Erste Worte

Mar. 8th, 2013 06:40 pm
[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Neon Genesis Evangelion
Challenge: Menstruation
Wörter: ~2.600
Personen/Pairing: Asuka/Kensuke, Hyuga Makoto, Aoba Shigeru, Ibuki Maya
Warnung: Andeutung von Gewalt und Beschreibung von Blut...nun ja, siehe Challenge
Genre: AU'ish (Kensuke und Asuka sind hier älter und Folge 22 ist nie passiert)
Summary: Asuka ist seit Tagen verschwunden; es herrscht Gemunkel, dass das NERV-Hauptquartier eingenommen wurde. Kensuke macht sich auf, sie zu retten. Das nimmt er sich zumindest vor.
Kommentar: Geschrieben als Erholung vom Gewerkel an der Masterarbeit. Kann dementsprechend gestelzt wirken.
Mir sind ein bisschen die Pferde durchgegangen. Andererseits ist heute Frauentag und einmal mehr der Anlass, dass awesome Jungs noch viel mehr awesome Mädchen anhimmeln.


Kensuke bewegte sich langsam durch das Unterholz. Der Wind spielte in den Baumwipfeln und zerzauste die Blätter, wiegte Zweige und Äste vor und zurück. Er duckte sich noch ein wenig tiefer und schlich im Licht- und Schattenspiel weiter. Etwa einhundertfünfzig Meter vor ihm tat sich zwischen dem Waldgrün NERV-Notausgang E57 auf. Die Betonwand und die große Tür in Tarnfarben sahen im Berg aus wie ein Mund.

Eine halbe Stunde kauerte er zwischen den Ästen einer gefällten Kiefer. Neben ihm ragte spitz und zersplittert der Stamm des Baumes in den Himmel und sah aus als wolle er die Wattebauschwolken aufspießen. Mücken stachen zwischen Ohren, Hals und Nacken. In den Bäumen lärmten die Zikaden. Kensukes Handy vibrierte in der Hosentasche.

„Hast du den Alarm nicht gehört?“, fauchte Touji ihn an ohne sich melden.
„Erzähl mir nicht, dass du ihn nicht gehört hast! Die Sirenen gingen bis vor fünf Minuten!“
Er saß offensichtlich brav mit allen anderen aus der Klasse im Bunker. Mit allen außer Asuka.
„Ist Shinji da?“
„Nee, Misato-san ist vorhin in ihrem Wagen an der Schule vorbeigerauscht und hat ihn und Ayanami mitgenommen. Die beiden haben natürlich mal wieder von nichts gewusst. Okay, nein, ich wette, Ayanami weiß genau, was hier abgeht und kriegt nur wieder ihren Mund nicht auf... -jedenfalls hat das nichts mit dem Grund zu tun, weshalb ich dich anrufe!“ Touji klang wütend darüber, dass er sich hatte ablenken lassen.
„Beweg sofort deinen Arsch hierher“

Vor dem Ausgang E57 zankten sich zwei große Raben um etwas, das aussah wie eine Esskastanie.
Kensuke hob sein Fernglas und suchte mit den Augen die Gegend ab. Außer den Vögeln und den Schatten der Bäume im Wind regte sich dort nichts.

„Sorry, damit kann ich nicht dienen.“

„Oh mann, wieso nur hab ich gewusst, dass du sowas sagen würdest!“
Touji seufzte theatralisch.
„Es geht um den rothaarigen Teufel, hab ich Recht?“

Kensuke ließ das Fernglas sinken. Es war ziemlich unklug, so lange zu telefonieren. Er konnte nicht sicher sein, dass in der Nähe keine Mikrofone oder Kameras versteckt waren. Vorsichtig blickte er sich um. Schweiß lief ihm ins rechte Auge.

Seit drei Tagen war Asuka von der Bildfläche verschwunden. Das letzte, was sie zu ihm gesagt hatte war: „Sei nicht so ein Trottel und lass mich deine Physikhausaufgaben abschreiben!“
Das waren keine letzten Worte.
Es durften keine sein.

„Meinst du nicht, dass die Typen von NERV sich da nicht selbst drum kümmern können?“, schimpfte Touji.
„Du bist nur ein kleiner dürrer Oberschüler mit 'nem Billig-Armee-Set. Was willst du denn ausrichten?!“

Er hatte ihre Handynummer gewählt, siebzehn Mal innerhalb von zehn Stunden. Beim achtzehnten Mal hatte ihn eine Computerstimme darüber informiert, dass die Nummer nicht vergeben sei.

