[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Robin Hood (BBC)
Challenge: (K)ein Gentleman (vom 19.10.2012)
Genre: AU, fluff, Slash
Personen/Pairing: Allan A Dale/Guy of Gisborne
Wortanzahl: ~ 1.300
Summary: Snobs mögen keine Unterwäsche mit Comicaufdruck. Guy ist Riesensnob. Allan möchte hauptsächlich sexy aussehen.
Kommentar: Und wieder ein Stück zu dieser AU, an der ich gedanklich seit Wochen sitze. Die Idee stammt von [livejournal.com profile] akira_san13, ich habe sie nur verschriftlicht. Alles deins, Verehrteste.



„Das ist unzumutbar.“
Allan sah vom Controller der Playstation auf.
„Was genau?“
Wenn man darüber nachdachte, war das eine durchaus berechtigte Frage. Guy stand mit verschränkten Armen vor der Ledercouch, auf die Allan sich in nichts anderem als seiner Unterhose geworfen und auf der er sich seit Beginn des Spieles nicht mehr bewegt hatte. Auf dem Couchtisch mit der teuren Glasplatte hatte er Milch verteilt, über der Couch Kekskrümel. Wo auch immer er die Kekse her hatte, denn Guy konnte sich nicht daran erinnern, welche gekauft zu haben.

„Alles!“, platzte er heraus und er wusste selbst nicht genau, was er damit meinte.
Womöglich war es die Art, mit dem Schock umzugehen, den er vor ein paar Sekunden erlitten hatte.
Der Schock der Erkenntnis, dass Allan A Dale inzwischen nicht mehr ausschließlich ein Betthäschen für zwei Tage in der Woche war. Guy hatte die schrammelige Gitarre an der Couch lehnen sehen, dann die Playstation (mindestens zehn Jahre alt und mit Spielen bestückt, die es zum Teil gar nicht mehr zu kaufen gab) neben seinem zwei Meter-Plasmafernseher und anschließend die Sauerei, die Allan auf dem Couchtisch und in der Küche angerichtet hatte.
Die Erkenntnis schlug ihm den Atem aus den Lungen:
Allan wohnte quasi hier.

„Alles?“, wiederholte Allan fragend und sein Blick schweifte über die Landschaft im Wohnzimmer.
„Oh sorry, ich mach das gleich weg...Lass mich nur eben das Level zuende spielen.“
„Und was ist das hier überhaupt?“, schnaufte Guy.
„Was?“ Allans Blick wanderte an sich herunter.
„Meine...Unterhose?“
„Ich habe selten so eine Beleidigung für mein Auge gesehen!“
Natürlich ging es um die Unterhose. Irgendwie zumindest.
Guy hatte die noch nie gemocht und wenn es nach Häufigkeit ging, mit der Guy die Scheußlichkeit ansehen musste, besaß Allan eben nur diese eine Unterhose.
„Die ist doch cool.“ Allan grinste ihn an.
„Da sind lauter kleine Bart Simpsons' drauf, die Eat my Shorts sagen.“
„Das habe ich bemerkt und es macht mich wahnsinnig!“
„Aber Guy...“ Allan schaute ihn von unten grinsend an und legte den Kopf ein wenig schief.
„Wenn ich sie ausziehe, bin ich nackt. Oder geht’s dir nur darum?“

Guy wandte sich mit verdrehten Augen um und ließ ein Stöhnen zwischen seine Lippen gleiten, das seinen Frust nicht annähernd so gut ausdrückte wie er gerne gewollt hätte.
„Ich will dieses Ding nicht mehr sehen! Zieh eine andere an!“
„Aber ich habe nur solche. Die gab's damals am Wühltisch im Pack für 5,99.“ Allan pausierte das Spiel, so dass ein pixeliger Sonic the Hedgehog auf Guys Fernseher regungslos in der Luft verharrte.
„Ich kann dir höchstens Bart Simpson anbieten, der 'Ay Caramba' ruft. Mit 'ner Sprechblase, so wie hier.“ Er hob die rechte Backe ein wenig hoch und deutete auf die gelbe Comicfigur.
„Oder Homer mit seinem 'D'uh'. Kannst du dir aussuchen.“
„Ich will gar nichts davon!“
Allan zuckte mit den Schultern.
„Also Adamskostüm? Auch gut.“
Guy wollte ihn schlagen.
„Du wirst doch wohl noch anständige Kleidung besitzen!“, herrschte er ihn an.
„Nicht genug damit, dass du diese Nietendinger um die Arme schnallst...und diese zerlöcherten Shirts mit Namen von Bands, die ohnehin niemand kennt, trägst!“
Allan hob den Zeigefinger.
„Das stimmt nicht! Nur, weil du noch nie was von Rammstein gehört hast-“
„Halt die Klappe! Wenn du es für notwendig hältst, dich länger unter meinem Dach aufzuhalten als es eigentlich erforderlich wäre, wirst du dich auch an meine Regeln halten. Ist das klar? Und dazu gehört auch anständige Kleidung! Ohne Löcher! Ohne Comics!“
Allan blinzelte ihn an. Dann stand er langsam auf. Von den unsäglichen Shorts rieselten Kekskrümel. Guy fragte sich für einen stillen und sehr langen Augenblick, was er eigentlich an diesem Kerl fand.

