Nie gesagt
Jun. 2nd, 2013 05:53 pmChallenge: Ungesagt
Fandom: Original – Our Own World
Charaktere: Nathalie, Sabine
Anmerkung: Es ist eine quasi direkt-indirekte Fortsetzung hiervon und es wird wohl noch einen dritten Teil geben, schließlich muss ich ja noch das Date schreiben.
Vermutlich habe ich die Challenge nicht so interpretiert wie sie gemeint war, aber es gibt schließlich verschiedene Möglichkeiten, Dinge ungesagt zu lassen *g*
Sie hatte nie erwartet, irgendeine Chance zu haben. Sabine stand auf Männer, und das hier war kein schlechter Roman wo man am Ende doch seine unsterbliche Liebe zu der besten Freundin entdeckte. Es war ja schon schlimm genug, dass sie diesem Klischee entsprach.
Albern.
Aber jetzt zu erfahren, dass Sabine ein Date hatte und dabei zu sehen, wie aufgeregt sie darüber war... das tat weh. Und doch musste sie sich für sie freuen. Sabine sah es nicht. Sie sah solche Dinge nie. Stefan hatte es sicher auch nicht leicht gehabt, ihr klarzumachen, dass er auf sie stand.
Sabine war sich offenbar noch nicht ganz sicher, wie sie genau zu der Sache stand, aber ihre Augen leuchteten so lebhaft, ihre Wangen waren leicht gerötet, als sie davon erzählte und Nathalies Meinung zu verschiedenen Outfits haben wollte. Und was sie mit ihren Haaren machen sollte.
Eigentlich war Sabine nicht eitel. Jeans, Pullover, Sneakers. Oder anstatt der Jeans ein Rock. Zwischendurch eine alte Strickjacke, von der sie sich nicht trennen wollte. Die Haare zu einem Pferdeschwanz oder geflochten. Oder hochgedreht, was wenig brachte, da die Hälfte sowieso nach einer Stunde wieder herausgefallen war. Die rote Farbe wuchs langsam heraus und sie redete schon seit Wochen davon, mal zum Friseur zu gehen und sie braun färben zu lassen, damit es nicht ganz so blöde aussah.
Nein, Sabine war niemand, der sich Gedanken über solche Dinge machte. Sie hatte es auch nicht nötig. War auch keine außergewöhnlich hübsche Frau. Aber sie strahlte so viel aus, war so lebendig... und wenn sie einen forschend ansah, mit ihren braunen Augen... als würde sie einem genau zuhören und man doch ganz genau wusste, ihre Gedanken waren ganz woanders...
„Nathalie? Hallo? Ist die Verbindung weg?“
Sabines Stimme drang etwas knistrig durch das Headset, Nathalie wusste, sie sollte sich mal ein neues besorgen, aber es funktionierte ja noch, kein Grund, Geld dafür auszugeben.
„Nein. Sorry. Ich hab nachgedacht.“
„Rot oder blau?“
„Blau.“ Nathalie hatte dem roten Shirt sowieso nie etwas abgewinnen können, es biss sich ganz furchtbar mit den Haaren, auch wenn es sicher gut ausgesehen hätte, wären sie braun.
„Wann musst du los?“, fragte sie dann, aber Sabine war schon wieder von ihrem Laptop verschwunden und tauchte erst ein paar Minuten später wieder, sie hatte sich das blaue Oberteil angezogen.
„Sorry, hast du was gesagt?“
„Ich wollte nur wissen, wann du losmusst. Du rennst ja schon seit einer Stunde wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend.“
„Eine halbe Stunde habe ich noch. Oh Gott! Ich muss noch meine Haare machen!“
„Lass sie doch offen...“ Nathalie mochte es, wenn Sabine ihre Haare offen trug. Sie tat es viel zu selten, aber sie konnte verstehen, warum.
„Ich weiß nicht so recht... Dann fliegen sie immer so.“
„Das würde dir nicht passieren, wenn du Haarspray benutzen würdest.“ Blöderweise gab es niemanden in der WG, der welches hatte, seit sie raus war. Etwas unwillig strich Nathalie sich eine Ponysträhne aus dem Gesicht. Seit drei Monaten ließ sie ihre Haare wieder wachsen und es ging ihr auf die Nerven. Es sah blöd aus, egal wie gut ihr Friseur war und dauerte lange. Diesmal aber würde sie es durchziehen. Sie wollte sie wenigstens bis über die Schultern haben. Dann könnte sie sie immer noch wieder abschneiden. In einem Jahr oder so, wenn sie endlich lang genug waren. Und das war großzügig gerechnet.
„Jaaaaa, ich weiß...“ Sabine klang langsam wirklich verzweifelt.
