Kleidungsstücke: Krawatte [fürs Team]
Jul. 21st, 2013 04:04 pmFandom: Original
Charaktere: Jesse, Wade
Wörter: ~600
Challenge: Kleidungsstücke: Krawatte [fürs Team]
Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4
Wade hatte die Stirn in Falten gelegt.
Seine Augen scannten die gesamte Straße ab und Jesse konnte förmlich sehen, wie er sich mentale Notizen über riskante Stellen, potentielle Fluchtwege und Seitengassen machte.
Grundschule. Bushaltestellestelle. Einfamilienhäuser.
Es sah so harmlos aus wie eine Gegend nur aussehen konnte. Vorgärten mit spielenden Kindern und hechelnden Familienhunden, parkende Volvos und die milde Morgensonne über allem.
Und am Ende der Straße war das Haus.
Margo Andersons Haus.
Sie standen in dem schmalen Spalt zwischen zwei Häusern. Die Mauer an der Wade lehnte, war aus rotem Backstein und umrankt von Efeu, was dem ganzen Bild etwas absurd pittoreskes verlieh.
„Du bist skeptisch“, stellte Jesse fest und bemühte sich nicht mal eine Frage daraus zu machen. Er fühlte sich heiß und kalt zugleich, fiebrig und verschwitzt. Er wollte zwanzig Stunden am Stück schlafen und danach kalt duschen oder umgekehrt. Und es war alles zum Greifen nah. Eine Dusche, eine Couch und vielleicht sogar ein Bett.
Aber Wade war skeptisch.
„Es ist nur ein Gefühl.“
Jesse nickte. „Okay.“ Er lehnte gegenüber von Wade und hatte die Augen geschlossen. Blut pulsierte in seinen Ohren und er fühlte sich seltsam abwesend, als ob er drei Meter neben der Wirklichkeit schwebte. Es war beunruhigend angenehm. „Was stört dich?“
„Wenn ich das wüsste, wäre es kein Gefühl mehr“, gab Wade mit bestechender Logik zurück und seine Augen folgten dem abfahrenden Bus.
„Du hast sie doch überprüft, oder? Spätestens auf der Fähre.“
„Natürlich. Rio hat ihren Namen für mich durchs System durchlaufen lassen. Alles lupenrein und unverdächtig.“
„Ist es eine gute Idee jeden und seinen Hund darüber in Kenntnis zu setzen, wo wir sind?“ erwiderte Jesse bissig.
„Keine Sorge, ich schulde ihr noch jede Menge Geld. Rio wird alles tun, um mich am Leben zu erhalten, bis ich ihr die Schulden zurückgezahlt habe.“ Er warf Jesse einen Blick zu und hob die Augenbrauen. „Was? Das hat schon bei Julius Cäsar hervorragend funktioniert.“
„Ja, ganz hervorragend. Bis Brutus kam und ihm ein Messer in den Rücken gerammt hat. Dreiundzwanzig Mal.“
„Ich bin sicher, dass Cäsar dem auch kein Geld geschuldet hat.“
„Du musst mich nicht begleiten“, sagte Jesse aus einem Impuls heraus. Wade, der normalerweise der Meister des plötzlichen Themawechsels war, blickte scharf auf.
Jesse erwiderte den Blick, ohne mit der Wimper zu zucken und beobachtete ihn.
Wade war unrasiert und zwei Haarsträhnen hatten sich aus seinem Oxford Seitenscheitel gelöst und fielen ihm die Stirn. Seine Augen lagen im Schatten, aber quer über seine untere Gesichtshälfte fiel ein frühmorgendlicher Sonnenstrahl und tauchte den Schwung seiner prominenten Unterlippe in warmes Licht.
Er hatte die Krawatte gelöst und sie hing lose um seinen Nacken. Die schmalen, dunkelroten Bänder sahen aus wie Blut.
In Marseille hatte Jesse zum Abschied einmal gesagt: ‚Falls wir uns nicht wiedersehen…‘ und den Satz nicht beendet. Dasselbe Gefühl überkam ihn auch jetzt.
Falls es das letzte Mal war, dass er Wade jemals sah, war das hier und jetzt, halb in der Sonne und halb im Schatten, mit gelöster Krawatte und einem halben Lächeln… es war ein schönes Bild, um es mit ins Grab zu nehmen. Der Gedanke war rührselig und morbide gleichermaßen.
Vielleicht war es nur der Schlafentzug. Ein neurologischer Defekt, der sich leicht beheben ließ.
„Du kannst dich umdrehen und gehen. Ich habe dich gebeten, mich nach Oslo zu bringen und das hast du getan“, sagte er ruhig. „Dafür schulde ich dir was.“
„Ja. Zwanzig Prozent.“ Ein Mundwinkel kräuselte sich spöttisch. Mit wenigen, sparsamen Handbewegungen sicherte und lud Wade seine Browning und verstaute sie wieder im Halfter. Dann trat er aus dem Schatten nach vorne.
