Hurricane

Jul. 5th, 2013 04:50 pm
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Team: Sirius
Challenge: Cocktails: Hurricane (fürs Team)
Fandom: Original: Our Own World
Charaktere: Sabine, Stefan
Anmerkung: Nein, ich weiß nicht, was mit den beiden los ist. û.ú Ich lasse sie einfach machen und hoffe das Beste.
Wörter: 1100

Teil 1, Teil 1,5, Teil 2

Zu behaupten, dass es etwas trockener geworden war, als Stefan seine furchtbaren Einparkkünste unter Beweis gestellt hatte und sie ausstiegen, wäre falsch. Es war vielleicht etwas weniger nass, das war aber auch schon alles. Trotzdem war es ein Fortschritt, den man würdigen musste, fanden jedenfalls Sabine und Stefan.
Die Cocktailbar war brechend voll, aber Simone, Nathalies Bekanntschaft, hatte ihnen irgendwie einen freien Tisch hervorgezaubert. „Ich sag euch Bescheid, wenn es besseres frei wird. Reserviert nächstes Mal besser. Wisst ihr schon, was ihr trinken wollt?“
„Einen Mai Tai“, antwortete Sabine prompt und Stefan bestellte mit einem breiten Grinsen zwei Tequila, wobei er mit einem Nicken zu Sabine meinte: „Sie braucht keine Zitrone dazu.“
„Okaay...“ Sie sah Sabine an, die kurz nickte und Stefan einen Stoß in die Seite gab. „Willst du sonst noch was? Ihr hättet vorgestern kommen sollen, da haben wir unser Einjähriges gefeiert, es gab einen Hurricane umsonst.“
„Bah!“, war Sabines Meinung dazu, was Stefan zum Lachen brachte. „Du bist echt zu wählerisch. Ich nehme jedenfalls trotzdem einen.“
„Alles klar. Ihr habt ja auch die Snackkarte, wenn ihr da etwas bestellen wollt, meldet euch einfach.“ Sie hatte sich schon halb abgewandt, als ihr noch etwas einzufallen schien und sie Sabine ansah. „Ich hab Nathalie schon eine Weile nicht mehr gesehen...“
Ups... stimmte ja. Eine unglückliche Liebe. Oder so. „Sie macht ein Praktikum in Essen. In zwei Wochen wollte sie zu Besuch kommen, wir schleppen sie her.“
„Und reserviert vorher.“ Simone grinste, auch wenn es etwas gequält wirkte. Dann verschwand sie zu einem anderen Tisch, wo schon sehr ungeduldig gewunken wurde.
„Woher kennst sie?“, fragte Stefan prompt.
„Meine Mitbewohner und ich sind hier praktisch Stammgäste. Und wir vermuten, dass sie auf Nathalie steht.“
„Mitbewohnerin?“
„Genau. Wir sind ja drei Leute. Neben Nathalie ist da noch Liang und meistens sind seine Schwester und sein Freund noch mit von der Partie.“
„Lang-“
„Liang“, korrigierte Sabine fast automatisch. Sie hatte lange genug gebraucht um diesen blöden Namen halbwegs aussprechen zu können.
„Details. Er hat einen Freund?“
„Ja. Ist das ein Problem für dich?“ Wenn, dann wäre das ein kurzes Date, aber bisher hatte Stefan auf sie nicht gerade homophob gewirkt.
„Nö. Ich wollte nur sichergehen, dass er keine Konkurrenz für mich ist. Und die Kellnerin fährt auf deine andere Mitbewohnerin ab. Die weggezogen ist.“ Er wirkte nicht wirklich, als würde er durchblicken, aber mit der Zeit würde er sich wohl daran gewöhnen. Das hatte bisher nun wirklich jeder geschafft.
„Nur vorübergehend. Nathalie hat jetzt ihren Bachelor und macht ein Praktikum, bevor sie für den Master wiederkommt. Und ja. Verena meinte jedenfalls, dass Simone auf sie steht. Nathalie scheint sich da aber nicht wirklich sicher zu sein.“
„Und wer ist jetzt Verena?“
„Liangs Schwester. Ihr Vater ist Deutscher“, fügte sie sicherheitshalber gleich erklärend hinzu.
„Ähm... gut. Und ihr klebt alle immer zusammen.“
