Srsly, der Jedi-Rat hätte Anakin auch gleich zu Count Dooku schicken können, so vermurkst wie das von Anfang an war. "Eh ja, wir geben dir den JÜNGSTEN Jedi-Ritter, den wir finden können, der die bescheuerste und am meisten von Verlustängsten geprägten Padawanzeit EVERRR hinter sich hat und der wahrscheinlich doch nur mit der dunklen Seite der Macht zusammen den Sith besiegen konnte, DAS WIRD SCHO." Like... woah.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich Obi-Wan ohne das Eingreifen von ghost!Qui-Gon irgendwann selbst auf sein Lichtschwert geworfen hätte, einfach weil er all die Schuld und Angst nicht mehr erträgt und generell ziemlich viel posttraumatischen Stress aus Kriegszeiten noch mit sich herumschleppt (von seinen zig toten Girlfriends mal abgesehen xD) und auf Tattooine ja jetzt auch nicht grad der Bär steppt, als dass ihn da irgendwer hätte aus seinem dunklen schwarzen Loch hätte holen können - außer natürlich Qui-Gon selbst, der ja auch dafür verantwortlich ist, dass Obi-Wan überhaupt erst schwanger wurde dieses nervige Kleinkind von einem Padawan bekommen hat.

ACH OOOOOOOBIIIIIIIIIII <33333 *wirft sich auf ihn und knuddelt all die "no-attachments!!!" aus ihm raus*

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