„Und wenn du deine neue Haarspange benutzt? Und einen Teil dann einfach raushängen lässt?“ Die Spange war jedenfalls idiotensicher, selbst für einen Stylingmuffel wie Sabine, genau darum hatte Nathalie sie ihr zu Weihnachten geschenkt. Zumindest war es ein Teil des Geschenks gewesen, was wohl auch ganz gut so gewesen war, Sabine hatte jedenfalls ziemlich sparsam geschaut, als sie es gesehen hatte. Jetzt aber strahlte sie. „Stimmt! Warte eben, ich brauche dann deine Meinung!“
Wieder war sie weg.
Nathalie seufzte leise. Das würde jetzt wohl eine Weile dauern, weswegen sie auf Facebook vorbeischaute. Mirijam, die Kellnerin, die sie vor einem Jahr in der Cocktailbar kennengelernt hatte, meldete sich hin und wieder bei ihr. Sie war süß, sie war nett... aber sie war nicht Sabine. Wäre sie jetzt mit ihr zusammen, wenn Sabine nicht wäre?
Vielleicht... Eigentlich hatte Nathalie gehofft, der Abstand würde ihr helfen, endlich über ihre Gefühle hinwegzukommen. Tat er aber nicht. Eher machte er alles nur noch schlimmer.
Aber vielleicht musste es schlimmer werden, bevor es besser wurde.
Mirijam hatte ihr geraten, es Sabine zu sagen. Oft genug hatte sie das schon in Erwägung gezogen, aber jedes Mal einen Rückzieher gemacht. Sie waren Freunde. Würde das nicht alles kaputtmachen? Sabine könnte sie doch nie wieder mit denselben Augen betrachten wie vorher. Unmöglich.
Und ihre Freundschaft war ein zu hoher Preis dafür, reinen Tisch zu machen. Vermutlich lägen die Dinge anders, wenn sie auch nur den Hauch einer Chance gehabt hätte, aber unter diesen Umständen... Sabine sah sie nicht. Nicht auf diese Art.
Sie würde es niemals tun.
Aber warum war es so schwer, sich damit abzufinden?
Fandom: Original – Our Own World
Charaktere: Nathalie, Sabine
Anmerkung: Es ist eine quasi direkt-indirekte Fortsetzung hiervon und es wird wohl noch einen dritten Teil geben, schließlich muss ich ja noch das Date schreiben.
Vermutlich habe ich die Challenge nicht so interpretiert wie sie gemeint war, aber es gibt schließlich verschiedene Möglichkeiten, Dinge ungesagt zu lassen *g*
Sie hatte nie erwartet, irgendeine Chance zu haben. Sabine stand auf Männer, und das hier war kein schlechter Roman wo man am Ende doch seine unsterbliche Liebe zu der besten Freundin entdeckte. Es war ja schon schlimm genug, dass sie diesem Klischee entsprach.
Albern.
Aber jetzt zu erfahren, dass Sabine ein Date hatte und dabei zu sehen, wie aufgeregt sie darüber war... das tat weh. Und doch musste sie sich für sie freuen. Sabine sah es nicht. Sie sah solche Dinge nie. Stefan hatte es sicher auch nicht leicht gehabt, ihr klarzumachen, dass er auf sie stand.
Sabine war sich offenbar noch nicht ganz sicher, wie sie genau zu der Sache stand, aber ihre Augen leuchteten so lebhaft, ihre Wangen waren leicht gerötet, als sie davon erzählte und Nathalies Meinung zu verschiedenen Outfits haben wollte. Und was sie mit ihren Haaren machen sollte.
Eigentlich war Sabine nicht eitel. Jeans, Pullover, Sneakers. Oder anstatt der Jeans ein Rock. Zwischendurch eine alte Strickjacke, von der sie sich nicht trennen wollte. Die Haare zu einem Pferdeschwanz oder geflochten. Oder hochgedreht, was wenig brachte, da die Hälfte sowieso nach einer Stunde wieder herausgefallen war. Die rote Farbe wuchs langsam heraus und sie redete schon seit Wochen davon, mal zum Friseur zu gehen und sie braun färben zu lassen, damit es nicht ganz so blöde aussah.
Nein, Sabine war niemand, der sich Gedanken über solche Dinge machte. Sie hatte es auch nicht nötig. War auch keine außergewöhnlich hübsche Frau. Aber sie strahlte so viel aus, war so lebendig... und wenn sie einen forschend ansah, mit ihren braunen Augen... als würde sie einem genau zuhören und man doch ganz genau wusste, ihre Gedanken waren ganz woanders...
„Nathalie? Hallo? Ist die Verbindung weg?“
Sabines Stimme drang etwas knistrig durch das Headset, Nathalie wusste, sie sollte sich mal ein neues besorgen, aber es funktionierte ja noch, kein Grund, Geld dafür auszugeben.
