Team: Tardis
Fandom: Robin Hood (AU)
Challenge: Stimmungen: Starr vor Schreck - Für's Team
Wörter: ~1.700
Personen/Pairing: Guy of Gisborne/Allan A Dale
Anmerkung: Direkte Fortsetzung zu dieser Geschichte hier von
akira_san13.
„Sie können sich das wahrscheinlich denken“, schnaufte der dicke Commissioner Mr. Blackknight, als er Guy den Hauptgang des Polizeireviers hinunterleitete, „dass wir so etwas sonst nicht machen. Ich will nicht direkt sagen, dass es gegen die Richtlinien verstößt, aber...“ Er winkte mit den dicken Fingern einer Patschehand ab.
Es war nicht viel los. Es war Mittagszeit und das halbe Büro schien in der Pause zu sein. Draußen schien die Sonne und es war ungewöhnlich warm. Als Guy eben durch den winzigen Park vor dem Revier gelaufen war, hatten sich dort ungemein viele Menschen in blauen Uniformen laut schnatternd und lachend auf die paar Bänke gequetscht.
Er selbst opferte seine Mittagspause. Was man so tat, wenn der eigene Boss einen dazu aufforderte, „die kleine Made“ etwas auszuhorchen. Er musste an Allan denken und daran, wie er selbst mit diesem Vorhaben nicht sehr weit gekommen war. Was vielleicht nicht nur allein an Allan lag, sondern auch an der Art, wie Guy auf ihn reagierte.
„Der kriegt bestenfalls eine Anzeige wegen Vandalismus an den Hals und das war's“, schnaufte der Commissioner. Der Schweiß stand ihm in winzigen Tröpfchen auf der Stirn und in den grauen Haaren an seinen Schläfen. Bei genauerem Hinsehen überlegte Guy, ob das, was der Mann da auf dem Kopf trug und so seltsam unecht aussah, nicht sogar ein Toupet war. So jemand konnte nur ein Kegelbruder von Vaisey sein; alt, ekelhaft und korrupt.
„Aber wenn wir uns ein bisschen anstrengend, können wir ihm vielleicht noch schwere Körperverletzung unterstellen und er muss noch ein paar Tage länger hierbleiben“, grinste der Mann vielsagend.
„Ich weiß ja, welchen Ärger ihr mit dieser vermaledeiten Bande habt in euren Siedlungen! Nichts als Ärger! Wenn man die Leute wie früher noch einfach auspeitschen könnte, ach, das wär was. Der Rotzlöffel hier hätte es zumindest verdient!“
Sie bogen um die Ecke und Guy war für eine Sekunde etwas abgelenkt von der Assoziation, die sein Kopf zwischen Allan und der Vorstellung einer Peitsche aufstellte.
Der Commissioner schloss eine schmale Tür, die aussah, als würde sie zu einer Besenkammer gehören, auf. Vermutlich war das irgendwann mal in der Vergangenheit eine gewesen und aus Platz- und Kostengründen in einen Verhörraum umgewandelt worden. Und mehr konnten sie mit dem Typen aus Robins Bande auch nicht machen. Ein schiefes Graffiti mit bösen Worten, nicht einmal zu zwei Dritteln vollendet, das galt nicht als gefährlich und sträflich genug, um jemanden mehr als zwei-drei Stunden festzuhalten. Auch wenn Guy wusste, dass der arme Teufel, den sie da jetzt hochgenommen hatten, seit einem halben Tag hier festsaß, weil der Commissioner Vaisey einen Gefallen tat.
Und nicht nur den. Er ließ Guy mit dem armen Teufel reden. Er würde wahrscheinlich nicht einmal mit der Wimper zucken, wenn Guy dem Kerl einen Kinnhaken verpassen würde.
Die Polizei, dein Freund und Helfer.
„Ich lass Sie erstmal allein mit ihm reden“, winkte der Commissioner ab.
„Ich hab noch kein Mittag gehabt.“
Guy betrachtete ihn mit nur vage verstecktem Ekel vom künstlichen Haarschopf über den fassähnlichen Bauch bis zu den Stummelbeinen und zuckte mit den Schultern.
„Sagen Sie uns, wenn Sie noch etwas brauchen.“ Der Mann grinste.