„Sei doch nicht dumm“, sagte er leicht. „Bodyguard-Service bis an die Haustür. Und verzeih wenn ich das sage, aber im Moment siehst du aus, als ob du bei dem Versuch die Straße zu überqueren von einem Bus überfahren werden würdest.“
Outtake
*Brauche Infos über eine Dr. Margo Anderson. Military Standard. Schneller wäre besser. WW*
*Du scheinst mich mit jemandem zu verwechseln, der dafür lebt deine Probleme zu lösen. R*
*Betrachte es als Gefallen und setz ihn auf die Liste meiner Schulden bei dir.*
*Wo auch immer du gerade bist, ich hoffe, du spürst meine aufrichtige und tief empfundene Abneigung gegenüber deiner gesamten Person und allem was du repräsentierst.*
*Bitte.*
*Oh wow. Es muss ernst sein.*
*Ja.*
*Entweder droht der baldige Weltuntergang oder jemand hat dir fabelhaften Sex versprochen.*
*Kann ich die Aussage verweigern und dich dafür in Paris zum Essen einladen?*
*5 Sterne. Gib mir eine halbe Stunde.*
+ Julius Cäsar wurde tatsächlich von dreiundzwanzig Stichen getötet, aber nicht alleine von Brutus, sondern von einer ganzen Handvoll Verschwörer. Und seine liebste Taktik auf dem Weg zu seiner Machtergreifung bestand tatsächlich darin sich bei allen wichtigen Menschen sehr viel Geld zu leihen, damit sie sich genötigt sahen für sein weiteres Überleben zu sorgen (wenn sie das Geld jemals wiedersehen wollten).
+ Ich habe viel zu viel Zeit damit verbracht, um Waffenholster zu recherchieren und welche sich dazu eignen verdeckt zu tragen. *face/palm*
+ Und dann, ob es Backsteinhäuser in Oslo gibt.
Charaktere: Jesse, Wade
Wörter: ~600
Challenge: Kleidungsstücke: Krawatte [fürs Team]
Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4
Wade hatte die Stirn in Falten gelegt.
Seine Augen scannten die gesamte Straße ab und Jesse konnte förmlich sehen, wie er sich mentale Notizen über riskante Stellen, potentielle Fluchtwege und Seitengassen machte.
Grundschule. Bushaltestellestelle. Einfamilienhäuser.
Es sah so harmlos aus wie eine Gegend nur aussehen konnte. Vorgärten mit spielenden Kindern und hechelnden Familienhunden, parkende Volvos und die milde Morgensonne über allem.
Und am Ende der Straße war das Haus.
Margo Andersons Haus.
Sie standen in dem schmalen Spalt zwischen zwei Häusern. Die Mauer an der Wade lehnte, war aus rotem Backstein und umrankt von Efeu, was dem ganzen Bild etwas absurd pittoreskes verlieh.
„Du bist skeptisch“, stellte Jesse fest und bemühte sich nicht mal eine Frage daraus zu machen. Er fühlte sich heiß und kalt zugleich, fiebrig und verschwitzt. Er wollte zwanzig Stunden am Stück schlafen und danach kalt duschen oder umgekehrt. Und es war alles zum Greifen nah. Eine Dusche, eine Couch und vielleicht sogar ein Bett.
Aber Wade war skeptisch.
„Es ist nur ein Gefühl.“
Jesse nickte. „Okay.“ Er lehnte gegenüber von Wade und hatte die Augen geschlossen. Blut pulsierte in seinen Ohren und er fühlte sich seltsam abwesend, als ob er drei Meter neben der Wirklichkeit schwebte. Es war beunruhigend angenehm. „Was stört dich?“
„Wenn ich das wüsste, wäre es kein Gefühl mehr“, gab Wade mit bestechender Logik zurück und seine Augen folgten dem abfahrenden Bus.
„Du hast sie doch überprüft, oder? Spätestens auf der Fähre.“
„Natürlich. Rio hat ihren Namen für mich durchs System durchlaufen lassen. Alles lupenrein und unverdächtig.“
„Ist es eine gute Idee jeden und seinen Hund darüber in Kenntnis zu setzen, wo wir sind?“ erwiderte Jesse bissig.
