Team: Tardis
Fandom: Robin Hood (AU)
Challenge: Cocktails: Painkiller - Für's Team
Personen: Guy/Allan, Djaq
Wörter: ~900
Anmerkung: Gegenstück zum letzten Post. Dark und Emo und stümperhafte Metaphorik gibt's gratis dazu.
Er nimmt den Painkiller.
Guy würde diese Bildlichkeit mögen. Er würde das Metaphorik nennen und andere große Wörter benutzen.
Allan legt den Kopf auf dem kühlen Glastresen ab. Es ist so sinnlos, Geld, das er nicht hat, für Getränke aus dem Fenster zu werfen, die er nicht einmal gerne trinkt, nur weil es ihn an Guys Wortwahl erinnert.
Aber das Bier allein wirkt nicht mehr und es fühlt sich wirklich an wie körperlicher Schmerz, wie ein schwarzes Loch, das in ihm wächst und alles andere aufsaugt wie ein außerirdischer Parasit.
Er wankt allein nach Hause und wird zwischendurch von drei Teenagern angepöbelt, er teilt zwei rechte Haken aus, die beide danebengehen und brüllt böse Schimpfworte hinter ihnen her. Die Welt ist ein dunkelpurpurfarbener Tunnel und er übergibt sich an einer Straßenlaterne, die das, was da aus ihm herauskommt, hübsch beleuchtet.
Von wegen Painkiller.
Der scheiß Cocktail macht alles nur noch schlimmer.
Allan presst die heiße Stirn gegen den Betonmast der Laterne und schließt die Augen. Er kann nicht aufhören, Guy zu sehen. Guy, der heute Nachmittag plötzlich etwa fünfzig Meter entfernt stand und aussah, als würde er ihn auf der Stelle umbringen wollen. Schätzungsweise. Allan weiß, dass Guy achtzig Prozent der gesamten Zeit so aussieht, als wolle er wen umbringen, auch wenn er es gar nicht so meint, aber Allan kann sich nicht sicher sein, ob er es diesmal nicht auch wirklich wollte.
Er sieht Guy vor sich, der ihn so finster anstarrt, Guy, bei dem er so lange gewohnt hat, den er in- und auswendig kennt und erinnert sich daran, dass einfach alles in seinem Körper sofort in diese Richtung strebt. Er sieht Guy auf sich zustürmen und er spürt die Angst und wie er losrennt in die andere Richtung.
Guy hat ihn weggejagt. Wer garantiert Allan, dass Guy ihn nicht auch verprügeln würde?
Und das ist das allerschlimmste an der Sache – dass Allan ihm das wieder zutraut.
„Vergiss ihn einfach“, hat Much gesagt.
„Ein Arsch ist er doch sowieso, er ist es nicht wert, wirklich!“
Das sind die Worte, die Allan am allerwenigsten hören will.
Nein, er kann Guy nicht einfach vergessen. Offenbar kann alle Welt Gefühle einfach ausknipsen. Zumindest klingt es bei allen so. Selbst bei Guy.
Aber er kann es nicht.
Dieses ekelhafte Alien sitzt in seinem Bauch und atmet in seine Brust und er kann nichts dagegen tun.
Wenn er nur wenigstens schlafen könnte.
Zugegeben, der Alkohol hilft. Aber Allan hat nicht das Geld, sich jede Nacht abzuschießen, auch wenn er es im Moment bevorzugen würde, dauerhaft besoffen zu sein.
Kurz vor dem Haus, das er sich nun mit Robin und den anderen teilt, bleibt er stehen und zündet sich eine Zigarette an. Der Mond baumelt milchig und verschwommen über ihm und Allan möchte ihn anbrüllen, so wie er seit Wochen alles und jeden anbrüllen möchte.
Drinnen läuft er Djaq halb in die Arme. Sie hat in der Küche gesessen und über einem Medizinjournal gebrütet. Sie hält ihn davon ab, gegen eine Wand zu laufen.
„Bist du okay?“, fragt sie und er kann sehen, wie sie im Halbdunklen beinahe auf ihre Unterlippe beißt. Natürlich, das weiß sie, ist er nicht okay. Er ist alles andere als okay.
Das ist womöglich das Schlimmste: Dass Robin und die anderen kein Zuhause sind. Allan versucht seit Wochen, sich das einzureden.
Guy ist der Böse.
Robin ist der Gute.
Guy ist die böse Hexe.
Robin ist die verschissene gute Fee.
Wenn Allan nur einen Unterschied zwischen beiden sehen könnte.
Beide haben ihn angeschrien und dabei drölfzig Mal das Wort „Verrat“ benutzt. Beide halten sich für die Größten. Bei beiden musste er sich einkratzen. Wenn Marian sich nicht für ihn eingesetzt hätte, wenn Robin es Allan nicht hoch anrechnen würde, dass er Marian gedeckt hat, womöglich hätte er ihn nicht wieder reingelassen.