„Immerhin schulde ich Vaisey noch 'nen Gefallen.“
Das Innere des Zimmers war grünlich, war staubig und ziemlich warm. Immerhin sah es von innen weniger aus wie eine Besenkammer. Es hatte sogar ein vergittertes Fenster. Guy schloss die Tür hinter sich und überlegte noch halb, ob der Commissioner nun hinter ihm zuschließen würde, um eine etwaige Flucht des „Gefangenen“ zu verhindern als die zusammengesunkene Gestalt, die über einen schlichten braunen Tisch gebeugt in der Mitte des Raumes saß, den Kopf hoch und ihre Blicke sich trafen.
Guy stöhnte auf.
Natürlich. Es musste ausgerechnet Allan sein. Von allen Vandalen in ganz Nottingham. Und er erstarrte auf der Stelle.
„Was zur Hölle machst du hier?!“, entfuhr es Guy und er musste sich ein wenig selbst über sich wundern. Wenn er auch seinen Lieblingskellner nicht einmal als Bekannten bezeichnen würde, es fühlte sich dennoch ein wenig an, wie wenn man einen Freund in einem ganz unnatürlichen Umfeld traf. In einem Stripclub. Oder beim Pferderennen. Es hatte durchaus etwas mit peinlicher Berührung zu tun.
Das hier war nicht Allan der Kellner, der unentwegt an seinem Handy herumfummelte, um Guy nicht die ganze Zeit anzustarren. Das hier war Allan, die linke Zecke; Allan in einem schwarzen T-Shirt mit dem Schriftzug Disturbed, Allan in schwarzen Hosen und dicken Springerstiefeln.
Und ja, gestört sah er auch irgendwie aus.
„Was zur Hölle machst du hier?“, japste Allan und seine hellen Augen blinzelten viel zu schnell. In seinem Kopf schien es rasend zu arbeiten. Er holte drei Mal Luft, während Guy sich resigniert auf die andere Seite des Tisches setzte, wo wahrscheinlich vorhin der Commissioner gesessen hatte.
„Oh Gott“, wimmerte Allan.
„Du bist in Wirklichkeit ein undercover Polizist. Und jetzt bin ich dran.“
Er war tatsächlich starr vor Schreck. Guy lehnte sich etwas zurück und betrachtete ihn. Es war wirklich unerträglich heiß hier und auf dem Tisch stand nicht einmal ein Glas Wasser. Allan hatte sein Shirt vollgeschwitzt. Guy konnte die Angst und eine bleierne Erschöpfung förmlich riechen.
Und damit verpuffte seine Vorfreude, jemandem aus Robin Hoods Gang endlich mal die Leviten lesen zu können, auf einen Schlag. Es war ihm nicht einmal ganz klar, warum eigentlich nicht.
Sein von Gewohnheit verwirrtes Gehirn versuchte ihn plötzlich dazu zu überreden, einen Espresso und ein Stück Käsekuchen zu bestellen. Immerhin hatte er Mittagspause und sein Kellner war hier.
„Nicht so ganz, aber deine Fantasie ist beeindruckend“, gab er zurück.
Allan sackte wieder ein Stück in sich zusammen. Vielleicht ließ der Schreck ein wenig nach.
„Nicht so beeindruckend wie die von diesem Fettsack da.“ Er nickte zur Tür.
„Geschlagene sieben Stunden hänge ich hier schon rum und drei davon hat der mich bearbeitet.“
Er zuckte mit den Schultern.
„Klar haben die mich gesehen, wie ich dieses Haus in Clunn angesprayt hab. Okay. Sollen sie mich doch endlich anklagen und mich hier rauslassen.“
Er fuhr sich mit den Händen durch's Gesicht und wirkte mit einem Mal sehr müde.
„Anstatt mir irgendwelche Fangfragen zu stellen, wo ich denn letzte Nacht dann und dann gewesen sei und da wäre ja jemand ins Krankenhaus eingeliefert worden und all der Scheiß.“
Also hatten sie es Guy nicht nur angeboten. Der Commissioner hatte es tatsächlich schon versucht.
„Und was hast du gesagt?“, fragte er und verschränkte die Arme.
„Nur 'Ich will mit meinem Anwalt sprechen'.“
„Und hast du?“
„Nö.“
Allan zuckte wieder mit den Schultern.
„Wieso nicht?“
„Ich hab keinen.“
Guy verdrehte die Augen.
