[identity profile] akira-san13.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Nutellasalat
Challenge: Personen - Joker - "Sabotageakt(e)" (Challange vom 14.Jun) - für mich
Fandom: BBC Robin Hood (AU)
Pairing: Allan/Guy
Anmerkung: Ähm ja... jeder Geigenbogen ist spannender, von nicht existentem Spannungsbogen ganz zu schweigen. Aber... ich mag die Idee. Auch wenn ich sie nich gut in Buchstaben wickeln konnte.
Habs nich nochmal gelesen. Trau mich ncih, weil ich dann wieder alles umbasteln würde... :(
Wörter: 2003


Allan gab sich wirklich alle Mühe, in der Nacht etwas zu erkennen, doch es brachte nichts.
Es war so stockfinster, dass er nicht einmal seine eigene Hand vor Augen sehen konnte; und das obwohl sie nur mit schwarzen Handschuhen verhüllt waren. Hätte Will vor ihm nicht in dem Moment an dem Maschendrahtzaun gerüttelt, wäre er wahrscheinlich dagegen gerannt.
Verstohlen blickte er sich um. Hinter ihnen verschluckte die tiefschwarze Nacht alles, was auch nur ansatzweise hätte da gewesen sein können, sodass selbst die Taschenlampen, mit denen Robin, Much und John herumhantierten, zwar wenigstens die Umgebung erhellten, aber gleichzeitig so blendeten, dass alles weitere in Dunkelheit verschwand.
„Allan, hilf mir!“ Robin packte ihn an der Schulter, nur um gleich darauf mit dem linken Fuß in seine Hände zu steigen, damit er ihn den Zaun empor hieven konnte. Oben angekommen zog der sich behände auf die andere Seite und ließ sich dort gleich wieder fallen. Als nächstes folgte Much, dann stemmte er mit Will zusammen John nach oben. Kaum war auch der drüben, kletterten sie beide gleichzeitig hinterher.
Auf der anderen Seite kauerten sie sich hinter die großen Ketten einer Planierraupe. Angestrengt spähte Robin um das Fahrzeug herum in alle Richtungen.
Auch die Anderen horchten in die Nacht hinein: Nichts. Die Baustelle lag in absoluter Stille.
Dann übernahm Robin wieder flüsternd das Kommando: „Okay. Will, Much, ihr tauscht die Schlösser am Eingang und in den Containern aus. Passt auf, dass euch keiner sieht, Vaisey hat für die Bauaufsicht extra Secuirity postiert!“ Sofort nickten die beiden und Will händigte Much eine Tasche mit Werkzeug und Zylindern aus.
„John, Allan, ihr manipuliert die Baufahrzeuge. Schmeißt zur Sicherheit überall Zucker in den Tank, was nicht fahren kann, kann nicht ausgetauscht werden!“ Auch sie beide nickten, wobei Allan die dicke Astschere entgegennahm, die John auf dem Rücken getragen hatte. Er selbst hatte noch ein Brecheisen in der Tasche.
„Ich werde-“ er stockte. Alarmiert verbargen sie alle in 'Windeseile ihre Taschenlampen, Will und Much zogen John so ruckartig in die Hocke, dass der fast umgekippt wäre. Gleichzeitig schaute Allan über das anderen Ende der Maschine, nur um sicher zu gehen, dass keiner von den Wachleuten direkt dahinter stand. Angestrengt lauschten sie - auch die anderen hatten es gehört: Ein Rascheln.
Da war jemand!
Allan hielt den Atem an. Mit zugehaltener Taschenlampe spähte Robin nun seinerseits über die Walzen.
Da war es wieder!
Wie ein Schwert hielt Robin seine Taschenlampe vor sich her, leuchtete systematisch die umliegenden Fahrzeuge und Materialienberge ab, in der Hoffnung, etwas mit dem Lichtkegel zu erhaschen. Gespannt hielt Allan den Atem an. „Wer ist da?“
„Schrei noch lauter, Hood, und der Wachdienst weiß gleich wo sie uns finden!“ grollte es plötzlich direkt vor ihnen.
Allan hätte vor Schreck fast die Astschere fallen gelassen. Er kannte die Stimme!
Keine Sekunde später erfasste die Lampe den Überraschungsgast. Allan stockte der Atem. Nein – nein, das konnte nicht sein!
„Guy of Gisborne...!“ Robin war nicht minder erstaunt als er.
„Was machst du hier?“
„Euch die Arbeit abnehmen – Wonach sieht's denn aus!?“
Geschmeidig wie ein Katze und völlig geräuschlos kam Guy zu ihnen rüber und kauerte sich mit ihnen halb hinter, halb neben die Planierraupe und schaute im spärlichen Lichtschein grimmig in die Runde.
Allans Gedanken rasten!
Was machte der Kerl hier? Es war mitten in der Nacht, er schlief normalerweise um diese Zeit! Musste er morgen nichts ins Büro? Und was interessierte es ihn überhaupt!?
Während Guy brummend seinen Schlachtplan mit Robin und den anderen absprach, konnte Allan nichts anderes tun, als den Mann anzustarren. Er sah anders aus – und doch so unendlich gut... Die tiefschwarzen Haare hingen ihm deutlich länger ins Gesicht, bis auf die Schultern sogar; das sonst so glatte Kinn war bis zum Hals mit einem kräftigen Dreitagebart verwachsen, während tiefe Ringe unter den Augen und das viel zu kantige Gesicht vom schlechten Licht gruselig in die Länge gezogen wurde. Die ungewohnte schwarze Jeans und der seltsam deplatzierte Pullover – war das etwa der Kaschmirpulli!? - machten die Erscheinung nicht wirklich besser – wenn auch deutlich attraktiver als er eh schon war... Arg, Nein!Verdammt!
