*noch immer mit LJ kämpft*
Feb. 8th, 2007 09:16 pmSamstagabend, der beste Abend der ganzen Woche. Außerdem einziger Grund, sich durch die restlichen sechs Tage zu quälen.
Samstagabend war mein Abend… eigentlich.
„Oh Gott, is’ mir schläscht… sag nischts!“
Ein strafender Blick traf mich von unten, begleitet von einem Seufzen, in dem das ganze Elend dieser Welt mitschwang.
Hoffentlich aus meines, denn ich war im Augenblick wohl die mit Abstand elendste Kreatur auf Gottes schöner Erde.
Wir standen vor der Disco mit der tödlichsten „Bloody Mary“ die ich je getrunken hatte… das hieß, sie stand. Ich hing mehr oder weniger glücklich auf ihrer Schulter.
„Mir dräht sisch allesch.“
„Geschieht dir Recht! Ich hab ja gesagt „Lass den Gutschein verfallen“ aber nei~in“, sie zog das Wort verächtlich in die Länge, „der Herr wusste es natürlich besser!“
„Kauf zwei, trink drei- dasch klang nach einem fären Angebo-hohoho“, meine Zunge stolperte unkoordiniert in meinem Mund herum, „-gebot.“
Ich schluckte schwer und lehnte mich an sie.
„Hmm“, schnurrte ich leise, „du rieschst gut.“
„Freut mich“, sie sah keineswegs erfreut aus.
„Was ischt?“
„Ich hätte das lieber von einem süßen Jungen, statt von dir gehört.“
Empört flog mein Kopf hoch, für einen Augenblick schoss die Welt Kabolz.
„Ich BIN ein süscher Junge.“
Sie ignorierte mich, hielt nach unseren Freunden Ausschau.
„Tea~aa“, energisch schnappte ich nach ihrem Kinn, damit sie mich wieder ansah.
Ein Unterfangen, das sich als äußerst schwierig erwies. Haltlos tatschte ich in ihrem Gesicht herum und erwischte wohl auch ein Auge, denn sie zog sich mit einem Mal zurück, so dass ich, aller Stütze beraubt gefährlich strauchelte.
Während ich um mein Gleichgewicht kämpfte, fand ich noch Zeit, mit zu beschweren.
„Tea~haaa! Sag, dass isch ein süscher Junge bin!“
„Megasüß“, murmelte sie abgelenkt und entnervt, griff jedoch trotzdem nach mir, um meine wilde Stolperfahrt zu beenden. „Wo ist Tristan, wenn man ihn mal braucht?“ fauchte meine beste Kumpeline reichlich angepisst.
„Da war forhin diesches blonde Mädschen…“, nuschelte ich vor mich hin.
„Aha! Blondes Mädchen“, wiederholte sie schnippisch. „Fein. Gut! Wäre ja nicht so, als sein wir auf ihn angewiesen. Stimmt’s, Joey?“
Angriffslustig packte sie meinen Arm fester, schlang ihn sich um die Schulter.
Ich ließ sie gewähren, betrachtete die Kaugummiflecken auf dem Boden. Wenn ich den Kopf ein bisschen schräg legte und schielte, sahen sie fast wie ein Drache aus.
Nachdenklich runzelte ich die Stirn.
„Du, Tea?“
„Was?“ schnappte sie zurück, aber ich war mir fast sicher, dass ihr forscher Ton nicht mir galt.
„Ich glaube, die Dischco gehört Kaiba.“
„Wie?“ das schien sie aus ihren finsteren Gedanken zu reißen. Unwirsch wedelte sie meine Behauptung aus der Luft.
„Blödsinn!“
„Aber“, widersprach ich, wobei mein Kopf auf ihre Schulter fiel, „die Kaugummis.“
Meine Freundin zog die Nase kraus.
„Apropos, du könntest auch einen gebrauchen. Du stinkst wie ein ganzes Fass voll Rum.“
„Bloody Mary“, verbesserte ich und schenkte ihr ein strahlendes, leicht bekifftes Grinsen, „auscherdem stinke isch nischt, das ist meine männliche Note.“
„Oh je, dann werd ich lesbisch.“
„Escht?“ begeistert funkelte ich sie an. „Isch habsch schon imma geahnt. Zwischen dir und Mai- darf isch zuguggen?“
Mit der letzen Bemerkung handelte ich mir eine ordentliche Kopfnuss ein.