„Was denn, das war der einzige Satz, der mir einfiel! Im Fernsehen funktioniert das doch auch immer!“
„Was hast du denn erwartet? Dass auf wundersame Weise jemand erscheint, der dich rettet?! Tze, träum weiter.“
Durch die tanzenden Sonnenstäubchen in der Luft traf ihn plötzlich Allans heller Blick. Nein, starr vor Schreck war der Junge nicht mehr.
„Du bist da“, sagte Allan nur.
„Ich-was? Oh nein!“
Guy fuhr grollend vom Stuhl hoch.
„Du und ich, wir stehen auf verschiedenen Seiten! Was bildest du dir überhaupt ein?!“
Allan ließ die Schultern sinken und beäugte resigniert die Tischplatte.
„War'n Versuch wert.“
Die Art, wie sein Gesicht sich gleich wieder verfinsterte, war beinahe schon alarmierend. Der Schweiß stand auch ihm in den Schläfen, so dass winzige Strähnchen seiner Haare anklebten. Aber im Gegensatz zum Fall des Commissioner fand Guy, dass das gar nicht so schlecht aussah. Eher irgendwie im Gegenteil.
Er war hinter Allans Stuhl gewandert und wandte sich nun um, legte beide Hände auf die Lehne und beugte sich hinunter, bis er in Allans Ohr flüstern konnte, leise, böse, grinsend.
„Natürlich könnte ich dir helfen.“
Allan erschauerte und Guy wusste nicht so wirklich, woran es lag. Aber Allan war ihm nahe wie noch nie und seine Haare rochen nach Sonne und Weglaufen und ein klein wenig nach Staub. Und nach ihm. Guy schloss für den Bruchteil einer Sekunde die Augen. Er konnte Allan riechen.
„Ich verlange ja auch nicht viel dafür. Ein paar winzige Informationen über Robin Hood. Wo eine von fünf möglichen nächsten Aktionen stattfindet. In welchen Häusern man eventuell ein sichereres Türschloss an den E-Räumen anbringen könnte. Nichts, was wehtut, weder dir noch mir. Wir gehen beide unbehelligt aus der Sache raus. Ich kann neue Türschlösser anbringen lassen und du wirst nicht angezeigt.“
Er konnte Allans Puls am Hals förmlich spüren. Alles an ihm war wieder angespannt und er wirkte ein wenig, als würde ihn ein Schauer nach dem anderen schütteln. Fast, dachte Guy und plötzlich spürte er, wie auch sein Körper anfing, diese Szene zu genießen. Er atmete gegen Allans Ohr und dieser erstarrte (diesmal nicht vor Schreck).
„Überleg es dir gut“, wisperte Guy und er küsste die empfindliche Stelle halb vor, halb unter Allans Ohr. Er konnte hören, wie sich der Atem des anderen beschleunigte.
Allan bewegte sich früher als er gedacht hatte. Er fuhr vom Stuhl hoch, schwer atmend, stieß mit dem Hinterteil gegen den Tisch, dass es rummste und hatte mit einem Mal wieder helle und wache Augen.
„Ich hab dir schon gesagt, ich verrate dir nichts! Gar nichts“, keuchte er, aber er klang wenig überzeugt davon.
Guy hob eine Augenbraue und schob den Stuhl – das einzige, was jetzt zwischen ihnen stand – demonstrativ zur Seite. Und dann berührten seine Oberschenkel Allans und seine Hände fassten links und rechts an den Rand der Tischplatte und Allan zog scharf die Luft ein.
„Natürlich zeige ich dir doch dafür meine Dankbarkeit“, sagte er tonlos gegen Allans Ohr.
„...Dankbarkeit“, wiederholte Allan ebenso tonlos.
„Und wie sieht die aus?“
Da war sie wieder, seine aufmüpfige, aberwitzige Seite. Guy hatte sie bislang ja nur einmal kennengelernt, aber er mochte sie jetzt schon.
Er schaute Allan lange an, einen Mundwinkel in die Höhe gezogen und mit schreiendem Blut in allen seinen Adern. Als er sich vorbeugte, erstarrte Allan nicht mehr. Er zuckte auch nicht mehr zusammen. Nein, vielmehr schloss er die Augen, als Guy ihn unnachgiebig küsste, hart und lange küsste. Viel mehr an Antwort brauchte man von ihm nicht.