In Allans Kopf schrie es. Er sollte nicht hier sein! Nicht jetzt! - Nicht nachdem er sich ENDLICH damit abgefunden hatte! Nicht nachdem er endlich – nach Monaten! - wieder allein schlafen konnte! Nachdem er wieder klar denken konnte! Nachdem er verdammt nochmal ENDLICH NICHT MEHR AN IHN DENKEN MUSSTE, Herrgott nochmal! Das war Cheating!
In kürzester Zeit stellte sich heraus, dass Guy den gleichen Plan gehabt hatte wie sie: die Zündkabel der Baumaschinen kappen, Hydraulikschläuche durchschneiden, Zucker in den Tank. Als die Sache mit Marian rausgekommen war und klar wurde, dass er sie gedeckt hatte, hatte Vaisey ihn gefeuert – fristlos und ohne Abfindung.
Das lies ein Gisborne offenbar nicht auf sich sitzen.
Robin überschlug die Situation blitzschnell in seinem Kopf, ehe er Much und Will zum Tor scheuchte, damit sie endlich die Schlösser auswechselten.
„John, du kommst mit mir.“ koordinierte er sofort um, „Allan – du macht mit Gisborne wie geplant weiter!“ Damit huschten er und John in die Dunkelheit davon.
Allan stand da wie eine Salzsäule.
Guy bedachte ihn keines extra Blickes, stattdessen nahm er ihm die Astschere aus der Hand und machte sich sofort daran, die Planierraupe zu sabotieren, noch ehe Allan sich überhaupt geregt hatte.
Schnell war sein ehemaliger Chef zwischen die Beiden Planierketten unter das Fahrzeug gerutscht und fing an mit der Schere zu hantieren. Als Allan die erste Schnippgeräusche hörte, schnappte es plötzlich in seinem Kopf. Sein Verstand setzte ein, die Erinnerung an seine eigentliche Aufgabe, es erdrückte ihn fast.
So schnell er konnte rannte er um die Walzen herum, fand die Tanköffnung am oberen Führerhäuschen und brach den Deckel mit dem Stemmeisen auf. Fast mit Genugtuung ließ er mehrere Stücken Zucker ins das schwarze Loch fallen, ehe er wieder auf den Boden zurücksprang, Gleichzeitig sah er, wie Guy wieder unter dem Ding hervorkroch.
Mit einem stummen Blick nickten beide gleichzeitig zur nächsten Baufahrzeug und machten sich sofort ans Werk.
Nach der vierten oder fünften Maschine horchte Guy plötzlich auf.
Er hing halb über, halb in der Verkabelung eines urig alten Kipplasters, dessen Zündkabel so leicht freizulegen waren, dass sie das Ding genauso gut hätten mitnehmen können.
Alarmiert von seinem innehalten horchte auch Allan in den Wind, als er plötzlich Taschenlampen auf sie zukommen sah.
Sofort duckte er sich unterhalb des Führerstandes, während auch Guy die Astschere aus dem Kabelwirrwarr zurückzog und sich gegen die großen Reifen drückte.
„ABHAUEN!“ Wie ein Paukenschlag donnerte Wills Schrei durch die Nacht, als er auch schon an ihnen vorbei Richtung Maschendrahtzaun rannte. Robin war ihm dicht auf den Fersen, dahinter wurde es hell.
Dutzende Lichtkegel von Handlampen wedelten durch die Nacht, Rufe und Hundegebell wurden laut, irgendwo ging mit einem Schlag ein Flutscheinwerfer an. „Haltet sie! SABOTAGE!“
Allan sah den Rest nicht mehr. So schnell er konnte raste er Will hinterher, zum Zaun und drüber, nur einen Blick nach hinten riskierend, ob Guy mitkam. Als er ihn genau hinter sich sah, gab er Fersengeld!
Wie vereinbart schlug er sich nach rechts, zur Hauptstraße, von dort weiter über die Hinterhöfe.
Hinter ihm quietschten Reifen, dann Sirenengeheul, irgendwoher Brüllte es Anweisungen – Allan sah nicht zurück! Solange er Guy erst hinter, dann neben sich schwer atmen hören konnte, würde er nicht anhalten und preschte weiter, die fast leere Hauptstraße entlang, gefolgt von weit ausholenden Schritten und wütendem Moterbrummen.
Mit einem mal griff Guy nach seiner Hand, riss ihn ohne Vorwarnung in die nächste Seitenstraße, weg vom Bürgersteig, weiter durch eine Hinterhofgasse. Allan hatte alle Mühe nicht zu stolpern.
Entgegen seiner winzigen Hoffnung nahmen die aggressiven Schritte hinter ihnen nicht ab, im Gegenteil, sie kamen näher, - er konnte sie brüllen hören: „Stehen bleiben!“ Gleichzeitig blieb er mit der Eisenstange an einer Ecke hängen und merkte erst jetzt, dass er sie immer noch in der Hand hatte.
'Keine Beweise zurücklassen!' hatte Robin ihnen eingebläut. Mit einem kurzen Blick sah er, dass Guy auch noch die Astschere fest im Griff hatte.
Als sie um die nächste Ecke jagten, schafften sie sich einen kleinen Vorsprung, den Guy sofort nutzte um sie beide zwischen zwei Wohnhäuser in eine Enge Gasse zu schubsen.
Noch ehe Allan reagieren konnte, wirbelte er ihn mit einem Ruck gegen die raue Putzwand, dass ihm mit einem Schlag die Luft wegblieb, drückte ihm Astschere und Brecheisen so derbe in den Bauch, dass es krachte und presste sich dann selbst ohne erbarmen hinterher. Keine Sekunde später riss Guy ihm die Kapuze runter, umfasste ihm links und rechts das Gesicht, zog ihn hoch – und küsste ihn.