Kensuke seufzte lautlos.
„Bist du dann fertig?“, raunte er ins Telefon.
„Oder willst du mich weiter beglucken?“
„Hör mal, das ist kein Witz!“
Langsam klang Touji panisch.
„Du musst jetzt sofort zu uns in die Notunterkunft kommen. Mein Alter hat...er hat nicht gerade viel gesagt, aber irgendwer scheint bei NERV eingebrochen zu sein. Das ist ein großes Ding.“
„Touji, du bist langsam.“
Kensuke wischte sich mit dem Handrücken Schweiß von der Stirn. Die Zikaden brüllten in sein freies Ohr.
„Misato-san, die panisch alle Piloten einsammelt, die sie zu greifen bekommt, Asukas Nummer, die nicht mehr erreichbar ist seit drei Tagen, Totenstille trotz Alarm? Natürlich ist da was.“

Es war einfach gewesen, an die Pläne seines Vaters zu kommen. Der alte Herr ließ dauernd irgendetwas von der Arbeit mitgehen und verteilte es dann zu Hause überall. Pläne über Notausgänge der NERV-Zentrale waren zugegebenermaßen das Informativste davon.

Natürlich wusste er nicht, ob SEELE etwas damit zu tun hatte. Wer auch immer diese Leute waren. Es kümmerte Kensuke nicht wirklich, was es mit all diesen seltsamen Organisationen, die sich mit wohlklingenden deutschen Wörtern schmückten und auf Geheimbund machten, auf sich hatte. Eva kümmerte ihn. Shinji kümmerte ihn. Vielleicht sogar Ayanami ein wenig. Und Auka. Oh Gott, Asuka.

Die Raben krächzten auf und erhoben sich panisch in den heißen Sommerwind als die Alarmleuchten an beiden Seiten von Notausgang E57 zu blinken begannen.
„Ich muss Schluss machen!“, flüsterte Kensuke ins Telefon und wartete keine Antwort ab.

So gesehen waren das auch keine guten letzten Worte. Er stellte sich für den Bruchteil einer Sekunde Touji auf seiner Beerdigung vor, mit geröteten Augen und zitternden Haarspitzen schniefend: „Und dann hat er nur 'Ich muss Schluss machen' gesagt.“ Natürlich würde er schniefen.

Als sich das Tor langsam nach oben öffnete, nun perfekt wie ein zahnloser Mund, begann Kensukes Herz bis zum Hals zu klopfen. Er hatte ein Butterfly-Messer und mehrere Taschenmesser, Pfefferspray und eine Maschinengewehrattrappe. Damit konnte er wahrscheinlich zwei Typen von Toujis Größe und Alter für eine halbe Minute in Schach halten. Wenn da drinnen Soldaten waren, wie sollte er an denen vorbeikommen? Mit einem Ablenkungsmanöver? In seinem Rucksack hatte er mehrere Feuerwerkskörper und Signalfeuerraketen. Nein, wem wollte er etwas vormachen? Das würde nicht einmal bei Grundschülern funktionieren. Sollte er sich gefangen nehmen lassen? Einfach rotzfrech in den Eingang spazieren? Und dann? Kalter Schweiß brach auf seiner Stirn und in seinen Achselhöhlen aus. Zwischen den Ästen der Kiefer im ewigen Sommerwald von 31 Grad begann er zu frösteln.

Touji hatte Recht. Es gab nichts, was er tun konnte.
Und dann fielen ihm erneut Asukas letzte Worte ein. Diese unsäglichen, unglücklichen Worte.

Er stellte sich auf und stolperte vorwärts durch das Unterholz. Er war ein Teenager. Er war ein Kind. Diese Typen schossen nicht auf Kinder, oder? Die Panik schnürte ihm die Kehle zu. Alles in seinen Beinen, seinen Fasern, seinem Blut schrie ihn an umzukehren und zu Touji in den Bunker zu rennen.

Inzwischen hatte er sich auf etwa hundert Meter dem Ausgang genähert. Die Alarmleuchten blinkten, doch es gab keinen Ton. Kensuke hoffte auf Eva, auch wenn er wusste, dass dieser Notausgang für Menschen und kleine Vehikel gedacht war. Er hoffte auf einen roten Evangelion mit vier Augen.

