[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Tardis
Fandom: Haha, ratet mal
Challenge: Sätze: "Du hast keine Ahnung" - Für mich
Personen/Pairing: Hahaha...ratet noch mal
Wörter: ~1.300
Anmerkung: Direkte Fortsetzung zum Sabotage-Eintrag von [livejournal.com profile] akira_san13. Wobei ich dazu auch schon ein weiterführendes Gespräch zwischen den beiden habe. Sie werden vermutlich nie die Klappe halten.


Die Sache ist die, dass Guy bei jedem Licht hinreißend aussieht. Selbst im Dämmerschein einer Straßenlaterne, die zwanzig Meter hinter ihm steht und einen fahlen Lichtkegel auf den sommerwarmen Asphalt und Schatten in sein Gesicht wirft.
Die Sache ist die, dass Guy of Gisborne in jedem Zustand schön aussieht. Selbst jetzt mit diesen zerzausten, wirren, langen Haaren, mit dem Bart, mit den müden Augen.

Die Sache ist die, dass er sich gegen Allan drängt, ihn gegen die Hauswand drückt an dieser Einfahrt in der menschenleeren Straße, um vier Uhr sechsundzwanzig in der Nacht zu einem Mittwoch, ganze fünf Monate nachdem sie das letzte Mal so nahe beieinander gewesen sind.
Fünf Monate sind viel zu lange, wenn man sich liebt und viel zu kurz, wenn man es nicht mehr tut.

Die Sache ist die, dass das alles hier bis eben noch ein Ablenkungsmanöver war, aber der Wachschutz, der sie soeben noch gejagt hat, sich längst wieder verzogen hat.

Allan spürt den weichen, flaumigen Kaschmir zwischen seinen Fingern, als er Guy von sich wegschiebt. Er hört sein Blut in seinen Ohren kreischen, spürt das zornige Pochen seines Herzens gegen den Brustkorb, fühlt das Stocken seines Adrenalin in seinen Fasern und den dunklen, fragenden Blick des Mannes auf sich.
„Sie sind weg“, sagt er nur und schaut auf den Boden, nur um sich dann langsam zu bücken und nach der Astschere und seiner Brechstange zu greifen, die eben mit lautem Getöse auf den Boden gefallen sind.

Er macht einen Schritt zur Seite und dann ist Guys Hand an seinem Arm und hält ihn fest, schnell und heiß.
„Hey, was denkst du, was du hier machst?“
Allan lässt seinen Blick auf der fremden, vertrauten Hand liegen und er schaut hoch in ein ehrlich entsetztes Gesicht. Er möchte beinahe lachen, denn mit einem Mal hat er das Gefühl, dass ihre Rollen sich zum Gegenteil vertauscht haben. Im Gegensatz zu früher.
„Was denkst du, was du hier machst? Ich geh' jetzt nach Hause und trink 'n Bier.“

Oder zwei. Oder drei. Oder fünunddreißig. Weil er die Küsse von jetzt am besten ganz schnell wieder vergisst, weil sie nichts bedeutet haben. Weil sie nie wieder etwas bedeuten werden.

Er macht sich umständlich los, umfasst das Werkzeug etwas fester und geht weiter. Was auch immer mit Guy passiert ist, dass er so fertig aussieht. Warum auch immer er sich entschlossen hat, sich gegen Vaisey zu stellen. Es ist nicht so, dass Allan es nicht wissen möchte (er brennt eigentlich darauf, es zu erfahren, aber das spielt keine Rolle).

„Allan!“

Er geht weiter.

„Allan, warte doch mal!“

Die Hand ist wieder da und reißt ihn herum und Allan ist kurz davor, mit dem Brecheisen auszuholen und Guy damit eins quer über sein lächerlich hübsches Gesicht zu hauen und ihm damit ein-zwei perlweiße Zähne auszuschlagen.
„Was?!“, zischt er.
„Was willst du denn noch?“

Guy sagt nichts. Er umfasst ihn stattdessen erneut und er presst seinen warmen, köstlichen Mund auf Allans bis sich der gesamte Inhalt von Allans Eingeweiden erneut überschlägt und alles in ihm anfängt, sich zu erhitzen, vor Glut zu schwelen und kunterbunt aufzuleuchten wie ein Haufen verfickter LED-Leuchten.

„Erzähl mir nicht, dass ich dir plötzlich egal bin“, knurrt Guy als er sich wieder von ihm löst.

Plötzlich?!“ Allan hat das Gefühl, dass ihm die Spucke wegbleibt. Für einen Moment fühlt es sich so an, als müsse er sein Zwerchfell manuell dazu überreden, wieder das Atmen zu übernehmen, weil alles mit einem Mal irgendwie wehtut.

„Du hast keine Ahnung! Keinen blassen scheiß Schimmer, wie's aussieht!“, faucht er.
„Nachdem du mich rausgeworfen hast! Nachdem du mich zurück zu Robin und den anderen geprügelt hast! Aber na klar, du bist 'was Besseres, wenn du Marian hilfst als wenn ich es tu'. Und natürlich kannst du hinter mir herrennen und mich gegen Hauswände drücken, wenn du Bock drauf hast, obwohl ich fünf verfluchte Monate dafür gebraucht habe, wieder wie'n normaler Mensch zu funktionieren, nachdem du mich weggeworfen hast wie ein Stück Müll!“
Er reißt sich erneut von Guy los und diesmal muss er den Drang, die Brechstange wirklich zu benutzen, mit mentaler Gewalt bekämpfen.
„Und im Übrigen tut das weh, Arschloch!“

Mit Absicht sagt er nicht, was er damit ganz genau meint: Guys festen Griff um ihn oder die Tatsache, dass er ihn so fantastisch küsst und damit alles an Gefühl wieder aufwirbelt, was Allan die letzten Monate so angestrengt unter den Teppich seines Bewusstseins gekehrt hat.

