Team: Tardis
Fandom: Das letzte Einhorn
Challenge: Orte: Waldlichtung - Für mich
Personen: Molly Grue, Schmendrick
Wörter: ~500
Sie dachte, sie hätte es am Rande einer Waldlichtung gesehen. Leuchtend, fließend im Mondlicht in seiner Aura aus Ewigkeit und Wunder.
Molly hatte geblinzelt und dann war da nichts gewesen außer stummen, dunklen Bäumen und Büschen und dem Wind, der zwischen ihnen spielte.
„Was ist?“
Schmendrick beugte sich zu ihr herüber und hielt im Kauen seines Brotes inne. Seine Augen waren klein und müde.
„Ach.“
Molly seufzte.
„Ich dachte, ich hätte etwas gesehen.“
Sie warf sich die staubige Decke über die Knie, konnte aber den Blick nicht lösen. Wie unsinnig war es, auf einen dunklen Fleck zu starren und zu hoffen, dass dort etwas Leuchtendes und Unsterbliches erschien?
„Ist schon gut.“
Schmendrick legte ihr sanft die Hand auf die Schulter. Es beruhigte Molly ein wenig. Es beruhigte sie, dass der Zauberer, der ein Einhorn zwei Mal verwandelt hatte, sie berührte. Er trug ein Stück der Ewigkeit in sich seitdem, ein stummes und leidloses Wissen, dem Molly sich nicht entziehen konnte.
„Ich denke auch hin und wieder, dass es da ist. Ganz egal, ob es auf Waldlichtungen ist oder hinter Scheunen von Bauern oder in meinen Träumen. Es ist ihm bestimmt nicht aufgefallen, aber ein Einhorn ist letztlich auch ein Schatten.“
„Aber ein wahrer Schatten.“
Molly wunderte sich, warum sie nicht fror. Die Sommerluft war abgekühlt und im Wald schrien Füchse und Käuzchen.
„Wenn dich etwas Unsterbliches berührt hat, wirst du nicht vergessen. Genauso wenig vergisst du es. Zumindest bis du stirbst. Das ist wahrscheinlich etwas ganz Natürliches“, sinnierte Schmendrick.
„Aber es gibt Dinge, die nicht einmal ein Einhorn versteht. Vielleicht nicht einmal ein Einhorn, welches ein Mensch gewesen ist. Amalthea wusste, was Liebe ist, und Sterben und Weinen. Aber was es bedeutet, jemanden zu vermissen, den man verlassen hat, hat sie nie gelernt.“
Molly nickte, aber sie konnte ihren Blick noch immer nicht lösen.
„Es ist die Sehnsucht nach etwas, was man nicht haben kann und was nicht sein soll. Wenn Einhörner selbst etwas sind, was nicht sein soll, versteht es sich von selbst, dass sie es nicht begreifen. Man kann sich ja nicht einmal sicher sein, ob überhaupt ein Wesen, das kein Mensch ist, es versteht.“
Sie erinnerte sich für die Dauer eines Atemzuges daran; an ihr Leben bevor sie Schmendrick getroffen hatte. An Nächte aus eiskalter, bleierner Sehnsucht, in denen sie den Sternenhimmel nach einem Zeichen abgesucht hatte, an graue Tage, an die Zeit bei Captain Cully und seinen Männern, die sich letztendlich auch nicht gegen ihre Sehnsucht hatten wehren können und den Schatten von Robin Hood, Lady Marian und Will Scarlett nachgelaufen waren.
Wenn jemanden etwas Unsterbliches, etwas, wonach man sich immer gesehnt hatte, berührt hatte, zerbrach immer ein kleiner Teil des Selbst. Berühre ein Einhorn und du wirst selbst ein wenig unsterblich, du wirst wirklich und unwirklich. Wie kann es töricht sein, sich danach umso mehr zu sehnen?
Selbst – oder gerade – eine alte Jungfer wie Molly Grue hatte dies lernen müssen.
Schmendrick zog sie ein wenig an sich heran. Nicht Molly fror, sondern er, schlotterte unter seinen zerschlissenen Kleidern und der staubbedreckten.
Endlich schaffte Molly es, ihren Blick abzuwenden.
Träume.
Sie hatten ja nur noch Träume.
Sie legte Schmendrick die Decke um.
Fandom: Das letzte Einhorn
Challenge: Orte: Waldlichtung - Für mich
Personen: Molly Grue, Schmendrick
Wörter: ~500
Sie dachte, sie hätte es am Rande einer Waldlichtung gesehen. Leuchtend, fließend im Mondlicht in seiner Aura aus Ewigkeit und Wunder.