„Nein. Sorry. Ich hab nachgedacht.“
„Rot oder blau?“
„Blau.“ Nathalie hatte dem roten Shirt sowieso nie etwas abgewinnen können, es biss sich ganz furchtbar mit den Haaren, auch wenn es sicher gut ausgesehen hätte, wären sie braun.
„Wann musst du los?“, fragte sie dann, aber Sabine war schon wieder von ihrem Laptop verschwunden und tauchte erst ein paar Minuten später wieder, sie hatte sich das blaue Oberteil angezogen.
„Sorry, hast du was gesagt?“
„Ich wollte nur wissen, wann du losmusst. Du rennst ja schon seit einer Stunde wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend.“
„Eine halbe Stunde habe ich noch. Oh Gott! Ich muss noch meine Haare machen!“
„Lass sie doch offen...“ Nathalie mochte es, wenn Sabine ihre Haare offen trug. Sie tat es viel zu selten, aber sie konnte verstehen, warum.
„Ich weiß nicht so recht... Dann fliegen sie immer so.“
„Das würde dir nicht passieren, wenn du Haarspray benutzen würdest.“ Blöderweise gab es niemanden in der WG, der welches hatte, seit sie raus war. Etwas unwillig strich Nathalie sich eine Ponysträhne aus dem Gesicht. Seit drei Monaten ließ sie ihre Haare wieder wachsen und es ging ihr auf die Nerven. Es sah blöd aus, egal wie gut ihr Friseur war und dauerte lange. Diesmal aber würde sie es durchziehen. Sie wollte sie wenigstens bis über die Schultern haben. Dann könnte sie sie immer noch wieder abschneiden. In einem Jahr oder so, wenn sie endlich lang genug waren. Und das war großzügig gerechnet.
„Jaaaaa, ich weiß...“ Sabine klang langsam wirklich verzweifelt.
„Und wenn du deine neue Haarspange benutzt? Und einen Teil dann einfach raushängen lässt?“ Die Spange war jedenfalls idiotensicher, selbst für einen Stylingmuffel wie Sabine, genau darum hatte Nathalie sie ihr zu Weihnachten geschenkt. Zumindest war es ein Teil des Geschenks gewesen, was wohl auch ganz gut so gewesen war, Sabine hatte jedenfalls ziemlich sparsam geschaut, als sie es gesehen hatte. Jetzt aber strahlte sie. „Stimmt! Warte eben, ich brauche dann deine Meinung!“
Wieder war sie weg.
Nathalie seufzte leise. Das würde jetzt wohl eine Weile dauern, weswegen sie auf Facebook vorbeischaute. Mirijam, die Kellnerin, die sie vor einem Jahr in der Cocktailbar kennengelernt hatte, meldete sich hin und wieder bei ihr. Sie war süß, sie war nett... aber sie war nicht Sabine. Wäre sie jetzt mit ihr zusammen, wenn Sabine nicht wäre?
Vielleicht... Eigentlich hatte Nathalie gehofft, der Abstand würde ihr helfen, endlich über ihre Gefühle hinwegzukommen. Tat er aber nicht. Eher machte er alles nur noch schlimmer.
Aber vielleicht musste es schlimmer werden, bevor es besser wurde.
Mirijam hatte ihr geraten, es Sabine zu sagen. Oft genug hatte sie das schon in Erwägung gezogen, aber jedes Mal einen Rückzieher gemacht. Sie waren Freunde. Würde das nicht alles kaputtmachen? Sabine könnte sie doch nie wieder mit denselben Augen betrachten wie vorher. Unmöglich.
Und ihre Freundschaft war ein zu hoher Preis dafür, reinen Tisch zu machen. Vermutlich lägen die Dinge anders, wenn sie auch nur den Hauch einer Chance gehabt hätte, aber unter diesen Umständen... Sabine sah sie nicht. Nicht auf diese Art.
Sie würde es niemals tun.
Aber warum war es so schwer, sich damit abzufinden?
no subject
Date: 2013-06-03 09:42 am (UTC)So bittersüß und traurig aber schön zu gleich, weil Natalie ja trotzdem noch für Sabine da ist. <333
Dein Stil gefällt mir auch richtig gut, der ganze Gedankengang wirkt natürlich und leicht nachzuvollziehen und so traurig Q___Q
Ich kann das sehr gut nachempfinden, auch wenn ich in Beziehungen eher immer der Typ Sabine bin XDDD
no subject
Date: 2013-06-03 11:34 am (UTC)Ja, ich bin da auch so eine Sabine, kriege gar nichts mit, wenn man mich nicht gerade mit einem Scheunentor erschlägt. XD
Ich hoffe, ich kriege bald das Date selbst geschrieben, aber es will noch nicht so recht kommen. Irgendwann aber! Versprochen!