„Tu gefälligst nicht so, als wärst du das Opfer!“, knurrt Guy zurück und er fasst ihn noch ein wenig härter.
„Du hast mich hintergangen! Anstatt mit mir zu reden, hast du dich wieder auf Hoods Seite geschlagen! Wie sollte ich dir vertrauen?!“

„Mit dir kann man doch gar nicht reden!“
Allan reißt sich mit Gewalt los. Guy steht vor ihm, hoch aufgebaut auf seine knappen eins neunzig und er wirkt plötzlich sehr bedrohlich, nur um gleichzeitig den Blick eines geprügelten Hundes auf seinem Gesicht zu haben. Es ist nicht fair.
„Selbst wenn ich's versucht hätte, du hättest mir erst gar nicht zugehört! Weil du jedesmal, wenn der Name „Robin“ fällt, gleich an die Decke gehst. Selbst wenn's gar nicht um ihn geht, sondern um Marian, verdammt nochmal.“

„Entweder er oder ich!“

„Oh Gott, ernsthaft?!“
Guy zuckt sogar ein wenig zusammen. Allan ist wirklich kein Fan davon, Streitereien nachts laut in der Öffentlichkeit auszutragen, aber dieser Mann raubt ihm gerade den allerletzten Nerv.
„Bist du sicher, dass ihr nicht verwandt seid? Ich schwör' dir, manchmal kommst du mir vor wie sein gottverdammtes Spiegelbild! Es geht nicht immer nur um dich, okay? Es geht auch mal um andere. Stell dir vor, es geht auch mal um mich!“

Guys Lippen werden zusammengepresst zu einer feinen, dünnen Linie und er lehnt sich zurück und betrachtet ihn mit einem stummen und traurigen Blick.
Allan holt tief Luft und seufzt.

„Es war schwierig, okay“, sagt er leiser.
„Du wirst es mir nicht glauben, aber es war nie meine Absicht, dich irgendwie zu betrügen oder dich zu hintergehen oder irgendeine blöde Intrige gegen dich aufzufahren. Alles, was ich wollte, war Marian helfen, den Leuten hier helfen. Sogar ich hab' mal Mitleid mit anderen.“ Er zuckt hilflos mit den Schultern.
„Und ich hab gelitten. Wie'n Tier. Wenn's dir hilft, ich hab zwei Monate quasi nicht geschlafen. Das....das mit dir“, er deutet vage und abwechselnd auf sich und Guy, „das war 'ne große Sache. Und dann war sie plötzlich vorbei.“

Er wendet sich zum Gehen. Vielleicht ist es eine Art, damit endgültig abzuschließen. So eine letzte Aussprache, ein paar Worte zum Letzten, das übliche Gefasel. Einzig die bescheuerten Worte „Ich liebe dich immer noch“ würde er nie über die Lippen bringen, aber sie sind da. Sie schweben zwischen ihnen.

„Natürlich ging's um dich“, sagt Guy da plötzlich und Allan schaut sich überrascht um.
„Es geht immer noch um dich.“
Guy streicht sich wirre lange Haare aus dem Gesicht und krempelt den Pullover etwas hoch, so dass im fahlen Licht seine helle Haut zum Vorschein kommt.
„Und es hilft nicht, weil ich mindestens genauso lange nicht schlafen konnte. Aber das tut nichts zur Sache.“
Er holt tief Luft und atmet schwer aus, als wäre es sein letzter Atemzug, die Augen geschlossen und mit kurzen Schatten, die seine Wimpern auf seine Wangen schlagen. Verfluchte drama queen.
„Ich habe einen Fehler gemacht.“ Er sieht Allan fest an.
„Und es tut mir leid.“

Hinter ihm fliegt in diesem Augenblick eine riesige schwarze Motte in das Licht der Laterne und fällt wie eine verlorene Feder zu Boden, totglühend.

Allan schluckt trocken.

Da steht dieser große schwarze Mann vor ihm, der aussieht, als wäre er aus einer Anstalt für Drogenabhängige ausgebrochen und sagt solche Dinge. Und meint sie auch noch ernst.

„Ich will ja nichts sagen“, murmelt er fassungslos,
„aber wer bist du und was hast du mit Guy gemacht?“

Date: 2013-08-04 01:29 pm (UTC)
From: [identity profile] akira-san13.livejournal.com
äh... platt...?
Ab Guys indirektem Liebesgeständnis war ich geistig nich mehr zurechnungsfähig. *-*
Haaaaaaaaaaaaach! schööööööööööööööööööööööööööööööööön! *-*

nu smut`? XD

Date: 2013-08-04 05:59 pm (UTC)
From: [identity profile] exiles-diary.livejournal.com
Nur damit ihr es wisst: Ich lese immer noch fleißig mit und freue mich über jeden eurer Beiträge zu dieser tollen AU.
Die Hitze macht es nur schwer, koherente Kommentare abzugeben >.<

Aber es war wie immer ein Genuss, etwas davon zu lesen. Bitte bleibt weiter so kreativ!

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