„Keine Sorge, ich schulde ihr noch jede Menge Geld. Rio wird alles tun, um mich am Leben zu erhalten, bis ich ihr die Schulden zurückgezahlt habe.“ Er warf Jesse einen Blick zu und hob die Augenbrauen. „Was? Das hat schon bei Julius Cäsar hervorragend funktioniert.“
„Ja, ganz hervorragend. Bis Brutus kam und ihm ein Messer in den Rücken gerammt hat. Dreiundzwanzig Mal.“
„Ich bin sicher, dass Cäsar dem auch kein Geld geschuldet hat.“
„Du musst mich nicht begleiten“, sagte Jesse aus einem Impuls heraus. Wade, der normalerweise der Meister des plötzlichen Themawechsels war, blickte scharf auf.
Jesse erwiderte den Blick, ohne mit der Wimper zu zucken und beobachtete ihn.
Wade war unrasiert und zwei Haarsträhnen hatten sich aus seinem Oxford Seitenscheitel gelöst und fielen ihm die Stirn. Seine Augen lagen im Schatten, aber quer über seine untere Gesichtshälfte fiel ein frühmorgendlicher Sonnenstrahl und tauchte den Schwung seiner prominenten Unterlippe in warmes Licht.
Er hatte die Krawatte gelöst und sie hing lose um seinen Nacken. Die schmalen, dunkelroten Bänder sahen aus wie Blut.
In Marseille hatte Jesse zum Abschied einmal gesagt: ‚Falls wir uns nicht wiedersehen…‘ und den Satz nicht beendet. Dasselbe Gefühl überkam ihn auch jetzt.
Falls es das letzte Mal war, dass er Wade jemals sah, war das hier und jetzt, halb in der Sonne und halb im Schatten, mit gelöster Krawatte und einem halben Lächeln… es war ein schönes Bild, um es mit ins Grab zu nehmen. Der Gedanke war rührselig und morbide gleichermaßen.
Vielleicht war es nur der Schlafentzug. Ein neurologischer Defekt, der sich leicht beheben ließ.
„Du kannst dich umdrehen und gehen. Ich habe dich gebeten, mich nach Oslo zu bringen und das hast du getan“, sagte er ruhig. „Dafür schulde ich dir was.“
„Ja. Zwanzig Prozent.“ Ein Mundwinkel kräuselte sich spöttisch. Mit wenigen, sparsamen Handbewegungen sicherte und lud Wade seine Browning und verstaute sie wieder im Halfter. Dann trat er aus dem Schatten nach vorne.
„Sei doch nicht dumm“, sagte er leicht. „Bodyguard-Service bis an die Haustür. Und verzeih wenn ich das sage, aber im Moment siehst du aus, als ob du bei dem Versuch die Straße zu überqueren von einem Bus überfahren werden würdest.“
Outtake
*Brauche Infos über eine Dr. Margo Anderson. Military Standard. Schneller wäre besser. WW*
*Du scheinst mich mit jemandem zu verwechseln, der dafür lebt deine Probleme zu lösen. R*
*Betrachte es als Gefallen und setz ihn auf die Liste meiner Schulden bei dir.*
*Wo auch immer du gerade bist, ich hoffe, du spürst meine aufrichtige und tief empfundene Abneigung gegenüber deiner gesamten Person und allem was du repräsentierst.*
*Bitte.*
*Oh wow. Es muss ernst sein.*
*Ja.*
*Entweder droht der baldige Weltuntergang oder jemand hat dir fabelhaften Sex versprochen.*
*Kann ich die Aussage verweigern und dich dafür in Paris zum Essen einladen?*
*5 Sterne. Gib mir eine halbe Stunde.*
+ Julius Cäsar wurde tatsächlich von dreiundzwanzig Stichen getötet, aber nicht alleine von Brutus, sondern von einer ganzen Handvoll Verschwörer. Und seine liebste Taktik auf dem Weg zu seiner Machtergreifung bestand tatsächlich darin sich bei allen wichtigen Menschen sehr viel Geld zu leihen, damit sie sich genötigt sahen für sein weiteres Überleben zu sorgen (wenn sie das Geld jemals wiedersehen wollten).
+ Ich habe viel zu viel Zeit damit verbracht, um Waffenholster zu recherchieren und welche sich dazu eignen verdeckt zu tragen. *face/palm*
+ Und dann, ob es Backsteinhäuser in Oslo gibt.
no subject
Date: 2013-07-22 02:15 pm (UTC)Uah, eigentlich wollte ich viel konstruktiver sein, aber nach einem Vormittag beim Amt... und Kreislauf und müde... ich krieg nichts mehr zustande außer meine aufrichtige Liebe für deinen Schreibstil und deine grandiosen Charaktere.
no subject
Date: 2013-07-23 10:28 am (UTC)Ich gebe zu, ich zieh mir gerade den gesamten Plot aus dem Arsch, aber hey ... ich hab Spaß.
no subject
Date: 2013-07-23 10:39 am (UTC)Ich bin selber gespannt ... making it up as I go along. XD