„Ich will ja nichts sagen, Guy, aber mein Budget erlaubt es mir jetzt nicht gerade, Armani-Unterwäsche zu tragen“, brummelte er.
„Obwohl die bestimmt gut an mir aussähe.“ Er war in den Flur gelaufen und stand nun vor dem großen Ganzkörperspiegel, drehend und sich begutachtend. Er warf Guy ein Grinsen mit schiefen Zähnen zu.
„Die Shirts bleiben! Der Rest ist Verhandlungssache. Aber ich mag Bart.“

~

Man konnte nicht sagen, dass Guy viel Geduld in solchen Angelegenheiten aufbrachte.
Allan musste das einmal mehr erfahren, als er ihm schwarze Shorts von Calvin Klein ins Gesicht – ja, ins Gesicht – warf und hoffte, dass das Preisetikett ihm Schmerzen zufügte.
Guy hatte sich nicht zu Armani hinreißen lassen. Er konnte sich Allan nicht in Armani vorstellen. Er konnte sich Allan derzeit nicht einmal in etwas anderem als seinen schludrigen schwarzen T-Shirts vorstellen. Oder nackt, was in jedem Fall die bessere Option war.
Aber die Zeit für Armani würde hoffentlich noch kommen.

„Du hast mir Unterwäsche gekauft?“ Allan sah ihn groß an und sein eines Auge tränte ein wenig. Die Idee mit dem Preisschild hatte also funktioniert. Entweder das oder Allan war sehr gerührt.
„Wow. Romantisch. Andere Leute kaufen ihrem Lover Blumen. Oder ein Auto. Ich könnt'n Auto gebrauchen, Guy.“
„Bilde dir ja nichts ein!“
Guy klatschte seine Aktentasche auf den Küchentisch und schritt müde hinüber zur Couch, wo Allan bis eben auf seiner Gitarre herumgeklimpert hatte. Das Instrument sah genauso verbeult und kaputt aus wie der Rest an Allan. Aber die Laute, die er dem Ding entlockte, gefielen Guy hin und wieder, und daher durfte es bleiben.
„Wirklich nicht? So ein kleiner Sportflitzer? Kann von mir aus auch schwarz sein-“
Er zuckte zusammen und schützte sein Gesicht mit den Shorts, als Guy neben ihm stand und eine Geste machte, die andeutete, dass er gleich zum Schlag ausholen würde.

„Ich frage mich wirklich, wieso ich mir das antue“, murmelte Guy sich zu und ließ sich seufzend auf die Couch fallen. Zwölf Stunden Büro und Vaisey hatte eine furchtbare Laune gehabt, weil in der Nacht jemand Unbekanntes an das Bürogebäude Sherwood bleibt frei gesprayt hatte. Jemand, der schwerlich als unbekannt durchging, wenn man es mit jemandem wie Robin Hood und seiner Gang bestehend aus Halbkriminellen zu tun hatte. Verstohlen betrachtete Guy Allans Hände, als der sich neben ihm in die Höhe schraubte und auszuziehen begann.
Nein, keine Farbspuren. Aber so ganz sicher konnte er sich nie sein.

So weit war es also gekommen. Er schlief nicht nur mit dem Feind, er kaufte ihm nun auch noch Unterhosen. Und er hatte es auf wundersame Weise noch nicht geschafft, diese vergammelte Konsole, die seinen Fernsehschrank so liederlich aussehen ließ, einfach im hohen Bogen aus dem Fenster zu werfen.