Molly hatte geblinzelt und dann war da nichts gewesen außer stummen, dunklen Bäumen und Büschen und dem Wind, der zwischen ihnen spielte.
„Was ist?“
Schmendrick beugte sich zu ihr herüber und hielt im Kauen seines Brotes inne. Seine Augen waren klein und müde.
„Ach.“
Molly seufzte.
„Ich dachte, ich hätte etwas gesehen.“
Sie warf sich die staubige Decke über die Knie, konnte aber den Blick nicht lösen. Wie unsinnig war es, auf einen dunklen Fleck zu starren und zu hoffen, dass dort etwas Leuchtendes und Unsterbliches erschien?
„Ist schon gut.“
Schmendrick legte ihr sanft die Hand auf die Schulter. Es beruhigte Molly ein wenig. Es beruhigte sie, dass der Zauberer, der ein Einhorn zwei Mal verwandelt hatte, sie berührte. Er trug ein Stück der Ewigkeit in sich seitdem, ein stummes und leidloses Wissen, dem Molly sich nicht entziehen konnte.
„Ich denke auch hin und wieder, dass es da ist. Ganz egal, ob es auf Waldlichtungen ist oder hinter Scheunen von Bauern oder in meinen Träumen. Es ist ihm bestimmt nicht aufgefallen, aber ein Einhorn ist letztlich auch ein Schatten.“
„Aber ein wahrer Schatten.“
Molly wunderte sich, warum sie nicht fror. Die Sommerluft war abgekühlt und im Wald schrien Füchse und Käuzchen.
„Wenn dich etwas Unsterbliches berührt hat, wirst du nicht vergessen. Genauso wenig vergisst du es. Zumindest bis du stirbst. Das ist wahrscheinlich etwas ganz Natürliches“, sinnierte Schmendrick.
„Aber es gibt Dinge, die nicht einmal ein Einhorn versteht. Vielleicht nicht einmal ein Einhorn, welches ein Mensch gewesen ist. Amalthea wusste, was Liebe ist, und Sterben und Weinen. Aber was es bedeutet, jemanden zu vermissen, den man verlassen hat, hat sie nie gelernt.“
Molly nickte, aber sie konnte ihren Blick noch immer nicht lösen.
„Es ist die Sehnsucht nach etwas, was man nicht haben kann und was nicht sein soll. Wenn Einhörner selbst etwas sind, was nicht sein soll, versteht es sich von selbst, dass sie es nicht begreifen. Man kann sich ja nicht einmal sicher sein, ob überhaupt ein Wesen, das kein Mensch ist, es versteht.“
Sie erinnerte sich für die Dauer eines Atemzuges daran; an ihr Leben bevor sie Schmendrick getroffen hatte. An Nächte aus eiskalter, bleierner Sehnsucht, in denen sie den Sternenhimmel nach einem Zeichen abgesucht hatte, an graue Tage, an die Zeit bei Captain Cully und seinen Männern, die sich letztendlich auch nicht gegen ihre Sehnsucht hatten wehren können und den Schatten von Robin Hood, Lady Marian und Will Scarlett nachgelaufen waren.
Wenn jemanden etwas Unsterbliches, etwas, wonach man sich immer gesehnt hatte, berührt hatte, zerbrach immer ein kleiner Teil des Selbst. Berühre ein Einhorn und du wirst selbst ein wenig unsterblich, du wirst wirklich und unwirklich. Wie kann es töricht sein, sich danach umso mehr zu sehnen?
Selbst – oder gerade – eine alte Jungfer wie Molly Grue hatte dies lernen müssen.
Schmendrick zog sie ein wenig an sich heran. Nicht Molly fror, sondern er, schlotterte unter seinen zerschlissenen Kleidern und der staubbedreckten.
Endlich schaffte Molly es, ihren Blick abzuwenden.
Träume.
Sie hatten ja nur noch Träume.
Sie legte Schmendrick die Decke um.
no subject
Date: 2013-07-13 06:30 pm (UTC)Und awww. Awww. Gott, ich bin so herrlich inkohärent, aber das Vermissen und dieses... ah, wie in Worte fassen? Das Gefühl, dass ein kleiner Teil von ihnen zerbrochen ist, weil sie einem Traum in Wirklichkeit begegnet sind? So schön und herrlich schmerzhaft. Awww, halt.^^
no subject
Date: 2013-07-14 03:09 pm (UTC)Dankeschön <3