„Schwein!“
„Mann“, korrigierte ich feixend.
Sie zog spöttisch eine Braue hoch.
„Vielleicht wirst du mal einer. Mit etwas Glück sogar noch vor der Rente.“
Dann schlang sie einen Arm um meine Taille. Ich konnte kalte, schlanke Finger an meiner Hüfte spüren und drehte verwundert den Kopf. Unsere Nasenspitzen berührten sich beinahe und mein Herz tat einen gewaltigen Sprung. Wäre es ein Pferd, mit dem Satz käme es über jeden Wassergraben… mein Gott, so betrunken war ich schon lange nicht mehr.
„Begrabbelscht du misch?“
„Ja“, gab sie ungerührt zurück, zog mich mit sich, „ich habe vor, dich auf dem Heimweg hemmungslos sexuell zu belästigen.“
„Escht?“ ich grinste glückselig. „Cool!“
„Joey?“
„Ja?“
„Könntest du bitte davon absehen, mir ins Gesicht zu hauchen? Du hat eine Fahne wie nichts Gutes.“
„Ischt schexy, ne?“
Tea seufzte, lächelte und zog mich mit sich.
„Spinner.“
Wir setzten uns in Bewegung… das hieß, sie setzte und ich ließ mich mehr oder minder hinterher schleifen.
Weit kamen wir so freilich nicht.
„Mann Joey, musst du dich so an mich hängen? Du bist schwer!“
„Dafür kann isch nischts!“ verteidigte ich mich, „Der Boden hier ischt so huckelisch.“
„Unsinn, die Straße ist schnurgerade.“
Irgendwie kamen wir dann doch vor meiner Wohnungstür an. Tea sah ziemlich fertig aus und streckte sich leidend, als sie mich gegen die Wand lehnte.
„Ich dachte schon, ich brech durch“, murmelte sie in sich hinein, streckte mir dann auffordernd die Hand entgegen, „Gib mir mal deine Schlüssel.“
„Schüschel?“ echote ich planlos. „Was willscht du denn jescht mit einer Schüschel?“
„Schlüssel. Mit L! Die Dinger, mit denen man Türen öffnet.“
„Willscht du hier einbreschen?“
In stummer Verzweiflung schlug sie sich die Hand vors Gesicht.
„Ich sollte dich einfach hier stehen lassen, weißt du. Das ist nämlich gar nicht meine Aufgabe, dich heimzubringen und mir dabei alles zu verheben. Wenn ich Tristan erwische dann…“
„Dann?“ hakte ich interessiert nach.
Sie hob hilflos die Schultern.
„Das überlege ich mir dann. Hoffentlich hat er Spaß“, irgendwie sah sie dabei traurig aus, so dass ich das dringende Bedürfnis verspürte, sie zu trösten. Immerhin hatte sie mich ja auch hierher gebracht und ihr Wirbelsäule dabei auf’s Spiel gesetzt.
„Gugg mal!“ enthusiastisch klimperte ich mit dem Schlüsselbund vor ihrer Nase herum. „Isch hab zwar keine Schüschel für disch, aba vielleicht tut’s das ja auch.“
Tatsächlich zauberte der Anblick der vielen kleinen Metallteilchen wieder ein Lächeln auf ihr Gesicht und sie nahm sie mir ab, öffnete die Haustür und schubste und schleppte mich dann die Treppen zu meiner Wohnung hinauf.
„So, du junger Schluckspecht, schlaf dich aus.“
Tea saß neben mir auf dem Bett, ließ den Schuh, den sie mir gerade ausgezogen hatte, polternd zu Boden fallen.
Nachdenklich betrachtete ich ihr Profil.
„Wasch mascht du jescht?“
Wieder dieses verloren wirkende Achselzucken.
„Ich gehe nach Hause, denke ich. Der Abend war ohnehin nicht so gut.“
„Wegen ihm?“
„Wegen wem?“
„Trischtan.“
Ihre Augen wichen meinem bohrenden Blick hastig aus.
„Quatsch!“ widersprach sie lauter, als nötig gewesen wäre, „Der hat damit gar nichts zu tun!“
Kritisch verengten sich meine Augen.
Die machte mir doch was vor!