Dann waren plötzlich Menschen zu sehen. Kensuke stockte, unfähig zu atmen.
Erst dann sah er, dass es keine Gruppen von Soldaten waren, sondern vier taumelnde, dünne Gestalten.
Eine davon rothaarig.

Er stürzte vorwärts.

Er war sich nicht sicher, ob er die anderen drei, zwei Männer und eine Frau, die sehr jung aussah, schon einmal gesehen hatte. Sie trugen die beige-grauen NERV-Uniformen. Nein, Soldaten waren das auf keinen Fall.

Asuka sah ihn schon als er noch etwa dreißig Meter entfernt durch Äste und Gehölz rannte. Ihr Gesicht sah müde und schmerzverzerrt aus, doch ihre Augen waren hell und blank.
„Was um alles in der Welt...?“
Dann rumpelte irgendetwas in den Tiefen des Bergmundes.
„Sie kommen!“, rief die junge Frau ängstlich.
„Schnell wir müssen weg!“
Einer der Männer – den Kensuke aufgrund seiner schulterlangen Haare sehr untypisch für einen NERV-Mitarbeiter fand – legte einen Arm um ihre Schulter. Der andere schaute über seine Schulter und schien kurzzeitig zu erstarren. Das linke seiner Brillengläser war fast vollkommen zersplittert. Er tat Kensuke leid.
„Bewegung!“, herrschte Asuka ohne dass klar wurde, wen genau sie meinte.

„Ihr seid alle unerfahrene Nahkampftrottel, bewegt eure Ärsche!“

Kensuke stand, nein, tänzelte hektisch, vor ihr. Sie trug ihre Schuluniform, oder zumindest Reste davon. Ihr Rock war an mehreren Stellen eingerissen und die rote Schleife fehlte. Ihr Oberkörper passte nicht dazu. Sie trug eine schusssichere Weste und ein Maschinengewehr. Ein echtes. Er schluckte.
Die braunen Lederschuhe hatte sie irgendwann gegen schwere Militärstiefel eingetauscht. Kensuke betrachtete die Schuhe und erst dann sah er die Blutspuren an Asukas Oberschenkeln. Wie Filzstiftmarkierungen klebten sie an den Innenseiten ihrer Beine und verschwanden zwischen den Rockfalten im Ungewissen. Er hielt die Luft an und schaute auf.

Asuka war seinem Blick nicht gefolgt. Wie der Mann mit der Brille starrte sie ins Dunkel des Tunnels, wo Geräusche von Schritten schwerer Stiefel auf Beton immer lauter wurden. Kensuke nahm seinen Helm ab.
„Hier, nimm du ihn!“
Asuka wandte sich ihm überrascht zu.
„Was?“
„Kopfschüsse!“, sagte er und schob hastig die Verschlusskappen der Bänder an ihrem Kinn zusammen.
Sie blinzelte ihn an. Seine Gegenwart schien sie noch immer zu verwirren.
Dann aber ging ein Ruck durch sie, ganz so als würde auch in ihr ein Pilot setzen, der sie steuerte.

„In den Wald!“, rief sie.

„Weg vom Freien!“

Kensuke stolperte zurück ins Dickicht.
Hinter ihnen schrien Leute unverständliches. Dann krachten Schüsse. Die Panik schnürte ihm weiterhin die Luft ab und doch hörte er sich wimmern. In seinen Gliedern brüllte das Adrenalin.
„Weiter!“, schie Asuka ihn an und schubste ihn immer wieder vor sich her, hinein ins Dunkel des Waldes, weg von Pfaden, die er öfter benutzt hatte.
„Weiter, weiter!“
Er hörte, wie sie sich umwandte und Schüsse abfeuerte, wie ganz in der Nähe Menschenkörper auf dem Waldboden aufschlugen.
Er wagte nicht, sich umzudrehen und zuzusehen.
Seine Lungen brannten und in seinen Ohren brauste das Blut.

Er fühlte sich erbärmlich. Hatte er nicht eigentlich sie retten wollen?


Gefühlte Stunden später erreichten ein kleines Tal. Hinter ihnen war nichts und niemand mehr, nicht einmal der Wind oder die Sonne. Die hohen Bäume verdeckten den Himmel und die Wattebauschwolken.
Es wurde nicht viel gesagt. Sie blieben einfach stehen.