„Oft jedenfalls. Liangs Freund ist Oliver, er wohnt bei uns im Haus. Das waren dann auch eigentlich alle, die wichtig sind. Oliver hat bald Geburtstag, wenn du es nicht total versaust, nehme ich dich mit zu seiner Party.“
„Wie lange habe ich noch Zeit, mich einzuschmeicheln?“
„Sechs Wochen.“
„Schaffe ich.“
„Abwarten.“ Sabine stützte ihren Kopf auf die Hände und sah ihn grinsend an. „Ich gelte als schwer zu knacken.“
„Immerhin habe ich es geschafft, dich hierhinzukriegen.“
„Naja, eigentlich war ich das ja wohl.“
„Nix da! Du hast die Steilvorlage geliefert, sonst nichts.“
„Vielleicht war das ja Absicht, damit du deinen Stolz wahren kannst.“
„Also bitte! Ich bin ein Mann, habe mich von dir durch die Stadt lotsen lassen und kann nicht rückwärts einparken. Wo soll da noch männlicher Stolz übrig sein?“
„Wer weiß... du warst bisher immer voller Überraschungen.“
„Du bist großzügig mit Komplimenten heute... muss ich mir Sorgen machen?“
„Da bin eher ich diejenige. Du scheinst krampfhaft nach Komplimenten Ausschau zu halten, das kann psychische Gründe haben, mein Lieber. Ich bin zwar keine Psychologin, aber da ich in die Neurologie will, kenne ich mich da schon ein wenig aus.“
„Mach dir mal um mich keine Sorgen, meinem Kopf und meinerr Psyche geht es ganz hervorragend. Aber ich bin mir nicht ganz sicher, wie das morgen aussehen wird.“ Er verzog etwas das Gesicht.
„Jetzt sag bloß, du neigst zu einem Kater?“
„Allerdings. Es ist wie verhext. Naja, nicht direkt ein Kater, aber Alkohol hat bei mir eine durchschlagende Wirkung.“
„Und bist mit dem Auto gefahren?“
„Nicht gerade die beste Idee, oder?“
„Nein, gar nicht.“
„Zu spät. Aber bis morgen kann es ja ruhig auf dem Parkplatz bleiben. Nur eine Katze aus der Nachbarschaft wird es vermissen, glaube ich.“
„Katze?“ Was sollte das denn jetzt?
„Ich finde fast jeden Tag neue Pfotenabdrücke. Daraus schließe ich, dass das Vieh mein Auto ins Herz geschlossen hat.“
„Hauptsache es bleibt bei den Tapsern“, lachte Sabine und begann in der Karte herumzublättern. Irgendetwas essen wollte sie eigentlich schon. Ehe sie sich versah, hatte Stefan sich so weit nach vorn gebeugt, dass sie spürte, wie seine Haare ihre Stirn kitzelten.
„Mehr passiert da nicht. Vielleicht mal ein paar Haare, aber das wars dann auch schon.“ Er hob den Blick und sah sie an. Aus dieser unmittelbaren Nähe bemerkte sie ein paar grünliche Flecken in seinen grauen Augen. Unwillkürlich musste sie lächeln.
So gerne sie ihn ja wirklich manchmal auf den Mond schießen wollte, er war eigentlich schon ein netter Kerl. Aber sonst hätte sie sich ja auch nie hieraus eingelassen. „Wenn du mit dieser Aktion hoffst, irgendetwas zu erreichen, hast du dich aber geschnitten, mein Lieber“, meinte sie leise und war sich nicht ganz sicher, ob sie es ernst meinte oder nicht.
„Abwarten.“
Jemand räusperte sich und Stefan setzte sich wieder richtig hin. Sabine sah zu Simone auf, die sichtlich Spaß hatte. Jedenfalls sagte sie grinsend: „Ich bringe euer Hemmschwellensenker.“
„Der hat keine Hemmschwelle“, lautete Sabines Antwort und jetzt war sie es, die einen Knuff begam.
„Ja, ich glaubs auch. Wisst ihr schon, was ihr essen wollst?“
„Die Chickenwings“, entschied Sabine spontan. An Stefan gewandt fragte sie: „Teilen wir sie uns? Dann nehmen wir die große Portion.“
„Klar.“
Als Simone das notiert hatte und wieder gegangen war, hob Stefan sein Glas. „Auf einen schönen Abend und den Kater am nächsten Tag.“
„Deinen Kater. Ich muss mich schon richtig abschießen um einen zu kriegen.“
„Die Herausforderung nehme ich an.“

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