7. Orte: Gefängniszelle - für mich
Jul. 9th, 2013 09:44 amTeam: Nutellasalat
Autor: Jenchan
Challenge: Orte - Gefängniszelle
Titel: Fehlentscheidungen
Fandom: Original
Charaktere: ein Vater
Words: ~530
Warnings: unbetaed, unkorrigiert
Kommentar: Es hat etwas gebraucht, bis ich an der Idee einen guten Ansatz gefunden hab und ganz zufrieden bin ich nicht, weil es nicht ganz meiner Vorstellung entspricht, aber es ist auch irgendwie schwierig so etwas zu schreiben.
Fehlentscheidungen
Heute hatten sie Post bekommen. Es war selten, dass auch etwas für ihn dabei war und wenn, war es meistens ein Brief von seinem Anwalt. Diesmal aber hatte er tatsächlich ganz persönliche Post erhalten und er zögerte, sie auch zu öffnen.
Es war ein Brief seiner Tochter und eigentlich hatte er gedacht, dass sie ihn schon lange vergessen hätte. Als das Urteil gefällt worden war, war sie noch sehr jung gewesen und er hatte seine Frau gebeten, nichts ihrer gemeinsamen Tochter zu verraten. Er schämte sich dafür, was er getan hatte. Aus heutiger Sicht war es einfach nur bescheuert gewesen. Irgendwann musste es ja rauskommen.
Aber dass er so viele Jahre dafür aufgebrummt bekommen würde, war für ihn auch überraschend gekommen. Der Anwalt hatte ihn zwar darüber informiert, dass sie in Berufung gehen konnten, aber da hatte er schon resigniert. Wenn das die gerechte Strafe seines Vergehens war, würde er sie annehmen.
Dass er deshalb nicht miterleben konnte, wie seine Tochter aufwuchs, war das Schmerzhafteste daran. Hin und wieder hatte ihm seine Frau Fotos von ihr geschickt, aber mit der Zeit war es seltener geworden. Er konnte das verstehen. Das Leben außerhalb der Gefängnismauern blieb nicht stehen und sie trifteten langsam auseinander. Wahrscheinlich schämte sie sich genauso wie er, nur dass sie nichts dafür konnte. Es war seine Entscheidung gewesen, seine allein.
Leise streckte er sich auf seinem Bett in der engen Gefängniszelle aus und hielt den Brief vor seinen Augen hoch. Es war ein hübscher Umschlag, liebevoll verziehrt. Er sah schon deutlich, dass sich seine Tochter da scheinbar große Mühe gegeben hatte.
Es wäre unfair ihr gegenüber, die sicher einiges an Mut hatte aufwenden müssen ihm zu schreiben, wenn er den Brief nicht öffnen und lesen würde. Aber sein Herz war schwer und die Schuld, die er trug lastete hart auf seinen Schultern. Er musste sich selbst Mut zusprechen, dass er diesen Umschlag überhaupt in Händen halten durfte. Er war froh, im Moment alleine in der Zelle zu sitzen. Sein Mithäftling hatte erst vor einer Woche seinen letzten Tag gehabt und scheinbar war bisher kein neuer dieser Zelle zugeteilt worden.
Er atmete schließlich tief durch und öffnete vorsichtig den Brief. Wie schon der Umschlag, war auch das Briefpapier offensichtlich selbst gestaltet und seine Tochter hatte ihm auch eine bunte Zeichnung mitgeschickt. Die würde er sich auf jeden Fall aufhängen, auch wenn es ihn ständig daran erinnern würde, dass er nicht bei seiner Familie sein konnte. Seine Tochter hatte ihn trotzdem dazu gemalt und er war gerührt davon, dass sie ihn scheinbar noch als Vater wahrnahm, auch wenn sie sich im Grunde eigentlich nicht kannten. Sie war noch so jung gewesen.
Vorsichtig legte er das Bild zur Seite und nahm sich dann den Brief vor. Seine Tochter hatte eine sehr schöne Handschrift und irgendwie machte es ihn stolz, dass sie sich scheinbar gut entwickelte, auch wenn er dazu nichts beigetragen hatte. Es rührte ihn, wie sie ihm kurz von ihrem Leben berichtete. Mehr denn je wünschte er sich, er hätte es nie soweit kommen lassen.
Er wollte ein besserer Mensch werden und vielleicht - ganz vielleicht - konnte seine Tochter irgendwann stolz auf ihn sein.