Die Welt stand still.
Nur nebenbei bekam Allan wie das Brüllen der Wachleute, die nach ihnen suchten, an der Gasse vorbei hallte, die wirren Lichtspiele, die von der Straße kurz zu über sie hinweg scheinten und dann weiter wackelten - und irgendwo in seinem Bauch bohrte sich die Brechstange schmerzhaft in seine Rippen, doch das war alles egal. Wie im Trance griffen er nach oben, krallte sich in schwarzen Haare über sich und klammerte sich an Guy wie ein Ertrinkender.
Viel zu kurz, dann ließ der ihn los, rutschte mit beiden Händen auf Allans Schultern und drehte vage den Kopf nach links und rechts, um die Gassenausgänge nach Verfolgern zu überprüfen. Fahrig nur tat Allan es ihm nach, wenn auch nicht ganz so aufmerksam – und immer noch mit den Händen in Guys Haaren.
Als sie sich beide davon überzeugt hatten, dass sie niemand mehr jagte machte Guy einen kleinen Schritt zurück, dass ihre Werkzeuge nur so auf den Asphalt klirrten. Die Brechstange schlug Allan genau auf den großen Zeh, doch der bekam das gar nicht mit. Er spürte nur Guys Hände, wie sie fest seine Schultern hielten, keinen Zentimeter abweichend
Wie gebannt und mit brennenden Lungen starrte Allan in das Gesicht über sich. Guy starrte ihn ebenfalls an, nicht schwer Atmend. Sie gaben beide nichts her.
Dann, wie auf Kommando, schnellte Guy plötzlich noch einmal vor, griff noch einmal nach Allans Gesicht, zog ihn wieder hoch und presste ihm einen neuen Kuss auf die Lippen.