„Schön, dich wiederzuhaben.“
„Schön, zurück zu sein.“
Einmal grinsen und schon haben ihm alle auf die Schulter geklopft. Aber sie nennen ihn einen Heuchler.
Nein, der Unterschied zwischen Robin und Guy besteht einzig darin, dass Allan mit ersterem nicht im Bett war.
Djaq fährt ihm sanft über die Schulter.
„Du hast wieder geraucht“, sagt sie.
Allan zuckt mit den Schultern.
„Und wennschon. Der einzige, den's gestört hat, is' nich' da.“
Scheiß auf Djaq, denkt sich Allan bitter. Scheiß auf Will.
Seit sie endlich den Mund aufbekommen haben und zusammen sind, interessieren sie sich doch nur noch selten für ihre Umwelt.
„Ich meine nur, das hilft dir nicht, wenn dir eh schon schlecht ist.“ Sie geleitet ihn zum Bad und schließt die Tür hinter ihm. Sie wird draußen warten. Sie wird versuchen, sich um ihn zu kümmern und er weiß, genau genommen sollte er dankbar sein.
Genau genommen ist er einfach nur zu verletzt und zu sehr mit dem Alienvieh in seiner Brust beschäftigt um einzusehen, dass zumindest Will und Djaq es ernst mit ihm meinen, dass er eben nicht ganz allein auf der Welt ist.
Aber warum nur fühlt es sich dann genauso an?
Warum lässt der Schmerz dann nicht nach?
Warum hat er dann den Drang, sich in jeder wachen Sekunde zu betrinken und zu bekiffen?
Die Antwort flüstert ihm aus seinem Spiegelbild entgegen, als er versucht, sich die Zähne zu putzen.
Weil sie nicht Guy sind.
Weil sie nicht wissen, wie es sich anfühlt nirgendwohin zu gehören, von einem Verräter zu einem doppelten Verräter zu werden, von dem einzigen Menschen, auf den man irgendwie noch gezählt hat, verstoßen zu werden.
Er beugt sich über das Waschbecken und es fühlt sich an, als würde das Alien durch seine Kehle hinaus in die Welt kriechen. Es ist heiß und hart, ein verfluchter Wasserfall an Schmerzen und als die Tränen in seine Augen schießen, sehen die Fliesen, das Becken, das Licht aus wie ein purpurner Säuretraum.
Fandom: Robin Hood (AU)
Challenge: Cocktails: Painkiller - Für's Team
Personen: Guy/Allan, Djaq
Wörter: ~900
Anmerkung: Gegenstück zum letzten Post. Dark und Emo und stümperhafte Metaphorik gibt's gratis dazu.
Er nimmt den Painkiller.
Guy würde diese Bildlichkeit mögen. Er würde das Metaphorik nennen und andere große Wörter benutzen.
Allan legt den Kopf auf dem kühlen Glastresen ab. Es ist so sinnlos, Geld, das er nicht hat, für Getränke aus dem Fenster zu werfen, die er nicht einmal gerne trinkt, nur weil es ihn an Guys Wortwahl erinnert.
Aber das Bier allein wirkt nicht mehr und es fühlt sich wirklich an wie körperlicher Schmerz, wie ein schwarzes Loch, das in ihm wächst und alles andere aufsaugt wie ein außerirdischer Parasit.
Er wankt allein nach Hause und wird zwischendurch von drei Teenagern angepöbelt, er teilt zwei rechte Haken aus, die beide danebengehen und brüllt böse Schimpfworte hinter ihnen her. Die Welt ist ein dunkelpurpurfarbener Tunnel und er übergibt sich an einer Straßenlaterne, die das, was da aus ihm herauskommt, hübsch beleuchtet.
Von wegen Painkiller.
Der scheiß Cocktail macht alles nur noch schlimmer.
Allan presst die heiße Stirn gegen den Betonmast der Laterne und schließt die Augen. Er kann nicht aufhören, Guy zu sehen. Guy, der heute Nachmittag plötzlich etwa fünfzig Meter entfernt stand und aussah, als würde er ihn auf der Stelle umbringen wollen. Schätzungsweise. Allan weiß, dass Guy achtzig Prozent der gesamten Zeit so aussieht, als wolle er wen umbringen, auch wenn er es gar nicht so meint, aber Allan kann sich nicht sicher sein, ob er es diesmal nicht auch wirklich wollte.
Er sieht Guy vor sich, der ihn so finster anstarrt, Guy, bei dem er so lange gewohnt hat, den er in- und auswendig kennt und erinnert sich daran, dass einfach alles in seinem Körper sofort in diese Richtung strebt. Er sieht Guy auf sich zustürmen und er spürt die Angst und wie er losrennt in die andere Richtung.
Guy hat ihn weggejagt. Wer garantiert Allan, dass Guy ihn nicht auch verprügeln würde?
Und das ist das allerschlimmste an der Sache – dass Allan ihm das wieder zutraut.