Autor: Jenchan
Challenge: Orte - Gefängniszelle
Titel: Fehlentscheidungen
Fandom: Original
Charaktere: ein Vater
Words: ~530
Warnings: unbetaed, unkorrigiert
Kommentar: Es hat etwas gebraucht, bis ich an der Idee einen guten Ansatz gefunden hab und ganz zufrieden bin ich nicht, weil es nicht ganz meiner Vorstellung entspricht, aber es ist auch irgendwie schwierig so etwas zu schreiben.
Fehlentscheidungen
Heute hatten sie Post bekommen. Es war selten, dass auch etwas für ihn dabei war und wenn, war es meistens ein Brief von seinem Anwalt. Diesmal aber hatte er tatsächlich ganz persönliche Post erhalten und er zögerte, sie auch zu öffnen.
Es war ein Brief seiner Tochter und eigentlich hatte er gedacht, dass sie ihn schon lange vergessen hätte. Als das Urteil gefällt worden war, war sie noch sehr jung gewesen und er hatte seine Frau gebeten, nichts ihrer gemeinsamen Tochter zu verraten. Er schämte sich dafür, was er getan hatte. Aus heutiger Sicht war es einfach nur bescheuert gewesen. Irgendwann musste es ja rauskommen.
Aber dass er so viele Jahre dafür aufgebrummt bekommen würde, war für ihn auch überraschend gekommen. Der Anwalt hatte ihn zwar darüber informiert, dass sie in Berufung gehen konnten, aber da hatte er schon resigniert. Wenn das die gerechte Strafe seines Vergehens war, würde er sie annehmen.
Dass er deshalb nicht miterleben konnte, wie seine Tochter aufwuchs, war das Schmerzhafteste daran. Hin und wieder hatte ihm seine Frau Fotos von ihr geschickt, aber mit der Zeit war es seltener geworden. Er konnte das verstehen. Das Leben außerhalb der Gefängnismauern blieb nicht stehen und sie trifteten langsam auseinander. Wahrscheinlich schämte sie sich genauso wie er, nur dass sie nichts dafür konnte. Es war seine Entscheidung gewesen, seine allein.
Leise streckte er sich auf seinem Bett in der engen Gefängniszelle aus und hielt den Brief vor seinen Augen hoch. Es war ein hübscher Umschlag, liebevoll verziehrt. Er sah schon deutlich, dass sich seine Tochter da scheinbar große Mühe gegeben hatte.
Es wäre unfair ihr gegenüber, die sicher einiges an Mut hatte aufwenden müssen ihm zu schreiben, wenn er den Brief nicht öffnen und lesen würde. Aber sein Herz war schwer und die Schuld, die er trug lastete hart auf seinen Schultern. Er musste sich selbst Mut zusprechen, dass er diesen Umschlag überhaupt in Händen halten durfte. Er war froh, im Moment alleine in der Zelle zu sitzen. Sein Mithäftling hatte erst vor einer Woche seinen letzten Tag gehabt und scheinbar war bisher kein neuer dieser Zelle zugeteilt worden.
Er atmete schließlich tief durch und öffnete vorsichtig den Brief. Wie schon der Umschlag, war auch das Briefpapier offensichtlich selbst gestaltet und seine Tochter hatte ihm auch eine bunte Zeichnung mitgeschickt. Die würde er sich auf jeden Fall aufhängen, auch wenn es ihn ständig daran erinnern würde, dass er nicht bei seiner Familie sein konnte. Seine Tochter hatte ihn trotzdem dazu gemalt und er war gerührt davon, dass sie ihn scheinbar noch als Vater wahrnahm, auch wenn sie sich im Grunde eigentlich nicht kannten. Sie war noch so jung gewesen.
Vorsichtig legte er das Bild zur Seite und nahm sich dann den Brief vor. Seine Tochter hatte eine sehr schöne Handschrift und irgendwie machte es ihn stolz, dass sie sich scheinbar gut entwickelte, auch wenn er dazu nichts beigetragen hatte. Es rührte ihn, wie sie ihm kurz von ihrem Leben berichtete. Mehr denn je wünschte er sich, er hätte es nie soweit kommen lassen.
Er wollte ein besserer Mensch werden und vielleicht - ganz vielleicht - konnte seine Tochter irgendwann stolz auf ihn sein.