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Team: Nutellasalat
Autor: Jenchan
Challenge: Orte - Notaufnahme
Titel: Katzenjammer
Fandom: Original
Charaktere: ein Kind, ein Arzt und eine Assistentin
Words: ~1050
Warnings: ein bisschen dramatisch | unbetaed, unkorrigiert

Kommentar: Das hier ist [livejournal.com profile] hope_calaris gewidmet, die mich gestern in Skype ein bisschen unterstützt hat. Auch wenn sie mich fast angefleht hat, keinem Kätzchen was zu tun >.< Aber ich schwöre, es ist keinem was passiert.

Katzenjammer

"Bitte helft ihr!" Mit einem Tränenüberströmten Gesicht stürmte ein Junge von kaum zehn Jahren in die Klinik. Es war viel los hier und es war laut und unter anderen Umständen hätte er sich nie vorgedrängt.
Aber etwas stimmte nicht und er hatte Angst. So furchtbare, beklemmende, alles erstickende Angst, dass sein armes Kätzchen sterben könnte. Sie durfte noch nicht sterben, sie war doch noch so jung. Er hatte sie erst zwei Jahre.
Durch die Aufregung kam sofort eine der Assistentinnen angelaufen. "Was ist den passiert?", fragte sie sanft und führte den offensichtlich völlig aufgelösten Jungen in den hinteren Teil der Klinik. Sie mussten zusehen, dass sich das Kind etwas beruhigte und sie in Ruhe den kleinen Patienten behandeln konnte. Es war allerdings wirklich selten, dass die Tiere, die in die Notaufnahme kamen, es auch wirklich überstanden, wenn sie nicht schon auf dem Weg in die Klinik den Besitzern oder Rettern wegstarben. Und so wie das aussah, war der Fall auch beinahe aussichtlos, aber das konnte man dem Jungen ja nicht einfach so sagen.
"Wir werden deiner Katze helfen. Aber du musst jetzt stark sein und ein wenig draußen Platz nehmen. Hier hast du ein Taschentuch." Die Stimme der Assistentin war angespannt, aber immer noch sanft, als sie den Jungen wieder in den Warteraum schob und hinter ihm die Türe schloss.
Dann eilte sie zum Arzt, berichtete ihm von dem Notfall im Nebenraum und alles geriet in Bewegung. Die Hundebesitzerin, deren Hündin gerade behandelt wurde, zeigte Verständnis und ihr Hund wurde ja weiter betreut, während der Arzt kurz eine Untersuchung an der Katze vornahm und der Assistentin dabei schon befahl, eine Operation vorzubereiten. Wenn sie das Leben dieser jungen Katze retten wollten, mussten sie schnell handeln.
Es war im Grunde bewunderswert, welche Ruhe der Arzt trotz des aufkommenden Stresses behielt. Er hatte alles im Griff und ihm Überblick. Er war freundlich zu den Besitzern der ankommenden Patienten und nahm sich immer noch ein wenig Zeit für die anderen.
Dass die weiteren Patienten nun etwas warten mussten, war nun einmal ein Risiko, das in jedem anderen Krankenhaus ebenso bestand. Notfälle hatten immer Vorrang und die Assistenten und Assistentinnen, die er eingestellt hatte, konnten zumindest einen Teil übernehmen. Und die Wartenden in der Ordination etwas vertrösten.