„Vergiss ihn einfach“, hat Much gesagt.
„Ein Arsch ist er doch sowieso, er ist es nicht wert, wirklich!“
Das sind die Worte, die Allan am allerwenigsten hören will.
Nein, er kann Guy nicht einfach vergessen. Offenbar kann alle Welt Gefühle einfach ausknipsen. Zumindest klingt es bei allen so. Selbst bei Guy.
Aber er kann es nicht.
Dieses ekelhafte Alien sitzt in seinem Bauch und atmet in seine Brust und er kann nichts dagegen tun.
Wenn er nur wenigstens schlafen könnte.
Zugegeben, der Alkohol hilft. Aber Allan hat nicht das Geld, sich jede Nacht abzuschießen, auch wenn er es im Moment bevorzugen würde, dauerhaft besoffen zu sein.
Kurz vor dem Haus, das er sich nun mit Robin und den anderen teilt, bleibt er stehen und zündet sich eine Zigarette an. Der Mond baumelt milchig und verschwommen über ihm und Allan möchte ihn anbrüllen, so wie er seit Wochen alles und jeden anbrüllen möchte.
Drinnen läuft er Djaq halb in die Arme. Sie hat in der Küche gesessen und über einem Medizinjournal gebrütet. Sie hält ihn davon ab, gegen eine Wand zu laufen.
„Bist du okay?“, fragt sie und er kann sehen, wie sie im Halbdunklen beinahe auf ihre Unterlippe beißt. Natürlich, das weiß sie, ist er nicht okay. Er ist alles andere als okay.
Das ist womöglich das Schlimmste: Dass Robin und die anderen kein Zuhause sind. Allan versucht seit Wochen, sich das einzureden.
Guy ist der Böse.
Robin ist der Gute.
Guy ist die böse Hexe.
Robin ist die verschissene gute Fee.
Wenn Allan nur einen Unterschied zwischen beiden sehen könnte.
Beide haben ihn angeschrien und dabei drölfzig Mal das Wort „Verrat“ benutzt. Beide halten sich für die Größten. Bei beiden musste er sich einkratzen. Wenn Marian sich nicht für ihn eingesetzt hätte, wenn Robin es Allan nicht hoch anrechnen würde, dass er Marian gedeckt hat, womöglich hätte er ihn nicht wieder reingelassen.
„Schön, dich wiederzuhaben.“
„Schön, zurück zu sein.“
Einmal grinsen und schon haben ihm alle auf die Schulter geklopft. Aber sie nennen ihn einen Heuchler.
Nein, der Unterschied zwischen Robin und Guy besteht einzig darin, dass Allan mit ersterem nicht im Bett war.
Djaq fährt ihm sanft über die Schulter.
„Du hast wieder geraucht“, sagt sie.
Allan zuckt mit den Schultern.
„Und wennschon. Der einzige, den's gestört hat, is' nich' da.“
Scheiß auf Djaq, denkt sich Allan bitter. Scheiß auf Will.
Seit sie endlich den Mund aufbekommen haben und zusammen sind, interessieren sie sich doch nur noch selten für ihre Umwelt.
„Ich meine nur, das hilft dir nicht, wenn dir eh schon schlecht ist.“ Sie geleitet ihn zum Bad und schließt die Tür hinter ihm. Sie wird draußen warten. Sie wird versuchen, sich um ihn zu kümmern und er weiß, genau genommen sollte er dankbar sein.
Genau genommen ist er einfach nur zu verletzt und zu sehr mit dem Alienvieh in seiner Brust beschäftigt um einzusehen, dass zumindest Will und Djaq es ernst mit ihm meinen, dass er eben nicht ganz allein auf der Welt ist.
Aber warum nur fühlt es sich dann genauso an?
Warum lässt der Schmerz dann nicht nach?
Warum hat er dann den Drang, sich in jeder wachen Sekunde zu betrinken und zu bekiffen?
Die Antwort flüstert ihm aus seinem Spiegelbild entgegen, als er versucht, sich die Zähne zu putzen.
Weil sie nicht Guy sind.
Weil sie nicht wissen, wie es sich anfühlt nirgendwohin zu gehören, von einem Verräter zu einem doppelten Verräter zu werden, von dem einzigen Menschen, auf den man irgendwie noch gezählt hat, verstoßen zu werden.
Er beugt sich über das Waschbecken und es fühlt sich an, als würde das Alien durch seine Kehle hinaus in die Welt kriechen. Es ist heiß und hart, ein verfluchter Wasserfall an Schmerzen und als die Tränen in seine Augen schießen, sehen die Fliesen, das Becken, das Licht aus wie ein purpurner Säuretraum.
no subject
Date: 2013-07-31 11:58 am (UTC)Ich würd sie beide gern in den Arm nehmen und erst sie puscheln und sie dann zwingen sich gegenseitig zu puscheln. Gaaaaaaanz lange! >.<
Wir müssen das schnell wieder regeln mit den beiden. 7: