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Team: Sirius
Challenge: Gefängniszelle (für mich)
Fandom: Original: Our Own World
Charaktere: Liang, Verena, Oliver (Nathalie)
Wörter: 835

Teil 1, Teil 1,5, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5


Liang war nicht im Geringsten überrascht, als Verena Oliver gleich mit anschleppte. Trotzdem fragte er: „Wollt ihr euch den Quatsch wirklich angucken?“
„Das ist kein Quatsch!“ „Ich will den Film echt mal sehen!“, antworteten beide fast gleichzeitig und Liang konnte nur die Augen verdrehen. „Dann aber ohne mich.“ Keine Chance, dass er sich das ansah.
„Du bist eine Memme, weißt du das?“ Wenn Verena glaubte, dass sie ihn damit drankriegen konnte, hatte sie sich aber geschnitten.
„Ich dachte eigentlich, du kennst mich besser.“
„Man kann es ja immer wieder mal versuchen.“
„Arme Irre.“
„Willst du wirklich vor Oliver so dastehen?“
„Das bringt jetzt wenig, weil er eh schon mitgekriegt hat.“
Durchgeknallt. Einfach nur durchgeknallt, sonst nichts. Warum waren sie nochmal verwandt?
„Ihr beiden seid beide irre.“
Ah ja. Darum. „Sie ist schlimmer als ich.“
Olivers Blick sprach Bände und der Tritt den Verena ihm gab, wohl auch. „Als Strafe musst du mitgucken! Wir gucken auch erst The Ring, wenn dir das lieber ist.“
Klar. Perfekt zur Einstimmung für das große Gemetzel. „Oliver...“ Wofür hatte man denn einen Freund, wenn nicht, um einen gegen Schwestern zu helfen?
„Ich halte mich da raus.“
„Du bist doch meiner Meinung!“, protestierte Verena sofort und Liang fühlte sich ein wenig verarscht. „Lass ihn“, sagte er, bevor Oliver ihm zuvorkommen sollte und griff nach seiner Hand. So sollte das nicht laufen. „Ich schaue Ring mit euch an. Danach sehen wir weiter.“
„Und wenn ich dich ans Sofa ketten muss, du guckst wenigstens einen Teil!“
„Wir sind hier nicht im Knast oder so!“
Das würde morgen kommen und er wusste schon ganz genau, wessen Charakter verhaftet werden würde. Selbst Schuld, konnte man da nur sagen.
„Nein, nur in unserer Wohnung.“
Im Moment wusste er nicht so recht, wo da der Unterschied lag. Daher warf er sich lieber einfach aufs Sofa und harrte der Dinge, die da kamen. Verena warf ihm aber nur einen skeptischen Blick zu und sah einen Moment so aus, als würde sie das Anketten ernsthaft in Erwägung ziehen. Liang wollte sich lieber nicht vorstellen, was sie so trieb, wenn sie nicht gerade hier war. Dabei tauchte sie hier in letzter Zeit nicht mal übermäßig häufig auf.
„Ich hoffe für dich, du hast Chips oder sowas mitgebracht?“, fragte er in einem grauenhaften Versuch das Thema zu wechseln.
„Was denkst du denn von mir?“
„Immer nur das Schlechteste“, mischte Oliver sich wieder ein und ließ sich neben ihn fallen. Eine Aufteilung gegen die Liang nichts einzuwenden hatte, Verena dagegen wirkte einen Moment lang nicht so wirklich begeistert. „
„Ich hole eben. Und was wollen wir trinken? Bier? Wein? Ich hab leckeren Wein dabei.“
Splatterfilm und dabei ein gepflegtes Glas Wein. War Liang der einzige, der das etwas merkwürdig fand? „Dann Wein.“
„Oder Salbeilikör? Ich hab Salbei gezüchtet und ihn selbst gemacht.“
Oliver warf ihr einen zweifelnden Blick zu. „Ich will nicht wissen, was du für Salbei hältst.“
Dem stimmte Liang vorbehaltslos zu. „Ich auch nicht.“
„Etwas mehr Vertrauen in mich!“
„Außerdem... Horrorfilm und Salbeilikör... Likör überhaupt... geht’s noch?“
Offenbar wohl nicht.
„Wein. Den Likör kannst du Sabine andrehen. Oder deiner neuen Mitbewohnerin.“
„Die hat eh schon angst vor mir.“
„Wie kann man nur?“ Liang verdrehte die Augen. „Ehrlich, du hättest hier einziehen sollen und nicht Marius.“
„Ach, Marius ist doch okay.“
Das fanden vielleicht alle anderen, aber es war eigentlich ein offenes Geheimnis, das Liang und er sich schwer miteinander taten. Verena seufzte leise und stand auf. „Wein dann. Und den Likör hole ich dann gleich auch mal.“
Beides wurde aber in der nächsten Stunde nicht angerührt. Oliver schien bei Splatterfilmen hart im Nehmen zu sein, aber mehr auch nicht. Als Sadako das zweite Mal fast aus dem Fernseher kroch stand er auf und murmelte etwas davon, dass er dringend mal wohin müsse.
Liang sah Verena an, die die Augen verdrehte und murmelte: „Ich dachte, du wärst eine Memme...“
„Pass auf, wie du hier von meinem Freund redest.“
„Nicht anders als von dir. Ich sollte ihn auch anketten.“
„Ich wäre dir sehr verbunden, wenn du deine Fetische woanders auslebst.“
„Glaub mir, das tue ich.“ Verenas breites Grinsen war in dem schlechten Licht des Wohnzimmers kaum mehr zu erkennen, aber Liang konnte es sich so auch sehr gut vorstellen.
„Wann wollte Sabine heute zurückkommen?“, rief Oliver aus dem Flur und die Zwillinge sahen sich an. Liang antwortete: „Es klang eigentlich, als würde sie die Nacht durchmachen wollen.“
„Scheint ihren Plan geändert zu haben. Oder Marius kommt...“ Er brach ab und sagte etwas, was beide nicht verstanden.
Verena kicherte. „Hat Sadako ihn geholt?“
„Sadako? Ooooooh! Das nenne ich mal ein Willkommen! Fangen wir den Film von vorne an? Ich liebe ihn!“
In der Wohnzimmertür stand Nathalie, in der einen Hand einen Rucksack und strahlte sie an.

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