Einige Zeit später, als Robin schwer atmend ins alte Haupthaus von Locksley kam, kontrollierte er als erstes mit einem schnellen Blick die Anwesenheit seiner Jungs.
John lag der Länge nach auf dem Boden, zwar nicht mehr schwer atmend, aber doch sichtlich geschafft, während Much über dem Waschbecken hing und versuchte mit Kernseife das Schmierfett von den Händen zu bekommen.
Lediglich Will schien kräftig gestürzt zu sein, denn Djaq säuberte ihm gerade fachmännisch einen übel aussehenden Schnitt am rechten Arm.
Doch auch bei näherem Hinsehen, kam er nicht umhin festzustellen, dass zwei fehlten.
„Leute, wo sind Allan und Gisborne?“
Alle Blicke richteten sich auf ihn. Niemand antwortete.
„Sie waren vor mir, als wir über den Zaun sind.“ merkte Much schließlich an.
„Und ich hab gesehen, wie sie rechts auf die Hauptstraße geflohen sind.“ Will unterbrach sich kurz mit einem leisen zischen, offenbar ob der Schmerzen von der Wunde her. „Allan ist der schnellste von uns, der wird weggekommen sein, aber Guy...“
„Solche Büroheinis sind nicht die fittesten...“ gab Much zu bedenken.
„Und Gisborne scheint mir nicht der ausdauernde Typ zu sein.“ mischte sich nun auch John ein.
„Sie haben es geschafft. Sie müssen es geschafft haben.“ Will klang so sicher, dass man ihm fast abnahm, dass er sich nicht selbst davon überzeugen sollte. „Hätten sie ihn geschnappt, hätte Allan uns aus dem Gewahrsam angerufen, richtig? Es sind jetzt zwei Stunden um und es gab keinen Anruf.“
Einzig, das helle Lachen von Djaq ließ sie alle aufhorchen. Breit grinsend schaute sie in die Runde, als wenn des Rätsels Lösung klar vor ihnen allen liegen würde und nur sie sie sehen konnte.
„Also wenn ihr mich fragt, würde ich sagen, die Beiden haben jetzt erst mal ganze andere Dinge im Sinn.“ Damit widmete sie sich wieder lächelnd Wills Wunde zu und ließ den Rest des Satzes unbehandelt im Raum stehen.

Date: 2013-08-01 09:22 am (UTC)
From: [identity profile] tsutsumi.livejournal.com
Mihihi :D

Ich weiß nicht, was du hast. Die Spannung ist doch da Oo Besonders die Stelle, bevor sie Guy als diesen erkennen und die Fluchtszene. Und mir ist dabei aufgefallen, dass man das Wort "Fersengeld" viel öfter benutzen sollte *__*

So'n bisschen unempathisch ist Robin aber schon, oder? Selbst wenn er es nicht genau weiß, wie sehr Allan unter der Trennung gelitten hat, es ist schon ein wenig unsensibel, zwei Ex-Lover für so eine Aktion zusammenzustecken. xD Aber gut, es passt irgendwie auch wieder zu ihm, der sonst immer den Durchblick hat und in den falschen Momenten dann nicht aus dem Mustopf kommt.

Ich bin mir übrigens nicht sicher, ob die beiden jetzt einfach so ohne Weiteres wieder im Bett landen könnten. Also, das ginge schon, aber danach ist erstmal nicht plötzlich Friede, Freude, Eierkuchen. Immerhin haben wir noch ein-zwei Konflikte offen. Harhar. *Händereib*

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