[identity profile] jarienn.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Autor: [livejournal.com profile] jarienn
Fandom: FAKE
Charaktere: Drake Parker und J.J. Adams
Wordcount: ~ 900
Rating: PG
Disclaimer: FAKE und alle seine Charaktere gehören Sanami Matoh.

Challenge: # 3 - Was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß

Bettgeschichte

Drake blinzelte schläfrig und zwang sich, völlig wach zu werden. Das war kein einfaches Unterfangen; bevor er eingeschlafen war, war er entschieden zu lange wach geblieben. Mit einem Stirnrunzeln sah er sich um. Er war nicht in seiner eigenen Wohnung, soviel war augenblicklich klar; seine Couch war längst nicht so bequem. Natürlich erkannte Drake seine Umgebung, denn nie würde er es sich erlauben, an einem ihm unbekannten Ort einzuschlafen.

Darüber hinaus verbrachte er nicht zum ersten Mal eine Nacht auf J.J.s Couch. Aber zum ersten Mal hatte er seinen Partner so erlebt wie an diesem Abend. Zum ersten Mal, seitdem Drake J.J. kennen gelernt hatte, hatte J.J. sich völlig und ungezügelt die Kante gegeben.

Und genau das machte Drake Sorgen.

Ein unerwarteter Laut aus J.J.s Schlafzimmer erregte Drakes Aufmerksamkeit. Er zögerte nicht und ging dem Geräusch nach. An der Schlafzimmertür hielt er dann jedoch inne. Im Licht, das vom Flur ins Zimmer fiel, konnte er J.J. auf dem Bett liegen sehen. Er schien einen Alptraum zu haben, was die leisen, gequälten Laute erklärte. Drake schüttelte seufzend den Kopf. 'Er verträgt wirklich nicht viel – und Dee und Ryos Ankündigung war dem nicht gerade förderlich.'

Vorsichtig betrat Drake das Schlafzimmer und setzte sich schließlich auf die Bettkante neben den noch immer schlafenden und träumenden J.J. Unwillkürlich erinnerte sich Drake an den Beginn des Abends. 'J.J. hat wohl endlich begriffen, dass er sich keinerlei Hoffnungen auf Dee mehr zu machen braucht. Nicht nach der Nachricht, dass Dee und Ryo zusammen ziehen werden.' Das war in Drakes Augen jedoch kein Grund, um sich zu laufen zu lassen, doch J.J. hatte das nicht im Mindesten interessiert und er hatte Drakes Warnungen und Ratschläge konsequent ignoriert.

Als Drake jetzt seinen unruhig schlafenden Partner beobachtete, war er sich nicht sicher, warum er überhaupt den ganzen Abend bei ihm geblieben war. Ganz zu schweigen davon, dass er hätte sagen können, warum er ihn nicht sich selbst überlassen hatte, nachdem er ihn heile nach Hause und ins Bett gebracht hatte. Aber irgendwie war es nicht genug gewesen. Dieser Gedanke ließ Drake erneut die Stirn kraus ziehen.

J.J. hatte den ganzen Abend kaum ein Wort gesagt – eine Tatsache, die bei Drake sämtliche Alarmglocken hatte schrillen lassen. Es musste ihm wirklich schlecht gehen, wenn er seine sonst so lebendige Art völlig verlor. Drake konnte sich nur an eine weitere Begebenheit erinnern, wo dies passiert war: als Max Fork, J.J.s Freund und Kollege aus L.A., getötet worden war.

Drakes Gedanken wurden von J.J. unterbrochen, der im Schlaf leise wimmerte und sich bewegte als würde er gegen einen nur für ihn sichtbaren Gegner ankämpfen.

Plötzlich wusste Drake, warum er bei J.J. geblieben war und auch jetzt an seiner Seite blieb. Er war immer für J.J. dagewesen, wenn Dee ihn – oft recht brutal – zurückgewiesen hatte. Irgendwie schien es nur logisch, dass er J.J. auch jetzt beistand, wenn alles (hoffentlich) zuende ging.

