[identity profile] lumcheng.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel: Der Morgen danach
Team: Nutellasalat
Challenge: Tabelle: Situative Tropes / Neben jemand (Unerwartetem) aufwachen | fürs Team
Fandom: Witcher 2: Assassins of Kings
Pairing: Geralt/Iorweth
Rating: PG-12
Warnings: eigentlich nichts... impliziertes yaoi, lol
Wordcount: 791~

~*~*~

Er drehte sich um.
Die weiche Decke raschelte, ebenso wie die strohgestopfte Matratze, auf der er lag. Die durch das Fenster scheinende Morgensonne, wärmte sein vernarbtes Gesicht.
Geralt streckte seinen linken Arm aus - noch im Halbschlaf - ertastete glatte, weiche Haut. Ein zufriedenes Seufzen glitt über seine halb geöffneten Lippen. Die Hand fuhr über die nackte Haut, strich über eine Narbe, hielt inne. Mit festem Druck fuhren die Fingerspitzen erneut über die unebene Stelle.
Die Augenbrauen des Hexers zogen sich zusammen, die Hand fuhr weiter hinauf, halb in der Erwartung sie in Yennefers weichen, dunklen Locken vergraben zu können. Doch da waren nur bloße Schultern, spitz zulaufende Ohren und glatte, kurze Haare.
Und mehr Narben.
Geralt schlug die Augen auf, blinzelte angesichts der Sonne und rückte etwas nach hinten, um einen besseren Blick auf die Person zu haben, die vor ihm im Bett lag.
Er blinzelte noch einmal. Und wieder.
Als nächstes kratzte er sich verlegen am Kopf und schaute weg. Er ließ seinen Blick durch den Raum schweifen. Die spärliche, abgenutzte Einrichtung sprach für eine Herberge. Auf dem Boden lagen seine Kleidung, sowie sein gesamtes Hab und Gut wild verstreut.
Sein Kopf fühlte sich schwer an und dem Hexer fiel erst jetzt auf, dass das stete Pochen vom Inneren seines Schädels herrührte und nicht von außen kam.
Vorsichtig setzte er sich auf und schaute zögernd wieder zurück auf den schlafenden Körper neben ihm.
Iorweth lag mit dem Rücken zu ihm, die vernarbte Seite seines Gesichtes auf dem Kissen. Geralt konnte sie derzeit nicht sehen und es gab ihm die Illusion, dass der andere ein perfektes, ebenmäßiges Antlitz besaß. So, wie die meisten Elfen.
Doch der Anführer der Scoia'tael war nicht wie die meisten anderen.
Allerdings kümmerten Geralt die Narben und deren Herkunft in diesem Moment herzlich wenig. Viel mehr versuchte er sich verzweifelt daran zu erinnern, wie er, Geralt von Riva, Hexer und Weiberheld, der sogar Rittersporn kaum in etwas nachstand, ausgerechnet mit Iorweth im Bett gelandet war.
Es gab keinen, aber auch gar keinen plausiblen Grund für einen von ihnen, dieses hier auch nur in Erwägung zu ziehen. Er selber hatte sowohl Yennefer als auch Triss - und stieg für gewöhnlich jeder sich ihm bietenden Gelegenheit hinterher. An Frauen hatte es ihm nie gemangelt.
Und Iorweth? Der hatte nur Augen für Saskia.
Der Elf regte sich leicht, zog die Schultern etwas hoch, fröstelte scheinbar. Im nächsten Moment streckte Geralt schon die Hand aus, um ihn mit der Decke fürsorglich besser zuzudecken, als er inne hielt und eine Grimasse zog.
Was war das denn für ein Impuls gewesen?
Iorweth rutschte ein wenig auf der Matratze herum, drehte sich schließlich herum und lag Geralt zugewandt. Nach ein paar Sekunden schlug er die Augen auf und blickte dem Hexer direkt ins Gesicht.
"Ich mag es nicht, wenn man mich beobachtet, Gwynbleidd."
Die gelben Augen des Angesprochenen wanderten zum Fenster und blickten hinaus.
"Und ich mag es nicht aufzuwachen, ohne zu wissen, was am Abend vorher geschehen ist."
"Dann hättest du dem Bier weniger zusprechen sollen."
"Und du?", blaffte Geralt ihn an. "Weißt du denn noch, was dazu geführt hat, dass du dich jetzt nackt neben mir unter den Laken räkelst?"
"Allerdings", gab der andere trocken zurück und schickte sich an, aufzustehen. Ungeniert schlug er die Decke zurück und schwang sich aus dem Bett, ging nackt durchs Zimmer, direkt zu dem kleinen Tisch, auf welchem eine Waschschüssel stand.
Er goss ein wenig Wasser aus der angelaufenen Karaffe hinein und wusch sich das Gesicht.
"Manchmal ist es besser", meinte er und rieb sich mit einem Handtuch über das nasse Gesicht, "wenn gewisse Dinge im Verborgenen bleiben. Wir sollten nicht darüber reden und uns stattdessen lieber wieder auf unsere aktuelle Aufgabe konzentrieren."
Geralt hörte schweigend zu und stand dann ebenfalls auf. "Also einfach weitermachen wie bisher? Einfach so?"
"Ja, einfach so", sagte der Elf fast schon genervt und reichte das Handtuch an ihn weiter. "Und KEIN Wort zu Rittersporn. Nicht, dass dein singender Freund sich noch eine Ballade dazu ausdenkt."
Der Hexer spritzte sich etwas kaltes Wasser ins Gesicht und meinte sarkastisch: "Ich kann schlecht über etwas reden, von dem ich nichts mehr weiß."
"Um so besser."
Schweigend begannen beide sich anzukleiden, wobei Geralt dem Scoia'tael immer wieder prüfende Blicke zuwarf.
"Nur eines", bat er, nachdem er sich die Stiefel angezogen hatte, die Stimme leicht süffisant, "Tut dein Arsch weh? Meiner nämlich nicht..."
Iorweth, der gerade im Begriff gewesen war, die Tür zu öffnen, hielt inne, drehte sich aber nicht um.
"Wir sehen uns unten beim Frühstück, Gwynbleidd."
Damit öffnete er die Tür und verschwand, während Geralt alleine zurückblieb und die Arme vor der nackten Brust kreuzte.
Hätte Nenneke ihn jetzt gesehen - sie würde ihm sicher das breite Grinsen aus dem Gesicht wischen.

end~


Danke für's Lesen!
Wenn jemand Witcher spielt/liest - ich würd mich total über mehr FFs freuen ^^
Lummy

Date: 2013-07-03 07:00 am (UTC)
From: [identity profile] tsutsumi.livejournal.com
witcher-tag ist angelegt, du kannst es jetzt nachtaggen =)

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