„Na fein. Los, schaffen wir dich hier raus!“
Fandom: Robin Hood (AU)
Challenge: Stimmungen: Starr vor Schreck - Für's Team
Wörter: ~1.700
Personen/Pairing: Guy of Gisborne/Allan A Dale
Anmerkung: Direkte Fortsetzung zu dieser Geschichte hier von
„Sie können sich das wahrscheinlich denken“, schnaufte der dicke Commissioner Mr. Blackknight, als er Guy den Hauptgang des Polizeireviers hinunterleitete, „dass wir so etwas sonst nicht machen. Ich will nicht direkt sagen, dass es gegen die Richtlinien verstößt, aber...“ Er winkte mit den dicken Fingern einer Patschehand ab.
Es war nicht viel los. Es war Mittagszeit und das halbe Büro schien in der Pause zu sein. Draußen schien die Sonne und es war ungewöhnlich warm. Als Guy eben durch den winzigen Park vor dem Revier gelaufen war, hatten sich dort ungemein viele Menschen in blauen Uniformen laut schnatternd und lachend auf die paar Bänke gequetscht.
Er selbst opferte seine Mittagspause. Was man so tat, wenn der eigene Boss einen dazu aufforderte, „die kleine Made“ etwas auszuhorchen. Er musste an Allan denken und daran, wie er selbst mit diesem Vorhaben nicht sehr weit gekommen war. Was vielleicht nicht nur allein an Allan lag, sondern auch an der Art, wie Guy auf ihn reagierte.
„Der kriegt bestenfalls eine Anzeige wegen Vandalismus an den Hals und das war's“, schnaufte der Commissioner. Der Schweiß stand ihm in winzigen Tröpfchen auf der Stirn und in den grauen Haaren an seinen Schläfen. Bei genauerem Hinsehen überlegte Guy, ob das, was der Mann da auf dem Kopf trug und so seltsam unecht aussah, nicht sogar ein Toupet war. So jemand konnte nur ein Kegelbruder von Vaisey sein; alt, ekelhaft und korrupt.
„Aber wenn wir uns ein bisschen anstrengend, können wir ihm vielleicht noch schwere Körperverletzung unterstellen und er muss noch ein paar Tage länger hierbleiben“, grinste der Mann vielsagend.
„Ich weiß ja, welchen Ärger ihr mit dieser vermaledeiten Bande habt in euren Siedlungen! Nichts als Ärger! Wenn man die Leute wie früher noch einfach auspeitschen könnte, ach, das wär was. Der Rotzlöffel hier hätte es zumindest verdient!“
Sie bogen um die Ecke und Guy war für eine Sekunde etwas abgelenkt von der Assoziation, die sein Kopf zwischen Allan und der Vorstellung einer Peitsche aufstellte.
Der Commissioner schloss eine schmale Tür, die aussah, als würde sie zu einer Besenkammer gehören, auf. Vermutlich war das irgendwann mal in der Vergangenheit eine gewesen und aus Platz- und Kostengründen in einen Verhörraum umgewandelt worden. Und mehr konnten sie mit dem Typen aus Robins Bande auch nicht machen. Ein schiefes Graffiti mit bösen Worten, nicht einmal zu zwei Dritteln vollendet, das galt nicht als gefährlich und sträflich genug, um jemanden mehr als zwei-drei Stunden festzuhalten. Auch wenn Guy wusste, dass der arme Teufel, den sie da jetzt hochgenommen hatten, seit einem halben Tag hier festsaß, weil der Commissioner Vaisey einen Gefallen tat.
Und nicht nur den. Er ließ Guy mit dem armen Teufel reden. Er würde wahrscheinlich nicht einmal mit der Wimper zucken, wenn Guy dem Kerl einen Kinnhaken verpassen würde.
Die Polizei, dein Freund und Helfer.
„Ich lass Sie erstmal allein mit ihm reden“, winkte der Commissioner ab.
„Ich hab noch kein Mittag gehabt.“
Guy betrachtete ihn mit nur vage verstecktem Ekel vom künstlichen Haarschopf über den fassähnlichen Bauch bis zu den Stummelbeinen und zuckte mit den Schultern.
„Sagen Sie uns, wenn Sie noch etwas brauchen.“ Der Mann grinste.