„Junge“, sagte der Mann mit der zerstörten Brille nach einer Weile als er genügend nach Luft geschnappt hatte.
„Hast du ein Telefon bei dir?“

Kensuke nickte und reichte ihm sein Handy.

„Ich leih mir das mal aus, vielen Dank! Setzt euch, ruht euch aus. Ich rufe Major Katsuragi an, ich hoffe, sie kann uns einen Heli schicken.“

Kensuke sah ihm zu wie er sich umdrehte um zum Telefonieren einige Schritte wegging. Der Mann mit den schulterlangen Haaren half der jungen Frau dabei, sich auf einen umgefallenen Baumstumpf zu setzen. Sie war extrem blass. Wie hatte sie es bis hierher geschafft? Hatte er sie getragen?

Asuka saß gegen einen Baum gelehnt, beide Beine von sich gestreckt, hatte den Kopf in den Nacken gelegt und die Augen geschlossen. Als Kensuke sich ihr näherte und auf einen knackenden Zweig trat, sprang sie jedoch blitzschnell in die Hocke, das Gewehr auf ihn gerichtet.
„Entschuldige!“, rief er erschrocken, die Hände beschwichtigend erhoben.

Sie ließ sich wieder zurücksinken. Der Wind spielte in den Baumwipfeln.
Erst jetzt konnte er in ihrem Gesicht die totale Erschöpfung sehen. Kensuke seufzte innerlich. Touji hatte Recht gehabt. Touji hatte viel öfter Recht als man dachte. Asuka konnte sich alleine retten. Mehr noch, sie hatte ihn mit retten müssen, hatte ihn vor sich herschubsen müssen, damit Gewehrkugeln im Zweifelsfall ihre Weste und nicht ihn treffen würden. Er begann sich zu schämen.

Wie machte sie das nur, dass er sich vor ihr ständig schämte?

Er schluckte und schaute sie vorsichtig an. Sie starrte in einem Ausdruck erschöpften Zorns zurück, den Gewehrlauf auf ihn gerichtet. Er versuchte, das nicht persönlich zu nehmen.

Vorsichtig ging er vor ihr in die Hocke.
„Ich ähm...“, murmelte er und streifte langsam seinen Rucksack vom Rücken.
„Ich dachte, vielleicht ähm...“ Oh Gott, wie sollte er das nur ausdrücken? Er fühlte sich ein wenig wie ein Tierdompteur vor einem verletzten Tiger.
„w-weil du da offensichtlich eine Wunde hast.“
Er deutete so vorsichtig er konnte, auf ihren einen Oberschenkel. Das Blut erzählte von Zorn und Schmerz.
Sie folgte seinem Blick.
„Ich...ich hab Verbandszeug dabei. Nur ein wenig, aber das ist besser als nichts. Wenn du willst- also ich werde dich nicht-“
Er stockte abermals. Es war wohl besser wenn er die humpelnde Frau um Hilfe bat.
Es war wohl besser, wenn er sich ganz schnell von Asuka entfernte. Bevor er ihr die MG entreißen und zurückstürmen würde auf der Suche nach dem Bastard, der das verbrochen hatte.

Zu seiner Überraschung legte Asuka die Waffe weg und schob den Rock ein Stück hoch.
„Mach dir nicht in die Hose“, sagte sie ruhig.
„Das ist keine Wunde.“

Sein Blick schoss hoch, in ihr Gesicht.

„Keine-? Aber das kann doch nicht sein. Du musst doch verletzt sein, wo käme sonst so viel Blut her?“

Sie sah ihn mit ihrem typischen Ausdruck an, der ihn einen Trottel und Idioten schalt.
„Streng dein Köpfchen an und denk mal gut nach.“

Er fummelte blind das Verbandszeugs aus dem Rucksack und blinzelte sie ratlos an.

Ihr rechter Mundwinkel zog sich spöttisch hoch.

„Biologieunterricht?“

Oh.

Oh. Oh Gott.

Sie schien die Erleuchtung in seinem Gesicht zu erkennen.
„Das hat aber ganz schön gedauert. Hast du vielleicht auf eine Schmerztablette in deinem Rettungspäckchen? Ich gehe ein seit drei Tagen.“

Kensuke schaute sie fassungslos an, räusperte sich, blinzelte viel zu oft und fing sich – wie immer – viel zu spät.
Natürlich. Bei vielen Mädchen ging das mit Bauchkrämpfen einher.