Ich mochte in Mathe und Bio nicht das hellste Lichtlein sein, aber wenn meine Freundin mir was verheimlichte, dann bekam ich das schon noch mit. So betrunken, das zu übersehen, konnte ich gar nicht sein.
„Na gut“, sie seufzte, schon wieder so ein Weltschmerzseufzen, „es wird langsam Zeit für mich.“
„Bleib doch hier“, schlug ich vor, rutschte demonstrativ ein bisschen zur Seite.
Sie lachte, schüttelte aber den Kopf.
„Lieber nicht, sonst rieche ich morgen genauso wie du. Dabei hatte ich nur einen Cocktail.“
Etwas Liebesvolles lag in ihrem Blick, als sie die Decke über mich zottelte, beinahe ein bisschen mütterlich. Ich ließ es mir gern gefallen. „Trotzdem danke.“
Sie zog sich zurück.
„Tea!“ rasch griff ich nach ihrer Hand.
„Ja?“
Mit einer Ernsthaftigkeit, die nur Betrunkene an den Tag legen können, sah ich sie an und holte sie dann mit einem Ruck zurück auf Bett.
Wir starrten uns einen Moment lang an, sie irritiert, ich beinahe wissenschaftlich interessiert.
„Joey, was…?“
„Du hascht total schöne, blaue Augen und jeder, der das nischt sieht, ischt ein Blödmann- auch, wenn er mein bester Freund ischt.“
Sie öffnete den Mund, klappte ihn jedoch wortlos wieder zu und sah mich verblüfft an.
Sprachlos, das geschah bei Tea nicht oft.
„Danke“, murmelte sie schließlich gerührt, um Worte verlegen- auch das passierte meiner Freundin selten.
„Bleibscht du jescht hier?“ ich gab ihre Hand frei.
Wieder schüttelte sie den Kopf.
„Nein, ich muss jetzt jemanden aus ein paar manikürten Klauen befreien.“
Nachtwort: Ich liebe Tea *funkel*. Und ich mag ihre freundschaftliche Beziehung zu Joey. Wirklich nur freundschaftlich… also, wer was anderes rauslesen möchte, sei frei, dis zu tun *lacht*. Aber für mich sind sie einfach nur weltbeste Kumpel^^.
Wo war der Hint? Na, der Kaugummidrache natürlich ^^. Wie gesagt, nur ein kleiner.Disclaimer: Keine der Figürchen gehört mir (obwohl ich sie beide liebe-ungerecht) und ich verdiene hiermit kein Geld.
Fandom: YGO!
Pair: Tea/Joey
Warning: lime, sap, humor... und ein klitzekleiner Shounen-Ai-Hint, wer ihn finden möchte, der findet ihn ^^
Challenge: Blau
no subject
Date: 2007-02-08 09:05 pm (UTC)Vor allem staune ich, wie du es machst, dass man weiß, wer was sagt, ohne dass du das wirklich hinschreibst.
Muss gestehen, dass ich Anzu nich wirklich mag, aber hier is sie mir irgendwie doch sympathisch.
^^
no subject
Date: 2007-02-10 09:31 am (UTC)Eigentlich möchte ich gerne mal kurz quietschen und sagen, wie furchtbar süß ich das hier finde, aber dann ist meine Seriösität wahrscheinlich hinüber. XD Also, versuch´s ich mal zivilisiert;
Es ist toll! Ich mag das Pairing Joey/Tea ziemlich gerne, und am liebsten habe ich sie, wenn es sich nur andeuete oder eben auch nur halb einseitig ist wie hier. Irgendwo kann ich mir nicht so vorstellen, dass sie wirklcih was mit ihm anfangen könnte. Der SA-Hint war nicht zu übersehen, das Tea/Tristan-Ding allerdings auch nicht *g*
Hach, doch, ich mag das, das ist wirklich- verzeih, ichkomme um dieses Wort nicht herum- süß. =)
~Tsutsumi
no subject
Date: 2007-02-10 02:57 pm (UTC)...Das sagt eigentlich alles.
Ich mag Tea, ich mag diese Freundschaft, ich liebe den Kaugummidrachen... Einfach toll.^__^
Schön geschrieben, schöne Situation und... hach. Einfach gut halt.
(Und warum kenne ich das mit dem Schlüssel? ...Traumatische Erinnerungen an heute Morgen. Geil. X'D)