Die Sache war äußerst ernst.

Er schloss die Augen und hinter flirrenden schwarzen Migränepunkten, die durch seinen Kopf summten, lauschte er dem Rascheln von Kleidung und dem sanften Schaben von neuem Stoff an nackter Haut.
„Passt sogar!“, verkündete Allan, der Stimme nach vor dem Spiegel im Flur.
„Oh mann, ich seh heiß aus!“

An Bescheidenheit zumindest würde der Junge nicht zugrunde gehen.

Guy öffnete seufzend die Augen. Sein geheimer Lover stand vor ihm an der Couch in nichts anderem als dieser Unterhose und sexy wäre es durchaus gewesen, wenn da nicht noch dieses alberne Preisschild gewesen wäre, das da an seiner Seite baumelte.

Aber dann hob Allan langsam eine Augenbraue und seine Hand schob quälend langsam den Stoff an der rechten Hüfte hinunter. Nacktes Fleisch kam zum Vorschein und mit einem Mal war alles anders.

Für den Rest des Abends wurde nicht mehr viel gesprochen.

~

„Du?“
„Hm.“
„Schläfst du?“
„..ja.“
„Ich hab nachgedacht. Es ging dir doch gar nicht um die dummen Shorts, oder?“
„Wwff.“
„Psychologisch macht das total Sinn! Du konzentrierst deine Unzufriedenheit auf eine völlig unwichtige Sache, weil du in einem Gewissenskonflikt bist, weil du mich in dein Bett lässt.“
„...der einzige Gewissenskonflikt, den ich gerade habe, ist, ob ich dich nur aus dem Bett schubsen oder aus dem Fenster werfen soll.“
„Ich will ja nichts sagen, aber du hältst mich ziemlich fe-Aua! Musste das sein?“
„Hör auf zu jammern, komm wieder rein, halt die Klappe und schlaf!“
„Du bist ein Arsch.“

Trotzdem legte Allan die Arme um seine Hüften.

Date: 2013-06-26 03:59 pm (UTC)
From: [identity profile] exiles-diary.livejournal.com
Auch wenn ich die Serie überhaupt nicht kenne - dieses AU hats mir angetan XD ich liebe es, wie du die zwei beschreibst.
Ist echt super zu lesen (auch für Ahnungslose was die Charaktere betrifft).
Dann wiederum - du konntest schon immer so super schreiben ^^

Date: 2013-06-27 06:15 am (UTC)
From: [identity profile] exiles-diary.livejournal.com
Das kam jetzt sogar ein wenig meiner bisherigen Vorstellung hin. Noch ein Indiz, dass du sie wirklich gut beschreibst XD
Danke für diese kleine Weiterbildung und keep on - ich freu mich auf jeden Fall schon, mehr von ihnen zu lesen ^^

Date: 2013-06-27 10:17 am (UTC)
From: [identity profile] nessaniel.livejournal.com
*umfall*

Ich hatte bisher Allan nie so vor meinem geistigen Auge - UND JETZT WO ICH KÖNIG THORIN MIT EYELINER SEHE, WEISS ICH AUCH WARUM, DER LENKT EINFACH ZU SEHR AB XDDDDDD


Anyway. Ich liebe liebe liebe dieses Au, auch wenn ich immer noch nicht dazu gekommen bin, die Serie anzuschauen. Du beschreibst die Hassliebe der beiden so wunderschön und genau so, dass man merkt, dass hinter all den Frotzeleien doch tiefere Gefühle stecken. <333
(OMG, WIE SOLL DAS WERDEN BEI DER SOMMERCHALLENGE, ICH HOFFE, DEINE MUSE FÄHRT NIEMALS IN DEN URLAUB <33)

Date: 2013-06-26 07:44 pm (UTC)
From: [identity profile] cricri-72.livejournal.com
Er schlief nicht nur mit dem Feind, er kaufte ihm nun auch noch Unterhosen.
:D

Danke für die Aufheiterung nach einem langen & anstrengenden Arbeitstag.

Ich liebe Bart auch ;)

Date: 2013-06-27 10:33 pm (UTC)
From: [identity profile] akira-san13.livejournal.com
*tiiief verneig*Handkuss zupust*
Ich danke, mein Puschel, ich danke!

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