„Immerhin schulde ich Vaisey noch 'nen Gefallen.“
Das Innere des Zimmers war grünlich, war staubig und ziemlich warm. Immerhin sah es von innen weniger aus wie eine Besenkammer. Es hatte sogar ein vergittertes Fenster. Guy schloss die Tür hinter sich und überlegte noch halb, ob der Commissioner nun hinter ihm zuschließen würde, um eine etwaige Flucht des „Gefangenen“ zu verhindern als die zusammengesunkene Gestalt, die über einen schlichten braunen Tisch gebeugt in der Mitte des Raumes saß, den Kopf hoch und ihre Blicke sich trafen.
Guy stöhnte auf.
Natürlich. Es musste ausgerechnet Allan sein. Von allen Vandalen in ganz Nottingham. Und er erstarrte auf der Stelle.
„Was zur Hölle machst du hier?!“, entfuhr es Guy und er musste sich ein wenig selbst über sich wundern. Wenn er auch seinen Lieblingskellner nicht einmal als Bekannten bezeichnen würde, es fühlte sich dennoch ein wenig an, wie wenn man einen Freund in einem ganz unnatürlichen Umfeld traf. In einem Stripclub. Oder beim Pferderennen. Es hatte durchaus etwas mit peinlicher Berührung zu tun.
Das hier war nicht Allan der Kellner, der unentwegt an seinem Handy herumfummelte, um Guy nicht die ganze Zeit anzustarren. Das hier war Allan, die linke Zecke; Allan in einem schwarzen T-Shirt mit dem Schriftzug Disturbed, Allan in schwarzen Hosen und dicken Springerstiefeln.
Und ja, gestört sah er auch irgendwie aus.
„Was zur Hölle machst du hier?“, japste Allan und seine hellen Augen blinzelten viel zu schnell. In seinem Kopf schien es rasend zu arbeiten. Er holte drei Mal Luft, während Guy sich resigniert auf die andere Seite des Tisches setzte, wo wahrscheinlich vorhin der Commissioner gesessen hatte.
„Oh Gott“, wimmerte Allan.
„Du bist in Wirklichkeit ein undercover Polizist. Und jetzt bin ich dran.“
Er war tatsächlich starr vor Schreck. Guy lehnte sich etwas zurück und betrachtete ihn. Es war wirklich unerträglich heiß hier und auf dem Tisch stand nicht einmal ein Glas Wasser. Allan hatte sein Shirt vollgeschwitzt. Guy konnte die Angst und eine bleierne Erschöpfung förmlich riechen.
Und damit verpuffte seine Vorfreude, jemandem aus Robin Hoods Gang endlich mal die Leviten lesen zu können, auf einen Schlag. Es war ihm nicht einmal ganz klar, warum eigentlich nicht.
Sein von Gewohnheit verwirrtes Gehirn versuchte ihn plötzlich dazu zu überreden, einen Espresso und ein Stück Käsekuchen zu bestellen. Immerhin hatte er Mittagspause und sein Kellner war hier.
„Nicht so ganz, aber deine Fantasie ist beeindruckend“, gab er zurück.
Allan sackte wieder ein Stück in sich zusammen. Vielleicht ließ der Schreck ein wenig nach.
„Nicht so beeindruckend wie die von diesem Fettsack da.“ Er nickte zur Tür.
„Geschlagene sieben Stunden hänge ich hier schon rum und drei davon hat der mich bearbeitet.“
Er zuckte mit den Schultern.
„Klar haben die mich gesehen, wie ich dieses Haus in Clunn angesprayt hab. Okay. Sollen sie mich doch endlich anklagen und mich hier rauslassen.“
Er fuhr sich mit den Händen durch's Gesicht und wirkte mit einem Mal sehr müde.
„Anstatt mir irgendwelche Fangfragen zu stellen, wo ich denn letzte Nacht dann und dann gewesen sei und da wäre ja jemand ins Krankenhaus eingeliefert worden und all der Scheiß.“
Also hatten sie es Guy nicht nur angeboten. Der Commissioner hatte es tatsächlich schon versucht.
„Und was hast du gesagt?“, fragte er und verschränkte die Arme.
„Nur 'Ich will mit meinem Anwalt sprechen'.“
„Und hast du?“
„Nö.“
Allan zuckte wieder mit den Schultern.
„Wieso nicht?“
„Ich hab keinen.“
Guy verdrehte die Augen.
„Was denn, das war der einzige Satz, der mir einfiel! Im Fernsehen funktioniert das doch auch immer!“
„Was hast du denn erwartet? Dass auf wundersame Weise jemand erscheint, der dich rettet?! Tze, träum weiter.“
Durch die tanzenden Sonnenstäubchen in der Luft traf ihn plötzlich Allans heller Blick. Nein, starr vor Schreck war der Junge nicht mehr.