In der Schule hatte er das Thema öde gefunden. Nein, nicht öde. Faszinierend und eklig. Wie konnte ein Mädchen eine ganze Woche lang bluten ohne zu sterben? War das wie das Häuten einer Schlange, nur mit mehr Blut? Und was für einen Sinn hatte das überhaupt?
Er fischte Desinfektionsmittel und Taschentücher heraus. In einer blechernen kleinen Dose hatte er Schmerzmittel dabei.
Dann wurde ihm eines klar: SEELE hatte Asuka nie gehabt. Drei Tage lang hatte sie sich durch Schächte und Gänge gekämpft, wahrscheinlich ohne zu schlafen, ohne zu essen. Drei Tage, in denen sie offenbar keine Zeit dafür gehabt hatte, sich um ihren Körper zu kümmern.

Er schüttelte innerlich den Kopf. Was für ein dämlicher Hampelmann er war. Was hatte er sich eingebildet? Vor seinem geistigen Auge ging hinter Asuka die Sonne unter und sie richtete ihre MG auf Feinde und Gegner und alles Blut hatte mit Ehre und Triumph zu tun.

Nun, vielleicht übertrieb er ein wenig.
„Wird dir jetzt etwa schlecht davon?“, raunzte sie ihn an als er ihr zögerlich die Tablette und seine Feldflasche hinhielt.

„Ich weiß, ihr Typen könnt damit nichts anfangen. Kann ich auch nicht.“
Sie kaute auf der Tablette herum und trank seine Flasche ungefragt aus.
„Ich will gar keine Kinder.“

In diesem Moment wusste er, er liebte sie. Wahrscheinlich, so dämmerte es ihm irgendwo ganz tief hinten in einer Ecke seines Verstandes, war er mehr als seltsam, vielleicht sogar wahnsinnig. Sollte er nicht vielmehr Mädchen wie die Klassensprecherin mögen? Oder Ayanami? Was wollte er mit einem roten Teufel? Doch er konnte sich nicht wehren – er spürte, wie er ihr verfiel. Ihrer Rauheit, ihrem dreckigen Sarkasmus, ihrem ironischen Lächeln, ihrer Eleganz, die trotz allem unter all diesen Schichten aus Verachtung und Egoismus lag. Ihrer Kraft, mit der sie ihn beschützt hatte.

Er wollte sie anfassen. An ihren Oberschenkeln, genau dort. Er wollte wissen, was ein Mädchen noch alles sein konnte, wenn nicht zuckersüß und rosa und höflich und manierlich. Wenn es Asuka war, in seinem Helm, in einer schusssicheren Weste und ihrem Schuluniformrock.

Zögernd reichte er ihr Desinfektionsmittel und Taschentücher.

Sie nahm es mit der linken Hand. Mit der rechten fasste sie nach seiner. Es war elektrisierend. Überrascht sah er sie an.

„Mach so 'nen Scheiß nie wieder“, sagte sie.

„Idiot.“

Aber ihr Daumen strich für den Bruchteil einer Sekunde über seinen Handrücken und sah dort rosa und blass aus.

„Ich wollte nur...“, murmelte er und zuckte mit den Schultern.

„Jaja, ich weiß.“
Sie lächelte gequält.

Aber sie lächelte. Sie lächelte ihn an!

Sie war auf einem postkämpferischen High. Kensuke kannte diese Phasen. Manchmal konnten die Tage anhalten.

„Wenn es bis heute nicht klar war, dann ist es das jetzt: Ich bin diejenige, die den Tag rettet. Okay?“

Er grinste sie an.

So klangen gute letzte Worte.

Oh nein, besser: So klangen gute erste Worte.

Date: 2013-03-09 11:52 am (UTC)
From: [identity profile] cricri-72.livejournal.com
Und was für einen Sinn hatte das überhaupt?
Fragen wir uns das nicht alle ...

Keine Ahnung vom Fandom, aber High Five für den Weltfrauentag & die Umsetzung der Challenge!

Zu der ist mir nun wirklich gar nix eingefallen, was, da ich praktisch nur Slash schreibe vielleicht besser so ist ;)

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