Der Junge schniefte und versuchte stark zu sein. Er sah aber all die Haustiere und die Tränen kamen von selbst. Er wollte sein Kätzchen nicht verlieren. Sie hatten doch schon so viel miteinander erlebt. Er hatte ihr soviel beigebracht. Sie war so lieb und klug. Er spielte doch so gern mit ihr.
Sie durfte einfach nicht sterben.
Das Taschentuch, dass er erhalten hatte, war schon ganz zerknittert und er zappelte nervös. Immer wieder wischte er sich genervt über die Augen. Was war nur passiert? Er hatte doch alles richtig gemacht. Sie immer brav gefüttert und ihr frisches Wasser gegeben. Er verwendete sein ganzes Taschengeld, um für sie zu sorgen, ihr Leckerlies und Spielzeug zu kaufen. Und trotzdem hatte er sie heute so gefunden. Gestern war es ihr noch gut gegangen, aber heute war sie nur in seinem Bett gelegen und hatte sich kaum gerührt. Sie wollte nicht einmal fressen, als er ihr ein Stück ihres Lieblingsschinkens vor die Nase gehalten hatte.
Seine Eltern waren arbeiten und er hatte nicht gewusst, was er tun sollte. Er war in Panik geraten, bevor ihm einfiel, dass er sie unbedingt zum Tierarzt bringen musste. Er hatte die Katze auf die Arme genommen, die es einfach so geschehen ließ und sie in den Korb auf seinem Rad gesetzt. Dann hatte er wie der Irre in die Pedale getreten, um schnell bei der Tierklinik anzukommen. Schon da hatten begonnen, ihm immer wieder Tränen die Sicht zu verschleiern.
Aber jetzt versuchte er stark zu bleiben. Er war zu alt, um hier wie ein kleines Baby zu heulen. Aber es war ein schreckliches Gefühl. Diese Ungewissheit. Würde es sein Kätzchen schaffen.
"Wie geht es ihr!?", sprang er allerdings sofort auf, als die Assistentin wieder auf ihn zutrat. Der Junge tat ihr richtig Leid und sie gab ihm ein Glas Wasser.
"Es dauert noch. Sie wird gerade operiert. Trink ein wenig und wenn du willst, zeige ich dir dann, wo unsere Patienten liegen, um sich zu erholen." Sie reichte ihm noch ein Taschentuch, nachdem der Junge einige Schlucke von dem Wasser gemacht hatte. "Natürlich nur, wenn du es sehen willst."
Ein wenig dachte der Junge darüber nach und nickte dann leicht. "Darf ich sie füttern?"
Die Assistentin schenkte ihm ein leichtes Lächeln. "Mal sehen. Aber du kannst mir helfen, ihnen frisches Wasser zu geben." Das war im Grunde genommen nicht notwendig, das Trinkwasser der Patienten erneut zu tauschen, da sie es schon gemacht hatte. Aber der Junge brauchte Ablenkung und die Operation würde noch etwas dauern. Allerdings würde der Junge wahrscheinlich auch nicht eher die Klinik verlassen, bis er wusste, was mit seiner Katze war.

Erneut flossen große Tränen über sein Gesicht. Diesmal nicht, weil er Angst hatte. Nein, er war so unglaublich erleichtert, dass er fast zersprang. Sein Kätzchen hatte es geschafft! Sie hatte überlebt! Er konnte sein Glück gar nicht fassen und begann hemmungslos zu schluchzen. Mehr noch, als ihm die Assistentin sanft durch die Haare streichelte und versuchte ihn ein wenig zu trösten.
Es brauchte ein wenig, bis er sich wieder fassen konnte. "Danke! Vielen, vielen Dank", brachte er hervor und wusste nicht, wie zum Ausdruck bringen konnte, wie unendlich dankbar er war, dass sein Kätzchen gerettet wurde.
"Sie muss jetzt noch ein paar Tage hierbleiben", meinte der Arzt mit einem lieben Lächeln. "Wir werden uns gut um sie kümmern, aber du kannst sie auch besuchen kommen. Jetzt braucht sie aber erst einmal Ruhe. Noch schläft sie. Du kannst beruhigt nach Hause fahren. Wenn etwas ist, werden wir dich anrufen." Nicht den Jungen persönlich, sondern mehr dessen Mutter, deren Daten in der Datenbank gespeichert waren.
Die war allerdings selten mit, wenn der Junge für Untersuchungen in die Klinik kam. Dass sie ihm geholfen hatte, war selbstverständlich gewesen und dass die Operation ein Erfolg gewesen war, war nicht nur für den Jungen eine große Erleichterung. "Richte deinen Eltern schöne Grüße aus."
Tapfer nickte der Junge. "Noch einmal vielen Dank!", verabschiedete er sich dann und verließ die Klinik. Die Sorge um sein Kätzchen blieb, aber jetzt wusste er, dass sie in wirklich guten Händen war.

Noch eines und ich habs geschafft XD

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