Drakes Körper war schneller als sein Wille, als er beobachtete, wie er seine Hand ausstreckte und J.J. schweißnasse Stirn berührte. Als Drake ihm einige feuchte Haarsträhnen aus dem Gesicht strich, murmelte J.J. etwas Unverständliches und versuchte, sich der Hand zu entziehen. Drake nahm seine Hand zurück.

Einen Moment lang überlegte Drake, ob er nicht lieber nach Hause gehen sollte – oder doch zumindest das Schlafzimmer verlassen sollte.

Ein leises Stöhnen und einige weitere gemurmelte Worte entschieden die Angelegenheit für ihn.

„Nicht – ich will – Dee – nein!” J.J. schluchzte um Schlaf auf – ein Laut, der Drake unerwartet heftig traf.

Drake blinzelte überrascht und hörte genauer hin. Doch J.J. schlief noch immer unruhig, und Drake war sicher, dass ihn so schnell nichts aus der wachen Welt erreichen würde. Drake wollte es trotzdem versuchen. Deshalb bemühte er sich, mit ruhigen Worten J.J.s Alptraum zu verscheuchen. 'Das ist das Mindeste, was ich tun kann.'

Aber J.J. schien tatsächlich zu tief zu schlafen, um Drake zu hören; sein Alptraum ließ ihn einfach nicht los. Seine Hände hatten sich in die Bettdecke gekrampft und sein Gesicht spiegelte seine Angst nur zu deutlich wider. Drake konnte es nicht ertragen, ihn so zu sehen. Daher schlug er alle Vorsicht und Bedenken in den Wind und löste J.J.s rechte Hand behutsam von der Decke und nahm sie zwischen seine beiden Hände.

„Hab keine Angst. Ich bin hier, J.J. –,” flüsterte er eindringlich und hoffte, dass J.J. ihn vielleicht doch hörte, ihn spürte.

„D-Dee – geh nicht –,” wimmerte J.J. mit dünner Stimme und umklammerte nun seinerseits Drakes Hände. Seine Worte ließen Drake sich auf eigentümliche Weise eifersüchtig fühlen.

Einmal mehr seufzte er tief auf. 'Wenn er je herausfindet, was ich gerade mache, dann wird er mich hassen. Ganz sicher. Oder er wird mich für den Rest meines Lebens damit aufziehen,' ging es Drake durch den Kopf, bevor er sagte: “Ich werde dich nicht alleine lassen, J.J., ich werde nirgendwohin gehen.”

Und genau das war es, was Drake dann auch in der nächsten Stunde tat. Er blieb an J.J.s Seite und wachte über seinen Schlaf. Er redete leise mit ihm – Nichtigkeiten, von denen er hoffte, dass J.J. sie nicht mitbekam oder sich gar an sie erinnerte, wenn es Morgen wurde; die Chancen dafür standen nicht schlecht. Während der ganzen Zeit ließ Drake J.J.s Hand nicht los.

Als Drake bemerkte, dass J.J.s Schlaf ruhiger wurde, er sich endlich entspannte, brach der Morgen bereits an. J.J. glitt in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

Drake traf eine Entscheidung, die ihm unerwartet schwer fiel. Er stand auf, ließ J.J.s Hand los und verließ das Schlafzimmer und seinen nun friedlich schlafenden Partner.

J.J. würde nie erfahren, dass Drake sich fast gewünscht hatte, dass J.J. nur ein einziges Mal seinen Namen genannt hätte mit der Bitte, nicht zu gehen.

Date: 2007-08-10 10:08 am (UTC)
From: [identity profile] nana989.livejournal.com
Ich mag es. ^^

Ich mag Drake und J.J., naja... vor allem Drake, weil er immer da ist, wenn J.J. von Dee zurückgewiesen wird... sie sind toll. =3

Diese Szene hier gefällt mir auch sehr, vor allem in Hinsicht auf Drakes Gedanken und den Schlusssatz. Die ganze Zeit ist er aufopfernd als Freund für ihn da und dann wird am Schluss doch noch leise und klein klar, was er sich wünscht. Gut gemacht.

Passte mir auch sehr gut, weil ich gestern seit langem mal wieder in den Bänden geblättert habe. XD Gutes Timing.

LG Nana

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