„Du bist da“, sagte Allan nur.
„Ich-was? Oh nein!“
Guy fuhr grollend vom Stuhl hoch.
„Du und ich, wir stehen auf verschiedenen Seiten! Was bildest du dir überhaupt ein?!“
Allan ließ die Schultern sinken und beäugte resigniert die Tischplatte.
„War'n Versuch wert.“
Die Art, wie sein Gesicht sich gleich wieder verfinsterte, war beinahe schon alarmierend. Der Schweiß stand auch ihm in den Schläfen, so dass winzige Strähnchen seiner Haare anklebten. Aber im Gegensatz zum Fall des Commissioner fand Guy, dass das gar nicht so schlecht aussah. Eher irgendwie im Gegenteil.
Er war hinter Allans Stuhl gewandert und wandte sich nun um, legte beide Hände auf die Lehne und beugte sich hinunter, bis er in Allans Ohr flüstern konnte, leise, böse, grinsend.
„Natürlich könnte ich dir helfen.“
Allan erschauerte und Guy wusste nicht so wirklich, woran es lag. Aber Allan war ihm nahe wie noch nie und seine Haare rochen nach Sonne und Weglaufen und ein klein wenig nach Staub. Und nach ihm. Guy schloss für den Bruchteil einer Sekunde die Augen. Er konnte Allan riechen.
„Ich verlange ja auch nicht viel dafür. Ein paar winzige Informationen über Robin Hood. Wo eine von fünf möglichen nächsten Aktionen stattfindet. In welchen Häusern man eventuell ein sichereres Türschloss an den E-Räumen anbringen könnte. Nichts, was wehtut, weder dir noch mir. Wir gehen beide unbehelligt aus der Sache raus. Ich kann neue Türschlösser anbringen lassen und du wirst nicht angezeigt.“
Er konnte Allans Puls am Hals förmlich spüren. Alles an ihm war wieder angespannt und er wirkte ein wenig, als würde ihn ein Schauer nach dem anderen schütteln. Fast, dachte Guy und plötzlich spürte er, wie auch sein Körper anfing, diese Szene zu genießen. Er atmete gegen Allans Ohr und dieser erstarrte (diesmal nicht vor Schreck).
„Überleg es dir gut“, wisperte Guy und er küsste die empfindliche Stelle halb vor, halb unter Allans Ohr. Er konnte hören, wie sich der Atem des anderen beschleunigte.
Allan bewegte sich früher als er gedacht hatte. Er fuhr vom Stuhl hoch, schwer atmend, stieß mit dem Hinterteil gegen den Tisch, dass es rummste und hatte mit einem Mal wieder helle und wache Augen.
„Ich hab dir schon gesagt, ich verrate dir nichts! Gar nichts“, keuchte er, aber er klang wenig überzeugt davon.
Guy hob eine Augenbraue und schob den Stuhl – das einzige, was jetzt zwischen ihnen stand – demonstrativ zur Seite. Und dann berührten seine Oberschenkel Allans und seine Hände fassten links und rechts an den Rand der Tischplatte und Allan zog scharf die Luft ein.
„Natürlich zeige ich dir doch dafür meine Dankbarkeit“, sagte er tonlos gegen Allans Ohr.
„...Dankbarkeit“, wiederholte Allan ebenso tonlos.
„Und wie sieht die aus?“
Da war sie wieder, seine aufmüpfige, aberwitzige Seite. Guy hatte sie bislang ja nur einmal kennengelernt, aber er mochte sie jetzt schon.
Er schaute Allan lange an, einen Mundwinkel in die Höhe gezogen und mit schreiendem Blut in allen seinen Adern. Als er sich vorbeugte, erstarrte Allan nicht mehr. Er zuckte auch nicht mehr zusammen. Nein, vielmehr schloss er die Augen, als Guy ihn unnachgiebig küsste, hart und lange küsste. Viel mehr an Antwort brauchte man von ihm nicht.
„Na fein. Los, schaffen wir dich hier raus!“
no subject
Date: 2013-07-19 08:56 pm (UTC)god, ich lieb sie so, wenn sie sich lieben XD
hach, und allans geistreichigkeit XD "und hast du?"-"hab keinen.", "Es war ein versuch." XD ihn puschel*